Bewertung Eigenverbrauch

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Bewertung Eigenverbrauch

Beitragvon netjumper » 11.10.2018, 10:57

Hallo ich muss nun erstmals ein Steuererklärung für meine Photovoltaik Anlage machen eines ist mir noch nicht ganz klar. Kann mich bitte jemand aufklären.

Ich habe mich für die Kleinunternehmer Regelung entschieden.

Nun zu meiner Frage wenn ich Kleinunternehmer bin brauche ich keine Umsatzsteuer auf den selbstverbrauchten Strom zu bezahlen und kann somit auch kein Vorsteuerabzug erhalten soweit klar.

Was ist mit dem Eigenverbrauch bezogen auf die Einkommenssteuer muss ich als Kleinunternehmer diese Versteuer?

LG
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Re: Bewertung Eigenverbrauch

Beitragvon donnermeister1 » 11.10.2018, 11:19

netjumper hat geschrieben:Was ist mit dem Eigenverbrauch bezogen auf die Einkommenssteuer muss ich als Kleinunternehmer diese Versteuer?


Ja. Einfachste Variante, die sogenannten Opportunitätskosten. D.h. als Wert pro kWh nimmst du die Einspeisevergütung.
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Re: Bewertung Eigenverbrauch

Beitragvon netjumper » 11.10.2018, 12:19

danke für die Info ich habe beim Finanzamt Amberg Einkommensteuer und Umsatzsteuer folgendes gefunden

Bei Anlagen, die nach dem 31. März 2012 in Betrieb genommen werden und nicht unter die Übergangsregelung des § 66 Abs. 18 EEG fallen, wird der Direktverbrauch nicht mehr vergütet. Wird vom Anlagenbetreiber der Strom nicht in das Netz eingespeist, sondern selbst verbraucht, ist eine unentgeltliche Wertabgabe zu versteuern (sofern aus der Anschaffung der Anlage insoweit ein Vorsteuerabzug geltend gemacht wurde). diesen habe ich ja nicht gemacht ist diese Information dann Falsch verstanden?

LG
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Re: Bewertung Eigenverbrauch

Beitragvon passra » 11.10.2018, 13:28

Falsch verstanden, das bezieht sich NUR auf die Umsatzsteuer. Kein Vorsteuerabzug gemacht, somit keine USt auf die unentgeltlich Wertabgabe.
Davon völlig unabhängig musst du deinen eigenverbrauchten Strom trotzdem in der Einkommensteuer (EÜR) angeben und als Einnahme versteuern.
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Re: Bewertung Eigenverbrauch

Beitragvon Broadcasttechniker » 11.10.2018, 13:32

Das kommt ja jetzt als Neuling auch auf mich zu.
Wenn der Text so stimmt wie oben angegeben dann sagt da klipp und klar das keine Versteuerung erfolgt.
Tatsächlich taucht die Formulierung allerdings immer unter dem Kapitel Umsatzsteuer auf.
Wäre ja auch zu schön wenn man selbst geerntetes unversteuert konsumieren könnte.
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Re: Bewertung Eigenverbrauch

Beitragvon PV tut Not » 11.10.2018, 13:40

Ich habe für die 2017er Erklärung 20ct pro kWh reingeschrieben.
Mein FA hat sich jedenfalls nicht beschwert.
Bin auch in KUR.
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Re: Bewertung Eigenverbrauch

Beitragvon Broadcasttechniker » 11.10.2018, 13:47

Das glaube ich gerne dass die sich nicht beschweren.
Entweder schreibst du die typischen 12 Cent rein oder du rechnest dir die Gestehungskosten mal aus.
Die sollten so bei 6-8 Cent liegen, sonst war die Anlage zu teuer.
Für neuer Anlagen.
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Re: Bewertung Eigenverbrauch

Beitragvon donnermeister1 » 11.10.2018, 13:56

In der Umsatzsteuer heißt es unentgeltliche Wertabgabe, in der Einkommensteuer Sachentnahme.

Umsatzsteuer ≠ Einkommensteuer

Eine unentgeltliche Wertabgabe brauchst du nicht berücksichtigen, da du KUR anwendest.
Die Sachentnahme in der EÜR musst du schon angeben.
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Re: Bewertung Eigenverbrauch

Beitragvon PV tut Not » 11.10.2018, 14:02

Theoretisch soll man den Bezugspreis inkl. die auf die selbstverbrauchten kWh umgelegten Fixkosten des Netzanschlusses reinschreiben.
Nachdem das aber immer eine sehr individuelle und nicht trivial nachzuvollziehende Rechnung ist (das Nachrechnen kostet mehr Aufwand als das, was ggf. wegen falscher Angaben mehr rauskommen würde - außer die Ungereimtheit ist offensichtlich eklatant), gibt sich das FA mit einem "Mittelwert" zufrieden.

Wie die Gestehungskosten sind oder die Einspeisevergütung ist, ist dem FA hier völlig schnurz.
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Re: Bewertung Eigenverbrauch

Beitragvon kpr » 11.10.2018, 14:59

Völlig richtig. "Dem Finanzamt".
"Dem Finanzamt".. genauer "Deinem Finanzamt".
"Dein Finanzamt" <> "Die Finanzverwaltung".

So schön die lila Kuh auf dem Rastplatz Marakesch-Süd für Dich ja sein mag - sie hilft dem gemeinen Forumsmitglied nicht weiter.

Die Vorredner haben schon Recht:

a) Umsatzsteuer
unentgeltliche Wertabgabe
Bemessungsgrundlage = der eigene Einkaufspreis (den man gehabt hätte, hätte man auch den DV vom EVU bezogen)
wird bei KUR ad absurdum geführt - da die Steuer nicht erhoben wird

b) Einkommensteuer
Sachentnahme
Bewertung zum Teilwert.
Definitionsgemäß ein objektiver aber kein eindeutig definierter Wert.
Klassische Wertansätze
a) Die Einspeisevergütung (bisher unwiderlegt)
b) Die Herstellungskosten (schlecht mit Gleichbehandlungsgrundsätzen für kurze Zeit zu verteidigen)
c) Der Marktpreis (vom FA gerne propagiert; aber kompletter fachlicher Unsinn der Marke "extra peinlich")

20 Cent... sind nun aus Sicht des FA ein Schnäppchen. Da wird niemand was sagen. Das ist nicht deren Aufgabe.

Umgekehrt... nicht jeder Polizist läuft gleich Amok, nur weil man mal über eine durchgestrichene Linie fährt. Aber manchmal legen sich die Brüder genau dazu an neuralgischen Stellen bewusst auf die Lauer.
Und genauso fühlen sich die meisten Sachbearbeiter beim FA nicht dazu berufen, den Wert von Sachentnahmen durchzurechnen. (Dafür gibts den Außendienst - und der rundet das weg.)
Andere Sachbearbeiter fühlen sich sehr wohl dazu berufen, hier die Halbhaar doppelt zu spalten.
Letztere müsen dann leider und notgedrungen der Maßstab hier im Forum sein.
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