Altanlage - Steuer

Förderung, Kreditgeber, Finanzamt, Wirtschaftlichkeit, Steuern,...

Moderator: Mod-Team

 

0.00 (0 Bewertungen)

Altanlage - Steuer

Beitragvon ghrian » 05.01.2017, 18:10

Hallo zusammen,
ich bin neu hier und hätte mal eine Frage zur Besteuerung von Einspeisevergütung. 1996 hatte ich mir eine PV Indachanlage mit 3,3Kw installieren lassen die zwei Jahre später dann noch auf 4,4Kw erweitert wurde. Es handelte sich damals um wenige PV-Anlagen (ca. 70Kw) die vom örtlichen Energieversorger eine kostendeckende Vergütung über 20 Jahre erhielten, u.A. auch meine Die Vergütung pro Kwh bei Volleinspeisung wurde individuell für jede Anlage nach Kaufpreis, geschätzter Ertrag von 850Kwk/Kw, und Zins und Tilgung der Fremdfinanzierung ermittelt. Max. 2,-DM/Kwh. In meinem Fall waren es 1,78DM bzw. 91ct. Nach Ablauf der 20 Jahre erhalte ich, wie ich jetzt erst erfahren habe, immer noch nach EEG 50,62ct./Kwh bis 2020. Nun meine eigentliche Frage: Die Anlage wurde nie als Gewerbe angemeldet, auch nicht beim FA, dementsprechend auch nichts abgeschrieben und auch die MWSt bei der Anschaffung bezahlt. Die Finanzierungskosten sind schon lange mit Eigenmittel getilgt, so dass außer Versicherung und Zählermiete keine negativen Einkünfte vorhanden sind. Wenn ich jetzt zum FA gehe und meine Anlage nach Ablauf der 20 Jahre „kostendeckende Vergütung“ anmelde um meine zukünftigen Einnahmen ordentlich zu versteuern, wird dann das FA meine Einkünfte der letzten 10 Jahre noch nachversteuern wollen? 1996 waren die Finanzämter nicht begeistert wenn jemand seine Anlage geltend machen wollte, da ja keine Gewinnerzielungsabsicht bestanden hatte und der Bau einer PV-Anlage allgemein als „Hobby/Liebhaberei“ betitelt wurde.

Über brauchbare Tipps freue ich mich.
Viele Grüße
ghrian
ghrian
Öfters hier
Öfters hier
 
- Threadstarter -
 
Beiträge: 11
Registriert: 04.01.2017, 19:22
PV-Anlage [kWp]: 4,4
Info: Betreiber

Re: Altanlage - Steuer

Beitragvon yazerone » 06.01.2017, 10:41

Hast Du denn die Möglichkeit, das Gesamtergebnis (alle Einnahmen abzgl. aller Ausgaben abzgl. aller Afa zzgl. Restwert) von Beginn bis heute zu ermitteln?
55x Heckert Solar NeMo 60P 260 Wp mit 1 SMA Tripower6000 TL und 1 SMA Tripower7000 TL
yazerone
Vielschreiber
Vielschreiber
 
Beiträge: 174
Registriert: 11.06.2015, 10:45
PV-Anlage [kWp]: 14,3
Info: Betreiber

Re: Altanlage - Steuer

Beitragvon kpr » 07.01.2017, 09:14

Da gibts viele Weisheiten:
- Gehe nicht zu Deinem Fürst, wenn Du nicht gerufen würst
- never touch the running System
- wo kein Kläger, da kein Richter
- wenn Du in der Scheiße rührst, wirds davon nicht weniger - es spritzt nur mehr

Also bitte... Finger davon. Es hat 20 Jahre keinen interessiert - da macht jetzt auch keiner mehr den Finger spitz.
Allein der Aufwand um festzustellen, welche Jahre noch änderbar sind; ab wann keine Liebhaberei mehr vorgelegen hat.... da wendet sich jeder halbwegs vernünftige Finanzer ab.
16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung
Benutzeravatar
kpr
Forum Genie
Forum Genie
 
Beiträge: 9089
Registriert: 02.04.2010, 16:03
PV-Anlage [kWp]: 16,92
Info: Betreiber

Re: Altanlage - Steuer

Beitragvon werner8 » 07.01.2017, 09:22

Hallo Herr ghrian,

halt einfach die Füße still und gut ist es.

Gruß
werner8
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 1778
Registriert: 02.11.2009, 17:36

Re: Altanlage - Steuer

Beitragvon Bento » 07.01.2017, 11:38

Hallo ghrian,

ich habe da einige Fragen, nur für mich zum Verständnis:

Du hast einen Vertrag über 20 Jahre mit deinem örtlichen Energieversorger, nach dem du ihm deinen Strom lieferst und er dir dafür 91,- Cent/kWh bezahlt?

Wie läuft das dann mit dem Netzbetreiber? Der will doch bestimmt die vollen Netzentgelte haben?

Bei 91,- Cent/kWh und 850 kWh/kWp war schon 1996 absehbar, dass dir 1 kWp nach 20 Jahren 15.470,- € einbringen werden. Bei einem geschätzen Kaufpreis von 8.000,- €/kWp wäre es vielleicht nicht ganz verwegen gewesen, eine Gewinnerzielungsabsicht zu unterstellen. Hattest du damals einen Steuerberater oder zumindest eine Anfrage beim Finanzamt gestellt, worauf man dir bestätigt hat, dass es als Liebhaberei eingestuft wird? Oder war das Thema Finanzamt nie ein Thema, weil du dich nicht bei denen gemeldet hattest?

Bin mal gespannt, was geschieht, wenn du jetzt beim VNB die EEG-Umlage von 50,62 Cent/kWh bis 31.12.2020 beantragst?
Viele Grüße
Bento

Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
(Arnaud Desjardins)
Benutzeravatar
Bento
Forum Genie
Forum Genie
 
Beiträge: 7431
Registriert: 08.10.2006, 15:09
Wohnort: Münsterland
Info: Betreiber

Re: Altanlage - Steuer

Beitragvon ghrian » 09.01.2017, 18:21

Hallo Bento,

zu deiner ersten Frage: ja so ist es, und der Energieversorger ist auch gleichzeitig der Netzbetreiber.

Du hast aber bei der Berechnung weder Schuldzinsen, Versicherung, Zählermiete und Unterhaltungskosten berechnet. Diese Kosten wurden bei der Berechnung für die Höhe der Einspeisevergütung durch den Energieversorger alle berücksichtigt, und damals lag der Zinssatz für ein Hypothekendarlehen noch bei ca. 7%p.a.! Und wenn die Gesamtkosten den Ertrag nicht übersteigen liegt doch m. E. auch keine Gewinnerzielungsabsicht vor? Ich habe, wenn ich mich noch richtig erinnere (ist 20 Jahre her!), damals telefonisch beim FA nachgefragt ob die Anlage angemeldet werden muss (soll?) und dies wurde dann offensichtlich verneint, und einen Steuerberater habe ich auch keinen.
Rückwirkend betrachtet wäre eine Anmeldung der Anlage auch nur finanziell interessant gewesen wenn sie mit einem tilgungsfreien Darlehen über 20 Jahre finanziert worden wäre und nicht wie in meinem Fall das Darlehen recht früh mit Eigenmittel getilgt worden wäre.

Zu deiner letzten Frage: die 50,62ct EEG sind beim Versorger extra ausgewiesen, der Rest von 40,39ct als „Differenz Zielvergütung“ und das schon seit 2013, da muss ich wohl nichts mehr beantragen.

Gruß ghrian
ghrian
Öfters hier
Öfters hier
 
- Threadstarter -
 
Beiträge: 11
Registriert: 04.01.2017, 19:22
PV-Anlage [kWp]: 4,4
Info: Betreiber

Re: Altanlage - Steuer

Beitragvon Bento » 09.01.2017, 20:27

Laufen lassen........was willst du sonst machen?
Viele Grüße
Bento

Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
(Arnaud Desjardins)
Benutzeravatar
Bento
Forum Genie
Forum Genie
 
Beiträge: 7431
Registriert: 08.10.2006, 15:09
Wohnort: Münsterland
Info: Betreiber

Re: Altanlage - Steuer

Beitragvon ghrian » 25.10.2018, 12:28

Hallo zusammen,
nach einem Versicherungsfall durch Überspannung wurde ein Wechselrichter und drei Module beschädigt und ausgetauscht. Die Versicherung die ich bereits 1997 abgeschlossen hatte (Elektronikversicherung) hat mir, obwohl ich darauf hingewiesen habe dass ich nicht vorsteuerabzugsberechtigt bin, die MWSt. nicht erstattet und folgendermassen begründet: "Als Anlagenbetreiber sind Sie vorsteuerabzugsberechtigt. Sollte dies in Ihrem Fall nicht so sein, so bitten wir um einen Nachweis vom Finanzamt. Sobald uns dieses vorliegt, wird eine Nachentschädigung vorgenommen." Die Anlage wurde, wie ich im ersten Beitrag geschrieben habe, nie als Gewerbe angemeldet. Was sollte ich tun???
Danke und Gruss
ghrian
Öfters hier
Öfters hier
 
- Threadstarter -
 
Beiträge: 11
Registriert: 04.01.2017, 19:22
PV-Anlage [kWp]: 4,4
Info: Betreiber

Re: Altanlage - Steuer

Beitragvon kpr » 25.10.2018, 13:15

Kleiner Weg: Kopie der Einkommensteuerbescheide der letzten paar Jahre dazu legen. Zahlen ruhig schwärzen. Der Versicherung den Sachverhalt offen legen. Wer ein klein wenig des denkens fähig ist und nicht nur Käsekästchen ankreuzen kann, ist in der Lage zu erkenne, dass da keine gewerblichen Einünfte vorliegen.
Setzt aber tatsächlich voraus, dass die Versicherung mitspielt.Bzw. der dortige Sachbearbeiter.

Großer Dienstweg:
Entsprechende Bescheinigung beim FA anfordern. Jammer am Telefon ein wenig über den doofen Versicherer, der nicht kapieren will, dass Du kein Unternehmer i.S. des UStG bist. Und wenn einer fragt, wie der Versicherer überhaupt auf die Idee kommt, dann übst Du vorher am Telefon große ratlose Augen zu machen und leicht genervt "ich hab keine Ahnung" zu sagen.

Wenn das auch nicht funktioniert, hilft tatsächlich nur, das FA im Detail informieren.... gibt "much ado about nothing".
Denn so wie Du es darstellst, war ja eigentlich - im Ergebnis - alles richtig.
Es ist schon richtig, dass die Anlage nicht "gemeldet" werden muss. Gemeint ist wohl die ordnungsrechltiche Gewerbeanmeldung beim Ordnungsamt der Stadtverwaltung / Gemeinde.
Es ist auch richtig, dass Verluste wegen Liebhaberei nicht hätten anerkannt werden dürfen;
umgekehrt hätten Einnahmen (bzw. negative Einkünfte) natürlich deklariert werden müssen.
(Lies mal, was neben Deiner Unterschrift in den Steuererklärungen steht...)
16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung
Benutzeravatar
kpr
Forum Genie
Forum Genie
 
Beiträge: 9089
Registriert: 02.04.2010, 16:03
PV-Anlage [kWp]: 16,92
Info: Betreiber

Re: Altanlage - Steuer

Beitragvon ghrian » 07.11.2018, 20:05

"Kleiner Weg" wurde akzeptiert.
Danke nochmals :danke:
ghrian
Öfters hier
Öfters hier
 
- Threadstarter -
 
Beiträge: 11
Registriert: 04.01.2017, 19:22
PV-Anlage [kWp]: 4,4
Info: Betreiber


Zurück zu Finanzen / Steuern



Ähnliche Beiträge


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste