Warmwasser-/Heizunterstützung mit Solarthermie/Wärmepumpe

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Warmwasser-/Heizunterstützung mit Solarthermie/Wärmepumpe

Beitragvon RoterFuchs » 18.02.2018, 12:26

Guten Tag erstmal.
Ich muss leider ein wenig ausholen um es erklärlich zu machen. Standort ist Österreich, Dach hat ca. 100qm, Ausrichtung Süd bzw. ca. 15° Südost, Dachneigung ca. 45°.

Wir haben eine Holzheizung mit einem Solar-Pufferspeicher mit 1000l Fassungsvermögen. Mittlerweile sind wir dazu übergegangen im Sommer ebenfalls den Tank aufzuheizen, weil es viel billiger ist als der Durchlauferhitzer oder Boiler per Strom zu betreiben. 1 Kiste Holz alle drei Tage. Unser Holzverbrauch ist nicht signifikant gestiegen, also nicht erwähnenswert (Fluktuation des Verbrauchs durch mehr Wintertage ist höher).

Nun liegt der Verbrauch von Holz in KWh umgerechnet bei 60 000KWh p.a. bei ca. 200qm Wohnfläche. Über dämmen oder sparen brauchen wir nicht diskutieren, ich weiss um der Ineffizienz bescheid, kann aber aufgrund anderer Personen nichts dagegen tun. Die 60 000KWh beziehen sich auf das Holz zum heizen und für das ganze Jahr über Warmwasser. Gekocht wird unten z.T. auch noch damit.

Ich habe nun an ein dreifaches Sparpaket gedacht und möchte euch danach befragen, weil ihr viel mehr Hintergrundwissen und Erfahrung dazu habt.

Nummer 1:
Ich würde die bestehende Heizungsanlage behalten und dann umsteigen auf eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Wir haben nur einen Wasserbrunnen und einen zweiten zu buddeln ist platzmäßig zu aufwändig und teuer. Der Wassertank hat noch 4 Anschlüsse übrig, wobei 2 Stück für Solarthermie gedacht sind.
Die Luft-Wasserwärmepumpe könnte nun die komplette Holzheizungsstruktur ersetzen. Rechnen würde ich daher mit:
60 000Kwh /3 = 20 000KWh. Der Preis pro KWh bei einem Umstieg ist geringer als die Kosten für das Holz mit 60MWh. Wir würden daher zum einen was sparen, zum zweiten müssten wir kein Holz mehr sägen,hacken, lagern.
Bei der Abnahme können wir unseren normalen Strom mitbeziehen und hätten Mengenrabatt mit drin. Strom wird für uns also ebenfalls billiger.

Geschätzte Kosten (da nur die Wärmepumpe gekauft, montiert und angeschlossen wird [Strom wird selber verlegt, bin Elektriker]) ca. 5000€ (?)

Nummer 2:
Zur Unterstützung des Warmwassers im Sommer dachte ich an eine Solarthermieanlage. Für 1000liter sollten wohl 25m² ausreichen? Damit würden wir wohl (tja, ich kann nur mit Schätzwerten rechnen, 6 Monate lang nur Warmwasser wird vielleicht 1/4 der Gesamtaufwendung sein.) ca. 15 000KWh ergo 5000KWh Strom sparen. Der Unterschied macht bei dem Tarifmodell 500€ aus.

Geschätzte Kosten mit Montage (kein Pufferspeicher, Anschluss direkt am vorhandenen Puffer): 10 000€ (?) (Förderungen?)

Wenn dem so wäre, der Preis bei 10k€ liegt, wäre die Armortisationszeit bei 20 Jahren. So lange muss die Anlage halten, aber auch Wartung darf dann überhaupt nichts kosten. Lohnt sich das dann überhaupt? (nur Preis)

Nummer 3:
Eine PV-Anlage könnte installiert werden. Problem: In Österreich bekommt man zwar Zuschuss, und zwar pro KWpeak Leistung der Anlage einen Zuschuss von 250€. Den Strom kann man für 7,91ct pro KWh verkaufen. Die Frage ist aber, ob sich das jemals rentiert.

Der Verbrauch liegt im Jahr bei ca. 7200KWh Strom. Winter sind wohl so 6 Monate lang 700KWh, im Sommer 6 Monate 500KWh.

Gehen wir von einer 10KWp Anlage aus, dann erzeugt man um die 9000KWh. Im Winter werden so p.M. ca. 250KWh 6 Monate erzeugt und daher eingespart. Im Sommer 6 Monate wären es ca. 7500KWh aber man kann nicht alles nutzen. Es werden also im Winter ca. 2700KWh gekauft und im Sommer 4500KWh verkauft.

7200KWh Strom kosten bei dem Stromtarif 900€.
2700KWh Strom würden kosten: 330€. (1500KWh erzeugt im Winter Eigenbedarf)
4500KWh Strom würden bringen: 356€. (3000KWh erzeugt im Sommer Eigenbedarf)
Kosten daher für Strom: gespart: 926€

Kosten der Anlage inkl. Allem: ca. 15 000€ ohne Speicher (?) inkl. Förderungen

Armortisationszeit: weniger als 15 Jahre bei keinen Wartungskosten und der Einbeziehung, dass die unter Nummer 1 geführte Wärmepumpe im Sommer mit dem Strom benützt würde und daher keine 20 000KWh im Jahr benötigt, sondern nur noch 15 000KWh , der Einspeiseanteil sinkt, der Eigenverbrauch und die Rentabilität steigt. Die Stromabnahme wird nur für 12 Jahre gewährleistet, danach bekommt man knapp 4ct pro KWh (also nicht erwähnenswert).

Tut mir Leid für den vielen Text, ich wollte nur ausführlich sein um evtl. vieles vorwegzunehmen. Ich hoffe aber ihr könnt da mit euren Erfahrungswerten beisteuern.

Gruß
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Re: Warmwasser-/Heizunterstützung mit Solarthermie/Wärmepump

Beitragvon Alexander_Z » 18.02.2018, 12:41

Darfst du den STrom auch selbst verbrauchen - wenn ja wieviel zahlst du für die KW?

Ich würde die PV Anlage mit einer WP kombinieren - und für den Winter dann wenn die Temperatur unter Minus (was weiß ich) minus 5° fällt mit Holz heizen...

Warmwasser solar kommt für mich (habe ich selber - aber andere Konstellation!) in deinem Fall nicht in Frage
...klar kann man es auch SO machen. - Nur dann ist es halt Mist!
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Re: Warmwasser-/Heizunterstützung mit Solarthermie/Wärmepump

Beitragvon RoterFuchs » 18.02.2018, 12:53

Keine Ahnung, darf ich das nicht?

Wenn ich im Winter ab -5°C die Holzheizung nutze, muss ich wieder mehr Holz zahlen, einlagern, reinwerfen und den Schornsteinfeger für das ganze Jahr zahlen.
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Re: Warmwasser-/Heizunterstützung mit Solarthermie/Wärmepump

Beitragvon Alexander_Z » 18.02.2018, 13:01

Wenn du deinen Strom selbst verbrauchst sparst du dir mehr Geld!
Ob das In Ö erlaubt ist - weiß ich natürlich nicht!

Das Problem bei Luft Wärmepumpen ist, dass diese bei bestimmten Temperaturen "grusselige" Nutzzahlen produzieren.
Deswegen der Vorschlag von mir in bestimmten Bereichen mit Holz zu heizen.

Holz wird der weit Billigste Energielieferant sein.
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Re: Warmwasser-/Heizunterstützung mit Solarthermie/Wärmepump

Beitragvon jodl » 18.02.2018, 13:02

60.000 kWh (Holz), 200 qm Wohnfläche, 100 qm Dach mit 45 Grad, und nur 1.000 Liter Pufferspeicher -- die Zahlen passen für mich nicht recht zusammen.
wenn die 60.000 kWh tatsächlich stimmen (welche Leistung hat denn der Holzheizkessel - 60 kW ??) dann kommst du da mit einer Wärmepumpe nicht weit, bzw. dann möchtest du das nicht zahlen was die im Winter Strom braucht.
Also ich würde da erst mal die Zahlenbasis nochmal prüfen.
Und Solarthermie aus der Planung streichen.

und wenn die 60.000 kWh dann wirklich tatsächlich stimmen, und der Wärmebrdarf nicht verringert werden soll, dann wird an Holz nichts vorbeiführen. Vielleicht Hackschnitzel wenn man kein Scheitholz machen will.
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Re: Warmwasser-/Heizunterstützung mit Solarthermie/Wärmepump

Beitragvon Alexander_Z » 18.02.2018, 13:07

Naja- es kommt darauf an - wie er auf die 60.000kw kommt und wie alt der "Holzkessel" ist!

Aber 60.000 bei 200m² ist schon mega heftig- das wären dann auch mal schlapp 6000 Liter Öl oder m³ Gas
da sind aber schon auch mal deutlich renovierungsmaßnahmen nötig!

Mit Strom im Winter? - wie mein Vorredner gesagt hast - das willst du nicht!
im Tiefsten winter sagen wir 45.000 kw- da ist dann deine PV Anlage- "etwas" untediminsioniert!
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Re: Warmwasser-/Heizunterstützung mit Solarthermie/Wärmepump

Beitragvon KKB68 » 18.02.2018, 13:20

Hi.

Schau in meine .sig... ich hab 20m² Vakuumröhren auf der Westseite an insgesamt 1500 L Puffer hängen. Da ich nur das Material für die Kollektorenanlage bezahlt habe waren es knappe 5k€, von denen ich 2500,- durch die BaFa zurückbekommen habe. Wie das in Ö ausschaut.. k.A.

Die Anlage ist als SteamBack direkt in den Heizwasserkreislauf eingebunden und zerkocht dadurch im Sommer nicht. WW geht bei entsprechender Einstrahlung ( dieser Januar war halt grauslich schlecht... ) von ende Februar bis November, dazwischen zumindest bei klaren Tagen und sogar bei geringer Bewölkung noch soweit das ich für die ( zugegeben niedrigen.. ) 40° VL nicht dauernd den Holzkessel anwerfen muss.

Für eine 25m² ST in Südlage wären die 1000l Puffer grenzwertig... aber das sind sie irgendwie auch jetzt schon, oder? Bei der Holzmenge...

Die 10 k€ bei Firmenmontage kommen aber leider zumindest in D schon hin, das sind so die Zahlen die man mir auch genannt hatte.
Grüße,

Klaus

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Re: Warmwasser-/Heizunterstützung mit Solarthermie/Wärmepump

Beitragvon RoterFuchs » 18.02.2018, 14:35

Ich kann nicht genauer werden ohne mich zu outen. Es gibt 2 Wohnungen, eine unten mit 2 Personen, und oben eine mit 2 Personen. Unten wird nicht effektiv geheizt, dagegen kann ich aber nichts ändern.

Die 60 000KWh kommen hin. Wir benötigen jedes Jahr momentan 48MWh an Holz (24rm). Aber es werden auch nicht alle Räume beheizt.

Was das mit ner Wärmepumpe kostet habe ich ja berechnet, es sei denn die Wärmepumpe fällt im Winter auf einen COP unter 3.

Rennovierungsmaßnahmen kann ich nicht ausführen wegen den anderen Personen.

Öl und Gas gehen nicht, Gas ist in der Ortschaft nicht vorhanden, Fernwärme geht auch dran vorbei. Gas kein Platz für nen Tank. Selbst die Holzmenge müssen wir in 3 x 8rm kaufen, weil kein Platz aufm Hof/Schuppen vorhanden.
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Re: Warmwasser-/Heizunterstützung mit Solarthermie/Wärmepump

Beitragvon PV-Express » 18.02.2018, 14:54

60.000kWh nach "schweizer Formel" für Ö (200), würde eine WP-Heizleistung von 30KW entsprechen :shock:

Ich würde dir für dein Vorhaben das http://www.haustechnikdialog.de/Forum/46/Haustechnikforum?showOverview=true empfehlen. Da sitzen die Spezialisten für dein Projekt und die können dir auch gleich sagen, ob das sich ansatzweise überhaupt lohnt oder gar machbar ist
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Re: Warmwasser-/Heizunterstützung mit Solarthermie/Wärmepump

Beitragvon GOETSCHHOFER » 18.02.2018, 18:24

KKB68 hat geschrieben:Hi.

Schau in meine .sig... ich hab 20m² Vakuumröhren auf der Westseite an insgesamt 1500 L Puffer hängen. Da ich nur das Material für die Kollektorenanlage bezahlt habe waren es knappe 5k€, von denen ich 2500,- durch die BaFa zurückbekommen habe. Wie das in Ö ausschaut.. k.A.

Die Anlage ist als SteamBack direkt in den Heizwasserkreislauf eingebunden und zerkocht dadurch im Sommer nicht. WW geht bei entsprechender Einstrahlung ( dieser Januar war halt grauslich schlecht... ) von ende Februar bis November, dazwischen zumindest bei klaren Tagen und sogar bei geringer Bewölkung noch soweit das ich für die ( zugegeben niedrigen.. ) 40° VL nicht dauernd den Holzkessel anwerfen muss.

Für eine 25m² ST in Südlage wären die 1000l Puffer grenzwertig... aber das sind sie irgendwie auch jetzt schon, oder? Bei der Holzmenge...

Die 10 k€ bei Firmenmontage kommen aber leider zumindest in D schon hin, das sind so die Zahlen die man mir auch genannt hatte.


Hallo KKB68,

mich würden Deine Jahreserträge, wenn möglich Monatserträge interessieren.
Vor allem was bringt eine Röhrenkollektoranlage zwischen Oktober bis Februar ?
Hättest Du hier detaillierte Zahlen, dafür wäre ich dir sehr dankbar. Ein Freund von mir beabsichtigt eine Röhrenkollektor-Anlage anzuschaffen. Die Frage ist nur welche Größe ?

Ich bin bei der Solarthermie kein Anhänger der großen Pufferspeicher (ebenso nicht bei elektr. Batteriespeicher)
Habe selbst nur 500 Liter Solar-WW-Speicher (reicht für 4 Pers. vollkommen aus).
Bediene mit der ST-Anlage über Wärmetauscher direkt die Heizkörper und Fußbodenheizung. Damit kann ich fast jede kWh vom Dach ernten. Da wie Du bereits angemerkt hast, gerade im Winter, Frühjahr und Herbst ein beträchtliches Temperaturniveau bis 50 Grad vom Dach kommt und dieses für die Heizkörper oder Fußbodenheizung am Rücklauf beim Heizkörper für mich ideal ist. WW-Bereitung von April bis September Solarthermie.
Sept. bis März ausschließlich ST-Heizung.
Bauteilaktivierung (Mein Haus samt beheizter Keller mit ST ist mein Pufferspeicher).
Von Sept. bis März erfolgt weiters die WW-Bereitung mit PV-Überschuss-Verwertung. Rest wird mit Gas als Backup erledigt.
Anbei Auswertung Erträge ST mit Flachkollektoren aus 2017.
Oben Gesamt-Ertrag in kWh. Unten Ertrag in kWh je m2 Aperturfläche.

Herzlichen Dank im Voraus für die Info.


Karl
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SOLARTHERMIE-ERTRÄGE 1.1. - 31.12.2017-18.2.2018.pdf
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