Warmwasser mit Heizpatrone mit PV-Strom

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Warmwasser mit Heizpatrone mit PV-Strom

Beitragvon CaptainPicard » 15.07.2017, 23:23

Hallo,

ich plane gerade eine PV-Anlage mit 9 kWp (Thread dazu hier) die nächstes Jahr gebaut werden soll. Ein Grund wieso ich die Anlage als Österreicher (wo es keine so hohen Einspeisetarife gibt wie in Deutschland) etwas größer dimensionieren möchte ist, dass ich gerne auch das Warmwasser künftig mit PV-Strom heizen möchte.

Der Status Quo sieht so aus: Es gibt einen Speicher mit 150 Litern der im Winter mit der Zentralheizung mitgeheizt wird, außerhalb der Heizsaison mit einer Heizpatrone. (Auf 65-70 Grad.) Diese hängt am Nachtstrom, der hierzulande um die 10 Cent pro kWh kostet. Je nachdem wie lange sie läuft verbraucht sie 1500-2000 kWh im Jahr.

Nun wurde mir von einem Solarteur, dem ich ebenfalls den Wunsch mitgeteilt hab, empfohlen einen Heizstab namens AC ELWA zu kaufen, Kostenpunkt rund 700 Euro. Ehrlichgesagt habe ich noch nicht ganz verstanden was dieser genau macht aber ich frage mich ob das überhaupt notwendig ist. Schließlich ist ein Heizstab ja bereits vorhanden, wäre es da nicht möglich diesen einfach weiter zu verwenden? Meine Überlegung wäre folgende:

  • Der Nachtstrom wird abgemeldet und der Heizstab hängt künftig am regulären Strom. (Damit fallen auch zusätzliche Fixkosten weg da nur noch ein Stromzähler.)
  • Die Heizpatrone wird an eine Zeitschaltuhr gehängt.
  • Künftig heizt sie nur noch auf wenn am meisten Strom produziert wird, ich würde mal sagen von 11 bis 15 Uhr. (Ost-West-Anlage, habe mich dabei an dieser Grafik orientiert.)
  • Sollte aus irgendeinem Grund da kein oder nicht genug PV-Strom zur Verfügung stehen, springt als Backup eben der normale Netzstrom ein.


Nun hätte ich dazu im Grunde zwei Fragen:

1. Würde das überhaupt so funktionieren wie ich mir das vorstelle?
2. Wie hoch würdet ihr bei so einer Vorgangsweise den PV-Strom-Anteil schätzen? (Die Lösung wäre ja nur für die besseren Solar-Monate gedacht, da man ja meist eh noch bis in den März oder April hinein heizt.)

Ich hab leider noch keinerlei praktische Erfahrung mit PV-Stromerzeugung, aber ich nehme mal an dass einem total bewölkten Tag oder bei Dauerregen/Gewitter wohl selbst in den guten Monaten (Mai bis September) bei 9 kWp nicht genug zusammen kommt um den normalen Hausverbrauch + Heizpatrone zu Mittag zu decken. Der PV-Strom-Anteil muss insgesamt halt entsprechend hoch sein (>60% würde ich mal sagen) damit es sich lohnt den Nachtstrom abzumelden und den Rest mit dem regulären Strom (~16 Cent / kWh) zu heizen.
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Re: Warmwasser mit Heizpatrone mit PV-Strom

Beitragvon flosky » 15.07.2017, 23:38

nachtstrom abmelden, gute idee!
dein alter heizstab, was hat der leistung? an wolkigen, dunklen wintertagen kanns halt sein, dass weniger als 10% pv-nominalleistung vom dach kommen, das ist vermutlich zu wenig...
ac-elwa hat halt den vorteil, dass es den strom nur dann verheizt, wenn er vom dach kommt, kann aber auch vom netz nachheizen, falls mal untertags zu wenig erzeugt wird. dadurch sinkt der netzbezug auf ein minimum und geht alles vollautomatisch...

die ww-bereitung kannst du dann ganzjaehrig mit strom fahren und die vorlauftemperatur der heizung senken (hoehere systemeffizienz)
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Re: Warmwasser mit Heizpatrone mit PV-Strom

Beitragvon CaptainPicard » 16.07.2017, 00:01

Ja, Nachtstrom ist jetzt schon an der Grenze dass er sich rentiert nachdem immer mehr Fixkosten eingeführt wurden die man doppelt zahlt.

Gute Frage, muss ich morgen nachschauen gehen (ist jetzt schon zu spät), aber ich schätze im Bereich von 2 kW.

Das Problem mit der Elwa wären halt die 700 Euro Mehrkosten die sich erst einmal amortisieren müssten. Da wäre eine Zeitschaltuhr um einiges billiger und Warmwasser brauch ich ja sowieso, das heißt wenn die PV-Anlage nicht genug Strom erzeugt muss ich sowieso mit Netzstrom zuheizen. Ob die Heizpatrone das "intelligent" erkennt oder ob das ein "dummer" Heizstab mittels Timer tut dürfte keinen großen Unterschied machen.

Weil bevor ich soviel Geld für einen Heizstab ausgebe investiere ich lieber gleich in eine Wärmepumpe, die würde sich dann genauso schnell amortisieren. (Aber jetzt würde ich es gerne gerne ganz ohne Investition machen wenn möglich.)
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Re: Warmwasser mit Heizpatrone mit PV-Strom

Beitragvon jodl » 16.07.2017, 00:31

evtl. ist es sinnvoll den vorhandenen Warmwasserspeicher zu ersetzen durch eine Brauchwasserwärmepumpe mit 250- 300 Liter und zweitem Wärmetauscher.
Wenn die Heizung nicht läuft kann die Wärmepumpe mit ca. 400 - - 500 Watt Leistung das Wasser warm machen.
das ist im Vergleich zum Heizstab eine Recht geringe Leistung die auch länger zur Verfügung steht.
Kostenmässig ab ca. 1200 Euro gegenüber den700 für Elwa
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Re: Warmwasser mit Heizpatrone mit PV-Strom

Beitragvon CaptainPicard » 16.07.2017, 00:51

Der Speicher ist erst vier Jahre alt, das würde dagegen sprechen. Und natürlich dass es dann noch mehr kostet, meine Vorstellung wäre ja das Ganze ohne (bzw. mit minimalen) Mehrkosten durchzuführen. Am besten wäre natürlich gewesen wenn wir damals schon auf Wärmepumpe umgestiegen wären, aber da hatten wir und noch nicht mit der Thematik befasst (musste auch schnell gehen als der alte kaputt wurde).

Entsprechend würde ich es gerne so machen wie im ersten Posting erklärt, wobei mich wie gesagt am meisten interessieren würde mit welchen Erträgen ich an eher schlechten Tagen (stark bewölkt) zur Mittagszeit herum rechnen könnte. (Von sagen wir April bis September.) Wenn das trotzdem noch ausreicht um die Heizpatrone zu betreiben dann würde soweit ich das sehe nichts gegen diese Lösung sprechen.
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Re: Warmwasser mit Heizpatrone mit PV-Strom

Beitragvon flosky » 16.07.2017, 01:56

naja, du kannst ja erstmal mit einer einfachen zeitschaltuhr anfangen, falls das ergebnis nicht zufriedenstellend ist, dann elwa nachruesten, oder gleich auf eine bwwp gehen.
allerdings glaube ich, dass du auch mit einer deutlich kleineren pv auskommen solltest. dann sparst du auch wieder ein paar 100€, die du dann in das elwa system investieren koenntest.
planst du auf oemag oder klien zu gehen? bei ersterem wuerd sich eine relativ groessere anlage vielleicht durch die einspeiseverguetung noch lohnen, aber bei marktpreisen von 3-4ct/kWh fuer die einspeisung eher nicht mehr...

wieviel strom verbraucht das haus, abgesehen von den 1500-2000kWh fuer ww-bereitung?
btw: speichertemperatur koenntest evtl. auch ein bissi senken, knapp ueber die legionellentemperatur, also grob 60°C, zuviel foerdert die kalksteinbildung...
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Re: Warmwasser mit Heizpatrone mit PV-Strom

Beitragvon klaus24V » 16.07.2017, 06:17

bei 9Kwp braucht man für das bisschen Warmwasser keine Brauchwasser-Wärmepumpe.
( die PV liefert im Sommer so 30-50Kwh am Tag )
Alle sagten das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht, und hats einfach gemacht.
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Re: Warmwasser mit Heizpatrone mit PV-Strom

Beitragvon dukerider33 » 16.07.2017, 08:18

Ich habe bei mir die selbe Situation und folgende Lösung dazu gefunden.
Meine Warmwasserspeicher hat 300L und ich habe einen Heizstab der ca. 1700W zieht. Ich verwende keine Zeitschaltuhr, verwende dazu das Lastmanagement welches im Fronius Wechselrichter schon integriert ist. D.h die Heizung für das WW schaltet sich nur dann wein wenn mehr als 1700W ins Netzeingespeist werden, sobald diese Grenze unterschritten wird schaltet sich der Heizstab wieder aus. Diese Lösung ist ganz einfach und kostet nur ein zusätzliches Relaise welches dann am Ausgang des WR Lastmanagment Ausgang hängt. Wenn es mal ein paar Regentage gibt dann schalte ich kurz meine Zentralheizung ein und lade den WW-Speicher einmal voll auf. Das war aber heuer seit April nicht mehr notwendig.
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Re: Warmwasser mit Heizpatrone mit PV-Strom

Beitragvon flosky » 16.07.2017, 08:43

aja, um das ac-elwa exakt mit dem eigenen ueberschuss mitzuregeln, kann man mit es mit dem bus-signal eines fronius-smartmeters mitsteuern, es gibt aber auch eine eigenstaendige elwa-eigene loesung...
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Re: Warmwasser mit Heizpatrone mit PV-Strom

Beitragvon Schwellenzähler » 16.07.2017, 09:09

Servus Captain Picard,
Ich hab das mit dem “Immersun“ gelöst.
Das Ding verheizt nur den Überschuss, es können bis zu 3 Heizstäbe a 3000 Watt sequenziell angeschlossen werden. War für meinen Einsatzzweck das beste und günstigste auf dem Markt.
Wenn du mal zu wenig Sonne hast kannst du von Hand oder Zeitgesteuert “boosten“, also somit immer warmes Wasser.
Hab meinen direkt in GB, da wird das Teil hergestellt, auf Ebay geschossen für 180€.
Lade dir mal die Bedienungsanleitung herunter, für mich das Gerät mit den meisten Möglichkeiten.
Ich muss immer lachen wenn hier empfohlen wird ne Wärmepumpe für 1400€ zu kaufen um dann Überschuss Strom in warmes Wasser zu verwandeln, wurde mir auch schon geraten. Die meisten vergessen einfach bei ihrer Rechnung den Kaufpreis , so ein Verdichter hat nur eine sehr begrenzte Laufzeit, meine Wärmepumpe schafft nach gut 10 Jahren nur noch 47°C, der Heizstab immer die 60°C. Eine Verdichterstunde kostet ja außer dem Strom auch Geld.
Schau dir das Teil einfach mal an, wenn du Fragen hast einfach melden.

Beste Grüße
Schwellenzähler
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