Schenkung einer PV-Anlage an minderjährige Kinder

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Re: Schenkung einer PV-Anlage an minderjährige Kinder

Beitragvon PV-Starter1343x » 06.03.2017, 15:31

Mal am Rande: da muss die SB im FA keine Hobbyjuristin sein um ins Stocken zu kommen. So ein Fall (Kleinkind als Firmeninhaber) wird wohl durch einen Sachbearbeiter bearbeitet. Das sind dann Menschen mit dreijährigem dualen Studium Steuerrecht an Fachhochschulen. Ob es reicht um so einen Sachverhalt 100%ig zu verstehen sei mal dahingestellt. Es sollte aber genügen aufzuhorchen und einen Kollegen zu involvieren, der fit ist in dieser speziellen Konstellation.

Und dad fieseste ist, dass es oft auch reicht wenn irgendeinem hypermotivierten Neuling nach einigen Jahren was auffällt. Wenn Du vorsätzlich Mist baust und nicht alle Informationen gegeben hast ist das mit der Unabänderlichkeit der Festsetzung oft so eine Sache.
5,04 kwp / 16xLG315er Neon2 m.SolarEdgeSE4000, 2 Himmelsrichtungen (-25/65) & 3 Neigungen (60, 42, 20) bei teilw. Wandmontage.

Soll PVGIS Clim.SAF = 912 kwh/kwp
Soll SE Prognose = 992 kwh/kwp
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Re: Schenkung einer PV-Anlage an minderjährige Kinder

Beitragvon Kollektor » 06.03.2017, 21:59

Sorry, die Frage habe ich erst jetzt gelesen.

begron hat geschrieben:Damit lässt sich das Einkommen durch die PV-Anlage aber "nur" um die absetzbaren Zinsen verringern.
Da erscheint eine Schenkung steuerlich betrachtet doch deutlich reizvoller, wenn auch sicherlich schwieriger und aufwendiger in der Umsetzung.
Oder sehe ich das falsch?


Nee, siehst du richtig!

begron hat geschrieben:Mich würden mal die Erfahrungen derer interessieren, die das schon durchgeführt haben.
Wenn es die denn gibt?

Wäre es grundsätzlich auch möglich eine PV-Anlage auf 2 Kinder zu gleichen Teilen zu überschreiben? Vermutlich wohl eher nicht.


Das geht mit einer GbR.
Sonnige Grüße
Kollektor

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Re: Schenkung einer PV-Anlage an minderjährige Kinder

Beitragvon begron » 08.03.2017, 12:51

@Kollektor

das scheidet leider auch aus, Minderjährige werden wohl keine GbR gründen können :?
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Re: Schenkung einer PV-Anlage an minderjährige Kinder

Beitragvon alterego » 08.03.2017, 13:32

Außerdem hat man dann schnell wieder die EEG-Umlage am Hals.
Der VNB ist keine Rechtsberatungsstelle für Betreiber für Fragen zum EEG.
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Re: Schenkung einer PV-Anlage an minderjährige Kinder

Beitragvon kpr » 08.03.2017, 17:25

Kinder können selbstverständlich Gesellschafter einer GbR werden.
Aber ich sehe das auch so, dass eine entsprechende Schenkung eines GbR-Anteils schwierig zu realisieren sein dürfte.
Die Problematik FamG / Ergänzungspfleger kommt in dem Moment auf, wo eine Schenkung nicht ausschließlich mit rechtlichen Vorteilen verbunden ist. Die Haftung für die Mitgesellschafter dürfte ein erheblicher rechtlicher Nachteil sein. Das ist m.E. zum einen Zustimmungspflichtig - und zum anderen darf der Ergänzungspfleger hier nicht ohne weiteres zustimmen.
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Re: Schenkung einer PV-Anlage an minderjährige Kinder

Beitragvon rnsch » 08.03.2017, 22:30

Eine PV-Anlage an ein minderjähriges Kind zu verschenken ist nicht möglich. Schenkungen an Kinder sind grundsätzlich nur möglich, wenn dem Kind ein lediglich rechtlicher Vorteil zukommt, es also keine weiteren Verpflichtungen eingeht. Letzteres ist bei einer PV-Anlage aber der Fall. Das Kind wird Betreiber der Anlage mit allen Rechten und Pflichten gg. Finanzamt, Netzbetreiber, Anlagenbauer etc. Das ist auch schon obergerichtlich durchentschieden (vgl. 22 WF 1052/15 / Oberlandesgericht Dresden / 23.12.2015 ist im Anhang)
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22%20WF%201052.15.pdf
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Re: Schenkung einer PV-Anlage an minderjährige Kinder

Beitragvon kpr » 09.03.2017, 14:45

@rnsch
Das ist falsch.
Selbstverständlich ist es möglich einen PV-Anlage an ein minderjähriges Kind zu verschenken.
Die Frage ist lediglich zu welchen Bedingungen / unter welchen Umständen.
Die Übertragung von Gesellschaftsanteilen auf minderjährige Kinder ist "daily business" im Rahmen der strategischen Steuerplanung in Unternehmerfamilien. Da vergeht in meinem beruflichen Umfeld kein Jahr, indem die Gesellschafter nicht weitere Anteile an der Konzernholding auf die überwiegend minderjährigen Nachkommen übertragen.

Das Ossi-Urteil hängt die Früchte deutlich höher. Vielleicht sogar so hoch, dass die Zustimmungspflicht des FamG oder gar die Erforderlichkeit der Bestellung eines Ergänzungspflegers nicht mehr zu umgehen ist.
("Mein" Haus- und Hofnotar, der 2013 damit noch kein Problem hatte, ist durch das Dresdner Urteil auch zu einer veränderten Sichtweise gekommen.)
Das ein solches Erfordernis das Modell praktisch erheblich behindert oder auch zum wirtschaftlichen Exitus führt - ist nun nicht neu.

Viele der vom Gericht in der Begründung aufgeführten Umstände lassen sich jedoch in der Praxis vertraglich abschalten.
- Keine Verpflichtung zum Betrieb
- keine Verpflichtung zur Lieferung von Strom an etwaige Direktverbraucher
- keine Verpflichtung zu Reparatur, Wartung, Instandhaltung, Instandsetzung
- Befreiung von der Verkehrssicherungspflicht
Gegenüber dem VNB bestehen ausschließlich Rechte; selbst veränderte technische Anforderungen führen nicht zu einer Verpflichtung gegenüber dem VNB, da das Kind ja den Betrieb der Anlage einstellen kann.
Das man die Anlage frei von irgendwelchen Rechten Dritter verschenkt - sollte sich von selbst verstehen.

Hinsichtlich des Arguments "Entstehung von Verpflichtungen gegenüber dem Finanzamt" ist das Urteil ausgesprochen schlecht und würde wohl einer höchstrichterlichen Überprüfung nicht standhalten.
Mit diesem Argument dürfte ich dem Kind auch keine 10 Millionen Euro schenken... weil auch dies steuerliche Konsequenzen hat oder künftig auslösen könnte.
Darüber hinaus sind minderjährige Kinder nicht nur im Regelfall nicht in der Lage eine Einkommensteuererklärung für sich zu erstellen; vor allem dürfen sie es nicht: Hier besteht wiederum Vertretungszwang durch die Erziehungsberechtigten.
Hier irrt das Gericht. Die Schenkung löst hier nur einen Rechtsreflex aus.
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Re: Schenkung einer PV-Anlage an minderjährige Kinder

Beitragvon Blockheadjoker » 05.10.2018, 09:50

Hallo
um den alten Beitrag nochmals aufzugreifen, was muss ich denn konkret machen um die Anlage meinem 10 jährigen Sohn zu schenken? Die 5KW Anlage ist in meinem Besitz, keine Darlehen mehr drauf.
Reicht hier ein einfacher Schenkungsvertrag und was muss in Richtung FA angegeben werden?
Danke Grüße
Markus
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Re: Schenkung einer PV-Anlage an minderjährige Kinder

Beitragvon Mattn » 05.10.2018, 10:04

Würd mich auch interessieren.
Freunde von mir haben sich vor ein paar Wochen eine Anlage aufs Dach gebaut.
Die Anlage läuft auf ihren 2 Jahre alten Sohn.
Die Einnahmen dürfen sie allerdings nicht anrühren die auf das Konto gehen. Aber sie haben ja den Nutzen des Eigenverbrauchs.
Und wenn ich doch jetzt mich nicht irre...somit ca 25% mehr Einnahmen durch die PV weil, die Einnahmen des Sohnes nicht versteuert werden müssen!?
Anlage1 von 2006
83 x Sanyo HIP-215 NHE 5 / 3x SMA SB 5000, 1x SMA SB 2100
Leistung: 17,845 KWp mit Volleinspeisung

Anlage2 von 2011
36 x Aleo S19 245W / 1x SMA Tripower 8000TL-10
Leistung: 8,82KWp seit Aug 2014 Eigenverbrauch mit Überschusseinspeisung
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Re: Schenkung einer PV-Anlage an minderjährige Kinder

Beitragvon mdonau » 05.10.2018, 10:17

kann doof enden, mit genug Einkommen entfällt dann u.a. der Anspruch auf Kindergeld. ;)
Ein 2-jähriger ist zudem nicht geschäftsfähig, das düfte ein "dunkelgraues" konstrukt sein...
mdonau
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