Studentenzimmer/ Batterie

Förderung, Kreditgeber, Finanzamt, Wirtschaftlichkeit, Steuern,...

Moderator: Mod-Team

 

0.00 (0 Bewertungen)

Studentenzimmer/ Batterie

Beitragvon yustbeyourself » 29.10.2018, 14:39

Hallo zusammen,

ich habe ein paar Fragen

Steuer/Finanzamt
Ich möchte die anlage in Zwei Schitten bauen. Aktuell ist die anlage mit gesamt Max. 14,95kWp geplant.
Schrit 1: 9,75kWp Leitungen WR (2xSE5000H) und Speicher einbauen aber auch so sachen wie Dachhacken für den Vollausbau.
In Phase 2 sollen dann eigentlich nur noch die Module aufs Dach und Eventuell die Strings etwas ändern.
Ist es richtig wenn ich mit Phase 1 einen Speicher Kaufe kann ich da dann die MWST mit abziehen? Muss das auf der gleichen rechnung stehen? Oder reicht es aus es gemeinsam zu bestellen bei z.B. mehreren Liferanten?

EEG/Umlage:
Ich habe im Haus zwei Studentenzimmer vermietet nun ist die Frage muss ich für den Strom den die Verbrauchen wirklich die volle EEG-Umlage zahlen? Problem dabei ist ich habe keine extra zähler wo ich wirklich den verbrauch aufteilen kann. Die zahlen einach Pauschal Miete incl. Nebenkosten bis hin zum Internet.
Ist es richtig wenn ich mit Phase 2 366Tage warte mit der IB dann fangen 10kWp von vorne an (Extra Anlage) auch wenn wie in meinem fall die WR bereits vorhanden sind?

Finanzierung
Was sind eure erfahrungen über die aktuellen zinssätze bei 100% Finanzierung der Anlage. Sind deutlich unter 3% möglich bei max 30T€?

gruß Yust
yustbeyourself
Stammmitglied
Stammmitglied
 
- Threadstarter -
 
Beiträge: 44
Registriert: 09.08.2017, 22:18
Info: Interessent

Re: Studentenzimmer/ Batterie

Beitragvon kpr » 29.10.2018, 18:17

zum steuerlichen Sachverhalt:

Was Du als Phase I und II bezeichnest, möchte ich mal als "Bauabschnitte" umtitulieren.
Die haben steuerlich keinerlei Relevanz. Es geht hier (vorerst mal ertragsteuerlich) um "Anlagen im Bau".
Und so wie es klingt, beauftragst Du keinen Solarteur mit dem Aufbau der Anlage, sondern baust Die Anlage selbst aus gekauften Teilen zusammen. Womit wir (wieder ertragsteuerlich) im Bereich der "hergestellten" Wirtschaftsgüter sind.

Umsatzsteuerlich hingegen liegt der Schlüssel zu Deiner Frage im sog. "Zuordnungsobjekt".
Letztlich ist die Aussage "gemeinsam gekauft = abzugsfähige Vorsteuer" versus "nachträglich gekauft = Vorsteuer nicht abzugsfähig" nur eine Schlussfolgerung daraus, dass bei gemeinsamer Anschaffung ein einheitliches Zuordnungsobjekt vorliegt - das den vorsteuerabzug ermöglicht; hingegen bei nachträglicher Anschaffung der Speicher ein eigenständiges Zuordnungsobjekt ist, das (für sich allein genommen) die Anforderungen an den Vorsteuerabzug eben nicht erfüllt.

Geregelt ist die Abgrenzung von Zuordnungsobjekten in UStAE 15.2c Abs. 9.
Die dortigen Ausführungen sind (auf den ersten Blick) sehr eindeutig:

Bezieht der Unternehmer sonstige Leistungen und Lieferungen zur Herstellung eines einheitlichen Gegenstands, ist dieser herzustellende bzw. hergestellte Gegenstand endgültiges Zuordnungsobjekt. 2Bei dieser Zuordnung ist bereits auf die im Zeitpunkt des Bezugs bestehende Verwendungsabsicht für den fertig gestellten Gegenstand (z. B. das zu errichtende Gebäude) als Summe der im Rahmen seiner Herstellung bezogenen Leistungen abzustellen.



Das bleibt in der Theorie auch so eindeutig.
Das Problem dürfte in der Praxis liegen, wenn man den Fall einer "zeitlich gestreckten Herstellung" nicht mehr von "nachträglichen Herstellungskosten" unterscheiden kann. Eine halb volle Flasche sieht nun mal ziemlich identisch zu einer halb leeren Flasche aus.

Es macht jetzt wenig Sinn hier über tausend mögliche Fallgestaltungen zu philosophieren.
Wichtig ist: Auch der Böswilligste darf keine Chance haben, die Dokumente so lange gegen das Licht zu halten, zu drehen und zu wenden, bis man doch auf die Idee kommt, dass der Speicher nicht Teil des "endgültigen Zuordnungsobjektes" war.
Einheitliche Beauftragung; gemeinsame Rechnungsdokumente machen das das Leben leicht.
16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung
Benutzeravatar
kpr
Forum Genie
Forum Genie
 
Beiträge: 9091
Registriert: 02.04.2010, 16:03
PV-Anlage [kWp]: 16,92
Info: Betreiber

Re: Studentenzimmer/ Batterie

Beitragvon Broadcasttechniker » 29.10.2018, 20:12

Leicht off topic
Wo ist denn der steuerliche Unterschied zwischen hergestellt und angeschafft?
Die Komponenten meiner Anlage habe ich nämlich auch bei etlichen Lieferanten zusammengekauft und selber aufgebaut.
Das Mieter"problem" habe ich auch und ähnlich wie hier ist der verbrauchte Strom Peanuts so dass es sich nicht einmal lohnt einen Zähler zu montieren. Meinen Internetzugang "verschenke" ich auch, da geht mir noch nicht einmal etwas dabei verloren.
Benutzeravatar
Broadcasttechniker
Fleißiges Mitglied
Fleißiges Mitglied
 
Beiträge: 395
Registriert: 27.05.2018, 09:44
Wohnort: Köln Schäl Sick
PV-Anlage [kWp]: 9,92
Info: Betreiber

Re: Studentenzimmer/ Batterie

Beitragvon kpr » 29.10.2018, 21:34

Angeschafft: Ich gehe in den Laden und kaufe ein fertiges Wirtschaftsgut
Hergestellt: Ich gehe in den Laden, kaufe Bauteile und füge diese selbst zu einem Wirtschaftsgut zusammen bzw. lasse sie durch einen Dritten zusammenfügen
16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung
Benutzeravatar
kpr
Forum Genie
Forum Genie
 
Beiträge: 9091
Registriert: 02.04.2010, 16:03
PV-Anlage [kWp]: 16,92
Info: Betreiber

Re: Studentenzimmer/ Batterie

Beitragvon Broadcasttechniker » 29.10.2018, 21:54

Broadcasttechniker hat geschrieben:Wo ist denn der steuerliche Unterschied zwischen hergestellt und angeschafft?

Oder nochmal.
Broadcasttechniker hat geschrieben:Wo ist denn der steuerliche Unterschied zwischen hergestellt und angeschafft?


Ist die Frage jetzt klarer?
Ich kann mir eben nicht vorstellen dass es einen Unterschied macht ob ich mir ein Haus bauen lasse oder ein fertiges kaufe.
Aber meine Vorstellungskraft ist tatsächlich beschränkt und in steuerlichen Dingen gilt das ganz besonders.
Meine Solaranlage ist jedenfalls nicht fertig im Laden gekauft.
Ich glaube das sind die wenigsten.
Meine ist in Einzelteilen gekauft worden und selber aufgebaut worden.
Benutzeravatar
Broadcasttechniker
Fleißiges Mitglied
Fleißiges Mitglied
 
Beiträge: 395
Registriert: 27.05.2018, 09:44
Wohnort: Köln Schäl Sick
PV-Anlage [kWp]: 9,92
Info: Betreiber

Re: Studentenzimmer/ Batterie

Beitragvon kpr » 29.10.2018, 23:18

die Anschaffungskosten und Herstellungskosten bedürfen eigener Begriffsdefinitionen;
der AfA-Beginn-Zeitpunkt bedarf eigener Begriffsdefinitionen.

Gerade beim Haus wirds sehr schön deutlich:
Bauunternehmer Hohlblock....
a) lässt von seinem Wettbewerber ein Gebäude errichten zum Kaufpreis von 15 Mio€
b) stellt das gleiche Gebäude selbst her

Die Anschaffungskosten sind eigentlich relativ einfach erklärt: "Alles was man aufwendet um (wirtschaftliches) Eigentum zu erlangen". Einschliesslich der Anschaffungsnebenkosten aber ohne Finanzierungskosten. (Gebäude sind ja hier schon ein aufwändiges Beispiel)

Herstellungskosten:
Die Steine, der Mörtel bis hin zum letzten Tropfen Farbe. Logisch. Die Materialeinzelkosten halt.
Die Arbeitslöhne der am Bau beteiligten Mitarbeiter. Auch logisch. Die Fertigungseinzelkosten halt.

Nun wird eben nicht jeder Tropfen Farbe und jeder Wischlappen aufgezeichnet werden können.
Dennoch werden sie verbraucht. Also ein Aufschlag für Materialgemeinkosten

Der Lagerverwalter, der Betriebsschlosser.. die haben die Baustelle nie gesehen. Aber auch deren Arbeit entfällt zu einem Anteil auf den Bau. Da swird man nicht einzeln aufzeichnen können (oder wollen). Auch hier ein Zuschlag. Die Fertigungsgemeinkosten.

Aber was ist... mit den Aufwendungen für den Betriebsarzt, die Kantine, den Betriebskindergarten, die Lohn- und Finanzbuchhaltung, die Geschäftsführung? Auch hier muss man mal drüber nachdenken, inwieweit Teile der Verwaltungskosten in die HK einzubeziehen sind.
Gleiches für die Abschreibungen der Maschinen - oder auch für die Finanzierung des Projekts.

Last not least..... da gibts auch noch die Aufwendungen für den Vertrieb. die per se niemals aktivierungsfähig sind bzw. einem aktivierungsverbot unterliegen und niemals einbezogen werden dürfen.

Ein ganzer Ar### voller Probleme, der ganze Bibliotheken gefüllt hat.


Was den AfA-Beginn-Zeitpunkt angeht:
Bei angeschafften WG'ern der Zeitpunkt der Erlangung wirtschaftlichen Eigentums.
Bei hergestellten WG'ern der Zeitpunkt der Herstellung der Betriebsbereitschaft des WG

HInweis: Die Unterschiede sind vorrangig handelsrechtlicher - und sekundär dann (in nochmals abweichender Form) ertragsteuerlicher Natur.

Ich denke das sollte für den späten Montag Abend reichen....
16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung
Benutzeravatar
kpr
Forum Genie
Forum Genie
 
Beiträge: 9091
Registriert: 02.04.2010, 16:03
PV-Anlage [kWp]: 16,92
Info: Betreiber

Re: Studentenzimmer/ Batterie

Beitragvon alterego » 30.10.2018, 12:44

muss ich für den Strom den die Verbrauchen wirklich die volle EEG-Umlage zahlen?

Kurz und knapp, ja. Wenn du keine Zähler hast, mußt du eben welche einbauen lassen (es genügt aber die beiden gemeinsam zu erfassen, weil ja beide Male 100% Umlage anfällt).
Der VNB ist keine Rechtsberatungsstelle für Betreiber für Fragen zum EEG.
alterego
Forum Genie
Forum Genie
 
Beiträge: 8294
Registriert: 14.02.2014, 09:27
Wohnort: D 90xxx
Info: Betreiber

Re: Studentenzimmer/ Batterie

Beitragvon yustbeyourself » 30.10.2018, 18:29

Danke schonmal allen die sich die zeit nehmen und mir antworten.

Hallo Broadcasttechniker
Hast du Zähler für deine Mieter eingebaut?

Wenn ich den Strom der Mieter zähle welche Voraussetzungen muss der Zähler erfüllen, muss er z.B. Geeicht sein?

Bezüglich der Steuer bzw MWST abzug hab ich noch nicht ganz verstanden wieso es wichtig ist ob es Herstellkosten sind oder Anschaffungskosten. Da brauche ich glaub noch etwas Zeit das zu verstehen.

Ich habe vor phase1 (bis auf den Speicher) von einem Solarteur machen zu lassen. Elektrisch traue ich mir das als EGSler zu. Ich hab nur muffe vor den Dachhaken die wollte ich bei Phase 1 für alles montieren lassen.
Den speicher wollte ich selbst besorgen und einbinden. Die wollen für die 9.3kwh 8-10 netto und ich kann ihn problemlos für <6 kaufen.

Bei Phase 2 wollte ich dann nur noch die Module aufs Dach legen und eventuell noch den Speicher erweitern. Das würde ich auch ohne Solarteur machen.
Hier eben die Frage MwSt für den 2. Speicher und die Module absetzbar wegen EEG wollte ich da 366tage warten.

Gruss yust
yustbeyourself
Stammmitglied
Stammmitglied
 
- Threadstarter -
 
Beiträge: 44
Registriert: 09.08.2017, 22:18
Info: Interessent

Re: Studentenzimmer/ Batterie

Beitragvon Broadcasttechniker » 30.10.2018, 18:59

Ich werde den (beglaubigten) Zähler ausbauen.
Woher soll ich wissen wo meine Mieter ihren Strom herbekommen?
Habe ich vorher nicht gewusst und weiß ich danach auch nicht...
Das wissen nur die und ihr Versorger, wer immer das ist.
Ich habe schon gemerkt, wer viel fragt bekommt viele Antworten.
Benutzeravatar
Broadcasttechniker
Fleißiges Mitglied
Fleißiges Mitglied
 
Beiträge: 395
Registriert: 27.05.2018, 09:44
Wohnort: Köln Schäl Sick
PV-Anlage [kWp]: 9,92
Info: Betreiber

Re: Studentenzimmer/ Batterie

Beitragvon alterego » 31.10.2018, 07:36

Broadcasttechniker hat geschrieben:Woher soll ich wissen wo meine Mieter ihren Strom herbekommen?

Weil DU als Betreiber verpflichtet bist für eine entsprechende Messung zu sorgen.
Und es gilt schon länger das MsbG, danach ist es nahezu unmöglich eigene Zähler gesetzeskonform zu betreiben. Also hat der Zähler von einem MSB zu kommen.
Der VNB ist keine Rechtsberatungsstelle für Betreiber für Fragen zum EEG.
alterego
Forum Genie
Forum Genie
 
Beiträge: 8294
Registriert: 14.02.2014, 09:27
Wohnort: D 90xxx
Info: Betreiber

Nächste

Zurück zu Finanzen / Steuern



Ähnliche Beiträge


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste