Top6: Bidirektional ladender Speicher

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Re: Top6: Bidirektional ladender Speicher

Beitragvon arminst » 29.01.2017, 15:02

einstein0 hat geschrieben:Diesbezüglich bin ich mit Berni völlig einig. Während EVPS in Asien schon längstens funktionieren, streitet man sich in der EU immer noch um Ladestandards. Natürlich taugt für den bidirektionalen Stromaustausch nur ein DC-System, zumindest bis ein zuverlässiges Induktionssystem auf dem Markt ist -auch für den Schwerverkehr.
Es macht also keinen Sinn, sowohl Lade- wie Wechselrichtertechnik im Autöli spazieren zu fahren.
Die nächste grosse Hürde ist das Abrechnungssystem zwischen Stromimport- und export.
Dazu gibt es m.W. noch keine Lösung von den Stromversorgern für netzdienliche mobile Speicher.
einstein0


Sehe für diese Funktion ebenfalls Potential. In Zukunft bei massiven Ausbau der Erneuerbaren Energie muss es auch ein neues Strompreismodell geben (Überschuss - kleiner Strompreis und umgekehrt). Dazu ist dann auch eine einfache Informationsübergabe von den Netzbetreibern und ein faires Preismodell notwendig.

Eigentlich reicht anstelle eines teuren DC-System (z.B. Chademo) auch ein DC-Ausgang am BEV + Steuerkontakt BMS für Entladeabschaltung.

Ein günstiger steuerbarer PV-Wechselrichter (mit Festspannung und Regelung der Leistung = Verbrauch) wäre da (zumindest momentan) wesentlich günstiger.
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Re: Top6: Bidirektional ladender Speicher

Beitragvon Tomyy » 29.01.2017, 16:02

Wenn der DC-Leitungswiderstand bekannt ist, regelt der WR die bidirektionale Autoladung komplett zwischen 20 und 80% ohne Protokoll selbst. Die Car-BMS-Zellabschaltung greift hier wegen der niedrigen Home-Nutzleistungen bis 5KW in unserem Fall nicht ein.
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Re: Top6: Bidirektional ladender Speicher

Beitragvon open source energy » 29.01.2017, 18:48

Das werden wir sehen welche Vorgaben es geben wird, entweder die volatilen müssen sich an das Netz anpassen oder aber es wird Verbrauchern mit größerer Leistung was abverlangt. Es ist nicht zwingen, dass es über den Preis gehen wird.
Orange Solar GmbH - die hier wiedergegeben Aussagen sind eine persönliche Meinung.

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Re: Top6: Bidirektional ladender Speicher

Beitragvon Tomyy » 31.01.2017, 13:33

Das sieht mir nicht nach den standardisierten 19" Kisten aus:

https://www.electrive.net/2017/01/30/ci ... der-cebit/

...und warum dauert das alles so lange? :wink:
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Re: Top6: Bidirektional ladender Speicher

Beitragvon SInister_Grynn » 31.01.2017, 14:36

open source energy hat geschrieben:Heute wäre es kein Problem, das ist richtig, da ich vermutlich wenn nur 20km fahren werde und die Sonne scheint, aber gleich morgen früh muss ich zu einem Termin fahren... Da brauche ich das Auto verfügbar!

[/quote]


grade mit deinen Teslas sollte es doch kein Problem sein nachts ~5-7 kWh aus dem Fahrzeug zu entbehren?


Besonderes interessant finde ich Fragen wie:

-Was passiert mit der Garantie?
(Normale Autos werden 1 Std. am Tag beansprucht, das EAuto ist dann dauerhaft am arbeiten)

-Wo soll es dann tagsüber laden?
(Ladeinfrastruktur laut jetzigem Stand nur von Tesla akzeptabel)

-Was sagt die Lobby der Stromhersteller dazu? Massive Grundpreiserhöhung?
(Das wäre ja ein weiterer Dolchstoß ins Herz der zentralen Energieversorgung)
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Re: Top6: Bidirektional ladender Speicher

Beitragvon zahlenfreund » 31.01.2017, 15:39

arminst hat geschrieben:Sehe für diese Funktion ebenfalls Potential. In Zukunft bei massiven Ausbau der Erneuerbaren Energie muss es auch ein neues Strompreismodell geben (Überschuss - kleiner Strompreis und umgekehrt).

Möglicherweise hätten wir schon längst Strompreise, die sich an Angebot und Nachfrage orientieren. Allerdings bringen flexible Strompreise diejenigen in massive Erklärungsnot, die gebetsmühlenartig behaupten, dass die erneuerbaren Energien die Strompreise in die Höhe treiben.

Tomyy hat geschrieben:-Was sagt die Lobby der Stromhersteller dazu? Massive Grundpreiserhöhung?

Ich vermute, darauf müssen wir uns wohl einstellen.
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Re: Top6: Bidirektional ladender Speicher

Beitragvon jdhenning » 31.01.2017, 16:19

Mir erschließt sich der Sinn der ganzen Diskussion nicht. Ich werde im Forum als Hallodrie verunglimpft, wenn ich vorrechne, dass man in einer Bleibatt die kWh für 12-15 Cent speichern kann (selber bestellen und selber aufbauen). Das Geld, um diesen Verschleiß bezahlen zu können, muss man aber erst verdienen! Welchen wirtschaftlich nachvollziehbaren Grund sollte jemand haben, seinen EV-Akku als Speicherlösung ans Netz zu hängen? Wenn Li-Akkus um den Faktor 10 preisgünstiger werden (oder das absehbar ist), dann macht die Diskussion Sinn. Die andere Möglichkeit wäre, dass der Strompreis auf 50 Cent pro kWh oder mehr klettert (etwa weil unsere Regierung einen wesentlichen Teil der Renten über den Strompreis finanzieren will). Rein technisch ist das Ganze kein Problem, nur wirtschaftlich rechnen wird sich die Sache für mindestens 20 Jahre nicht.
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Re: Top6: Bidirektional ladender Speicher

Beitragvon einstein0 » 31.01.2017, 16:36

Deine Vorrechnung (und Verluste) kann ich gut nachvollziehen und finde deshalb stationäre Speicher auch unsinnig!
Dass es mobil anders aussieht sehe ich ja seit > 20 J in unserem Camper.
Sind zwar bloss etwa 5 kWh, aber ein Womo-Spinner stellt doch problemlos einen 20 kWh-Speicher hinein...
Noch einfacher geht es mit dem EV. Das hat schon alles eingebaut und braucht man nur noch DC-seitig anzustecken.
Einzig was noch fehlt ist das Bi- Interface, um als Regelenergiespeicher zu dienen.
Also wenn mal bei mir eine 100 kWh-Karre herumsteht, hätte ich da kein Problem. Aber ja, Strom ist (noch) viel zu billig!
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Re: Top6: Bidirektional ladender Speicher

Beitragvon choehle » 01.02.2017, 12:17

Dazu kann ich ein bisschen aus unseren Forschungsprojekten erzählen:

Die bidirektional Nutzung von Fahrzeugspeichern hat SMA von 2012 bis 2015 zusammen mit Volkswagen AG, LichtBlick SE und dem Fraunhofer Institut Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) im Forschungsprojekt INEES untersucht und dabei den Prototyp einer Bidirektionalen 10kW-Wallbox entwickelt.

lichtblick-forschungsprojektineesiwesweb.jpg


Ein Volkswagen e-Up und der SMA Sunny Home Manager wurden daraufhin im Rahmen des "e-Optimo" Pilottests (Projektpartner Allgäuer Überlandwerk GmbH, Volkswagen, SMA) dazu befähigt, Ladebedarf und Ladepläne über SEMP (Simple Energy Management Protocol) auszutauschen, sodass das Fahrzeug einerseits immer rechtzeitig zur Abfahrt geladen ist (dann sorgt der Home Manager dafür, dass Haushaltsgeräte, Wärmepumpe usw entsprechend Platz machen falls nötig).
Andererseits wird der Strom dann in das Fahrzeug geladen, wenn der Strom durch den Stromtarif oder den Solarstrom günstig ist und dann entladen, wenn der Strom am teuersten ist (aber immer so dass zur Abfahrt der Speicher den eingestellten Ladestand hat). Um diese Gratwanderung hin zu bekommen konnte der Sunny Home Manager die prognosebasierte Planung aller Verbraucher und Speicher optimal nutzen, um die Erzeugungs- und Lastabhängigen Änderungen des Strompreises in einen Ladeplan für den Fahrzeugspeicher umzurechnen.

Wenn ihr Fragen zu den Forschungsprojekten habt, stehe ich gerne zur Verfügung.

Leider sind daraus bisher keine Serienprodukte geworden, weil schon die absolute Anzahl an Elektrofahrzeugen noch gering ist und der zu erwartende Anteil bidirektionaler Ladung noch geringer. In den winzigen Stückzahlen würden die Wallboxen sehr, sehr teuer.

Sonnige Grüße,
Christian
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Re: Top6: Bidirektional ladender Speicher

Beitragvon open source energy » 01.02.2017, 12:26

Das ist ein weiterer guter Punkt. Bei 10.000 Neuzulassungen im Jahr besteht hier einfach kein Markt.
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