Das Telefon liest den Stromzähler ab

Die Firma Pixolus aus Köln hat eine Software entwickelt, mit der sich Gas- und Stromzähler per Smart Phone ablesen lassen. Die Software erkennt die Zählerstände und speichert sie – das Abschreiben der Daten wird damit überflüssig. Für Privatanwender bietet das Unternehmen eine kostenlose App, die Nutzer unbefristet lange in Anspruch nehmen können.

Mit der App

Mit der App „Pixometer“ lassen sich Stromzähler per Smart Phone ablesen, am besten bislang analoge Geräte mit Rollenzählwerk. Foto: Pixolus GmbH

Wer kennt das nicht: Um einen Überblick über die ins Stromnetz eingespeiste Elektrizität zu haben, notiert mancher Betreiber einer Photovoltaikanlage täglich den Zählerstand. Auch für all jene kann das Prozedere nützlich sein, die auf ihren selbstverbrauchten Strom die EEG-Umlage zahlen müssen. Wer dazu keinen extra Zähler oder ein anderes Messgerät zur Erfassung der Energiemenge installiert, darf auch die eingespeiste Strommenge von der vom Wechselrichter angezeigten Produktionsmenge subtrahieren. Vorteilhaft ist aber auf jeden Fall, den Zählerstand dann im Auge zu behalten – allein für die Jahresabrechnung, für die erstmals zum 28. Februar 2016 Daten vorzulegen sind.

Wer den Zählerstand nicht per Hand notieren will, dem bietet die Firma Pixolus GmbH eine Alternative: Das Unternehmen aus Köln, das vor anderthalb Jahren gegründet wurde, entwickelt Software, mit der sich Daten per Smart Phone oder Tablet erfassen lassen. Neben Strom- und Gaszählern können auch Preisschilder oder Bankdaten digital erkannt werden. Vor allem Unternehmen greifen auf die Software zurück, um die Dateneingabe bei der Abwicklung von Geschäften abzusichern. „Ein Vorteil ist: Es gibt weniger Fehler“, sagt Stefan Krausz, kaufmännischer Geschäftsführer bei Pixolus.

Kostenlose App, um Strom- und Gaszähler per Smart Phone abzulesen

Für das Ablesen von Strom- und Gaszählern hat die Firma zudem eine App namens „Pixometer“ programmiert, die seit drei Monaten als Demoversion angeboten wird. Sie steht kostenlos zur Verfügung und kann für Betreiber einer Photovoltaikanlage sinnvoll sein. Privatanwender können sie unbegrenzt testen, sagt Krausz, „wir wollen an ihnen kein Geld verdienen“. Die Demoversion ermöglicht jedem Nutzer aber nur einen Strom- und einen Gaszähler per Smart Phone abzulesen. In der zweiten Jahreshälfte will Pixolus ein Webportal eröffnen, über das auch das Ablesen mehrerer Stromzähler möglich sein soll – dann aber gegen Entgelt.

Die kostenlose App „Pixometer“ können sich Interessenten im App Store von Apple oder über Google Play herunterladen. Nach Installation auf dem Telefon muss der Anwender die App öffnen und das Gerät auf den Zähler halten. Die eingebaute Kamera wird durch die App aktiviert und wenn die Software den Zählerstand erkannt hat, wird dieser vorgelesen, im Programm festgehalten und zudem die Kamera ausgelöst. Das Foto kann als Beleg gespeichert oder auch als Nachweis zu einem beliebigen Zeitpunkt an den Netzbetreiber verschickt werden.

Ablesen von analogen Zählern am stärksten erprobt

Die Software erkennt Pixolus zufolge dabei sowohl das Zählwerk von analogen Zählern mit Rollenzählwerk, wie sie Ferrariszähler haben, als auch digitale Geräte mit LCD-Anzeige. Das Ablesen von LCD-Bildschirmen ist jedoch weniger erprobt als die Variante mit Rollenzählwerken. Bei einem Test des Photovoltaikforums klappte es mit dem automatischen Ablesen eines digitalen Zählers mit LCD-Anzeige nicht. Pixolus will aber weiter daran arbeiten, dass Photovoltaikanlagenbetreiber die Software nutzen können. Auch für Zähler mit zwei Rollenzählwerken oder einem LCD-Bildschirm, der unterschiedliche Strommengen anzeigt, will das Unternehmen seine Software so erweitern, dass die Zählerstände in Zukunft vollständig erfasst werden können – im Moment ist Pixometer für Doppeltarifzähler aber noch nicht geeignet.

    Autor: Ines Rutschmann » 01.06.2015, 10:24
    Veröffentlicht in: Praxis, Produkte



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