Neue Förderung für Batteriespeicher bis Ende 2018

Die Investition in stationäre Batteriespeicher fördert der Staat mit einem neuen Programm. Der Startschuss fällt am 1. März: Wer dann zu einer bestehenden oder neuen Photovoltaikanlage mit maximal 30 Kilowatt Leistung einen Batteriespeicher installieren möchte, dem zahlt der Staat bis zu einem Viertel der Investitionskosten. Bedingung ist, dass die Solarstromanlage höchstens 50 Prozent ihrer maximalen Leistung ins öffentliche Stromnetz speist.

Wechselrichter mit integriertem Speicher von SMA. Foto: SMA Solar Technology AG

Wer einen Stromspeicher anschafft, kann ab März eine Förderung beantragen. Bedingung ist, dass Solarstrom gespeichert wird. Wer das Modell von SMA kauft, hat Speicher und Wechselrichter kombiniert in einem Gerät. Foto: SMA Solar Technology AG

Zum Jahresende 2015 lief das erste Förderprogramm zur Anschaffung stationärer Batteriespeicher zur Pufferung von Solarstrom aus. Im November hatte das Bundeswirtschaftsministerium bereits das Signal gegeben, dass auch über den Jahreswechsel hinaus die Investition in dezentrale Speichersysteme unterstützt werden soll. Bislang fehlten aber detaillierte Informationen. Nun hat das Ministerium eine vorläufige Bekanntmachung erlassen.

Demnach startet das neue Förderprogramm am 1. März und läuft fast drei Jahre – bis Ende 2018. Das Prozedere ähnelt stark dem alten Programm: Gefördert werden nur Batteriestromspeicher, die mit einer Photovoltaikanlage kombiniert werden. Das Wirtschaftsministerium erhofft sich davon, dass sich die stetig wachsenden Mengen von Solarstrom leichter ins Energieversorgungssystem integrieren lassen. „Ein zentrales Ziel … ist es, den Absatz von systemdienlichen Batteriespeichertechnologien zu erhöhen und zur Kostensenkung und zu weiteren technologischen Entwicklungen sowie zur Erhöhung ihrer Wettbewerbsfähigkeit beizutragen“, heißt es in der Bekanntmachung.

Über neues Programm können 30 Millionen Euro ausgeschüttet werden

Das erste Förderprogramm startete im Mai 2013. Bis Ende 2015 wurde die Anschaffung von stationären Stromspeichern mit rund 60 Millionen Euro unterstützt. Nach Angaben des Bundesverbands Solarwirtschaft wurde so die Finanzierung von rund 14.000 Systemen gefördert. Das neue Programm sieht nur noch die halbe Fördersumme über einen ähnlich langen Zeitraum vor: 30 Millionen Euro können die Betreiber als Tilgungszuschuss zu einem KfW-Kredit erhalten.

Wie beim ersten Programm muss der Speicher auf Kredit gekauft werden, wenn die Förderung in Anspruch genommen werden will. Die entsprechenden Anträge sind auf der Internetseite der KfW-Bank eingestellt und können bei den örtlichen Kreditinstituten eingereicht werden. Es gibt aber wieder einige Bedingungen: Der Speicherbetreiber erhält nur eine Förderung, wenn er das System mit einer netzgekoppelten Photovoltaikanlage koppelt. Diese darf dabei höchstens 30 Kilowatt Leistung aufweisen. Das Solarstromsystem kann mit dem Speicher gemeinsam angeschafft oder der Speicher zu einer bestehenden Anlage nachgerüstet werden. Allerdings darf die Photovoltaikanlage nicht älter als rund drei Jahre sein. Sollte ein Speicher mit einer Solarstromanlage verbunden werden, die vor 2013 in Betrieb ging, gibt es dafür keine Fördermittel.

Fördersätze für Batteriespeicher sinken zweimal im Jahr

Ob der Speicher nachgerüstet wird oder mit der Photovoltaikanlage installiert wird, entscheidet über die mögliche Förderhöhe. Grundsätzlich liegt der Tilgungszuschuss für alle Systeme zunächst bei einem Viertel der Kosten für den Speicher samt Installation. Es gibt aber eine Höchstgrenze: Dazu werden die Kosten durch die Leistung der verbundenen Photovoltaikanlage geteilt. Das Ergebnis nennt sich „spezifische förderfähige Kosten“ und liegt maximal bei 2.000 Euro für zwei neue Anlagen oder bei 2.200 Euro im Falle der Nachrüstung des Speichers. Das bedeutet: Je größer die Photovoltaikanlage ist, desto mehr Geld erhält ein Betreiber zum Kauf eines Batteriespeichers vom Staat. Werden Photovoltaikanlage und Speicher zusammen neu errichtet, können damit maximal 500 Euro pro Kilowatt Solarstromleistung als Zuschuss ausgereicht werden. Wird der Speicher nachgerüstet, gibt es bis zu 550 Euro pro Kilowatt Solarstromleistung. Als Nachrüstung zählt dabei, wenn die Photovoltaikanlage seit mindestens sechs Monaten in Betrieb ist, wenn der Speicher in Gang gesetzt wird.

Um offenbar die Förderhöhe an die erwartete Kostenreduktion bei den Speicherherstellern anzupassen, sinken die Zuschüsse über die Laufzeit des Programms – darin unterscheidet sich das neue Programm vom alten, in dem die Fördersätze konstant blieben. Wer bis Ende Juni dieses Jahres seinen Förderantrag einreicht, kann die erwähnten 25 Prozent Zuschuss erhalten. Im Halbjahresrhythmus sinkt der Zuschussanteil um drei Prozentpunkte: Zunächst auf maximal 440 beziehungsweise 484 Euro pro Kilowatt Leistung bis Ende 2016, bis sie im zweiten Halbjahr 2018 noch bei 200 beziehungsweise 220 Euro pro Kilowatt Leistung liegen.

Leistungsbegrenzung der Photovoltaikanlage auf 50 Prozent des Maximums

Wie beim alten Förderprogramm gibt es auch bei dem neuen Bedingungen, die eine Verschärfung gegenüber dem alten Förderprogramm darstellen: So darf eine mit einem geförderten Speicher verbundene Photovoltaikanlage nur höchstens 50 Prozent ihrer maximalen Leistung ins Stromnetz speisen. Im alten Förderprogramm waren es höchstens 60 Prozent. Diese Vorgabe bewirkte allerdings offenbar, dass nur ein Teil der Investoren das Förderprogramm in Anspruch nahm – denn installiert sind in Deutschland nicht 14.000 stationäre Batteriespeicher sondern deutlich mehr als 20.000. Nun gilt die Leistungsbegrenzung zudem für die gesamte Lebensdauer der Photovoltaikanlage, auch wenn das Speichersystem eines Tages außer Betrieb geht. Darüber hinaus müssen die Wechselrichter im Gesamtsystem eine Schnittstelle zur Fernsteuerung und eine zur Parametrierung aus der Ferne besitzen. Dies gilt sowohl für den Wechselrichter der Photovoltaikanlage als auch den Batteriewechselrichter.

Ein Förderantrag kann ab 1. März für die Anschaffung von Neugeräten gestellt werden – der Speicher darf zu diesem Zeitpunkt noch nicht gekauft oder ein Liefervertrag vereinbart sein. Beizufügen sind dem Antrag ein Nachweis über die installierte Leistung der Photovoltaikanlage, wenn der Speicher nachgerüstet wird oder ein Angebot zur Installation eines kombinierten Systems.Weiterhin sind die Einhaltung der erwähnten technischen Bedingungen sowie sämtlicher Normen nachzuweisen. Bewilligt die KfW-Bank einen Förderantrag, muss der Kredit innerhalb von zwölf Monaten genommen werden und das Speichersystem nach maximal 18 Monaten installiert sein.




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