Neuanlage ohne Rechnung anmelden?

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Re: Neuanlage ohne Rechnung anmelden?

Beitragvon Neubau2 » 13.09.2018, 14:04

Hallo ersteinmal danke für die ganzen antworten. Alles sehr viele Informationen für mich aus denen ich nicht ganz schlau werde. Es gibt keine rechnung, weil der verkäufer mir gegenüber keine garantie geben kann . Es ist ja nichtmal geld geflossen. Haben uns geeinigt diese gegen einen rasenmähertrecker zu tauschen.
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Re: Neuanlage ohne Rechnung anmelden?

Beitragvon zooom » 13.09.2018, 14:12

HÄH? Der gibt Dir keine Kaufpreisquittung, weil er keine Garantie geben kann? Bitte entschuldige, aber das klingt so glaubwürdig wie "I never had a sexual relationship with this woman".
Als Privatverkäufer muß er gar keine Garantie geben, kann sogar Mängelhaftung ausschließen.
Aber vielleicht kannste ja dem Finanzamt die Kaufpreisquittung für Deinen Rasentraktor vorlegen. :D
Wenn da Alles sauber ist, kann er Dir natürlich ne Quittung ausstellen, Ihr einigt Euch über den fiktiven Tauschwert und schon haste was, was Du dem Finanzamt vorlegen kannst.
Hat nix mit Garantie zu tun.
Gruß Thomas


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Re: Neuanlage ohne Rechnung anmelden?

Beitragvon Neubau2 » 13.09.2018, 14:44

Nein er ist landwirt und hat gewerbe...
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Re: Neuanlage ohne Rechnung anmelden?

Beitragvon PV-Starter1343x » 13.09.2018, 15:15

Man kann sich den Tausch ja für‘s FA bescheibigen lassen. Wäre eine Partei Landwirt und die andere Partei Händler mit
Solarteilen könnte man ja B2B Garantie ausschliessen oder irre ich? Oder man tauscht a la KFZ „gekauft wie gesehen“ mit allen Mängeln.

Wenn man natürlich einen Mähträcker mit einem Buchwert von einem Euro verschwinden lassen hat und es nicht mit dem FA erörtern möchte wo er jetzt steht dann ist es doch irgendwie auch nur gerecht die neue Anlage nicht abschreiben zu dürfen.

Aber nun zur Grundsorge: Einfach beim FA anmelden. Nein ohne Rechnung keine Vorsteuer. Und eventuell keine Absetzbarkeit von Anschaffungskosten. Aber geundsätzlich kannst Du alles ins Unternehmen einlegen als Privateinlage und dann hat sich das.

Und wenns geklaut wäre legst Du ein jederzeit widerrufliches Nutzungsrecht ein. Weil du als Privatperson Besitz überlässt dessen Früchte dann eben steuerlich relevant sind.
Der Fiskus wird Einnahmen besteuern wollen egal wie Du zu dem Einnahmengenerator gelangt bist.

An anderer Stelle schrieb jemand in diesem Thema wie der MA des Finanzamtes wohl gucken möge wenn man von einem Diebstahl berichtet.

Aus meiner Erfahrung - gelangweilt. Das Steuergeheimnis steht in der Hackordnung sehr weit oben und das mit guten Grund. Auch auf illegale Aktivitäten entfallen Steuern. Bestes Beispiel Deogenhandel. Das ist ganz klar Handeln mit Gewinnerzielungsabsicht. Und ja, es gibt Gewerbetreibende die einem nicht legalen Handwerk nachgehen und es versteuern. Genau das ist durch das Steuergeheimnis bis zu gewissen Grenzen auch gedeckt. Klar könnte jedee Steuerbeamte gegrn das Steuergeheimnis verstoßen und anonym eine Anzeige machen. Nur gibt es eine Reihe Delikte die im durchschnittlichen Menschen nicht den Reflex auslösen dem ein Ende machen zu müssen.
Fast schon der Klassiker sind Handwerkskeistungen für die keine Zulassung besteht. Wenn Harry Hausmeister ne Steckdose austauscht ohne Elektriker zu sein und beim FA in ner Betriebsprüfung der handgeschriebene Beleg „neue Steckdose bei Sebastian Sparfuchs“ wahrgenommen wird, da wird vermutlich keiner den Berufsverband oder die Polizei anrufen :juggle:
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Re: Neuanlage ohne Rechnung anmelden?

Beitragvon kpr » 13.09.2018, 15:43

Also.... liebe Freunde hier im Forum.... da hätten wir aber auch wirklich ohne weiteren Hinweis drauf kommen müssen, dass die Anlage gegen einen Rasenmäher mit einem Landwirt getauscht wurde.

Fangen wir zur Abwechslung mal im Zivilrecht an:
Die Frage, ob der Erwerber der Anlage Gewährleistungsansprüche hat - oder nicht, hängt zu allerletzt von einer Quittung ab.
Das ist allerhöchstens einer Erleichterung wenn es um reine Beweisfragen geht.
(Sicherlich ein höchst relevantes Thema. Aber das macht nun wirklich keinen Sinn, hier die Beweismöglichkeiten zu erörtern).

Der Landwirt ist Unternehmer; der Erwerber ist Unternehmer. Der Welpenschutz des AGB-Rechts für Letzverbraucher gilt nicht. Die gesetzliche Gewährleistung kann zumindest verkürzt werden.
Irgendwelche Bauerntricks wie "gekauft wie gesehen" helfen nicht weiter. Ein vollständiger Gewährleistungsausschluss ist nur möglich, wenn der betroffene Mangel / die betroffenen Mängel ausdrücklich benannt werden. (Hier wäre also ein Vertrags- oder Abrechnungsdokument eher die Lösung als das Problem. Für den Verkäufer).
Auch so abenteuerliche Ideen, wie den Kaufgegenstand zum "Schrottartikel" zu erklären - hilft dem Verkäufer nicht.
Auch hier landet man in einer reinen Beweisfrage.
==> Wenn es hart auf hart kommt, kommt der Verkäufer um die gesetzliche Mindestgewährleistung so oder so nicht herum.
(Und erst Recht nicht, wenn man den PV-Betreiber sogar als Letzverbraucher auslegt. Was ich allerdings so nicht sehen würde.)

2. Umsatzsteuer
Es liegt ein Tauschgeschäft vor. Selbstverständlich ist dieser Vorgang steuerpflichtig und steuerbar.
Die Bemessungsgrundlage ist jeweils der Wert des hingegebenen Tauschgegenstandes.
(§3 Abs. 12, § 10 Abs.2 UStG).
Das Tauschgeschäft schafft also auch hier nur Unklarheiten.

3. Ertragsteuer
Auch hier hat jeder einen Abgangswert (der- soweit Betriebsvermögen abgeht) zu versteuern ist;
und jeder hat Anschaffungskosten (die - soweit der erhaltene Gegenstand in ein BV eingebracht wird, abgeschrieben werden)

Fazit:
Die Gestaltung über den Tausch macht nur Sorgen und Nöte. Bringt höchstens einen scheinbaren Vorteil (und ein warmes Gefühl in der Hose). Und spätestens wenn sich beim FA jemand am Kopf kratzt, warum die AHK für eine funktionierende PV wohl Null Euro waren, ist die Rückfrage nicht mehr weit. Und von da an wird dann der ganze hübsch-hässliche Sachverhalt rückwärts auf links gedreht.

Motivation für die Finanzverwaltung:
Mangels Beleg ist zumindest im Bereich der USt die USt der jeweiligen Veräußerung fällig - und auf der anderen Seite die Vorsteuer nicht abzugsfähig. Das kann schon Anreiz genug sein.
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Re: Neuanlage ohne Rechnung anmelden?

Beitragvon frankenbub09 » 13.09.2018, 15:45

Da ist doch was im Busch :shock:
Sorry, sind Paneele evtl Hagelschaden die mit einer Versicherung abgerechnet worden und du jetzt dein eingen nennst oder so?

Landwirte kommen schon auf Ideen :ironie:

Mann Mann wir sind einfach zu ehrlich. :mrgreen:
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Re: Neuanlage ohne Rechnung anmelden?

Beitragvon zooom » 13.09.2018, 16:08

Treffen sich zwei Bauern
Der Eine: "Ich hab gehört, Du hast ne Feuer- und ne Hagelversicherung für Deinen Hof abgeschlossen?"
Der Andere: "Jau, das stimmt!"
Kratzt sich der Eine am Kopf und fragt: "Das mit dem Feuer versteh ich ja, aber wie machst Du Hagel?"
Gruß Thomas


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Re: Neuanlage ohne Rechnung anmelden?

Beitragvon Fritzi1 » 13.09.2018, 16:24

:D :D :D
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Re: Neuanlage ohne Rechnung anmelden?

Beitragvon MBIKER_SURFER » 13.09.2018, 17:21

zooom hat geschrieben:Treffen sich zwei Bauern
Der Eine: "Ich hab gehört, Du hast ne Feuer- und ne Hagelversicherung für Deinen Hof abgeschlossen?"
Der Andere: "Jau, das stimmt!"
Kratzt sich der Eine am Kopf und fragt: "Das mit dem Feuer versteh ich ja, aber wie machst Du Hagel?"


Jetzt wird es bitter - aber wir kommen der Sache langsam näher :roll:
Gruß
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Re: Neuanlage ohne Rechnung anmelden?

Beitragvon Bento » 13.09.2018, 18:00

Nu mal langsam, so ganz verstehe ich die Aufregung nicht.

Die Frage/ das Problem war:
Nun wollte ich diese auf den neubau bauen aber mein bauunternehmer meint, das es da wegen der fehlenden rechnung etc probleme steuerlich sowie vergütungstechnisch geben könnte


a) steuerliches Problem
Das könnte es doch maximal geben, weil es sich nicht um einen 08/15-Fall handelt und einzelne Mitarbeiter beim FA nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen.
Nach den Ausführungen von kpr haben die Module den Wert des Tauschgegenstandes (oder der Trecker hat den Wert der Module :wink: ). Wenn sich Verkäufer und Käufer auf den Wert des Geschäftes einigen können, sollte es für das FA doch auch nicht altzu schwer sein, ein Abschreibung von diesem Wert zu akzeptieren. Und wenn man sich nicht einigen kann oder das FA völlig verrückt spielt, dann gibt es im worst case eben keine Abschreibung. Schließlich hat die Anlage auch "nichts" gekostet. Ich glaube, damit kann Neubau2 auch leben.

Es wäre schon einen Schande, wenn das FA mit den seit Jahrhunderten praktizierten Tauschgeschäften nicht mehr klarkommt.
Es kann doch nicht sein, dass man seine PV-Anlage nur mit harter Währung kaufen muss, nur weil das FA einen Tausch gegen Gold nicht händeln kann. :cry:

b) vergütungstechnisches Problem:
Wenn die Module tatsächlich noch nie in Betrieb waren, sehe ich da überhaupt kein Problem.
Wenn sie schon mal in Betrieb waren, könnte es evtl. ein Problem mit dem VNB geben, aber so richtig glaube ich daran auch noch nicht.
Hat bei irgendwem von euch schon mal der VNB nachgefragt, ob die Module neu sind?

Wie groß ist die Anlage eigentlich?
Viele Grüße
Bento

Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
(Arnaud Desjardins)
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