Verschärfte GOBD seit Jahresbeginn

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Verschärfte GOBD seit Jahresbeginn

Beitragvon Südsolar » 18.07.2017, 14:00

Hallo zusammen,

ich habe vor ein paar Monaten in einer Reportage von BR 5 Aktuell gehört, dass das Finanzamt verschärft kleine und mittlere Unternehmen auf Einhaltung der GOBD prüft. Auch kleine 1-Mann-Firmen (Freischaffende, Architekten, etc.) werden ins Visier genommen. Bei Nichteinhaltung der GOBD wurden dem Bericht nach ein paar Unternehmer mit heftigen Rückforderungen der erstatteten Vorsteuer und Umsatzschätzungen durch das FA "bestraft". Das könnte auch PV-Anlagenbetreiber treffen, wenn das so stimmt, was in der Radio-Reportage berichtet wurde.

Was man so im Netz über GOBD findet, reicht es nicht aus, seine Einnahmen und Ausgaben in einer Excel-Tabelle einzutragen, es müssen Buchungen mit Belegen erstellt werden, usw. Außerdem müssen pdf-Rechnungen so gespeichert werden, dass sie nachträglich nicht verändert oder gelöscht werden können bzw. jede Änderung dokumentiert sein muss.

Kennt jemand eine kleine und günstige GOBD-konforme Office-Lösung, die sich speziell für PV-Betreiber eignet? Afa, EÜR, UStVA, etc. sollten natürlich enthalten sein.

Oder wird das ganze Thema GOBD nur hochgekocht? Was meint ihr?

Vielen Dank für euren Input,
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Re: Verschärfte GOBD seit Jahresbeginn

Beitragvon Red5FS » 18.07.2017, 14:18

Hi,
wo ist das Problem?
PDF Rechnung einfach ausdrucken. Den Jahresabschluss in Papierform in einen Ordner abheften und alle Belege beilegen.

Bei einer EÜR braucht man ja Gott sei Dank keine doppelte Buchführung....Somit sehe ich dem sehr entspannt entgegen.

Als Exceltool gibt es unter www.pv-steuer.com ein Klasse Tool!



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Re: Verschärfte GOBD seit Jahresbeginn

Beitragvon FISO » 18.07.2017, 15:02

Wobei das Finanzamt keine EÜR bei der Einkommensteuererklärung will wenn der Umsatz unter 17500€ liegt. Ein Excel ähnlicher Aufbau in Form der EÜR reicht vollkommen aus (Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellen). Hab vor 4 Wochen beim Finanzamt angerufen und gefragt ob das stimmt, dass man keine EÜR machen muss. Es wurde mir dann gesagt, dass das richtig ist, sie wollen aber per Excel/Word halt Einnahmen/Ausgaben sehen. Der Gewinn/Verlust daraus kommt ja in die Anlage G. Die wollen nur nachvollziehen wie man auf den Betrag kommt. Im Prinzip 1 Dokument (4 Seiten?) weniger bei der Einkommensteuererklärung ;)
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Re: Verschärfte GOBD seit Jahresbeginn

Beitragvon Bento » 18.07.2017, 19:25

Nur für den Fall, dass es im Forum jemanden geben sollte, der mit "GOBD" nichts anfangen kann (ich musste googeln!)......

GoBD: Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff
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Re: Verschärfte GOBD seit Jahresbeginn

Beitragvon kpr » 20.07.2017, 00:29

Das Thema betrifft den landläufigen PV-Betreiber nicht.

Zunächst einmal: In den GoBD steht eigentlich nichts Neues drin. Bisher stand weitgehend dekcungsleiches nur wild verstreut in verschiedenen Fundstellen oder war "gefestigter Glaube".
So ein Machwerk schafft man natürlich nicht, um es dann verstauben zu lassen. Ja... völlig unbestritten.... die FinVerw erhöht den Prüfungsdruck.

Für den landläufigen Betreiber wird die Problematik dramatisch entschärft, weil er keine Bücher führen muss.
Und kein PV-Betreiber dürfte ein elektronisches Belegarchiv führen.
(Sollte jemand auf die Idee gekommen sein, alle Belege im pdf-Format zu scannen und die Originale wegzuwerfen, war dies schon vor Veröffentlichung der GoBD eine Sch....idee von der man schnell Abstand nehmen sollte.)

Auswirkungen wären theoretisch denkbar bei der Kassenbuchführung. Aber wohl kaum ein Betreiber wird eine Kasse führen müssen. Auch erledigt.

Bleibt noch das Thema Vorsteuerabzug. Hier hat sich überhaupt nichts geändert.
Vorsteuer klebt nun mal am Beleg; und an den Beleg werden und wurden schon immer hohe Anforderungen gestellt.
Mein Lieblingsinstrument um es jungen, in Ausbildung befindlichen Menschen zu demonstrieren: Ich biete ihnen einen kopierten 50- Euro-Schein an. Den will niemand. Und genau so hält es das Finanzamt. Ein Stück Papier mit STeuerausweis in den Händen eines Unternehmers ist nun mal wie Bargeld. Da schaut die FinVerw zu Recht sehr genau hin.
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Re: Verschärfte GOBD seit Jahresbeginn

Beitragvon Bento » 20.07.2017, 16:40

kpr hat geschrieben:Sollte jemand auf die Idee gekommen sein, alle Belege im pdf-Format zu scannen und die Originale wegzuwerfen, war dies schon vor Veröffentlichung der GoBD eine Sch....idee von der man schnell Abstand nehmen sollte.

Warum?
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Re: Verschärfte GOBD seit Jahresbeginn

Beitragvon kpr » 20.07.2017, 23:59

weil jetzt tatsächlich die GoBD mit hohen technischen Anforderungen zuschlagen.
Im PDF-Format auf Festplatte speichern und auf einem Sekundärmedium sichern reicht eben nicht aus.
Die Lösung heisst dan "DMS" (Dokumenten-Management-System).... und das ist dann beim PV-Betreiber doch etwas übertrieben).

Wenn jetzt das Argument kommt "aber bisher hat niemand gemeckert"...... kann ich nur erwidern, dass tax compliance kein Glücksspiel ist.
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Re: Verschärfte GOBD seit Jahresbeginn

Beitragvon Südsolar » 23.07.2017, 15:28

Vielen Dank für die bisherigen Ausführungen.

Wie verhält es sich mit Rechnungen, die man per e-Mail im pdf-Format erhält? Reicht es aus, die Rechnungen auszudrucken und notfalls zu behaupten, man hätte sie per Post erhalten? Ich betreibe mehrere Anlagen und bekomme die Rechnungen der diversen Telcoms (Fernübertragung Anlagenüberwachung) per pdf. Mit den Bar-Rechnungen von Baumärkten, online Ersatzteileinkauf, etc. komme ich ganz locker auf über 100 pdf-Rechnungen. Auch die letzten SMA-Garantieverlängerungen wurde per pdf in Rechnung gestellt.

Wenn diese pdf-Rechnungen später nicht anerkannt werden sollten, dann kann es um ziemlich viel Geld gehen. Das würde bedeuten, Umsatzsteuer-Rückerstattung wäre futsch und die Kosten können nicht als "Betriebsausgaben" gelten gemacht werden... puh
Daher wäre ich schon bereit, etwas zu investieren, um auf der sicheren Seite zu sein. Die Kosten dafür kann ich ja wiederum als Betriebsausgaben geltend machen. Nur: Welche office-Lösungen würden da am besten passen?
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Re: Verschärfte GOBD seit Jahresbeginn

Beitragvon Eisbaer » 23.07.2017, 15:35

So ist es bei mir auch.
Ich würde mal schätzen, dass ich mind. 90% meiner (Ab-)Rechnungen elektronisch erhalte.
Servus
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Re: Verschärfte GOBD seit Jahresbeginn

Beitragvon Südsolar » 23.07.2017, 16:24

Und wie machst du es bisher?
Ich habe einen Steuerberater gefragt, der meinte, das könnte man evtl. auch machen, wenn diese nicht wieder-beschreibbar sind. Aber es muss wohl "zeitnah" erfolgen. Einmal im Jahr die gesammelten Werke zu brennen ist demnach nicht "zeitnah". Ich habe aber wenig Lust jede paar Wochen CDs zu brennen und die Regale damit zu füllen... Deswegen wäre eine Cloud-Lösung meine erste Wahl. Dann könnte ich aber auch gleich die Dokumente nicht nur speichern, sondern gleich die entsprechende Buchung machen und die Dokumente an die Buchung "anhängen". Buchhaltung in Excel und Dokumenten-Management-System separat (Cloud oder eigener PC) zu machen erscheint mir auch nicht wirklich sinnvoll. Das muss doch auch effizienter gehen.
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