Haus überschreiben -> PV behalten

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Haus überschreiben -> PV behalten

Beitragvon jake117 » 15.09.2018, 07:09

Hallo Forengemeinde,

meine Eltern haben 2011 eine PV auf dem Dach des Eigenheims installiert. Sie ist auf meinen Vater eingetragen. Aber beide sind gemeinsam steuerlich veranlagt. Sie hätten gerne die PV, so wie alles andere, über Eheleute laufen lassen, aber das ging laut PV Anbieter damals nicht.
Jetzt haben sie sich entschieden das Haus auf mich zu übertragen, die PV, bzw. die Einspeisevergütung wollte mein Dad aber behalten.
Damals hatte es geheißen, das der Besitzer des Stromzählers und der PV-Anlagenbesitzer ein und dieselbe Person sein müssen.

Wie löse ich das Problem?

Ich habe hier finanzen-steuern-f9/haus-wird-verkauft-anlage-behalten--t111905.html bereits gelesen, obwohl die Situation nicht direkt mit meiner übereinstimmt.

LG
Jake
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Re: Haus überschreiben -> PV behalten

Beitragvon mdonau » 15.09.2018, 07:31

Haus und PV haben erstmal nichts miteinander zu tun.
Ich gehe von einem lebenslangen Nutzungrecht
deiner Eltern nach der Übertragung aus?
Das kann man ebenso mit der Dachfläche machen und Notatiell im Grundbuch festhalten ( sofern ihr das für nötig haltet)
Nur Nutzer / Betreiber PV und Stromanschluss müssen identisch sein, wem das Haus gehört ist egal.
Den Verbleib der PV-Anlage sollte man dann testmentarisch festhalten, falls es einmal mehrere
Erben gibt.
Soweit meine Einschätzung als Laie ;)
mdonau
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Re: Haus überschreiben -> PV behalten

Beitragvon jake117 » 15.09.2018, 07:53

Jawoll, lebenslanges Nutzungsrecht ist geplant.
Ich dachte immer das der Besitzer des Hauses automatisch auch der Eigentümer des Strom-, Gas und Wasseranschlusses ist.

LG
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Re: Haus überschreiben -> PV behalten

Beitragvon kpr » 15.09.2018, 09:25

Der Eigentümer ist grundsätzlich der Vertragspartner des Unternehmens, dass den Anschluss an eine Versorgungsleitung bereitstellt. (Was halt schon nicht identisch ist, mit dem Unternehmen, dass dann tatsächlich den Strom oder das Gas liefert).

Beides hat aber nichts mit der PV zu tun - und deren steuerlicher Sphäre.
Grundsätzlich ist auch hier jede beliebige Gestaltung abbildbar - man muss nur dann die resultierenden (nachteiligen) Folgen ertragen. Oder man wählt eine Gestaltung, die steuerlich zumindest als vorteilhaft empfunden wird.

Der Solarteur hat nicht unbedingt kompletten Unfug erzählt. Er hat die Dinge nur entweder vereinfacht - oder die falschen Begriffe gewählt; oder... BEIDES.

Damit es umsatzsteuerlich kein Desaster wird, müssen der PV-Betreiber und der Anlagenerwerber identisch sein.
Der Ehemann kauft - und die Eheleute betreiben...... das riecht direkt nach Ärger.
Der Ehemann kauft - und die Ehefrau betreibt.... da ist die Vorsteuer direkt weg.

(Wer nun - aus welchen unerfindlichen Gründen auch immer - auf die Schiene gesetzt wird, dass der VNB für den Betrieb der PV-Anlage und den Hausanschluss nur einen Vertragspartner haben könne - für den kommt (fälschlich) raus, dass der Hauseigentümer immer der Anlagenbetreiber sein müsse. War Unfug. Ist Unfug. Bleibt Unfug.)

Euer Problem setzt woanders an. Und zwar beim Notar.
Zivilrechtlich war die Frage, ob eine Aufdachanlage ein Grundstücksbestandteil ist (oder nicht), zumindest noch im Jahr 2013 nicht vollständig geklärt. Das mag heute anders sein. Entzieht sich meiner Kenntnis.
Allerdings sollte es nach meiner Einschätzung möglich sein, im Vertrag festzulegen, dass die Anlage eben kein Grundstücksbestandteil ist, sondern nur zum vorübergehenden Zweck mit dem Grund und Boden verbunden wurde.
Dann wiederum ist es überhaupt kein Problem im Vertrag festzulegen, dass die PV-Anlage im Eigentum der Eltern verbleibt.
Ggf. auch mit aufschiebender Bedingung oder sonstigen Gestaltungen, wonach die Anlage spätestens mit dem Auszug des zweiten Elternteils oder mit dem Ableben des zuletzt verstorbenen Elternteils auf Dich übergeht.

Die zweite - häufig vergessene - Problematik (Wobei.. Die Größe des Problems folgt der Größe der Anlage linear)
Wenn die Eltern das Haus auf die Nachfolgegeneration übertragen..... nun lass mich raten... die sind älter als 35?
Verbleibt die PV in deren Eigentum.... steht sie auch zur Deckung evtl. Versorgungslücken bereit (wenn der gefürchtete aber leider immer öfter vorkommende Fall eintritt, dass einer oder beide zum Pflegefall werden).
Geht die Anlage "zu spät" in Dein Eigentum über (unentgeltlich) - kann das Sozialamt (wenn es bei Deinen Eltern einspringen muss) sich die Schenkung wieder zurückholen (10 Jahre können lang sein).
Und kaufst Du die Anlage entgeltlich (meines Erachtens der am wenigsten schlechte Weg) - dann stellt das Sozialamt die philosophische Frage "Wo ist meine Kohle?".
Hier wiederum kann man ganz gut vorbauen. Step 1: Ganz schnell in Bargeld verwandeln. Step 2: Belege sammeln, die einen teuren Lebenswandel belegen. Parktickets vor der Spielbank, vorm Puff oder alles andere, wo schnell viel Bargeld bei draufgeht.
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Re: Haus überschreiben -> PV behalten

Beitragvon alterego » 15.09.2018, 14:50

Wohnen deine Eltern weiter dort? Dann (sonst auch nicht) spricht ja nichts dagegen den Strom einfahc so weiterlaufen zu lassen wie es jetzt ist und ihr regelt das privat, wer letztendlich wieviel zahlt. Schlimmstenfalls bekommt Papa jedes Jahr zum Geburtstag einen ganz kleinen Goldbarren und du den Strom zum Geburtstag geschenkt.

jake117 hat geschrieben:Damals hatte es geheißen, das der Besitzer des Stromzählers und der PV-Anlagenbesitzer ein und dieselbe Person sein müssen.

Das war damals eigentlich noch kein Problem, das wurde es erst mit der EEG-Umlage auf den selbst verbrauchten Strom, falls es eine Überschußeinspeisung ist und wird es in naher Zukunft was die Kosten für die Messung angeht (ein und dieselbe Person zahlt nur einmal die Preisobergrenze und für den weiteren Zähler max. 20€, zwei verschiedene zweimal Obergrenze). Was das angeht war das damals schon sehr weitsichtig alles auf eine Person zu machen ;)

Insbesondere wenn deien Eltern an vorgezogene Rente denken, ist es nicht ungeschickt, wenn du die Anlage übernimmst. Ob du sie abstotterst odr auf einmal bezahlst, kann man dann imemr noch klären. Hat beides Vor- und Nachteile, siehe mein Vorschreiber.
Der VNB ist keine Rechtsberatungsstelle für Betreiber für Fragen zum EEG.
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Re: Haus überschreiben -> PV behalten

Beitragvon jake117 » 15.09.2018, 16:39

alterego hat geschrieben:Wohnen deine Eltern weiter dort?


Ja, die bleiben im Untergeschoss wohnen.

Leider finde ich dazu keine bessere Lösung als einen Zwischenzähler einzubauen und alles zu bezahlen was verbraucht wird. Ob PV oder Versorger. Ich zahle was ich verbrauche.
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Re: Haus überschreiben -> PV behalten

Beitragvon machtnix » 15.09.2018, 17:09

jake117 hat geschrieben:Leider finde ich dazu keine bessere Lösung als einen Zwischenzähler einzubauen und alles zu bezahlen was verbraucht wird. Ob PV oder Versorger. Ich zahle was ich verbrauche.


Einfacher wäre es wenn deine Eltern den Strombezug bezahlen und die Vergütung auf dein Konto geht. :wink:
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Re: Haus überschreiben -> PV behalten

Beitragvon Bento » 16.09.2018, 11:32

Ich sehe die Sache recht entspannt, da sich eigentlich bzgl. der PV-Anlage nichts ändern muss.
Ich nehme an, dass dein Vater bisher den Bezugsstrom bestellt und bezahlt hat und die PV-Anlage als Überschusseinspeisung lief (Eigenverbrauch). Das kann doch beides so bleiben. Und bei den Kosten für den Bezugsstrom einigt ihr euch halt auf einen Prozentsatz oder du baust einen Unterzähler ein.
Viele Grüße
Bento

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Re: Haus überschreiben -> PV behalten

Beitragvon hgause » 16.09.2018, 11:58

kpr hat geschrieben:Damit es umsatzsteuerlich kein Desaster wird, müssen der PV-Betreiber und der Anlagenerwerber identisch sein.

Verstehe ich nicht. Wenn ich die Anlage erwerbe, bin ich doch auch automatisch Betreiber. Bei welchem Fall ist denn der Erwerber nicht Betreiber? :roll: Hilf mir mal bitte von der Leitung runterzukommen :wink:
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Re: Haus überschreiben -> PV behalten

Beitragvon hgause » 16.09.2018, 11:59

kpr hat geschrieben:Damit es umsatzsteuerlich kein Desaster wird, müssen der PV-Betreiber und der Anlagenerwerber identisch sein.

Verstehe ich nicht. Wenn ich die Anlage erwerbe, bin ich doch auch automatisch Betreiber. Bei welchem Fall ist denn der Erwerber nicht Betreiber? :roll: Hilf mir mal bitte von der Leitung runterzukommen :wink:
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