Wie aus normalen EFH/MFH ein KfW 50 oder 40 machen?

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Re: Wie aus normalen EFH/MFH ein KfW 50 oder 40 machen?

Beitragvon Ulenspiegel » 04.04.2018, 16:00

maddinh hat geschrieben:
Der Krampf entsteht, wenn ein Bestandsgebäude mit unglücklicher Form und Ausrichtung verbessert werden soll, das kann ich aber im Neubau vermeiden.


Wenn du das Problem nicht siehst, bist du energietechnisch gesehen leider blind.
Das mit dem Dämmen ist so einfach dahergesagt.
Und wenn man alle Dinge in einem Bau weglässt, die einem Würfel (kleinste Oberfläche) nicht ähneln, super gelöst!! Aber eben realitätsfern.
Die Kosten für eine Dämmung von z.B. einem terassierten Haus ist so ein Mehraufwand, dass man den eben nicht mit Mal einfach 10 cm mehr quasi-umsonst-Mehrdämmung erreicht
Wenn es so wäre wie von dir beschrieben, würde es doch jeder machen. Oder sind alle Energie-Berater dümmer als der Durchschnittsmensch ohne Fachwissen im Energiebereich? :ironie:
Wozu brauchen wir überhaupt Fachleute, wenn es jeder sowieso weiß, wie der Hase läuft? :ironie:

Grüße
Maddin[/quote]

OK, da ich mich als dummer Naturwissenschaftler bei der Planung meines Hauses (sehr ungünstiges Oberflächen/Volumen-Verhältnis) ein wenig in die Materie eingearbeitet hatte und in den vergangenen Jahren ein wenig Freizeit mit Planern verbracht habe, geh ich da nicht absolut blauäugig ran. :-)

Es gibt Energieberater und "Energieberater" und es gibt Planer und "Planer". :-)

Es muss bei der Planung ein sinnvoller Kompromiss aus Funktionalität und optischen Anforderungen erfolgen, ob das in vielen Fällen gelungen ist, können wir gerne diskutieren.

Solange die Kosten über die Gebäudenutzung gerechnet ungefähr gleich sind, für Normalbau oder PH-nahes Gebäude, muss doch gerade im sozialen Wohnungsbau die Frage gestellt werden, welche Variante ich sinnvollerweise nehme.

Und wenn aus "ästhetischen" Gründen eine "interessante" Gebäudeform gewählt wird, die bauphysikalisch ein Reinfall wird, dann muss ich eben eine einfachere Variante wählen. Es gibt genug MFH mit klaren Linien, die gut aussehen und bauphysikalisch recht gelugen sind. :-)
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Re: Wie aus normalen EFH/MFH ein KfW 50 oder 40 machen?

Beitragvon PV-Berlin » 05.04.2018, 08:05

Hab z.Z. wenig Zeit.

Es geht darum, das die Planung mit Luftwärmepumpe und PV sogar weit weniger als PH schafft, aber KfW 40 trotzdem nicht angewendet werden kann. Das sind dumme Formalien, mit denen ich mich meist nicht beschäftigen muss.

Konkret sind wir in dem ganz konkreten Projekt auf 12 kWh (Heizung) nach DIN gekommen (geprüft von einem Sachverständigen)

Mit Sole würde das noch besser gehen, aber was macht es für einen Sinn? Finanziell wäre dies richtig unvernünftig.

Meine Leute und ich konzentrieren uns auf reale Werte und die machbare Umsetzung. Die KfW auf Standardmodele und theoretische Annahmen.

Die Frage bleibt: Wer baut denn den Wohnraum, der gesucht und bezahlbar ist?

Ich baue dir im EFH Beriech für < 2.500 € je m2 locker ein Energie Plus Haus ! Aber eben mit 'bau -physikalischen' Abweichungen, die eine KfW Förderung unmöglich machen. Es kann schon sein, dass die KfW u.a. wünschen, dass nur noch eine winzige Minderheit in Häusern wohnen darf und alle anderen in Ställen, Hutschachtel und anderem Augenkrebs.

Aber keine Sorge! Die Menschen, die wirklich investieren, sind viel cleverer und gescheiter, als man meint!
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Re: Wie aus normalen EFH/MFH ein KfW 50 oder 40 machen?

Beitragvon open source energy » 09.04.2018, 06:43

Ich würde immer auf ein Passivhaus gehen. Alles andere ist einfach nicht mehr zeitgemäß.
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Re: Wie aus normalen EFH/MFH ein KfW 50 oder 40 machen?

Beitragvon Ulenspiegel » 09.04.2018, 07:41

open source energy hat geschrieben:Ich würde immer auf ein Passivhaus gehen. Alles andere ist einfach nicht mehr zeitgemäß.


Ja, du hast mit PH + WP das Beste aus zwei Welten. Geringen Endenergiebedarf und geringen Primäenergiebedarf.

Du bringst aber kein Argument, warum an einem Parameter wie 15 kWh/a*m^2 festgehalten werden soll, wenn die eigentliche Ursache für diesen Wert - Raumheizung über Luft- im Neubau oftmals nicht mehr besteht. Das ist eine unsinnge planerische Einschränkung und gerade nicht zeitgemäß. :-)

Und du bringst natürlich auch kein Argument, warum ein PH mit Gasheizung, das eben gerade so KfW40-Bedingungen schaftt/nicht schafft, besser sein soll als ein gutes KfW40-Haus mit WP.

Primärenergetisch ist das PH nur dann eindrucksvoll, wenn mit WP geheizt wird. :-)
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Re: Wie aus normalen EFH/MFH ein KfW 50 oder 40 machen?

Beitragvon open source energy » 09.04.2018, 08:17

Ein PH wird nach "echtem" Heizenergiebedarf berechnet und das sind eben 10W/m² Heizleistung und 15kWh/m² thermisch egal wie Du das in den Raum bringst. Der Verbrauch liegt bei ca. einem Drittel eines 40er Hauses.

Man kann mit den Zahlen ein kfw Haus nicht mit einem PH vergleichen, ist so wie ein PHEV Auto mit einem Benziner.
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Re: Wie aus normalen EFH/MFH ein KfW 50 oder 40 machen?

Beitragvon PV-Berlin » 18.04.2018, 16:41

Hier mal der Link, zum Planungshandbuch 2018.

Alles zu: Power Inverter-Wärmepumpen; Zubadan Inverter-Wärmepumpen; Eco Inverter-Wärmepumpen; Speichermodule und Hydromodule. Mit sehr viel Theorie, Erklärungen und auch Bildern. Unter anderem wird auch gezeigt, warum Mitsubishi Elektronic o. die besten Werte erreicht und auch die höhste Leistung genau dann hat, wenn du diese benötigt (höhste Leistung ungleich bester COP Wert).

Planungs_Handbuch_2018

Ohne das verstanden zu haben, macht die Beauftragung keinen Sinn.
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