Einkommensteuer Frage Jahreübergreifend

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Re: Einkommensteuer Frage Jahreübergreifend

Beitragvon Bento » 10.05.2018, 14:10

Ich habe eigentlich im Moment nur mein EkSt.-Gehirn an.
Mein USt.-Gehirn schläft seit Tagen.
Viele Grüße
Bento

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Re: Einkommensteuer Frage Jahreübergreifend

Beitragvon kpr » 10.05.2018, 16:26

Gerne doch.
(Bin eigentlich auf "Führen über Ziele" = "Vorgabe von Regeln" programmiert)

1. Umsatzsteuer
Es gibt keine 10-T-Regel im UStG.
Die Umsatzsteuer aus der Kundenzahlung ist im Januar fällig.

Bei den Zahlungen an die Lieferanten handelt es sich offensichtlich um ausgeführte Leistungen.
Die Vorsteuer ist abzugsfähig, wenn die Leistung erbracht ist und die Rechnung vorliegt.
Der Zahlungszeitpunkt spielt überhaupt keine Rolle.
Sofern ein anderer Nachweis nicht erbracht wird, wird für Rechnungen vom 31.12. eines Jahres der Zugang im Folgejahr angenommen.
Die Vorsteuer dürfte in beiden Fällen wohl im Januar abzugsfähig sein.

2. Einkommensteuer
Die Zahlung vom VNB ist eine wiederkehrende Zahlung und wirtschaftlich der Vorperiode zuzuordnen.
Die Erfassung als BE (Erlöse und USt) erfolgt in der Vorperiode.

Die Zahlung an den Lieferanten des WR ist keine wiederkehrende Leistung.
Die ertragsteuerliche Erfassung erfolgt in der Periode des Zahlungsabflusses.
Instandhaltungsaufwendungen und Vorsteuer.
(Dabei unterstellt, dass es sich nicht um Anlagevermögen sondern Instandhaltungsaufwendunge handelt).

Die Zahlung an den Telekommunikationsdienstleister ist eine wiederkehrende Zahlung und betrifft wirtschaftlich die Vorperiode.
Die ertragsteuerliche Erfassung erfolgt in der Vorperiode (sonstige betriebliche Aufwendungen und Vorsteuer)
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Re: Einkommensteuer Frage Jahreübergreifend

Beitragvon Bento » 10.05.2018, 20:00

O.K. vielen Dank, so hätte ich es in der realen Welt auch gemacht.

Ich konstatiere dann mal für mich (immer noch rein ertragssteuerlich :wink: ):

1. Die USt. an Lieferanten / vom Kunden teilt immer das Schicksal der zugehörigen Leistung. Ist diese als wiederkehrend einzustufen, gilt das auch für die USt. Beide Komponenten müssen danach immer im gleichen Veranlagungsjahr verarbeitet werden.

2. Die USt. an FA / VSt. vom FA gilt immer als wiederkehrende Leistung.

3. (Regelmäßig) wiederkehrende Einnahmen / Ausgaben im Zeitraum 22.12. - 10.01. werden dem Kalenderjahr zugeordnet zum dem sie wirtschaftlich gehören. Voraussetzung ist, dass der Betrag in diesem Zeitraum fällig und geleistet worden ist. Falls dem Finanzamt eine Einzugsermächtigung erteilt worden ist, gilt ein Betrag als bei Fälligkeit geleistet auch wenn er erst später vom Konto abgeflossen ist.

Ich hoffe, ich habs jetzt.
Viele Grüße
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Re: Einkommensteuer Frage Jahreübergreifend

Beitragvon Fritz49 » 10.05.2018, 20:47

Hallo,
das mit der 10 Tage Regelung, ist meinen Augen verwirrend ?
Wie ist es denn , wenn ich Dauerfristverlängerung beantrage ?
kehre ich dann wieder zum normalen Kalenderjahr 01.01.- 31.12. zurück ?
Wenn das denn so wäre, hätte man doch mit eine Dauerfristverlängerung, vie l
verwirrendes aus den Steuerecht heraus genommen ?
Oder gibt es dann ein anderes neues Problem
Gruß
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Re: Einkommensteuer Frage Jahreübergreifend

Beitragvon Bento » 10.05.2018, 21:20

Hallo Fritz,

eine Dauerfristverlängerung führt dazu, dass die Fälligkeiten der USt.-Zahlungen vom und an das Finanzamt um einen Monat herausgeschoben werden. Die UStVA für z.B. November 2017 wird also erst am 10.Januar 2018 fällig, was in diesem Fall dazu führen müsste, dass der entsprechende Betrag dem Jahr 2017 zuzurechnen wäre.

Die UStVA. für Dezember 2017 wird allerdings erst am 10. Februar 2018 fällig und damit liegt die Fälligkeit nicht mehr im 10-Tages-Zeitraum um den Jahreswechsel und würde damit automatisch dem Jahr 2018 zugeschlagen werden müssen.
Ich kenne jedoch auch den Fall, dass das FA Anfang Januar, sofern die UStVA für Dezember bereits gemacht wurde, sowohl November als auch Dezember verarbeitet und dann wüsste ich ehrlich gesagt nicht, wie das zuzuordnen ist. Vermutlich nicht anders wie vorher beschrieben, da die Fälligkeit für Dezember eben weiterhin erst der 10.02. ist.

Da wird sich bestimmt noch ein Berufener zu äußern.
Viele Grüße
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Re: Einkommensteuer Frage Jahreübergreifend

Beitragvon donnermeister1 » 10.05.2018, 21:30

Wenn die UStVA Dez. trotz Dauerfristverlängerung bis zum 10.1. übermittelt wird, dann greift die 10-Tages-Regel. Denn, wie geschrieben wurde, hat der Steuerpfl. ab dem Zeitpunkt der Übermittlung keine Verfügungsgewalt mehr über den Betrag.

Somit kann man als Stpfl. in dem Fall steuern, ob man den Betrag der UStVA Dez. dem alten oder neuen Jahr der EÜR zurechnen will. Altes Jahr, bis 10. übermitteln, neues Jahr, nach dem 10. übermitteln.
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Re: Einkommensteuer Frage Jahreübergreifend

Beitragvon kpr » 11.05.2018, 00:20

Die Dauerfristverlängerung führt zu einer um einen Monat verlängerten Frist für die Abgabe der Voranmeldung.
Thats it. Aus die Maus. Märchen Ende.
Ob eine Dauerfristverlängerung gewährt ist oder nicht, ändert überhaupt nichts an der ertragsteuerlichen Beurteilung der USt-Zahlung.

Es gilt das Zufluss-Abflussprinzip.
In den Fällen bestehender Lastschrifteinzugermächtigung mit der "Besonderheit", dass bereits der Verlust der Dispositionsfreiheit (=Abgabe der Voranmeldung) als Abflusszeitpunkt gilt.

Ob mit oder ohne Dauerfristverlängerung; ob mit oder ohne Einzelfristverlängerung, ob fristgerecht abgegeben wird oder verspätet.... mag ggf. zur Festsetzung eines Verspätungszuschlages führen (vermutlich wohl eher nicht);
aber bleibt ohne jede Bedeutung für die Berücksichtigung als BE / BA in zeitlicher Hinsicht.
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Re: Einkommensteuer Frage Jahreübergreifend

Beitragvon Fritz49 » 11.05.2018, 05:27

Moin,
Danke für die Antworten !
Alles Mist.
Ich meine für alle Beteiligten wäre es einfacher wenn das Jahr wie gehabt, vom 01.01. bist zum 31.12. gerechnet würde ?
Allerdings mit der aktuellen Regelung, wird die Zahlung der U St am. z. B vom 02.01. dem Jahr zu gerechnet, wo sie hin gehört.
Ich habe darauf, noch nicht geachtet, wie geht unser tolles PV Steuerprogramm von Paulchen damit um ?
Berücksichtig es die 10 Tage Regelung ?
Gruß,
Fritz
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Re: Einkommensteuer Frage Jahreübergreifend

Beitragvon Paulchen » 11.05.2018, 07:53

Fritz49 hat geschrieben:...
Ich habe darauf, noch nicht geachtet, wie geht unser tolles PV Steuerprogramm von Paulchen damit um ?
Berücksichtig es die 10 Tage Regelung ?
Gruß,
Fritz


Hallo Fritz,
in unserem "tollen PV Steuerprogramm" (danke für das Lob :D ) gibt es sowohl bei den Einnahmen als auch bei den Ausgaben jeweils Untertabellen für Zahlungen nach der 10-Tage-Regel. Hier eingetragene Beträge werden in der Einnnahmenüberschussrechnung berücksichtigt, nicht aber bei der Umsatzsteuer. Wenn du über die Funktion "Neue Jahresdatei erstellen" die Datei für das Folgejahr anlegst, werden die Beträge - sofern zutreffend - automatisch bei der Umsatzsteuer berücksichtigt, ohne dass du etwas eintragen musst.

Zudem hast du im Programm umfangreiche Erklärungstexte, die dir das Verständnis dieser Bereiches erleichtern.

Freundliche Grüße
Paulchen
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Informationen unter https://www.pv-steuer.com
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Re: Einkommensteuer Frage Jahreübergreifend

Beitragvon Bento » 11.05.2018, 20:47

kpr hat geschrieben:Ob mit oder ohne Dauerfristverlängerung; ob mit oder ohne Einzelfristverlängerung, ob fristgerecht abgegeben wird oder verspätet.... mag ggf. zur Festsetzung eines Verspätungszuschlages führen (vermutlich wohl eher nicht);
aber bleibt ohne jede Bedeutung für die Berücksichtigung als BE / BA in zeitlicher Hinsicht.

Hier wird es aber etwas anders gesehen:
Unbenannt.PNG

Quelle
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