Abfindung Photovoltaik: IAB + Abschreibung + Kredit

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Abfindung Photovoltaik: IAB + Abschreibung + Kredit

Beitragvon PhotoGen » 02.08.2018, 13:08

Hallo Zusammen!
Obwohl ich mich (meiner Ansicht nach) schon gut informiert habe bzgl. meiner Abfindung und den damit möglichen 'Optimierungen' habe ich nun noch ein paar konkrete Fragen. Angenommen ich bekomme in diesem Jahr 200k€ Abfindung, habe 120k€ Einkommen und würde noch dieses Jahr in Photovoltaik investieren und zwar 300k€, dann würde ich ja mit den möglichen 40% IAB an die 120k€ kommen und könnte dann mit einer netten Rückerstattung rechnen. Nun habe ich zwar ein schönes Süddach (und auch im Norden wäre noch Platz) aber keine 300k€ zur Verfügung - sondern nur 200k€ und würde dann noch ein Darlehen über 100k€ benötigen. Funktioniert dann dieses Modell immer noch?
Gibt es auch noch eine Möglichkeit zu den 40% IAB eine Sonderabschreibung von 20% (§ 7g EStG) in diesem Jahr zu bekommen, also gesamt 60%?
Viele Grüße und schon einmal Danke!
Knut
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Re: Abfindung Photovoltaik: IAB + Abschreibung + Kredit

Beitragvon kpr » 02.08.2018, 13:37

Vielleicht seh ich den Wald vor Bäumen nicht mehr.

Die 200 T€.... ist das schon die Nettoabfindung? Sonst hast Du die logischerweise nicht zur Verfügung - und Dein Finanzierungsbedarf wäre höher. Dies nur am Rande.

Die Finanzierungsart mag die Wirtschaftlichkeit Deiner Anlage trüben, weil die Bank als erste die Hand aufhält;
auf die Höhe des IAB bleibt dies jedoch ohne jede Auswirkung.

Wenn Du dieses Jahr (2018) investierst.......
a) muss der IAB spätestens im Jahr 2017 geltend gemacht werden
b) kann in 2018 die Sonderabschreibung in HÖhe von 20% auf die um 40% geminderten AHK geltend gemacht werden.


Angenommen eine Anlage kostet im Jahr 01 = 100, der Grenzsteuersatz betrage 40%

Jahr 00: Geltendmachung IAB, 40% von 100 = - 40, Steuerersparnis in 00 = 16 T€
Jahr 01
a) Hinzurechnung des IAB = +40
b) Aufwandswirksame Kürzung der AHK um den IAB = - 40, buchmäßige AHK = 60
==> Gewinnauswirkung aus IAB in 01 = 0; Steuerersparnis = 0
c) Sonderabschreibung: 20% v. 60 = - 12
d) Normalabschreibung 5% v. 60 = - 3
=AfA gesamt = -15 (statt 5% v. 100 = -5); Gewinnminderung durch Gestaltung = - 10; Steuerersparnis = 4 T€
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Re: Abfindung Photovoltaik: IAB + Abschreibung + Kredit

Beitragvon wschmeiser » 02.08.2018, 14:51

PhotoGen hat geschrieben:Hallo Zusammen!
Obwohl ich mich (meiner Ansicht nach) schon gut informiert habe bzgl. meiner Abfindung und den damit möglichen 'Optimierungen' habe ich nun noch ein paar konkrete Fragen. Angenommen ich bekomme in diesem Jahr 200k€ Abfindung, habe 120k€ Einkommen und würde noch dieses Jahr in Photovoltaik investieren und zwar 300k€, dann würde ich ja mit den möglichen 40% IAB an die 120k€ kommen und könnte dann mit einer netten Rückerstattung rechnen. Nun habe ich zwar ein schönes Süddach (und auch im Norden wäre noch Platz) aber keine 300k€ zur Verfügung - sondern nur 200k€ und würde dann noch ein Darlehen über 100k€ benötigen. Funktioniert dann dieses Modell immer noch?
Gibt es auch noch eine Möglichkeit zu den 40% IAB eine Sonderabschreibung von 20% (§ 7g EStG) in diesem Jahr zu bekommen, also gesamt 60%?
Viele Grüße und schon einmal Danke!
Knut


Ist Dir die steuerliche Fünftelregelung bekannt?

https://www.haufe.de/personal/entgelt/abfindung-bei-einvernehmlicher-aufloesung-des-arbeitsvertrags_78_417026.html

Bevor Du Deine steuerliche Basis optimierst, solltest Du sicherstellen, dass die Fünftelregelung zum Tragen kommt. Die ist aber wirklich tricky und alle erforderlichen formalen Voraussetzungen sollten unbedingt sichergestellt sein. Das musst Du versuchen mit Deinem (Ex-)Arbeitgeber halt entsprechend zu vereinbaren.
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Re: Abfindung Photovoltaik: IAB + Abschreibung + Kredit

Beitragvon PhotoGen » 02.08.2018, 16:29

Danke für die Hinweise. Hat sehr geholfen; ja 1/5 ist bekannt - dennoch Danke. Mir ging es vor allem um IAB / Darlehen. Das ist mir jetzt klar.

Da ich die 100kWp Grenze überschreiten müsste um das entsprechende Optimum zu bekommen (ich kenne auch andere Möglichkeiten, doch PV wäre mir am liebsten) - ist diese Direktvermarktung ein 'kompliziertes' Teufelswerk, macht die Bank Schwierigkeiten (da keine garantierte Vergütung), was wäre da Euer 'Gefühl' dazu?

Danke!!
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Re: Abfindung Photovoltaik: IAB + Abschreibung + Kredit

Beitragvon PhotoGen » 05.10.2018, 15:23

Hallo nochmal, leider noch eine Frage bzgl. 20% Sonderabschreibung in 2018 und IAB in 2017(dazu habe ich nichts gefunden) ==> muss hierzu:
a) die Anlage in 2018 fertigstellt sein und auch in 2018 ans Netz angeschlossen?
b) die Anlage nur in 2018 fertiggestellt sein, ohne Anschluß in 2018 (da mein Netzbetreiber den Anschluß wahrscheinlich in 2018 nicht mehr packt und das dann halt in 2019 erledigt)?

Und dann hatte ich noch die Aussage gelesen (siehe Anhang), dass die Anlage min. 1 Jahr in Betrieb sein muss, damit die Sonderabschreibung wirksam ist - stimmt das (meiner Ansicht nach nicht, steht zumindest nichts im § 7g)?


Danke sehr.

Knut
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Re: Abfindung Photovoltaik: IAB + Abschreibung + Kredit

Beitragvon kpr » 05.10.2018, 22:22

auf die Fertigstellung (im Sinne von "Anschluss durch den Netzbetreiber") kommt es im Regelfall nicht an.

Wenn - dann kommt es bei angeschafften Wirtschaftsgütern auf den Zeitpunkt der Anschaffung, bzw. bei hergestellten Wirtschaftsgütern auf den Zeitpunkt der Herstellung an.
Wir gehen mal davon aus, dass ein Solarteur Dir die Arbeit (zumindest im Wesentlichen) in fix und fertiger Arbeit errichtet.
(in Abgrenzung: Du nicht nur einzelne Komponenten kaufst und diese selbst zusammenbaust oder der Zusammenbau wiederum durch einen oder mehrere Dritte erfolgt)
Dann reden wir vom angeschafften Wirtschaftsgut.
Der Zeitpunkt der Anschaffung ist der Zeitpunkt, zu dem (mindestens) das wirtschaftliche Eigentum auf Dich übergeht / der Solarteur den Vertrag im Wesentlichen erfüllt hat.
Zur Bestimmung dieses Zeitpunktes ist i. A. das Werkvertragsrecht heranzuziehen. Somit der Zeitpunkt der Abnahme.
Wann der ist / war - ergibt sich aus dem Vertrag bzw. der tatsächlich gelebten Realität.
(Allein mit diesem Thema kann man locker zwei komplette Bibliotheken füllen. Die Thematik ist handels- und steuerrechtlich von besonderer Bedeutung, da sich hieran der Zeitpunkt der Ertragsrealisierung festmacht. Bei einer PV ist das Thema faktisch weniger bedeutsam - wird aber durch die generelle Bedeutung des Themas künstlich aufgewertet).

"Profis" hätten eine klare Klausel im Vertrag - wonach die Abnahme förmlich zu erfolgen hat und alle anderen Formen der Abnahme, insbesondere jegliche fiktive Abnahmen oder aber die Abnahme durch Ingebrauchnahme ausgeschlossen sind.
Dann herrscht Klarheit: Der Tag an dem das Abnahmeprotokoll unterschrieben ist - ist der Tag der Abnahme.
(Alles andere löst meist komplexe Diskussionen und einige Interpretationsspielräume aus).

Der Anschluss durch den Netzbetreiber spielt bei angeschafften Wirtschaftsgütern im Allgemeinen keine Rolle. (Ausnahmen mögen möglich sein - aber ich könnte kein Beispiel bilden).
(Bei hergestellten Wirtschaftsgütern KÖNNTE man mit etwas Phantasie die Sache anders sehen. Hier kommt es auf den Zeitpunkt der Herstellung der Betriebsbereitschaft an. Persönlich tendiere ich eher dazu, dass die Anlage auch ohne Anschluss durch den Netzbetreiber betriebsBEREIT wäre. Sicherlich könnte man da aber auch abweichend argumentieren.)

Wenn Du den IAB in 2017 bilden willst - darf die Anlage erst nach dem 31.12.17 angeschafft werden.

Und damit die gesamte Konstruktion um den IAB hält.. muss - bei Anschaffung nach dem 31.12.17 und vor dem 1.1.18 - darf die Anlage erst nach dem 31.12.17 aus dem Betriebsvermögen ausscheiden. (§7g, Abs.1, ich tippe: 1. Satz)
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