EEG-Umlage steigt für Eigenversorger um 24 Prozent

Die EEG-Umlage steigt zum Jahreswechsel von 6,354 auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde. Das ist eine Erhöhung um rund acht Prozent. Da zum Jahreswechsel auch der Anteil von Eigenverbrauchern an der EEG-Umlage auf 40 Prozent steigt, sind ab Januar für selbst genutzten Solarstrom 2,752 Cent pro Kilowattstunde zu zahlen – sofern keine Befreiung vorliegt.

Die EEG-Umlage erhöht sich zum Jahreswechsel um acht Prozent. Strom aus eigenen Anlagen wird dabei um einen halben Cent pro Kilowattstunde teurer. Foto: Blende11.photo/Fotolia

Die EEG-Umlage erhöht sich zum Jahreswechsel um acht Prozent. Strom aus eigenen Anlagen wird dabei um einen halben Cent pro Kilowattstunde teurer. Foto: Blende11.photo/Fotolia

Im Vorfeld war bereits um eine Erhöhung der EEG-Umlage um 15 Prozent spekuliert worden. Tatsächlich steigt die Abgabe zum 1. Januar nun um 8,3 Prozent – auf nunmehr 6,88 Cent pro Kilowattstunde. Das haben die vier Übertragungsnetzbetreiber heute bekannt gegeben.

Es handelt sich um einen neuen Höchstwert. Allerdings wird die EEG-Umlage nach Ansicht von Experten bald nicht mehr steigen. Forscher des Öko-Instituts veröffentlichten 2015 eine Studie, die besagt, dass sich die Umlage bis Anfang der 20er Jahre erhöht und dann allmählich wieder sinkt. Das Leipziger Institut für Energie (IE Leipzig) erwartet, dass das Zahlungsvolumen ab 2021 nicht mehr ansteigen, sondern leicht zurückgehen wird. Für 2017 gehen die Analysten von 25,7 Milliarden Euro aus. 2020 soll mit 28,8 Milliarden das Maximum erreicht sein. Ab 2021 fallen die ersten Erneuerbare-Energien-Anlagen aus der gesetzlichen Förderung heraus. Da deren Fördertarife um ein Vielfaches höher sind als von heute errichteten Anlagen, soll das Zahlungsvolumen der EEG-Umlage sinken.

Eigenversorger zahlen nächstes Jahr 2,752 Cent pro Kilowattstunde EEG-Umlage

Je nachdem, wie viele Haushalte und Unternehmen an der Zahlung der Umlage wie stark beteiligt sind, dürfte ab den 20er Jahren auch die Höhe der Umlage sinken. Damit sie erst gar nicht weiter steigt, hatte der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne) bereits Anfang dieser Woche auf Basis einer Studie des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung gefordert, fossile Energieträger an der Finanzierung zu beteiligen. Die EEG-Umlage sollte auf den Energieverbrauch beim Heizen und im Verkehr ausgeweitet werden. Dies käme der Energiewende im Wärmebereich zu Gute. Im Moment würde dagegen der Einsatz von grünem Strom beim Heizen gegenüber der Verbrennung fossiler Rohstoffe benachteiligt.

Die Benachteiligung wird sich sogar noch verstärken: Alle Eigenverbraucher von Solarstrom werden ab nächstem Jahr stärker zur Kasse gebeten, wenn sie nicht von der Zahlung der EEG-Umlage befreit sind. Alle zahlungspflichtigen Eigenversorger müssen ab 2017 für jede selbst genutzte Kilowattstunde Solarstrom 2,752 Cent an die Netzbetreiber zahlen. Bislang sind 2,22 Cent pro Kilowattstunde fällig. Dass die Erhöhung rund 24 Prozent beträgt, liegt daran, dass zwei Effekte für Eigenversorger zum Jahreswechsel zusammenfallen: Die EEG-Umlage erhöht sich und der Anteil, den Eigenversorger zu zahlen haben, steigt ebenfalls an – von 35 auf 40 Prozent der vollen Umlage.

Forscher prognostizieren weiterhin niedrigen Photovoltaikzubau bis 2021

Von der Zahlung befreit sind Solarstromerzeuger von Anlagen mit maximal zehn Kilowatt Leistung, wenn das System maximal zehn Megawattstunden Strom im Jahr produziert. Zum anderen sind Betreiber von Bestandsanlagen bislang befreit. Dazu gehören Systeme, die bis Ende Juli 2014 nachweislich für den Eigenverbrauch genutzt wurden. Allerdings hat das Bundeswirtschaftsministerium hier Änderungen bei der Befreiung ab 2018 vorgesehen, wenn eine Bestandsanlage erneuert oder erweitert wurde. Ein Referentenentwurf existiert, ist aber noch nicht vom Bundeskabinett beschlossen worden.

Das IE Leipzig hat für die Übertragungsnetzbetreiber wieder einmal eine Prognose für den weiteren Ausbau Erneuerbarer Energien verfasst (die sogenannte Mittelfristprognose). Die Forscher gehen davon aus, dass in diesem Jahr der Tiefpunkt beim Zubau von Photovoltaik erreicht wird – mit rund 250 Megawatt Leistung bei Freiflächenanlagen und rund 800 Megawatt bei Systemen auf Gebäuen und baulichen Anlagen. Für die Folgejahre bis 2021 rechnen die Forscher allerdings mit keinen großen Wachstumsraten. Vielmehr prognostizieren sie den Bau von jährlich rund 500 Megawatt Solarstromleistung über Ausschreibungen, wie dies per Gesetz gewünscht ist. Sowie zwischen 738 und 1.082 Megawatt über Anlagen, die ohne Ausschreibungen, aber mit EEG-Förderung errichtet werden. Das bedeutet: Bis 2021 läge der Photovoltaikzubau weiterhin deutlich unter dem politischen Ziel von 2.500 Megawatt neuer Leistung pro Jahr.

    Autor: Ines Rutschmann » 14.10.2016, 10:35
    Veröffentlicht in: Praxis, Wirtschaft



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