PV Anlage incl. Speicher ohne Finanzamt

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Re: PV Anlage incl. Speicher ohne Finanzamt

Beitragvon Bento » 01.04.2018, 07:36

schluss hat geschrieben:Das Thema ist durch. Neue Steuernummer, kein Widerspruch.
(Geklärt über einen Bekannten, der beim FA arbeitet)

Seit wann muss ein FA Widerspruch einlegen?

Sicher wäre ich da erst, wenn das FA aktiv bestätigt, dass die unter deinen Bedingungen keine Einnahmen aus Gewerbebetrieb deklarieren musst.

Aber vielleicht führt die gleichzeitige Anschaffung eines Speichers in vielen Fällen tatsächlich dazu, dass kein Gewinn über die Anlagenlaufzeit erzielbar ist, was wiederum fehlende Gewinnerzielungsabsicht belegen könnte und somit das FA zu der Erkenntnis bringen könnte, dass sich die Beschäftigung mit dem Steuerpflichtigen nicht lohnt.
Sollte es schon mehrere von diesen Fällen geben, dann würde es den Personen helfen, die allein wegen der Formalitäten mit dem FA vor dem Kauf einer PV-Anlage zurückschrecken.
Viele Grüße
Bento

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Re: PV Anlage incl. Speicher ohne Finanzamt

Beitragvon sunshineh » 05.04.2018, 12:47

Ich hätte da noch für meine grobe Überschlagsrechnung ein paar Fragen zur steuerlichen Betrachtung:

Muss man die erhaltene Vorsteuer noch versteuern mit dem pers. Steuersatz?

Muss man die erhaltene Einspeisevergütung noch versteuern mit dem pers. Steuersatz?

Kann ich bei der Afa sagen, dass ich mir durch z.B. 1000 EUR Afa und einem Steuersatz von 30% somit 1000EUR * 0,3 = 300EUR an Steuern spare?

Einstufung als Liebhaberei und dennoch Vorsteuerrückerstattung möglich?
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Re: PV Anlage incl. Speicher ohne Finanzamt

Beitragvon kpr » 05.04.2018, 14:29

Die vom FA erstattete USt ist Betriebseinnahme; erhöht den Gewinn - und somit die Einkommensteuer.
Allerdings wurde die Vorsteuer ja auch an den Lieferanten gezahlt - und ist als solche Betriebsausgabe.. mindert den Gewinn und somit die Einkommensteuer.
Unterm dem Strich ein Nullsummenspiel. Es kann allerdings zu Periodenverschiebungen kommen.

Die Einspeisevergütung ist Betriebseinnahme und erhöht somit den Gewinn und damit auch die Einkommensteuer.

Wir können das jetzt noch mit tausend unterschiedlichen Betriebseinnahmen oder -ausgaben spielen.
Die Antwort ist immer die gleiche. BE erhöhen den Gewinn und die ESt; BA vermindern ihn - und die ESt.
Am Ende ist immer der steuerliche Gewinn zu versteuern.

Liebhaberei = ein Begriff aus der Einkommensteuer. Gewerbliche Einkünfte = Einkunftserzielungsabsicht (bei Liebhaberei fehlt sie)
Vorsteuererstattung = ein Begriff / Thema aus der USt. Unternehmer = Einnahmenerzielungsabsicht (die ist unstreitig immer gegeben)
==> beides hat nix miteinander zu tun. Selbstverständlich kann man der UST unterliegen - nicht aber der ESt.


Nur am Rande:
"Liebhaberei"..... ein sehr angenehme Form der "Vielweiberei" und als solche sehr lustbringend. Hat aber nichts mit der steuerlichen Liebhaberei zu tun. Leider.
Im Steuerrecht geht es darum, dass ein Unternehmen zunächst einmal einen steuerlichen Verlust geltend macht - und somit die Ertragssteuer mindert.
Soweit ist da nichts gegen zu sagen. Das passt schon.
Allerdings darf dieser Effekt ja nur eintreten, wenn gewerbliche Einkünfte erzielt werden.
Voraussetzung hierfür ist die Einkunfts- bzw. GewinnerzielungsABSICHT.
Sofern ein Unternehmen bei vernünftiger Würdigung der Gesamtumstände überhaupt nicht in der Lage ist, auf die Totalperiode betrachtet einen Überschuss zu erwirtschaften, dann kann eine GewinnerzielungsABSICHT nicht mehr vorliegen.
In der Folge liegen keine gewerblichen Einkünfte vor.
in der Folge dürfen die Verluste steuelrich nicht anerkannt werden.
Diesen Fall der fehlenden Gewinnerzielungsabsicht nennt man dann "Liebhaberei".

Es wird immer mal wieder propagiert, dass man dem FA vorrechnet, dass "Liebhaberei" vorliegt - und dann sei man den ganzen Schmodder mit dem FA los.
..... doch grau teurer Freund ist alle Theorie.... wenn's klappen soll und klappt doch nie. äh.. ne und grün des Lebens goldner Baum.

Man kann keinen Antrag auf "Liebhaberei" stellen. (Vielleicht bei Deiner Frau oder Freundin. Aber nicht beim FA)
Das ist etwas, was das FA von sich aus feststellt - und zwar immer dann, wenn es dem FA gut in den Kram passt.
Daraus ergibt sich auch nicht, dass man bei denen aus der Kundenkartei gelöscht wird - sondern dass alles weiterläuft wie bisher... nur die Verluste nicht berücksichtigt werden.

Das dies in der Praxis evtl. hier und da anders gehandhabt wird... ändert nix am Sachverhalt. Einen Rechtsanspruch hätte man nicht. (Ist auch logisch.... erst stellt man zutreffend Liebhaberei fest.... dann ändert jemand sein Geschäftskonzept.. .verdient sich eine goldene Nase.... und braucht nichts zu versteuern...... merkt man, dass das nicht passen kann - oder?
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Re: PV Anlage incl. Speicher ohne Finanzamt

Beitragvon sunshineh » 18.05.2018, 10:33

Wenn ich mit meiner Anlage Stromgestehungskosten von über 12,2 cent/kWh habe, dann mache ich doch in der Einkommensteuer einen Verlust damit. Wird dieser Verlust dann mit den anderen Einkünften verrechnet?
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Re: PV Anlage incl. Speicher ohne Finanzamt

Beitragvon sunshineh » 18.05.2018, 15:30

Ich habe mal versucht, das Thema mit Hilfe dieser Tabelle graphisch darzustellen.
(Zahlenwerte sind natürlich aufgrund meines persönlichen Falls).

PV-Steuer Übersicht.jpg

Ist da ein Fehler drin, oder kann man das so sehen?
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