Frage zu Herstellungskosten / geringwertige Wirtschaftsgüter

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Frage zu Herstellungskosten / geringwertige Wirtschaftsgüter

Beitragvon Jockel_Bln » 05.07.2018, 11:05

Hallo zusammen,

ich habe mal eine Frage an die (Steuer)profis zu den Herstellungskosten und welche davon nach AfA bzw. sofort abzugsfähig sind.

Unsere kleine Anlage kostete mit Installation um die 4000,- netto, hierzu habe ich eine Abschlag- und eine Schlussrechnung.
Vor der Installation benötigte ich noch ein paar Kleinteile 23,- netto auf extra Rechnung eines anderen Lieferanten.
Nun läuft das Ding seit Ende April und ich habe mich entschlossen noch einen Modbuszähler nachzurüsten (bitte nicht über die Sinnhaftigkeit diskutieren), der soll ca. 270,- netto kosten.

Die USt. der Rechnungen gebe ich bei den UStVA als Vorsteuer an - für die Anlagenkosten und die Kleinteile bereits geschehen und vom FA erstattet.
Wie verhält es sich nun mit den Nettokosten? Meine Denke wäre, dass ich die Anlagen/Installationskosten nach AfA als Anlagenneuwert ansetze/abschreibe und die beiden kleinen Rechnungen als übrige Ausgaben dieses Jahr mit in die Betriebsausgaben nehme.
Liege ich damit richtig, oder muss ich Alles zusammen nach AfA berücksichtigen?

Danke Euch im Voraus!

Gruß Jörg

EDIT: Die Rechnungen lege ich alle bei den UStVA mit vor, wollte das FA so.
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Re: Frage zu Herstellungskosten / geringwertige Wirtschaftsg

Beitragvon donnermeister1 » 05.07.2018, 11:43

Sind alles Herstellungskosten.
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Re: Frage zu Herstellungskosten / geringwertige Wirtschaftsg

Beitragvon Jockel_Bln » 05.07.2018, 12:12

Alles klar, also Alles nach AfA.
Dann war bei mir wohl etwas Wunschdenken mit im Spiel :wink:

Danke für die schnelle Antwort!

Gruß Jörg
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Re: Frage zu Herstellungskosten / geringwertige Wirtschaftsg

Beitragvon Carstene » 05.07.2018, 12:29

Ich hatte beim Anlagenkauf auch allerhand Krams dabei was durchaus einige hunderter ausgemacht hatte

Ich habe die "Anlagenkosten", also alles was vom Solarteur kommt auf die Afa gelegt und alles Kleinkrams, wie Werkzeuge, Material wie Dachlatten und Schrauben, Selbst Zwischenzähler etc. pp. direkt abgerechnet (Jedes Teil für sich lag deutlich unter den GWG)

Das wurde (bei mir) so anerkannt
7,28 kWp, 6000TL20, Ost mit 28 x ReneSola JC260M-24/Bb (02/2013)
2,65 kWp, 2500TL21, West mit 10 x SolarWorld AG SW 265 mono (EU)
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Re: Frage zu Herstellungskosten / geringwertige Wirtschaftsg

Beitragvon kpr » 05.07.2018, 13:36

Die beiden entscheidenden Worte waren "bei mir".

Werkzeuge sind eigenständige Wirtschaftsgüter und gehören nicht zu den HK. Das stimmt schon.
Alle Materialien die der Herstellung des Wirtschaftsguts dienen sind jedoch Herstellungskosten (oder Anschaffungskosten).


Es hat halt keiner hingeschaut. Und die Wahrscheinlichkeit, dass keiner hinschaut, die ist in dem Moment sehr hoch, wo ein erfahrener Mitarbeiter eines Teilbezirks die Sache bearbeitet. Der kennt es nicht anders. In jedem anderen Fall hat der Mitarbeiter beim FA keinen Einblick in die Zusammensetzung des Scheiterhaufens "sonstige betriebliche Aufwendungen" (da hilft auch die Aufsplittung im Rahmen der Anlage EÜR nicht viel weiter). Noch dazu ist es nicht seine Aufgabe.
Also gut nachvollziehbar, warum es funktioniert - wenn es funktioniert.

Mit der GWG-Grenze hat das wenig zu tun. Außer vielleicht der Argumentation: "Weil es unter der GWG-Grenze war, hab ich es fälschlich in die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gepackt - wäre es über der GWG-Grenze gewesen, hätte ich es als GWG deklariert."
Dann wiederum wäre die Gefahr des Aufgriffs enorm hoch gewesen - weil so ziemlich das einzige was der Innendienst versucht auf Plausibilität zu prüfen, ist die Verbindung zwischen Abschreibung und Anlagenspiegel.

Ich weiß nun nicht was ein Modbuszähler ist. Hier wäre zu prüfen, ob das Wirtschaftsgut der Sachgesamtheit der Anlage zuzuordnen ist, oder ob der Grundsatz der Einzelbewertung vorrangig anzuwenden ist.
Wenn es ein eigenständiges WG ist - dann wären es zwar AHK, aber eben nicht AHK der PV-Anlage sondern des Geräts an sich.
Beispiel: SolarLog.... ist so ein Klassiker der als eigenständiges WG zu behandeln ist, da nicht in einem einheitlichen Funktions- und Nutzenzusammenhang mit der Anlage stehend.
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Re: Frage zu Herstellungskosten / geringwertige Wirtschaftsg

Beitragvon ndorphin » 05.07.2018, 19:10

Der Modbus Zähler ist m.M. nach selbständig nutzbar, der zählt ja nur den Stromverbrauch. Und das auch ohne PV. Ergo GWG für mich.

Die Kleinbetragsrechnung würde ich evtl. unter Reperaturen bzw Werkzeuge/Kleingeräte buchen je nach dem was draufsteht. Wegen einmalig 20 Euro wird keiner ein Fass aufmachen und im Zweifel kann man das bestimmt auch so auslegen.
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Re: Frage zu Herstellungskosten / geringwertige Wirtschaftsg

Beitragvon Jockel_Bln » 05.07.2018, 22:13

ndorphin hat geschrieben:Der Modbus Zähler ist m.M. nach selbständig nutzbar, der zählt ja nur den Stromverbrauch. Und das auch ohne PV. Ergo GWG für mich.
...

Ja, im Prinzip schon - aber ich setze ihn zusammen mit einem SolarEdge Wechselrichter ein, der dann statt 70% hart 70% weich regelt. Das ganze Zähler- und Logginggedöns ist dabei mehr ein schöner Nebeneffekt.

Wie @donnermeister1 schon schrieb, werde ich das Ding wohl mit in die Herstellungskosten nehmen, das ist sicher am einfachsten zu erklären.
Bei der kleinen Anlage brauche ich eh keine Angst haben, dass sie meine Steuerschuld erhöht.

Gruß Jörg
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Re: Frage zu Herstellungskosten / geringwertige Wirtschaftsg

Beitragvon Janne » 06.07.2018, 18:00

Und obacht, wenn er nur für Dich ist zum Stromverbrauch messen. Denn dann ist er doch privat und nicht dem gewerblichen Umfeld zuzurechnen und somit nicht steuerlich wirksam (weder USt noch gewinnmindernd)
Dann würde ich den wohl eher zum 70% weich Regeln in der Anlage verbauen ;-)

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Re: Frage zu Herstellungskosten / geringwertige Wirtschaftsg

Beitragvon Jockel_Bln » 07.07.2018, 01:05

Ja dafür ist er ja auch gedacht, der Rest ist netter Nebeneffekt. :D

Habe ihn übrigens heute eingebaut, läuft nach einigen Konfigurationsproblemen prima.

Gruß Jörg
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