Neue (erste) PV-Anlage // bestehendes Gewerbe KUR

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Neue (erste) PV-Anlage // bestehendes Gewerbe KUR

Beitragvon pgweb » 19.10.2017, 12:17

Guten Tag,

ich übe seit vielen Jahren eine nebenberufliche Tätigkeit aus.
Es handelt sich dabei um ein angemeldetes Gewerbe welches die Kleinunternehmerregelung nutzt und somit von der Umsatzsteuer / MwSt. befreit ist. Daran soll sich auch nichts ändern.
Jedoch....

Diese gewerbliche Tätigkeit wird im Dezember 2017 eingestellt.


Nun soll eine PV-Anlage installiert werden.
Für die PV-Anlage würde ich gerne auf die KUR verzichten um die Anschaffung zum netto-Preis zu tätigen und im Gegenzug auf die Einnahmen Ust. abführen. Die Anlage selbst soll über 20 Jahre abgeschrieben werden.

Was ist zu beachten?
Ist es möglich die PV-Anlage dieses Jahr bereits zu installieren und in Betrieb zu nehmen oder sollte damit besser bis Januar 2018 gewartet werden um keine Probleme zu bekommen?
Lauern an anderen Stellen noch Fallen?
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Re: Neue (erste) PV-Anlage // bestehendes Gewerbe KUR

Beitragvon MBIKER_SURFER » 19.10.2017, 13:22

Moin,

würde dieses Jahre eh keine Anlage mehr anmelden. Und in Deinem Fall dann eben alles soweit bestellen und Installation für Jan/Feb. planen lassen. Dann gibt es definitiv keine Probleme. Denn beides parallel geht ja nicht - entweder KUR oder Regelbest. !

Gruß
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Re: Neue (erste) PV-Anlage // bestehendes Gewerbe KUR

Beitragvon koma2k5 » 19.10.2017, 14:17

Oh, das ist nun aber interessant zu lesen.

Ich selber bin auch nebenberuflich selbstständig und habe bei der Gewerbeanmeldung die KUR gewählt.
Bei dem PV Fragenbogen habe ich die Regelbesteuerung gewählt - heisst das nun, dass auch die Regelbesteuerung für das andere Gewerbe anfällt?
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Re: Neue (erste) PV-Anlage // bestehendes Gewerbe KUR

Beitragvon donnermeister1 » 19.10.2017, 14:28

koma2k5 hat geschrieben:heisst das nun, dass auch die Regelbesteuerung für das andere Gewerbe anfällt?


Ja.
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Re: Neue (erste) PV-Anlage // bestehendes Gewerbe KUR

Beitragvon kpr » 19.10.2017, 17:44

JEIN.

Ja... . Das Wahlrecht besteht für den Unternehmer, nicht für dessen Unternehmen. somit für alle Unternehmen eines Unternehmers einheitlich entweder KUR oder Verzicht auf KUR

Nein.... mit dem Fragebogen ist der Hammer nicht gefallen. Dieses Wahlrecht kann gefühlte "ewig und drei Tage" ("bis zur Unanfechtbarkeit der Steuerfestsetzung") ausgeübt werden. Unter gewöhnlichen Umständen (nicht unbedingt bei PV) reden wir hier von 4 Jahren und länger. Da hast Du also noch alle Zeit der Welt, eine finale Entscheidung zu treffen.
(Natürlich immer unter Wahrung aller übrigen Vorschriften. Z.B.... wer von der Regelbesteuerung zur KUR zurückhüpft, schuldet die ausgewiesene Steuer so lange, bis die Rechnungen korrigiert sind... und der Nachweis erbracht ist, dass das Steueraufkommen nicht gefährdet ist. Das kann in Arbeit ausarten)

@PGWEB
Ich bin mir nicht sicher MBiker_Surfer richtig geantwortet hat. Aber was diese Dinge angeht, ist er mir fachlich um ein Vielfaches überlegen. Aber die Frage.... die war auf jedenfall nicht sinnhaft.

Die Frage müsste lauten:
Was muss ich beachten, damit ich
a) den Vorsteuererstattungsanspruch für die Anlage habe, UND
b) die Umsätze aus dem anderen Gewerbe (in 2017) nicht versteuern muss?

Dann ist die Antwort:
Der Sachverhalt muss so gesteuert werden, dass der Vorsteuererstattungsanspruch erst in 2018 entsteht.

Da gibt es mehrere Lösungsansätze. Je sicherer die in steuerlicher Hinsicht sind... umso hinderlicher wird vermutlich die Praxis:

A. Die Anlage wird in 2018 fertig. In 2017 werden keine Anzahlungen geleistet. Anzahlungen werden erst in 2018 geleistet und auch die Schlussrechnung geht erst in 2018 zu.
Da gibts keine Diskussionen... der Anspruch auf Vorsteuererstattung entsteht erst in 2018

B. Die Anlage wird in 2017 gebaut und fertiggestellt. Die Rechnung geht aber erst nach dem 31.12.17 zu.
Je weiter da Fertigstellung und Jahresende (zugang der Rechnung) auseinanderliegen..... umso eher bekommt man ein Glaubwürdigkeitsproblem. Und dann auch Stress. Ob das böse ausgeht, vermag ich nicht zu sagen. Dem Laien reichts glaub ich auch schon, wenn es einfach nur Stress gibt

C. Die Anlage wird in 2017 gebaut. Es werden Anzahlungen geleistet. Die Vorsteuer hieraus kann nicht gezogen werden.
Die Anlage wird in 2018 fertiggestellt und die Schlussrechnung geht zu.
Ehrlich gesagt.... ich finde sowohl Argumente für
a) in der Schlussrechnung werden die AZ_Rechnungen zwangsläufig gutgeschrieben; die Vorsteuer aus der Auftragssumme kann nun gezogen werden; als auch
b) die Vorsteuer aus den Anzahlungen wäre in 2017 abzugsfähig gewesen... aber da war der Unternehmer nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt; nur noch die Vorsteuer aus dem Restbetrag kann gezogen werden.

(Das aber kann man beim FA vorher erfragen. Eine reine Rechtsfrage. Wenn die allerdings nicht wie aus der Pistole eine aalglatte Antwort incl. Begründung geben... sondern selbst dreimal nachdenken müssen.... ist die Auskunft unbrauchbar.)
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Re: Neue (erste) PV-Anlage // bestehendes Gewerbe KUR

Beitragvon pgweb » 22.10.2017, 13:35

Vielen Dank für eure Antworten.

So in etwa habe ich es mir schon fast gedacht.

Eigentlich wollte ich diese Jahr zwar noch installieren lassen aber naja... sicher ist besser :wink:

Dann habe ich nun noch ein bisschen mehr Zeit an der Anlage zu planen.
Lasse dann erst im Q1/2018 installieren und in Betrieb nehmen um da kein Risiko einzugehen.
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Re: Neue (erste) PV-Anlage // bestehendes Gewerbe KUR

Beitragvon MBIKER_SURFER » 22.10.2017, 14:04

pgweb hat geschrieben:Eigentlich wollte ich diese Jahr zwar noch installieren lassen aber naja... sicher ist besser :wink:
Dann habe ich nun noch ein bisschen mehr Zeit an der Anlage zu planen.
Lasse dann erst im Q1/2018 installieren und in Betrieb nehmen um da kein Risiko einzugehen.


Genau - nur plane nicht zu lange :D
Die besten Preise bei den Solarteuren bekommst Du Anfang des Jahres, wenn niemand an PV denkt = Schnee auf den Dächern liegt!

Gruß
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Re: Neue (erste) PV-Anlage // bestehendes Gewerbe KUR

Beitragvon pgweb » 14.11.2017, 12:35

Aktueller Stand:
Die nebenberufliche gewerbliche Tätigkeit (mit Kleinunternehmerregelung) ist eingestellt.
Die Planung der zu installierenden PV-Anlage laufen in den letzten Zügen.

Was ich mich nun frage:
Soll ich zum Rathaus gehen und das bisherige Gewerbe dort abmelden oder nicht?
Vielleicht möchte man ja später nochmal wieder damit anfangen. Dann müsste man dann nicht erneut zum Rathaus und wieder anmelden sondern es wäre so zu sagen alles schon fertig.
Dem Finanzamt würde ich natürlich dieses Jahr noch mitteilen, dass der Betrieb eingestellt ist.
Oder geht das so nicht bzw. hat vielleicht sogar irgendwelche Nachteile?

Für die PV-Anlage benötigt man keine Gewerbeanmeldung, wenn ich das hier im Forum richtig rausgelesen habe!?!
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Re: Neue (erste) PV-Anlage // bestehendes Gewerbe KUR

Beitragvon MBIKER_SURFER » 14.11.2017, 14:52

Nun - ein Gewerbe das nicht abgemeldet ist kann zu Beiträgen z.B. bei der IHK führen. Bzw. zu Nachfragen seitens FA bzgl EÜR usw.
Also ich würde es abmelden, wenn ich es eingestellt habe.

Gruß
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