Erfahrungen Steuerliche Absetzbarkeit Stromspeicher!

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Re: Erfahrungen Steuerliche Absetzbarkeit Stromspeicher!

Beitragvon smooth20 » 29.03.2018, 08:19

@ kpr

Wenn ich Dich richtig verstehe darf ich in der Umsatzjahressteuererklärung die Vorsteuer aus PV Anlage + Stromspeicher ziehen! (Vorsteuerbeträge aus Rechnungen…….)

Was wird dann in der Einnahmenüberschussrechnung in Zeile 49, Gezahlte Vorsteuerbeträge eingetragen?

Im Anlagenverzeichnis wird dann nur der Wert der PV Anlage eingetragen und abgeschrieben? (Speicher bleibt unberücksichtigt!)

Gruß
Hartmut
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Re: Erfahrungen Steuerliche Absetzbarkeit Stromspeicher!

Beitragvon kpr » 30.03.2018, 10:05

Wenn ich Dich richtig verstehe darf ich in der Umsatzjahressteuererklärung die Vorsteuer aus PV Anlage + Stromspeicher ziehen! (Vorsteuerbeträge aus Rechnungen…….)


Man halte mich für kleinlich - aber da stimme ich so nicht zu. GERADE beim Thema "Stromspeicher" und "Zuordnungsobjekt" und "Zuordnung zum Unternehmen".
Wie immer: bliebe der PV-Betreiber doch einfach auf der mittleren Spur der Autobahn - wäre alles sehr einfach.
Vorsteuer ist grundsätzlich im Rahmen der UStVA geltend zu machen.
Die Geltendmachung des Vorsteuerabzugs innerhalb der UStVA ist das grundsätzlich gedachte Instrument, um die Zuordnung zum Unternehmen zu erklären.
Verfährt man so - hat man nie ein Problem mit Zuordnungsfristen. (Den ganzen Rotz zu Fristen i. Z. mit der Zuordnung müsste man nicht kennen / nicht beherrschen).
Die Zuordnung kann auch anderweitig dem FA mitgeteilt werden. Formlos - oder im Rahmen der UST-Erklärung.
Allerdings: Die Zuordnung kann nur bis zum gesetzlichen Abgabezeitpunkt für die UST-Erklärung erfolgen.
Und da sind wir am Punkt: Ich hab in meinem Leben noch keine Steuererklärung pünktlich abgegeben. Ich bezweifle auch, dass derartige Exemplare in freier Wildbahn häufig anzutreffen sind.

Vielleicht hast Du den Begriff "USt-Erklärung" (in Abgrenzung zur UStVA) gar nicht bewusst gewählt. Und der ganze Kommentar war überflüssig. (Ich denke aber halt immer an Mitleser, die halt sinnvoller Weise das Lesen, was da steht - und nicht das, was sich der Schreiber gedacht hat.)

Generell: Sofern eine einheitliche Anschaffung mit der PV erfolgte, stellen Anlage und Speicher ein einheitliches Zuordnungsobjekt dar. Und somit ist - bei Vorliegen der Voraussetzungen - das Thema Vorsteuerabzug aus Speicher mit einfachsten Grundsätzen erledigt.
(Umgekehrt: Getrennte Anschaffung.... dann liegen zwei Zuordnungsobjekte vor... dann ist der Speicher ein eigenständiges Zuordnungsobjekt... und dann ist es auch logisch, dass eine Zuordnung nicht erfolgen kann.)
(Aber auch: Frag mich jetzt nicht, in welchen in freier Wildbahn auftretenden Fällen noch eine einheitliche Anschaffung vorliegt. Hab ich mich nie mit befassen müssen - und gedenke es auch nicht zu tun. Mir schweben da die Fälle durch den Kopf, in denen die Anlage bei Solarteur X und der Speicher bei Händler Y zeitgleich / in engstem zeitlichen Zusammenhang bestellt wird.)

Was wird dann in der Einnahmenüberschussrechnung in Zeile 49, Gezahlte Vorsteuerbeträge eingetragen?

Naja... die gezahlte Vorsteuer halt.

Im Anlagenverzeichnis wird dann nur der Wert der PV Anlage eingetragen und abgeschrieben? (Speicher bleibt unberücksichtigt!)

Ja. Würde ich so machen - wenn ich nicht die "Versucht macht kluch"-Strategie probieren würde.
In dem Fall greifen die Grundsätze "bescheissen - aber richtig"; oder auch "der Köder muss dem Fisch schmecken" oder "der bikini-body wird im Winter gemacht - abgerechnet wird am Strand"

Step 1: Sorge dafür, dass die Rechnung gerade noch "korrekt" ist - aber so nichtssagend wie möglich.
Bei mir stünde dort 1 Stück PV-Anlage in fix und fertiger Arbeit, Nennleistung X kWp, n Module Typ adfnjiiXX-123, Wechselrichter SerNo. 1234455687, QWERTZ456312 verkabelt und angeschlossen, montiert auf Unterkonstruktion der Marke "

und in "QWERTZ456312" würde sich bei mir der Speicher verstecken.
Oder ganz raus damit. Der ist dann halt "hupsi" versehentlich nicht aufgetaucht.

Step 2: im Anlageverzeichnis steht nur noch "PV-Anlage, X KWp, Standort"
aus die Maus.

Step 3: In die nächste Kirche gehen - Kerze anzünden (besser zwei) - und beten.
Bete, dass Du nicht die A-Karte bekommst, und gerade Dein Sachbearbeiter mal so richtig Branchenkenntnis und Zeit hat und motiviert ist.
(Zugegeben.... derartige Exemplare sind selten..... aber leider Gottes eignen sich solche Mini-Gewerbe-Fälle hervorragend als Beschäftigungstherapie für Inspektorenanwärter auf den Teilbezirken. Und da sind einige Halbhaarspalterinnen gehäuft anzutreffen.)
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Re: Erfahrungen Steuerliche Absetzbarkeit Stromspeicher!

Beitragvon smooth20 » 30.03.2018, 10:42

@kpr

Hallo,
ich habe das Wort Umsatzsteuererklärung bewusst gewählt!

Da ich die Komponenten bereits seit Februar zusammenkaufe (Module, Haken Wechselrichter;
dann habe ich diesen Monat nochmals Module und einen Wechselrichter angeschafft.
Im Juli darf ich mit der neuen Anlage erst ans Netz und wollte dann auch erst den Speicher erwerben!)

Dachte daher dann in der Umsatzsteuererklärung 2018 welche ich im März 2019 einreiche, die Vorsteuer für alles zu ziehen!

Wie müsste ich vorgehen wenn ich das ganze mittels Umsatzsteuervoranmeldung abwickeln muss?

Gruß
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Re: Erfahrungen Steuerliche Absetzbarkeit Stromspeicher!

Beitragvon MBIKER_SURFER » 30.03.2018, 13:41

Du kaufst jetzt Komponenten und hast kein Unternehmen angemeldet. Möchtest aber die Vorsteuer mit Datum heute irgendwann ziehen? Viel Spaß - und keine Steuerprüfung!

Gruß
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Re: Erfahrungen Steuerliche Absetzbarkeit Stromspeicher!

Beitragvon kpr » 30.03.2018, 18:25

Du bist seit allerspätestens Februar XX umsatzsteuerlicher Unternehmer und hast monatliche Voranmeldungen abzugeben.
(Die Tatsache, dass das FA davon ggf noch nichts weiß, oder das Merkzeichen USt im Steuerkonto noch nicht gesetzt wurde; Du demzufolge keine Mahnungen erhältst und keine Zwangsmittel angedroht oder festgesetzt werden, ändert an der Abgaberverpflichtung reinweg gar nichts.)

Die Vorsteuer ist grundsätzlich abzugsfähig in dem Monat, in dem erstmalig entweder
a) bei nicht ausgeführten Leistungen: die Rechnung vorliegt und die Zahlung geleistet wurde
b) bei ausgeführten Leistungen: die Leistung ausgeführt wurde und die Rechnung vorliegt.

Gegen einen späteren Vorsteuerabzug im gleichen Veranlagungszeitraum (=Kalenderjahr) ist nichts einzuwenden;
ein Abzug in einem späteren Veranlagungszeitraum ist nicht zulässig.
(Die Tatsache, dass diese Regelung in den allermeisten Fällen aufgrund bestehender Vorläufigkeitsvermerke keine praktische Relevanz hat und daher niemanden interessiert, ändert a) nichts an der Theorie; b) nichts daran, dass gerade bei PV die entsprechenden Vorläufigkeitsvermerke öfter mal nicht bestehen - und schon bekommt die Thematik einen gänzlich andere Relevanz).

Du stösst nun genau in die Thematik hinein, wo ich schon angedeutet habe, dass ich keine rechtssichere Auskunft geben kann: Was ist die konkrete Voraussetzung, damit eine Anlage incl. Speicher als einheitliches Zuordnungsobjekt gilt?
Da hier ein beträchtlicher zeitlicher Unterschied zwischen Anschaffung der ersten (meisten, betriebsnotwendigen) Komponenten und dem Speicher besteht, tendiere ich dazu, dass das Kind im Brunnen liegt: Der Speicher ist ein eigenständiges Zuordnungsobjekt und kann mangels unternehmerischer Nutzung dem Unternehmen nicht zugeordnet werden.
(Meine Meinung. Wenn mir jemand eine Fundstelle aus Verwaltungsanweisungen, Rechtsprechung oder einem anerkannten Kommentator vorlegt, ändere ich die allzu gerne.)

Demnach würde ich hier sagen: Pech gehabt. aus einer gebratenen Frikadelle kriegt man keine milchgebende Kuh mehr gemacht.
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Re: Erfahrungen Steuerliche Absetzbarkeit Stromspeicher!

Beitragvon smooth20 » 30.03.2018, 21:42

MBIKER_SURFER hat geschrieben:Du kaufst jetzt Komponenten und hast kein Unternehmen angemeldet. Möchtest aber die Vorsteuer mit Datum heute irgendwann ziehen? Viel Spaß - und keine Steuerprüfung!

Gruß
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Logisch habe ich angemeldet! Seit 2014! Sieht man auch in der Signatur!
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Re: Erfahrungen Steuerliche Absetzbarkeit Stromspeicher!

Beitragvon MBIKER_SURFER » 30.03.2018, 22:38

O.K. - das hat man dem Text so nicht angesehen. Aber dann hast trotzdem das Problem, das @kpr schön deutlich aufgezeigt hat!

Gruß
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Re: Erfahrungen Steuerliche Absetzbarkeit Stromspeicher!

Beitragvon smooth20 » 10.04.2018, 18:52

Hallo,

nach dem ich heute die Vorsteuer für die 2 te Anlage, Anschaffung 2017, mittels im März 2018 eingereichter Umsatzsteuererklärung zurückbekommen habe, wüsste ich gerne wie ich es korrekt für die Anschaffung der dritten Anlage, Anschaffung 2018 samt Speicher durchführe!

Da ich ja nur jährlich Umsatzsteuervoranmelde pflichtig bin, stellt sich mir die Frage, ob ich Anfang Januar 2019,
eine Umsatzsteuervoranmeldung einreichen muss ( PV Anlage + Speicher) oder
ob ich das Ganze wieder im März 2019 mittels Umsatzsteuererklärung verrechne?

Würde gerne Formell korrekt Abwickeln und Bedanke mich für Eure Hilfe!

Gruß
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Re: Erfahrungen Steuerliche Absetzbarkeit Stromspeicher!

Beitragvon donnermeister1 » 10.04.2018, 19:13

smooth20 hat geschrieben:...
ob ich das Ganze wieder im März 2019 mittels Umsatzsteuererklärung verrechne?
...


Genau so.
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Re: Erfahrungen Steuerliche Absetzbarkeit Stromspeicher!

Beitragvon franz-josef » 09.07.2018, 15:01

Aber wenn man mit einem Speicher am regelenergiemarkt teilnehmen könnte wäre der Speicher doch sicherlich absetzbar oder ? Es soll ja nicht sofort in einen Speicher investiert werden sondern erst dann wenn die eeg Vergütung ausläuft.
Anlage ging 2010 in Betrieb also noch 12 Jahre
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