Unentgeltl. Wertabgabe in ESt-Erklärung/Gewinn aus Gewerbe

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Re: Unentgeltl. Wertabgabe in ESt-Erklärung/Gewinn aus Gewer

Beitragvon donnermeister1 » 04.07.2018, 12:12

Na, sende dem FA doch noch einmal die Begründung mit der jeweiligen Berechnung.
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Re: Unentgeltl. Wertabgabe in ESt-Erklärung/Gewinn aus Gewer

Beitragvon kpr » 04.07.2018, 14:08

Jetzt fängts ja an Spaß zu machen.

a) Natürlich darf der Sachbearbeiter jeden Beleg anfordern den er gerne hätte.
Das FA bestimmt die Art und den Umfang der Ermittlungen. Da ist man nur Passagier. Da hilft rumbocken gar nichts. Da geht man als Verlierer vom Platz. Also bitte.... Belegmaterial wird bereitwillig zur Verfügung gestellt.

b) Auch eine Berechnung / Herleitung darf er verlangen. Selbst dann wenn diese spätestens dann entbehrlich erscheint, wenn das entsprechende Belegmaterial gesichtet wurde.
Aber nochmal: Es gibt gewisse Spielregeln. Dazu gehört, dass das FA an dieser Stelle der Herr des Verfahrens ist. Des Menschen Wille ist sein Himmelreich.... also auch hier: Bereitwillig nachlegen.


Und dann muss man mal abwarten. Vielleicht wollte er nur zurückficken. Das gehört zum Spiel dazu.
Da ich den Sachbearbeiter nicht kenne (und vermutlich keiner hier im Forum) kann man nicht einschätzen, ob der geistige Horizont schon überschritten ist - oder hier jemand die Katzenberger gibt: Sei schlau - stell Dich dumm.

Abliefern. Abwarten. Dann ist der Ball in seinem Spielfeld. (Und ganz offenkundig spielt er lieber gegen als mit dem Ball.)
In so einer formlosen Notiz kann man ja mal Unfug schreiben. Zumal er ja - wenn er nicht will - den späteren Bescheid nicht erlassen muss. Dann muss er aber den Mut haben, den Vorgang an die RBH-Stelle weiterzugeben.
Und dort angekommen... wirds eh esoterisch-philosophisch.
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Re: Unentgeltl. Wertabgabe in ESt-Erklärung/Gewinn aus Gewer

Beitragvon Kaspatoo » 04.07.2018, 16:17

Für die Umsatzsteuererklärung mit Eigenverbrauch:

muss man denn bei Ermittlung der Bewertungsgrundlage für den Eigenverbrauch
a)
seinen tatsächlich vorhandenen Vertrag mit dem Stromlieferant verwenden,

oder

b)
könnte man ein beliebiges Angebot eines beliegigen Energieversorgers aus Verivox verwenden


und
1) rechnet man den
(Arbeitspreis * Gesamtstromverbrauch privat von extern + Grundpreis) / Gesamtstromverbrauch privat von extern
und erhält so den fiktiven Einkaufspreis, welcher als Bemessungsgrundlage für den Eigenverbrauch hergenommen werden kann

oder

2) nimmt man nur den Arbeitspreis?

Alle Werte Netto und am Ende die 19% auf die errechnete Bemessungsgrundlage aufschlagen.
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Re: Unentgeltl. Wertabgabe in ESt-Erklärung/Gewinn aus Gewer

Beitragvon kpr » 04.07.2018, 16:55

Es ist der Preis heranzuziehen, zu dem sich der Unternehmer selbst versorgt.
Wenn er sich nicht selbst versorgt, zu dem er sich versorgen könnte.
Und wenn er sich nicht versorgen könnte, dann ein adäquater Preis zu dem er sich versorgen würde wenn er könnte.

Demzufolge: Ja. Der eigene Vertrag ist vorrangig heranzuziehen, wenn es einen gibt.


Variante 1) ist der Berechnung richtig.
"Alles was man schuldet" / "alles was man bekommt". So einfach.

Ob Du nun alle Werte brutto rechnest - und am Ende die Steuer rausrechnest um auf die Bemessungsgrundlage zu kommen,
oder von Anfang an alle Werte netto nimmst (oder Dir errechnest) und direkt auf die Bemessungsgrundlage kommst, ist völlig egal. Das wird eher dadurch bestimmt, wie man die Informationen vorfindet und am schnellsten zum Ziel kommt. Reiner Frage der Praxis und der Faulheit.
Zu berechnen ist in jedem Fall zuerst die Bemessungsgrundlage - und darauf wird dann die geschuldete Steuer errechnet.
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Re: Unentgeltl. Wertabgabe in ESt-Erklärung/Gewinn aus Gewer

Beitragvon Paulchen » 04.07.2018, 17:01

Umsatzsteuer bei Eigenverbrauch mit Anlagen ab 01.04.2012:
Dazu sagt das Finanzminsiterium in seinem Schreiben vom 10.09.2014:

Code: Alles auswählen
Führt der dezentral verbrauchte Strom zu einer steuerpflichtigen unentgeltlichen Wertabgabe nach § 3 Abs. 1b Satz 1 Nr. 1 UStG, ist für die Bemessungsgrundlage der (fiktive) Einkaufs-preis im Zeitpunkt des Umsatzes maßgebend (§ 10 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 UStG). Bezieht der Photovoltaikanlagenbetreiber von einem Energieversorgungsunternehmen zusätzlich Strom, liegt ein dem selbstproduzierten Strom gleichartiger Gegenstand vor, dessen Einkaufspreis als fiktiver Einkaufspreis anzusetzen ist. Sofern der Betreiber seinen Strombedarf allein durch den dezentralen Verbrauch deckt, ist als fiktiver Einkaufspreis der Strompreis des Strom-grundversorgers anzusetzen. Bei der Ermittlung des fiktiven Einkaufspreises ist ein ggf. zu zahlender Grundpreis mit zu berücksichtigen.


Fazit:
- tatsächlich vorhandener Vertrag
- Nettopreis inkl. aller Nebenkosten

Ein Berechnungstool, das auch die nachträgliche amtliche Ausweitung der Berechnungsgrundlage auf den gesamten Strombedarf (= Lieferung durch Anbieter + Eigenverbrauch) berücksichtigt, findest du hier:
https://www.pv-steuer.com/modules/downl ... 1484162286

Freundliche Grüße
Paulchen
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Re: Unentgeltl. Wertabgabe in ESt-Erklärung/Gewinn aus Gewer

Beitragvon Chris13 » 09.07.2018, 11:11

Wieder einmal vielen Dank für eure Antworten und die Unterstützung!

kpr hat geschrieben:[...]
Also bitte.... Belegmaterial wird bereitwillig zur Verfügung gestellt.
[...]
also auch hier: Bereitwillig nachlegen.

Ja, das habe ich auch vor, alles andere würde vermutlich sowieso nach hinten losgehen. Ich wollte nur sicher gehen, dass ich das Richtige schicke :-)

Paulchen hat geschrieben:Ein Berechnungstool, das auch die nachträgliche amtliche Ausweitung der Berechnungsgrundlage auf den gesamten Strombedarf (= Lieferung durch Anbieter + Eigenverbrauch) berücksichtigt, findest du hier:
https://www.pv-steuer.com/modules/downl ... 1484162286

Vielen Dank, Paulchen. Das ist identisch zur entsprechenden Seite im PV-Steuer-Tool, richtig?
Bei der Gelegenheit: Bei PV-Steuer kann ich beim Eigenverbrauch der Anlage im Steuerjahr nur ganze Zahlen bei der Anzahl der Kilowattstunden eintragen. Beim oben verlinkten Tool funktionieren auch Kommazahlen. Vielleicht lässt sich das bei einem der nächsten Updates bereinigen? :-)


Würdet ihr gleich das gesamte Spektrum an Unterlagen (Vertrag mit bzw. Konditionen des Stromversorger, BNA-Schreiben, Gutschriftsrechnungen Einspeisung, monatliche Reports von Sunny Portal, etc.) hinschicken oder erstmal nur die Berechnungen und ggf. das BNA-Schreiben (da ja scheinbar eher die Teilwertberechnung des Direktverbrauchs in der EÜR das Problem ist)?
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Re: Unentgeltl. Wertabgabe in ESt-Erklärung/Gewinn aus Gewer

Beitragvon Paulchen » 09.07.2018, 12:16

Chris13 hat geschrieben:....
Bei der Gelegenheit: Bei PV-Steuer kann ich beim Eigenverbrauch der Anlage im Steuerjahr nur ganze Zahlen bei der Anzahl der Kilowattstunden eintragen. Beim oben verlinkten Tool funktionieren auch Kommazahlen. Vielleicht lässt sich das bei einem der nächsten Updates bereinigen? :-)
...


Gegenüber auf- bzw. abgerundeten Ganzzahlwerten hat dies aber bei normalen Zahlen keinen Einfluss auf die Höhe der ueWA.
Wer's dennoch will: In diesem Blatt lässt sich der Schutz ohne Passwort ausschalten. Dann kann man bei den entsprechenden Stellen unter --> Daten --> Datenüberprüfung die eingestellte Option "ganze Zahl" auf "Dezimal" ändern.

Bitte nicht vergessen:
Nach Änderung den Schutz wieder (ohne Passwort) aktivieren!

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Re: Unentgeltl. Wertabgabe in ESt-Erklärung/Gewinn aus Gewer

Beitragvon Chris13 » 19.07.2018, 15:56

Entschuldige bitte die späte Antwort. Herzlichen Dank, so klappt es!
Paulchen hat geschrieben:Gegenüber auf- bzw. abgerundeten Ganzzahlwerten hat dies aber bei normalen Zahlen keinen Einfluss auf die Höhe der ueWA.

In meinem Fall machen die 0,163 kWh zwar nur 5 Cent bei der ueWA aus. Aber theoretisch kann sich daraus schon eine
– wenn auch marginale – Abweichung ergeben, oder?
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Re: Unentgeltl. Wertabgabe in ESt-Erklärung/Gewinn aus Gewer

Beitragvon Paulchen » 19.07.2018, 16:45

Chris13 hat geschrieben:In meinem Fall machen die 0,163 kWh zwar nur 5 Cent bei der ueWA aus. Aber theoretisch kann sich daraus schon eine
– wenn auch marginale – Abweichung ergeben, oder?


Entscheidend ist doch die Umsatzsteuer auf die unentgeltliche Wertabgabe. Und da ist es so, dass in der Umsatzsteuererklärung diese Zahl in ganzen Euro angegeben werden muss. Man rundet also auf den Ganzzahlwert ab.

Dann spielt in der Regel keine Rolle mehr, ob man bei der ueWA ein paar Cent mehr oder weniger hat.

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Re: Unentgeltl. Wertabgabe in ESt-Erklärung/Gewinn aus Gewer

Beitragvon Chris13 » 19.07.2018, 16:46

Alles klar, danke :-)
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