Noch sechs Wochen zum Umrüsten von Bestandsanlagen

VonInes Rutschmann

Noch sechs Wochen zum Umrüsten von Bestandsanlagen

Tritt die Novelle Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zum 1. August in Kraft, ergeben sich für viele Anlagenbetreiber Änderungen. Bestandsanlagen, die noch nicht eigenverbrauchsfähig sind, es aber in der Zukunft werden sollen, sollten dabei bis 31. Juli umgerüstet werden. Sonst müsste auf den selbst genutzten Strom EEG-Umlage entrichtet werden.

Seit 2008 ist das Messwesen liberalisiert. Wettbewerb herrsche bis heute nicht, wird kritisiert. Foto: Günter Menzl/Fotolia

Der Einbau eines weiteren Stromzählers sollte festgehalten werden, damit der Eigenverbrauch umlagebefreit ist. Foto: Günter Menzl/Fotolia

Auch wenn die EEG-Novelle vom Bundestag noch nicht verabschiedet ist und Details wie die Belastung des Eigenverbrauchs von Solaranlagen nicht endgültig entschieden sind – die Änderungen betreffen auch Bestandsanlagen. Nach dem bisherigen Gesetzentwurf bleiben Eigenverbrauchsanlagen von der Zahlung der EEG-Umlage auf den selbst genutzten Strom nur befreit, wenn die Photovoltaikanlage bis Inkrafttreten des neuen Gesetzes in Betrieb und bereits eigenverbrauchsfähig war. Das bedeutet: Anlagenbetreiber, die ihr System erst ab dem 1. August 2014 auf Eigenverbrauch umrüsten, müssen auf den selbst genutzten Strom EEG-Umlage zahlen. Sollte es eine Bagatellgrenze für kleine Systeme geben, blieben diese von einer Belastung ausgenommen.

Wer daher beabsichtigt, seinen Strom eines Tages auch selbst zu verbrauchen, sollte bis Ende Juli seine Anlage eigenverbrauchsfähig machen und nachweislich schon einmal Strom selbst verbraucht haben. „Anlagenbetreiber sollten also sicherstellen, dass sie insbesondere durch eine geeignete Zählerinstallation und einen entsprechenden Nachweis belegen können, dass sie bereits vor dem Stichtag 1. August 2014 mit ihrer Bestandsanlage Eigenverbrauch praktiziert haben“, rät der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar). Anschließend kann die Energie wieder voll eingespeist werden. Nur so bleibt ein System von der Gesetzesänderung in jedem Fall verschont.

Eigenverbrauchstarif kann weiter in Anspruch genommen werden

Weiterhin in Anspruch genommen werden kann nach Ansicht des BSW-Solar die Eigenverbrauchsförderung, die bis März 2012 im EEG bestand. Anlagenbetreiber, die ihr System zwischen Januar 2009 und März 2012 in Betrieb nahmen, erhalten für jede selbst verbrauchte Kilowattstunde eine Vergütung, sofern die Anlage nicht größer als 500 Kilowatt ist. Die Vergütung bemisst sich an der Einspeisevergütung, die zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme galt. Für alle im Jahr 2011 errichteten Systeme liegt die Vergütung für selbst verbrauchten Strom beispielsweise zwischen 12,36 und 9,48 Cent pro Kilowattstunde, wenn der Eigenverbrauchsanteil bis zu 30 Prozent beträgt. Für den über diesen Anteil hinausgehenden Eigenverbrauch steht Betreibern sogar ein Tarif zwischen 13,86 bis 16,74 Cent pro Kilowattstunde zu. Die Anschaffung eines Speichersystems könnte sich hier sicherlich schnell bezahlt machen.

Wer seinen Strom dagegen direkt an Abnehmer in unmittelbarer räumlicher Nähe vertreibt, muss sich ab August darauf einstellen, die volle EEG-Umlage auf die verkaufte Energie zu entrichten. Denn das Grünstromprivileg soll nach dem Willen der Bundesregierung entfallen und auch auf Bestandsanlagen nicht mehr anwendbar sein. Im Novellenentwurf fehlt der bisherige Passus aus dem EEG entsprechend. Bislang zahlen Stromerzeuger, die ihre elektrische Energie direkt vertreiben, eine um zwei Cent verringerte EEG-Umlage. Ab August ist mit ziemlicher Sicherheit dann der volle Satz von 6,24 Cent pro Kilowattstunde fällig. Auch hier wäre zu überlegen, ob andere Nutzungsmodelle nicht wirtschaftlicher sind – beispielsweise die Anschaffung eines Speichers, um den Eigenverbrauch zu erhöhen.

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Ines Rutschmann editor