Fördertarife bleiben weitere vier Monate unverändert

Im August wurden in Deutschland neue Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von 88 Megawatt errichtet. Der Zubau innerhalb der vergangenen zwölf Monate ist weiterhin so niedrig, dass die Degression der Fördertarife für Solarstrom bis Jahresende aussetzt. Die im neuen EEG festgelegten Tarife für Januar 2017 entsprechen der Höhe der aktuellen Sätze. Wie es ab Februar weitergeht, wird die Bundesnetzagentur zum Jahreswechsel bekannt geben.

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Die Fördertarife für Photovoltaikanlagen an und auf Gebäuden bleiben bis zum Jahresende unverändert. Das hat die Bundesnetzagentur heute bekannt gegeben. Der Zubau zwischen September 2015 und August 2016 beträgt gerade einmal 1.096 Megawatt – gemessen am politische Ziel von 2.500 Megawatt neuer Anlagenleistung pro Kalenderjahr entspricht das gerade einmal 44 Prozent. Es erscheint unwahrscheinlich, dass das politische Ziel noch bis Jahresende erreicht wird. Damit bliebe der Ausbau der Photovoltaikleistung in Deutschland im dritten Jahr in Folge unter dem, was die Politik anstrebt.

Fördertarife für Januar bereits im EEG 2017 festgelegt

Im Januar verändert sich die Tarifhöhe ebenfalls nicht. Das neue EEG 2017 sieht die gleichen Fördersätze zu Jahresbeginn vor, wie sie aktuell sind. Allerdings gibt es zum Jahreswechsel Änderungen bei der Gruppe von Photovoltaikanlagen, die die Einspeisevergütung oder Marktprämie nutzen können. Zum einen gilt für alle Anlagen größer 750 Kilowatt Leistung, dass nur noch ein fester Satz für jede ins Stromnetz eingespeiste Kilowattstunde gezahlt wird, wenn die Anlagen einen Zuschlag in einer Ausschreibung erhalten haben. Zum anderen dürfen Freiflächenanlagen bis 750 Kilowatt Leistung wieder die Marktprämie in Anspruch nehmen. Wenn sie nur maximal 100 Kilowatt Leistung aufweisen, kann auch die Einspeisevergütung bezogen werden.

Auch der Mechanismus zur Bestimmung der Förderhöhe ändert sich zum Jahreswechsel ein wenig. Unter dem EEG 2017 wird der Zubau von sechs zurückliegenden Monaten als Basis der Festlegung des Degressionssatzes genutzt. Für die Bekanntmachung der Fördertarife ab Februar wird der Zubau zwischen Juni und November 2016 herangezogen werden und mit zwei multipliziert. Liegt das Ergebnis zwischen 1.300 und 2.100 Megawatt, setzt die Absenkung der Tarife weiterhin aus. Bei weniger als 1.300 Megawatt erfolgt eine einmalige Steigerung um 1,5 Prozent. Bislang sieht es so aus: Zwischen Juni und August wurden rund 289 Megawatt errichtet, mal zwei ergeben sich 578 Megawatt. Sollte nun der Zubau im September, Oktober und November dieses Jahres zusammen maximal 360 Megawatt betragen, griffe die Regelung der einmaligen Erhöhung.

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    Autor: Ines Rutschmann » 30.09.2016, 10:04
    Veröffentlicht in: Praxis



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