Bürgschaft für Jahrespacht gewünscht

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Bürgschaft für Jahrespacht gewünscht

Beitragvon binepeter » 11.08.2017, 08:56

Hallo zusammen,

nachdem meine ersten Installationen auf Pachtdächern über Einmalzahlung der Dachpacht stattgefunden haben, habe ich nun einen möglichen Verpächter, der eine Jahrespacht wünscht - meinerseits gerne, da ich dann seitens des Eigenkapitaleinsatzes geschont werde.

Nun kam aber die Frage seitens des Verpächters auf, nachdem ich ihm die meinerseits benötigten Sicherheiten erklärt hatte (erstrangige Dienstbarkeit etc.), wie er denn abgesichert werden würde bzgl. meiner zu leistenden Jahrespachten?
Er meinte, es könne ja auch durchaus passieren, dass ich als Betreiber Zahlungschwierigkeiten / Privatinsolvenz erleiden könnte und dann hätte er eine fremde Anlage auf dem Dach und erhielte keine Pacht dafür.

Gute Frage, soweit hatte ich noch gar nicht gedacht, da man sich vermutlich selbst keine Gedanken darüber macht, wenn man sich wirtschaftlich gut entwickelt.

Habt Ihr eine Idee, wie ich ihm eine Absicherung geben könnte bzw. was es für Alternativen gibt?

Ich danke für Eure Mithilfe.
Viele Grüße
Peter
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Re: Bürgschaft für Jahrespacht gewünscht

Beitragvon Herrvolt » 11.08.2017, 09:01

Du kannst Ihm ja die PV-Anlage, oder einen Teil davon als Bürgschaft abtreten.
Wasserkraft, Naturenergie welche wohl als erste die Stromerzeugung ermöglichte, ist sicher Verfügbar, nicht nur wenn die Sonne scheint.
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Re: Bürgschaft für Jahrespacht gewünscht

Beitragvon Oberfranke BKS » 11.08.2017, 09:03

Evtl. So wie es die Bank auch macht mit Abtretungserklärung

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Re: Bürgschaft für Jahrespacht gewünscht

Beitragvon binepeter » 11.08.2017, 09:04

Da setzt sich ja erstmal meine finanzierende Bank drauf......die sich ja auch die Einspeisevergütung während der Tilgungszeit abtreten lassen.
Dies könnte sicherlich Anwendung finden, wenn die Bank mal raus ist.

Nehmen wir an, die Anlage wäre getilgt, wie könnte ich z.B. eine (Teil-)Abtretung der Einspeisevergütung schriftlich vornehmen?

Oder sollte ich zu meiner Bank und nach einer klassischen Bürgschaft fragen?
Dies kostet aber, soweit ich weiss, ein paar Prozent Zinsen pro Jahr über den Gesamtbetrag?
Da kommt ja auch einiges zusammen.....
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Re: Bürgschaft für Jahrespacht gewünscht

Beitragvon Herrvolt » 11.08.2017, 09:40

Du hast doch die andern Anlagen im Voraus bezahlt, wenn ich das richtig verstanden habe.
Dann zahl doch den Betrag einmalig an deine Bank, diese kann dann jährlich Überweisen und dafür Bürgen.
Das sollte doch umsetzbar sein.
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Re: Bürgschaft für Jahrespacht gewünscht

Beitragvon binepeter » 11.08.2017, 10:00

Ich wollte ja eigentlich gerade nicht 20.000€ an die Bank bezahlen, die daraufhin jährlich eine Pacht an den neuen Verpächter auszahlt. Dann hätte ich diesen Betrag auch dem neuen Verpächter direkt als Einmalzahlung geben können...

Die Absprache ist derzeit (unabhängig meiner anderen Anlagen - nur jetzt auf diese betrachtet)
- Pachtvertrag mit Jahreszahlung
- Finanzierung der Anlage mit meiner Bank, die daraufhin von mir eine Sicherheitsübereignung der Anlage erhält
- Eintragung dienstbarkeit in seinem grundbuch plus Rangrücktritt seiner Bank
- Tilgungsdauer ohne Sondertilgung 16 Jahre, mit 10% ST vermutlich unter 10 Jahre
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Re: Bürgschaft für Jahrespacht gewünscht

Beitragvon Lesandro » 11.08.2017, 15:09

Hallo,

hierzu gibt es das Vermieterpfandrecht (oder gleichbedeutend Verpächterpfandrecht). Das sollte dem Verpächter doch reichen.

Allerdings will normalerweise jede PV-Bank einen Verzicht durch den Standorteigentümer auf das Pfandrecht. Nach meiner Erfahrung lässt sich mit der Bank aber oft eine Regel finden, dass der Verzicht durch den Standoreigentümer nur gilt, solange kein Pachtrückstand vorhanden ist.

Grüße
Lesandro
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Re: Bürgschaft für Jahrespacht gewünscht

Beitragvon Kollektor » 12.08.2017, 13:05

binepeter hat geschrieben:Habt Ihr eine Idee, wie ich ihm eine Absicherung geben könnte bzw. was es für Alternativen gibt?


Ich nicht, statt einer Kaution kann man gleich eine Einmalpacht zahlen, die dann abgezinst werden muss. Die Bank hat die Einmalpacht mitfinanziert, daher stellt sich die Liquiditätsfrage nicht.

Ich habe es damals so gemacht und den Dachvermietern eine Einmalpacht angeboten gegen Abzinsung von 4 % p.a.. Heute bin ich echt froh darüber. :mrgreen: Heute stößt man vielleicht mit 3 % Abzinsung auf offene Ohren, auch das ist ein gutes und vor allem für beide Seiten ein verwaltungsarmes Geschäft.

Ein Dachvermieter forderte (und bekam sie von mir) damals noch zusätzlich eine Kaution von 10T€ für evtl. durch PV verursachte Dachschäden und Rückbau. 2010 waren für Flach- und Süddächer 30 €/kWp jährlich bzw. abgezinst 400 €/kWp für 20 Jahre üblich, das war für mich besser als ein "geschenktes" O/W-Dach. Damals stand man mit anderen Betreiberinteressenten im Wettbewerb, bei den heutigen EEG-Sätzen wären solche Pachten und Kautionen für den Betreiber wirtschaftlich nicht mehr darstellbar. Auch nicht Dachsanierung gegen Betreiberrecht wie es damals oft praktiziert wurde. Was ich heute bereit wäre zu zahlen wäre für den Dachbesitzer uninteressant, das sehen auch andere so und deshalb ist dieses PV-Pachtmodell fast eingeschlafen.
Sonnige Grüße
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Re: Bürgschaft für Jahrespacht gewünscht

Beitragvon Bento » 12.08.2017, 13:36

Hallo binepeter,

du hast es zwar in deinem Beitrag nicht so deutlich geschrieben, aber die Überschrift sagt schon alles: Dein möglicher Verpächter hätte gerne eine Bürgschaft. Warum gibst du sie ihm nicht?

Wie hier bereits geschrieben gibt es aus Sicht der Verpächters zwei Risiken:

1. Du zahlst deine Pacht nicht mehr.
Dafür hat er das Vermieterpfandrecht, also deine Anlage als Sicherheit.

2. Du baust die Anlage nicht ab, obwohl du dazu aus einem vertraglichen Grund verpflichtet bist
Dafür müsstest du eine Kaution (dann kannst du wirklich gleich eine Einmalpacht zahlen) oder eine Bürgschaft vorlegen. Eine Bürgschaft wird etwa 2% Avalgebühren kosten. Was am Ende für dich günstiger ist, hängt von den tatsächlichen Zahlen ab.
Viele Grüße
Bento

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Re: Bürgschaft für Jahrespacht gewünscht

Beitragvon binepeter » 12.08.2017, 13:54

Hallo Bento,

der Verpächter fragte mich, nachdem ich alle Sicherheiten vorgestellt hatte, die er für mich (und meine Bank) zu leisten hätte, was er für eine Sicherheit erhalten könnte bei finanziellen Schwierigkeiten meiner Person.

Der Vermieterpfandrecht wird laut Nutzungsvertrag ausgeschlossen bzw. ist auch Bedingung der GLS, dass es ausgeschlossen werden muss.

Daher fing ich an zu überlegen, was ich ihm anbieten könnte.
Ich wollte eigentlich, da ich mich über seinen Wunsch einer Jahrespacht gefreut hatte, doch wieder alles in einen Topf schmeissen und auf EInmalzahlung übergehen. Damit wäre er natürlich direkt auf der sicheren Seite.

In den diversen Nutzungsverträgen, die man im Netz findet - auch städtische - wird darauf nicht eingegangen sondern höchstens mal auf eine Kautionsbildung für Anlagenrückbau.

Wäre - nach erfolgter Tilgung der Bankfinanzierung - eine Möglichkeit, dass ich ihm eine (Teil-)Abtretung der EInspeisevergütung anbiete? Andererseits steht aber auch in den Nutzungsverträgen, dass bei nicht erfolgter Pachtzahlung seinerseits ein außergewöhnlicher Kündigungsgrund vorliegt. Das sollte ihm doch auch nützen, wenn ich keine Pacht mehr zahlen könnte?

Zur Bürgschaft:
Ich müsste mal mit meiner Hausbank (Sparkasse) bzgl. einer Bürgschaft sprechen, da ich vermute dass die GLS das als PV finanzierende Bank das eventuell nicht anbietet?
Aber welchen Betrag nehme ich da? Die 21 Jahrespachten als Gesamtbürgschaft?

Ich habe irgendwie einen Knoten im Kopf ?!?

Viele Grüße
Peter
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