Komplettsystem zur Eigenversorgung für weniger als 10.000 Euro

Eine Photovoltaikanlage soll sich auch ohne eine gesetzliche Förderung für ihren Betreiber bezahlt machen. Das Gleiche soll für einen Batteriespeicher gelten. Getreu der eigenen Maxime bietet Solarwatt nun Photovoltaikmodule und Batteriespeicher für weniger als 6.000 Euro an. Die Firma will so Kunden gewinnen, für die höhere Investitionen einen Hemmschuh zur Eigenversorgung mit Solarstrom darstellen.

Blick in einen Batteriespeicher von Solarwatt: Oben sitzt die Leistungselektronik. Darunter haben bis zu zwei Batteriemodule Platz. Foto: Solarwatt GmbH

Blick in einen Batteriespeicher von Solarwatt: Oben sitzt die Leistungselektronik. Darunter haben bis zu zwei Batteriemodule Platz. Foto: Solarwatt GmbH

Während andere Speicherhersteller gerade mit Geschäftskonzepten zur Vermarktung von Regelleistung Furore machen, bleibt Solarwatt bei der eigenen Strategie: Solarstromsysteme anzubieten, die dem Betreiber auch ohne eine Förderung über das Erneuerbare-Energien-Gesetz einen ökonomischen Nutzen generieren. Dazu gehört, dass die Investitionskosten nach einem überschaubaren Zeitraum wieder eingespielt sind. Seit dieser Woche bietet die Firma ein Paket für 5.985 Euro brutto an – bestehend aus zehn Photovoltaikmodulen mit jeweils 270 Watt Leistung, einem Batteriespeicher mit 2,2 Kilowattstunden Speicherkapazität sowie einem AC-Sensor und der Effizienzsoftware. Solarwatt verkauft nur an Installateure, die dann noch einen Wechselrichter und eine Unterkonstruktion auszuwählen haben. Da Installateure häufig bestimmte Wechselrichtermarken bevorzugen, sollen sie verwenden können, was sie wollen, sagt Marketingchef Jörg Erdmann. Da der Speicher von Solarwatt direkt hinter die Solarmodule geschaltet ist, funktioniert das System mit jedem Wechselrichter. Dieser empfängt entweder Gleichstrom direkt von den Modulen oder aus dem Speicher und wandelt ihn in Wechselstrom.

Einstieg in die Eigenversorgung für jedermann

Alles in allem, so das Kalkül von Solarwatt, sollte eine komplette Anlage inklusive Speicher dann weniger als 10.000 Euro kosten. Die Investitionssumme markiere den „Einstieg in die Energiewende für jedermann“, sagt Geschäftsführer Detlef Neuhaus. Nach rund elf Jahren hätte sich die Investition amortisiert. In Betrieb bleiben soll das Versorgungssystem aber mindestens 30 Jahre. Solarwatt gibt auf alle eigenen Komponenten eine Garantie über diesen Zeitraum. Da das Speichergehäuse Platz für ein zweites Batteriemodul mit 2,2 Kilowattstunden Speicherkapazität bietet, kann der Kunde zu einem späteren Zeitpunkt aufrüsten. Solarwatt unterschreitet mit diesem Angebot alle bisherigen Preise für Solarheimspeicher in Deutschland. Im Paket kostet ein Gerät noch 2.799 Euro – fast genauso viel wie die zehn Photovoltaikmodule.

Weitere Batteriemodule sollen sich über die Clusterlösung zu einem System zusammenfassen lassen. Noch vor Weihnachten will Solarwatt diese Schwarmtechnologie umsetzen. Zur Intersolar in diesem Jahr war sie angekündigt worden. Mehrere Speicher können dann zum Cluster zusammengeschlossen werden, wenn der Nutzer das möchte. Die Geräte arbeiten dann als ein System, auch wenn sie voneinander entfernt installiert sind. Bis in den Megawattbereich soll die Skalierung gehen. Kommt ein zentrales Steuerungssignal, arrangiert sich das Cluster selbst. Das kann beispielsweise bedeuten, dass ein bestimmter Speicher geladen oder entladen wird. „So bekommen wir eine homogene Alterung der Geräte“, hatte Andreas Gutsch von Solarwatt Innovations zur Intersolar im Juni erklärt.

Solarwatt hat sein Speichergerät „MyReserve“ zur Intersolar 2015 vorgestellt. Seit rund einem Jahr werden die Geräte ausgeliefert. Die Lithium-Ionen-Zellen kauft Solarwatt zu. Die Fertigung der Batteriemodule und des Speichersystems erfolgt in Sachsen, teilweise in der gleichen Fabrik, in der auch die Solarmodule produziert werden. Eine größere Fabrik nur für die Speicherfertigung ist geplant.

    Autor: Ines Rutschmann » 07.11.2016, 14:06
    Veröffentlicht in: Praxis, Produkte


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