ESt-Erklärung + EÜR getrennt übermitteln?

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Re: ESt-Erklärung + EÜR getrennt übermitteln?

Beitragvon kpr » 10.05.2018, 09:23

@Mastermind
Das mit der Zuständigkeit... ist nun das kleinste Problem.
Meine erste Aufgabe an frische Azubis, wenn die zu Beginn ihrer Ausbildung in meinem Bereich tätig sind... und am Telefon die Zähne noch nicht auseinanderkriegen.

Steuernummer sei : 02/201/1234 5
Dann lautet der Satz "Schönen guten Tag.. mein Name ist ....... - und ich hätte gerne jemand vom Teilbezirk 201"

Jetzt kann Dich nur noch Elternzeit oder eine Halbtagsstelle davon abhalten, ad hoc den richtigen Ansprechpartner zu bekommen.
In komplexen Fragestellung (also immer wenn die Antwort lauten würde.. "Oh... das weiss ich auch nicht") wird dies in Beamtendeutsch übersetzt: "Den Fall bearbeitet die Kollegin. Die ist gerade nicht am Platz. Wenn Sie vielleicht nach Beendigung der Schwangerschaft nochmal anrufen könnten?"

(Böse. Ich weiß. Eigentlich sind die beim FA aber alle ganz gut drauf. Man muss nur wissen, wen man was fragen darf. Und was besser nicht.)
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Re: ESt-Erklärung + EÜR getrennt übermitteln?

Beitragvon Mastermind1 » 10.05.2018, 10:01

Der Ansprechpartner für PV anlagen beim FA, war super nett am Telefon.

Er hat auch auf die Fallstricke hingewiesen, wenn der Käufer auf der Rechnung von dem einspeisevertrag abweicht usw...
War echt super. Meine erste positive Erfahrung mit dem FA.;-)
kpr hat geschrieben:@Mastermind
Das mit der Zuständigkeit... ist nun das kleinste Problem.
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Re: ESt-Erklärung + EÜR getrennt übermitteln?

Beitragvon Fritzi1 » 10.05.2018, 10:16

Den Fallstrick mit der abweichenden Rechnung, Käufer/ Einspeisevertag, verstehe ich nicht.
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Re: ESt-Erklärung + EÜR getrennt übermitteln?

Beitragvon Mastermind1 » 10.05.2018, 10:22

Fritzi1 hat geschrieben:Den Fallstrick mit der abweichenden Rechnung, Käufer/ Einspeisevertag, verstehe ich nicht.
Ich glaub da gehört noch der Zusatz dazu dass auch der normale Stromvertrag (Strombezug) auf einen Namen lautet.
Bei mir kein Thema, da alles auf einen Namen gemacht wurde.
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Re: ESt-Erklärung + EÜR getrennt übermitteln?

Beitragvon Fritzi1 » 10.05.2018, 11:10

Aha, so wird ein Schuh draus :)
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Re: ESt-Erklärung + EÜR getrennt übermitteln?

Beitragvon kpr » 10.05.2018, 12:11

Der Fallstrick sieht so aus:

Zum Vorsteuerabzug ist nur der (umsatzsteuerliche) Unternehmer berechtigt. (Ganz grundsätzlich).
Weitere Voraussetzung ist, dass der Unternehmer eine Leistung von anderen Unternehmern für sein Unternehmen bezieht.

Unternehmer ist, wer einer auf Einnahmenerzielung (Einnahmenerzielung; nicht: Einkunftserzielung) gerichteten Tätigkeit nachgeht. Die ersten konkreten Vorbereitungshandlungen und die Absicht genügen.

Nun muss man nur die beiden Dinge miteinander verknüpfen:

Unternehmer ist demnach derjenige, der die Anlage betreibt = der gegenüber dem VNB als Betreiber / Vertragspartner auftritt.
(Ein förmlichere / schriftlicher Einspeisevertrag - den sich die Mitarbeiter des FA so sehr wünschen - ist dabei gerade kein MUSS. Und vom Abschluss eines solchen Vertrages, der nichts anderes als die AGB des VNB verkörpert, ist auch dringend abzuraten. )

Leistungsempfänger einer Leistung ist wiederum der zivilvertragliche Vertragspartner. Derjenige der Rechte aus einem Kauf-, Werk- oder sonstigem auf Leistungsaustauch gerichtete Vertrag Rechte geltend machen kann - oder in Anspruch genommen werden kann. Derjenige ist in der Rechnung ausdrücklich anzugeben.

Jetzt ist es nur noch Logik:
Betreibt "Lieschen Mustermann" die Anlage, und Käufer der Anlage ist "Hans Mustermann", dann gilt
a) Lieschen Mustermann könnte den Vorsteuerabzug in Anspruch nehmen - hat aber keine Leistung für ihr Unternehmen empfangen. Also: Kein Vorsteuerabzug
b) Hans Mustermann hat zwar eine Leistung empfangen - ist aber kein Unternehmer. Also: Auch kein Vorsteuerabzug.


Warum Fallstrick?
Das "Problem" fällt im Regelfall erst auf, wenn die Leistung erbracht ist. Ein Austausch des Leistungsempfängers ist dann nicht mehr möglich. Und die rückwirkende Herstellung der Unternehmereigenschaft funktioniert auch nicht.
Schach und Matt.
(Einzige Hoffnung: Der Sachbearbeiter beim FA macht die Augen zu. Ermessensspielraum hat er hier keinen. Allenfalls rettet Dich noch ein eklatanter Mangel an umsatzsteuerlichem Grundverständnis. Auf beides kann man nicht bauen.)

VOR Ausführung der Leistung (also beim Werkvertrag: Vor Abnahme) wiederum lässt sich das Problem innerhalb von 5 Minuten und einem Blatterl Papier lösen. ("Bestelleintritt").

Die "Lausitzer Bauernburschenmasche" wiederum vereinfacht diese (funktionierende) Lösung, indem die Rechnung einfach auf Lieschen Mustermann aufgemacht wird - obwohl Hans Mustermann der zivilrechtliche Auftraggeber ist.
Das ist einfach. Das klingt gut. Und das geht vermutlich in 90 von 100 Fällen gut.
In den 10 anderen Fällen wirds zappenduster:
a) natürlich kein Vorsteuerabzug auf Seiten des Leistungsempfängers (weder für Hans noch für Lieschen; siehe oben)
b) Der leistende Unternehmer schuldet die Umsatzsteuer doppelt.
-. aufgrund des tatsächlichen Sachverhalts; über den gar keine Rechnung ausgestellt wurde
- die falsch / unberechtigt ausgewiesen Steuer in der "falschen" Rechnung an Lieschen. Sog. "Straf- und Doofensteuer" nach §14c UStG.

Das "pikante" an der Sache: Eigentlich darf der Fiskus bei gehörigem Ablauf des Sachverhaltes keinen Cent in der Tasche behalten. Der leistende Unternehmer führt die Steuer ab - und der Leistungsempfänger holt sie sich wieder. Für den Fiskus (bzw. alle Beteiligten) ein Nullsummenspiel.

Fliegt die "falsch berichtigte Rechnung" auf, bekommt das FA die Steuer gleich zweimal.
In vielen Fällen plus Zinsen. Bei 6% p.a. ein echter Schnapp. Freilich nur aus Sicht des Fiskus.
Ich kenne keinen Mitarbeiter beim FA, der sich dieses Geschäft entgehen lässt.
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