Aktuelle Zinsentwicklung

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Re: Aktuelle Zinsentwicklung

Beitragvon Südostdach » 14.06.2018, 07:14

wschmeiser hat geschrieben:Und, wie entsteht das Geld bei einem Vollgeldsystem?
Nun genau das habe ich beschrieben
Exakt identisch aus dem Nichts!!!
Somit nicht wirklich überraschend
Derzeit bei Null Prozent Zinsen sogar zu den gleichen Kosten wie bei einer Geschäftsbank!
Habe da so meine Zweifel, dass die EZB bereit wäre den Banken eine 20-jährige Hypothek (beim aktuellen Zins wohl für einen normalen Häuslebauer das einzig sinnvolle) das Geld für diesen Zeitraum für 0,0 zur Verfügung zu stellen, würden die Banken jedoch lange Verträge mit kurzfristigem Geld refiananzieren, das die EZB jederzeit zurückrufen könnte...

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Re: Aktuelle Zinsentwicklung

Beitragvon Südostdach » 14.06.2018, 07:23

Beim Bund-Future laufen wir seit einer Woche - nicht ganz unerwartet - auf der Widerstandslinie um die 160 seitwärts.
Aktuell läuft praktisch alles auf 159,8 zum 09/18, lediglich 3 Stücke zum 12/18 mit einem aktuellen Kurs von 157,48.
Hier erwarte ich eine Kurssteigerung, aber wetten will ich darauf nicht - ist in einem Markt, der ausschließlich von der EZB abhängt einfach nicht vorhersehbar.

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Re: Aktuelle Zinsentwicklung

Beitragvon Kollektor » 14.06.2018, 22:30

Der Bundfuture zog nach der EZB-Sitzung steil auf 160,8 Punkte an, der Euro fiel zeitlich um 2 Ct unter 1,16 $. Der Markt hoffte vergeblich auf positive Zinssignalen und wurde abermals enttäuscht. Leitzins im Euroraum bleibt auf Rekordtief von null Prozent. Ab Oktober will die Notenbank das Volumen der monatlichen Käufe zunächst von derzeit 30 Milliarden Euro auf 15 Milliarden Euro verringern. Ende Dezember könnte das Programm dann auslaufen. Das beschloss der EZB-Rat am Donnerstag, wie die Notenbank mitteilte -> finanzen.net

PS: Ich gehe derzeit keine Finanzwetten ein, mir fehlt das nötige Kleingeld dafür und auch die Zeit. Meine letzte Prolongation hätte ich nach dem tatsächlichen Zinsverlauf durch Warten vielleicht etwas günstiger haben können, aber dann hätte ich einen variablen Kredit mit weiteren Unsicherheiten dazwischen schalten müssen. Ohne Not macht man solche Spielchen nicht.

Auf dem falschen Fuß erwischt hat mich die Gewinnwarnung der Postaktie, meine in den letzten Jahren erfolgreichste (und zweithöchste) Position im Depot.

Zur Vollgelddiskussion: Joseph Huber ist ein deutscher Ökonom und Sozialwissenschaftler. Er entwickelte das geldwirtschaftliche Konzept des Vollgeldes -> https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Huber_(Soziologe) -> Wikipedia. Er pflegt seine eigene Seite -> Vollgeld.de Auf Youtube gibt es mehrere gut verständliche Beiträge von Joseph Huber, die aber teils sehr lange gehen. Hier ist eine Zusammenfassung.
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Re: Aktuelle Zinsentwicklung

Beitragvon wschmeiser » 15.06.2018, 11:09

Full-reserve banking (Vollgeld-) Diskussionen gab es schon, da war ein Joseph Huber noch nicht einmal auf der Welt. Er hat Vollgeld weder erfunden und schon gar nicht verstanden.

Irgendwo hatte ich eine Formulierung gelesen: "Vollgeld löst ein Problem, das es nicht gibt."

Das trifft den Nagel auf den Kopf, denn wenn es kein konkretes Problem zu lösen gibt, gibt es halt unendlich viele Lösungen für das nicht vorhandene Problem. Zumindest die Schweizer haben das erkannt und entsprechend abgestimmt. Ob das in D auch der Fall gewesen wäre, bezweifle ich.

Ansonsten tue ich mich außerordentlich schwer damit, zu verstehen, was die Aktien- und Zinsmärkte derzeit bewegt, oder man kann auch sagen, eigentlich nicht bewegt, denn wirklich viel passieren tut an den Finanzmärkten ja nicht, drum herum aber schon.

Und die Gewinnwarnung bei der Deutschen Post bestätigt mir nur einmal mehr, dass man die Finger von allen ehemaligen und derzeit noch staatsnahen (regulierten) Unternehmen lassen sollte. Seien es nun Energieversorger, Telekom, Post, Bahn, das Management scheint komplett unfähig zu sein. Die Gewinnwarnung der Post zeigt nur, dass man nicht die geringste Ahnung hat oder hatte, wohin das Unternehmen steuert.
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Re: Aktuelle Zinsentwicklung

Beitragvon wschmeiser » 15.06.2018, 11:46

Südostdach hat geschrieben:
wschmeiser hat geschrieben:Und, wie entsteht das Geld bei einem Vollgeldsystem?
Nun genau das habe ich beschrieben


Entweder habe ich das nicht gefunden, überlesen oder nicht verstanden. Vielleicht kannst Du das nochmals mit eigenen Worten erläutern.
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Re: Aktuelle Zinsentwicklung

Beitragvon ndorphin » 15.06.2018, 18:01

wschmeiser hat geschrieben:Irgendwo hatte ich eine Formulierung gelesen: "Vollgeld löst ein Problem, das es nicht gibt."

Das trifft den Nagel auf den Kopf, denn wenn es kein konkretes Problem zu lösen gibt, gibt es halt unendlich viele Lösungen für das nicht vorhandene Problem.


Also die Probleme nicht zu erkennen kann zwei Ursachen haben:

a) man ist sehr naiv

b) man gehört zu den Profiteuren des derzeitigen Systems und möchte sie nicht erkennen

b) erklärt auch warum die Schweizer dagegen gestimmt haben!
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Re: Aktuelle Zinsentwicklung

Beitragvon Südostdach » 17.06.2018, 07:24

wschmeiser hat geschrieben:Und richtig, dann kann man in diesen Ländern wieder günstig Vermögenswerte erwerben.
Habe zwar so meine Probleme mit dieser Definition von Schwellenländern, egal, so mal eine Frage aus Neugierde:
Das Wort wieder, dass Du und looser verwendeten, impliziert, dass Ihr bereits günstig dort Vermögenswerte erworben habt.
Würde mich mal interessieren, was, wann und mit welchem Ergebnis.

Einfacher und schneller wäre es z.B. gewesen darauf zu wetten, dass der "neue" am. Präsident in Sachen Nordkorea erfolgreicher ist als seine Vorgänger.
Wer vor einem Vierteljahr in z.B. Guangdong Immobilien kaufte, kann sie jetzt für gut das Doppelte verkaufen, und das, obwohl die Provinzregierung zwischenzeitlich Maßnahmen gegen Spekulation ergriffen hat, so kann der neue Käufer z.B. die Wohnung, das Haus, etc. erst nach 5 Jahren wieder verkaufen.
Wobei das Abkommen unter Clinton über das aktuelle Abkommen hinaus ging - dafür flossen auch ein paar Milliarden an Nordkorea - aber es wurde dann nicht eingehalten.
Wird das aktuelle Abkommen nicht eingehalten, dann war der Flug vom am. Präsidenten nach Singapur zwar nicht kostenlos, aber umsonst.
Ist es erfolgreich, dann wäre es jetzt eine dumme Idee zu verkaufen.

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Re: Aktuelle Zinsentwicklung

Beitragvon Südostdach » 17.06.2018, 07:33

wschmeiser hat geschrieben:Entweder habe ich das nicht gefunden, überlesen oder nicht verstanden. Vielleicht kannst Du das nochmals mit eigenen Worten erläutern.
Südostdach hat geschrieben:Weshalb sollte also beim Vollgeldsystem nun die EZB sich diese Arbeit aufhalsen, wenn das nicht einmal die kleine KfW macht?

Ist doch so viel angenehmer für den Geldgeber, er stellt Bedingungen auf, nach denen Darlehen vergeben werden, und der Vermittler (also die dazwischengeschaltete Bank) haftet für die Einhaltung der Vorgaben sowie für das Kreditausfallrisiko und erledigt den ganzen Papierkram.
Er kassiert lediglich Zinsen, für Geld, das er aus dem Nichts schafft, wer würde das nicht gerne selbst so halten?

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Re: Aktuelle Zinsentwicklung

Beitragvon Südostdach » 17.06.2018, 07:58

ndorphin hat geschrieben:Also die Probleme nicht zu erkennen kann zwei Ursachen haben:

a) man ist sehr naiv

b) man gehört zu den Profiteuren des derzeitigen Systems und möchte sie nicht erkennen

b) erklärt auch warum die Schweizer dagegen gestimmt haben!
Naiv ist jeder, der die von Politikern gemachten Gesetze einhält - also vermutlich wir alle hier.
Und dies dürfte auch auf Dein b) zutreffen.

Denn bei einem Vollgeldsystem wäre all das, was aktuell auf viele Banken verteilt ist (aus meiner persönlichen Sicht immer noch viel zu wenig dezentral, da erstens ein Oligopol, und zweitens dann auch noch unter der Aufsicht von BAFIN, Bundesbank, und noch schlimmer, der sowieso schon monopolistischen und mit viel zu viel Machtbefugnissen ausgestatteten EZB, die keine Scheu hat nicht nur an die Grenzen ihrer Machtbefugnis zu gehen, sondern weit darüber hinaus, wie wir während der Griechenlandkrise lernen mußten) auch noch Aufgabe der EZB.

Es war in der Vergangenheit nie eine gute Idee, wenn alle Macht bei einer Stelle war, warum sollte das nun zukünftig anders sein?
Und man muß doch mehr als naiv sein, wenn man glaubt, dass die EZB denkt, ihre wichtigste Aufgabe sei das Vermögen des Deutschen Michels zu schützen und zu mehren.

Hinzu kommt, dass beim Vollgeldsystem den Banken gewaltige Einnahmen wegbrechen würden, Du glaubst doch nicht im Ernst, dass die Bnken zukünftig diese Beträge einsparen würden?
Die Sparkassen würden dann vielleicht ein paar Euro weniger für gemeinnützige Dinge und an Vereine spenden, etwas was sie ja schon seit Jahren sowieso schon reduzieren, aber ansonsten fällt mir da wenig ein.
Es bliebe somit nur eine Möglichkeit, nämlich Gebühren für alles zu erheben/erhöhen, wofür man eine Bank benötigt, ob nun Geld einzahlen, abheben, überweisen, Kontoführungsgebühr und und und.

Wen würden diese zusätzlichen Kosten des Geldverkehrs wohl härter treffen, PVB, looser, und wenn auch mit großem Abstand, mich, oder diejenigen, die monatlich weniger als tausend Euro pro Familienmitglied Brutto verdienen?

Wen würden höhere Darlehenszinsen härter treffen?
Vom Betrag her sicherlich mich eher als einen Elektriker mit seiner Familie und einem Verbraucherkredit.
Aber nach Abzug des dann verbleibenden Einkommens...

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Re: Aktuelle Zinsentwicklung

Beitragvon ndorphin » 17.06.2018, 09:23

Südostdach hat geschrieben:Denn bei einem Vollgeldsystem wäre all das, was aktuell auf viele Banken verteilt ist (aus meiner persönlichen Sicht immer noch viel zu wenig dezentral, da erstens ein Oligopol, und zweitens dann auch noch unter der Aufsicht von BAFIN, Bundesbank, und noch schlimmer, der sowieso schon monopolistischen und mit viel zu viel Machtbefugnissen ausgestatteten EZB, die keine Scheu hat nicht nur an die Grenzen ihrer Machtbefugnis zu gehen, sondern weit darüber hinaus, wie wir während der Griechenlandkrise lernen mußten) auch noch Aufgabe der EZB.


Ich weiß nicht was die EZB da groß an Mehraufgaben zu tun hätte als das Geld zu "verteilen" und ein bisschen zu kontrollieren.

Südostdach hat geschrieben:Und man muß doch mehr als naiv sein, wenn man glaubt, dass die EZB denkt, ihre wichtigste Aufgabe sei das Vermögen des Deutschen Michels zu schützen und zu mehren.


Noch viel naiver ist anzunehmen das es die Banken tun! Ganz im Gegenteil, beim Vollgeldsystem sind Bankenpleiten viel unwahrscheinlicher. Bankenpleiten werden direkt vom Steuerzahler bezahlt.

Südostdach hat geschrieben:Hinzu kommt, dass beim Vollgeldsystem den Banken gewaltige Einnahmen wegbrechen würden, Du glaubst doch nicht im Ernst, dass die Bnken zukünftig diese Beträge einsparen würden?


Warum sollten denen gewaltige Einnahmen wegbrechen aus dem typischen Bankengeschäft? Dafür gibt es überhaupt keinen Grund. Banken die heute ihr Geld mit Investmentbanking machen sind i.d.R. auch keine Endkundenbanken. Die sind so überflüssig wie ein Kropf.

Südostdach hat geschrieben:Es bliebe somit nur eine Möglichkeit, nämlich Gebühren für alles zu erheben/erhöhen, wofür man eine Bank benötigt, ob nun Geld einzahlen, abheben, überweisen, Kontoführungsgebühr und und und.


Findet doch heute alles schon statt. Hat sicher nichts mit dem Vollgeld zu tun. Und es gibt heute auch Banken die ohne Gebühren auskommen und das sind sicher nicht die, die am Vollgeld besonders leiden würden.

Südostdach hat geschrieben:Wen würden diese zusätzlichen Kosten des Geldverkehrs wohl härter treffen, PVB, looser, und wenn auch mit großem Abstand, mich, oder diejenigen, die monatlich weniger als tausend Euro pro Familienmitglied Brutto verdienen?


Die die Du ansprichst sind doch die leidtragenden des derzeitigen System, die zahlen heute teilweise Mieten jenseits von gut und böse. Selbst wenn sie 10 Euro fürs Konto zahlen müssten wäre das für sie immer noch um Welten günstiger als die Mieterhöhungen der letzten Jahre. Nur so als ein Beispiel. Bankkosten und selbst ab und zu mal etwa höhere Kreditzinsen wären doch immer nur Peanuts.

Südostdach hat geschrieben:Wen würden höhere Darlehenszinsen härter treffen?
Vom Betrag her sicherlich mich eher als einen Elektriker mit seiner Familie und einem Verbraucherkredit.
Aber nach Abzug des dann verbleibenden Einkommens...


Das ist viel zu kurz gedacht. Siehe z.b. die Mietproblematik von oben. Beim Vollgeld gehts aber um viel weitreichendere Sachen. Weil die Giralgeldwerte die bis heute erschaffen wurden hängen auch indirekt mit den Staatsschulden zusammen. Und darunter leidet der "kleine Mann" letzendlich am meisten: maroden Schulen & Infrastruktur, geschlossen Schwimmbädern etc. Und bei der nächsten großen Bankenpleite wird er auch wieder zahlen müssen (über Steuern). Bis in die 70er übrigens ging es dem "kleinen Mann" gut, da konnte sich fast jeder normale Arbeiter ein Auto und ein Haus leisten. Seit dem - verbunden mit den immer stärker wachsenden Giralgeldmengen - ging es langsam aber stetig eigentlich nur noch bergab für weite Teile der Bevölkerung.

Naja, Vollgeld oder was ähnliches kommt sowieso, da mache ich mir keine Gedanken, ist nur die Frage wann. Wäre halt nur schön gewesen man würde es nicht erst in einer Krisensituation einführen.
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