UstVA/EÜR - KFZ-Kosten Telefon Kredit etc.

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UstVA/EÜR - KFZ-Kosten Telefon Kredit etc.

Beitragvon mandarin1 » 10.09.2018, 19:13

Moin moin!
Ich schlage mich mit der ersten UstVA rum, folgende "Probleme"
Ich werde mein KFZ unter 10% betrieblich nutzen (konkret in 2018 ab Mai geschätzt 9%) indem ich damit zu den Anlagen fahre bzw. Standorte besichtige (ich werde mehrere erwerben). In der EÜR nehme ich als Betriebsausgaben 30 Cent pro Kilometer. Wie ist es bei der Ust? Kann ich da ab Mai (Beginn meiner gewerblichen PV-Unternehmung) 9% der Mehrwertsteuer von allen KfZ Kosten in der Voranmeldung geltend machen? (Kraftstoffrechnungen, Wartung, Ölwechsel, neue Reifen, Reparaturen...)

Genauso beim Telefon, wenn ich von 5 % Nutzung für diese gewerbliche Tätigkeit ausgehe, dann 5% der Mehrwertsteuer meiner Telefonrechnungen ab Mai in der UstVA? Oder kann ich das sammeln und erst in der Jahreserklärung ansetzen?

Für meinen Kredit hatte ich Notarkosten, da kann ich die MwSt auch abziehen, richtig?

Vielen Dank im Voraus!
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Re: UstVA/EÜR - KFZ-Kosten Telefon Kredit etc.

Beitragvon machtnix » 10.09.2018, 19:59

in der kilometerpauschale sind schon alle Aufwendungen für die PKW Nutzung abgegolten.
Im Gegensatz zum Arbeitnehmer gilt die kilometerpauschale für jeden gewerblich gefahrenen Kilometer.
die Pauschale enthält keine Vorsteuer.
Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!
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Re: UstVA/EÜR - KFZ-Kosten Telefon Kredit etc.

Beitragvon mandarin1 » 11.09.2018, 07:56

machtnix hat geschrieben:in der kilometerpauschale sind schon alle Aufwendungen für die PKW Nutzung abgegolten.
Im Gegensatz zum Arbeitnehmer gilt die kilometerpauschale für jeden gewerblich gefahrenen Kilometer.
die Pauschale enthält keine Vorsteuer.


Vielen Dank, das verstehe ich für die EÜR. Für die Ust sollte es aber möglich sein Vorsteuer in irgendeiner Form abzuziehen. Erscheint mir zumindest sachgerecht. Da die Pauschale da nicht gut funktioniert dachte ich dass hier die tatsächlich angefallene MwSt. entsprechend dem betrieblichen Nutzungsanteil gezogen werden kann.
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Re: UstVA/EÜR - KFZ-Kosten Telefon Kredit etc.

Beitragvon kpr » 11.09.2018, 12:28

Nein. Kein Vorsteuerabzug aus Pauschalbeträgen. (So der Merksatz für den Praktiker).

Rechtssystematischer Hintergrund:
Die Geltendmachung des Vorsteuerabzugs kann nur aus Lieferungen oder Leistungen anderer Unternehmer an einen Unternehmer für dessen Unternehmen geltend gemacht werden - und eine Rechnung nach §§14, 14a UStG vorliegt.
Es liegt gerade keine Leistung eines anderen Unternehmer vor - und in der Folge kann es auch keine korrekte Rechnung nach §§14, 14a UtG geben.
Bei der Pauschalen erhält der Unternehmer eine Entschädigung für den ihm entsandenen Aufwand.
Die Lieferung von Kraftstoff, die Bereitstellung eines Parkplatzes, die Erbringung einer Versicherungsleistung (also alle Einzelkomponenten die beim Unternehmer anfallen) erbringt der Dritte zwar an den Unternehmer - nicht aber für dessen Unternehmen. (Logisch... die Leistung dient der Nutzung des nicht dem Unternehmen zugeordneten / nicht zuordenbaren PKW)

"Anteiliger Vorsteuerabzug"
Der greift, wenn - unter den vorstehend bereits beschriebenen Voraussetzungen - die erhaltene Lieferung oder sonstige Leistung dem Unternehmen nur anteilig zugeordnet wird.
In der Praxis findet man dies entweder "schlicht falsch" - oder aber nur im Zusammenhang mit eigenständigen Gebäudebestandteilen (Wohnungen, Geschosse, Flügel).

Oder auch als Eselsbrücke tauglich:
Der Außendienstmitarbeiter der jahrelang seine ganzen Tankbelege im Handschuhfach gesammelt hat.
Dann brennt die Karre ab.
a) Handelsrechtlicher Aufwand: Schätzen. Kein Problem. Vor allem: lieber zu hoch schätzen. Nicht zu niedrig.
Die Karre ist ja nicht mit Luft gefahren. Man kann den durchschnittlichen Verbrauch des Fahrzeugs sowie die Fahrleistung hinreichend schätzen - und für die Benzinpreise gibt es Statistiken. Das passt.
Über die Maßgeblichkeit kommt man vom handelsrechtlichen Aufwand zur steuerrechtlichen Betriebsausgabe; evtl. muss ein Abschlag wg. Schätzung akzeptiert werden.
b) Vorsteuerabzug: Der ist im wahrsten Sinne des Wortes verbrannt. Die Ausstellung von Zweitschriften bei klassischen Tankbelegen ist schlichtweg unmöglich. Während die Umsatzsteuer am Sachverhalt hängt, klebt die Vorsteuer am Beleg.
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Re: UstVA/EÜR - KFZ-Kosten Telefon Kredit etc.

Beitragvon mandarin1 » 12.09.2018, 20:50

kpr hat geschrieben:Nein. Kein Vorsteuerabzug aus Pauschalbeträgen. (So der Merksatz für den Praktiker).

Rechtssystematischer Hintergrund:

Ah, danke, verstehe die Systematik.

Nun dann bleibt nur Telefon, Büromaterial etc., genügt aber doch wenn ich das mit der UstJahreserklärung mache, oder muss ich jeden Monat aus der Tel.rechnun die MwSt als Vorsteuer abziehen... bei 5 oder 10% Anteil sind das 1 Euro Vorsteuer pro Monat....
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Re: UstVA/EÜR - KFZ-Kosten Telefon Kredit etc.

Beitragvon kpr » 13.09.2018, 07:58

Kleiner Betrag - großes Problem ;-)

a) bei unter 10% Nutzungsanteil brauchen wir nicht diskutieren - die sonstige Leistung ist nicht zuordenbar. Es ist gar kein Vorsteuerabzug möglich.

b) bei über 10% Nutzung hast Du prinzipiell einen anteiligen Vorsteuerabzug (bzw. "einfacher" wäre es gedanklich, erstmal den vollen Vorsteuerabzug geltend zu machen, und dann den privaten Anteil zu versteuern).
Und damit liegt die OP-Wunde dann offen auf dem Tisch: Wie zum Teufel will man bei heutigen Flatrate-Tarifen und kombinierten Leistungen aus Telefon, Internet (und TV) den betrieblichen Anteil überhaupt ermitteln?

Und damit liegen wir dann im reinen Praktikerproblem:
Wegen 1 Euro (und auch nicht wegen 20 Euro) macht kein Sachbearbeiter den Bleistift spitz. Es sei denn man zwingt ihn.
Wenn ich schon auf den einen Euro scharf wäre, würde ich den schön jeden Monat in der Voranmeldung mit unterbuttern. Da schaut dann erst Recht keiner hin. In der Jahreserklärung hingegen führt es zu einer (kleinen, betragsmäßig uninteressanten) Differenz - die aber bei einer PV schlichtweg nicht plausibel ist. Da kann der Sachbearbeiter schon ermutigt sein, mal nachzurechnen.
Ab dem Punkt ist es nur noch Zufall, ob jemand das aufgreift oder einfach ablocht.
Ist Geschmackssache: "Zufall" - der gehört für mich ins Casino; aber nicht in eine Steuererklärung.
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