Ungewöhnlicher Neubau (EFH mit Infrarothheizung und BWWP)

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Ungewöhnlicher Neubau (EFH mit Infrarothheizung und BWWP)

Beitragvon zasti » 12.10.2016, 12:50

Hallo
ich wende mich an dieses Forum hier, weil wir im Moment in unserer Planung unseres Neubaus stecken. Kurze zu mir bzw. uns. Wir sind ein 2 Personenhaushalt und werden einen Bungalow mit ca. 130qm Wohnfläche bauen. Baubeheginn wäre ca. Frühjahr 2017.
Zum Thema Heizung usw. haben wir noch keine konkreten Vorstellungen. Kurz zu unseren Vorstellungen diesbezügl.
1. Sole-Wärmepumpe (Bohrung) für Heizung und Warmwasser
2. Luft-Wasser-Wärmepumpe für Heizung und WW
3. Infrarotheizungspanele für die Räume zu Heizen, Brauchwasserwärmepumpe für WW
4. Infrarothheizungspanele für die Räume zu Heizen, Durchlauferhitzer für WW.

Im Netz findet sich inbesondere für die IR-Heizung kaum Erfahrungswerte. Auch hier im Forum biin ich noch nicht fündig geworden oder hab was vergleichbares gefunden.
Wir wissen um den Vorteil der IR-Heizung. Was wir auf keinen Fall mehr möchten ist eine klassische Fußbodenheizung. Träges System usw. Näheres erspare ich mir hier.

Meine Fragen zu dem Thema wären.

1. Lässt sich das mit einer PV-Anlage auf dem Dach überhaupt vernünftig realisieren?
2. Wenn ja wie könnte man es denn angehen, wenn man das auf die o.g. Heizungssysteme runterbrechen würde?
3. Welche Zähler kämen zum Einsatz bei den o.g. Systemen (also den Strom komplett auf einen Zähler oder IR- und Haushaltstrom auf einen und evtl. BWWP auf einen WP-Strom-Tarif legen).
4. Wie groß würde die Anlage dimensioniert?

Wir haben mti PV keinerlei Erfahrungswerte, wohnen jetzt noch in einem EFH mit über 200qm Fläche die mittels Luft-WP betrieben wird. Stromverbauch der WP auf die Jahre gesehen ca. 6500kwh für Heizung und WW. Der normale Stromverbrauch liegt im Schnitt bei ca. 3500kwh.
So ich hoffe ich stelle nicht zu verrückte Fragen..
Gruß
Carsten
zasti
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Re: Ungewöhnlicher Neubau (EFH mit Infrarothheizung und BWWP

Beitragvon ElFreunde » 12.10.2016, 13:03

Hallo Zasti,

IR würde ich nicht machen, Durchlauferhitzer auch nicht. Stromverbrauch viel zu hoch, ist ja quasi direkt mit Strom heizen.
Wärmepumpe wäre mein Favorit (Luft-Wasser, oder Erdwärme über Grabenkollektor, keine Tiefbohrung) Die Bohrung kostet nur unnötig viel Geld. Für die Wärmekörbe muss genug unversiegelte Fläche am Grundstück zur Verfügung stehen, daran kann es scheitern.

Fußbodenheizung würde ich trotzdem wählen, ist eigentlich auch der beste Wärmespeicher und keine punktuelle Wärme. Ist aber natürlich jedem selbst überlassen, ich möchte sie nicht mehr hergeben. Zwischen modernen und alten FBH ist auch ein Unterschied.

Grüße
E.
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Re: Ungewöhnlicher Neubau (EFH mit Infrarothheizung und BWWP

Beitragvon shot » 12.10.2016, 13:05

Hinsichtlich TCO ist von den Gedanken IR und Durchlauferhitzer dringend abzuraten.

Wirtschaftlichstes System für EFH ist ein "Horizontal Absorber" mit Sole-Wasser WP - Fussbodenheizung
PV was auf der Dachfläche 'Sinn' macht - Wämedämmung nach KfW-Effizienzhaus 55 - Punkt !!!

WP mit horizontalabsorber ist im Invest keiner einer Luft Wasser WP und in den meisten Fällen gut realisierbar.

Im Vergleich würde die Endenergie = Kosten bei IR und Durchlauferhitzer ca. Faktor 5 betragen.
shot
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Re: Ungewöhnlicher Neubau (EFH mit Infrarothheizung und BWWP

Beitragvon smoker59 » 12.10.2016, 13:43

zasti hat geschrieben:Wir wissen um den Vorteil der IR-Heizung.

"Wir" kennen den einzigen Vorteil natürlich auch, es ist die kurze Reaktionszeit der IR-Heizung :wink:
Dem stehen aber mehrere erhebliche Nachteile entgegen, zu nennen wären da hauptsächlich die sehr hohen (Strom-)Kosten und die Unfähigkeit Wärme zu speichern.
zasti hat geschrieben:Was wir auf keinen Fall mehr möchten ist eine klassische Fußbodenheizung. Träges System usw. Näheres erspare ich mir hier.

Die Systemträgheit kann auch ein Vorteil sein wenn man sie in seine Überlegungen von vornherein einbezieht.
Schade, daß du uns "Näheres ersparen" möchtest denn mir fällt da eigentlich nichts Negatives mehr ein :?
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mit freundlichem Gruß
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Re: Ungewöhnlicher Neubau (EFH mit Infrarothheizung und BWWP

Beitragvon Vize » 12.10.2016, 13:56

Mahlzeit,

ich kann folgenden "Senf" dazugeben:

Wir haben uns im letzten Jahr eine IR-Heizung erstmal für einen Raum zugelegt.
Die Regierung ist recht begeistert von dem Teil, weil
- nicht so träge,
- die Wärmeempfindung ist sehr angenehm
- es werden die Gegenstände (Möbel, Wände, etc.) aufgeheizt und nicht die Luft, daher wird die Wärme schon etwas im Raum "gespeichert"

Nachteil: Das ist ein sehr kleines Model und verbraucht schon 600 W.

Das sind meine rein subjektiven Erfahrungen dazu.

Zum EVU-Zähler:
Wir haben uns bei Anschaffung der PV-Anlage zusammen mit unserem Solateur dazu entschieden, sowohl den Haushaltsstrom als auch den "Wärmestrom" (Wärmepumpen) über einen einzigen Zähler laufen zu lassen.
War ein reines Rechenspiel. Da wir bis dato aufs Jahr gesehen immer recht wenig Wärmestrom bezogen hatten, würde der Wärmestrom-Bezug über den "normalen" Zähler nicht die Kosten für die Grundgebühr des zweiten Zählers erreichen. Also haben wir den Wärmestromzähler und den Tarif dazu abgemeldet.

Gruß
Andreas
Meine Anlage:
50 Module Solar Frontier SF 165-S (CIS)
DN 28°, Ausrichtung Süd
Wechselrichter: Kostal Piko 8.5
Stationärer Speicher: Senec.Home 7.5 Li V2
Mobiler Speicher: Hyundai IONIQ electric Premium
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Re: Ungewöhnlicher Neubau (EFH mit Infrarothheizung und BWWP

Beitragvon pastamann » 12.10.2016, 14:02

wie soll den das Haus gedämmt sein? und wo steht es?
Infrarotheizung geht nur bei sehr gut gedämmten Gebäuden (richtung Passivhaus). evtl noch besser
in Verbindung mit einem Holzofen (für die ganz kalten Tage).
Warmwasser liegt am Verbrauch. Bei nur duschen und zwei Personen kann sich auch ein DLE rechnen,
ansonnsten BWWP.
PV immer auf das Dach, was geht an Menge. Wobei die dir im Winter,wenn du den meisten Strom benötigst
nur wenig helfen wird (Standort?).

Aber wichtig sind mal Angaben zum Standort und wie das Haus gedämmt werden soll....
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Re: Ungewöhnlicher Neubau (EFH mit Infrarothheizung und BWWP

Beitragvon shot » 12.10.2016, 14:08

Die Sinnhaftigkeit einer IR Heizung ist sehr begrenzt.
Dh. es gibt sehr wenig Sinnvolle Anwendungen im Vergleich zu anderen Systemen.
idR bei nur bei sehr geringen Nutzungszeiten.

In der energiepolitisch konservativen Schweiz sind nach Energie Gesetzen (MuKEn) Widerstandsheizungen (=IR) mehrheitlich verboten.

Um hier ehrlich zu sein ich habe auch eine IR Heizung!
Im LED Badspiegel Leistung = 16 W :juggle:
shot
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Re: Ungewöhnlicher Neubau (EFH mit Infrarothheizung und BWWP

Beitragvon toralt » 12.10.2016, 14:12

bzgl IR-Heizung kann ich meinen Senf auch noch dazu geben.
Ich habe mir vor über einem Jahr eine DHH Bj 1960 gemietet, die in den 90igern mit IR Natursteinheizungen ausgestattet wurde. Stromkosten halten sich in Grenzen, da ich statt 23 Grad nur 21 Grad am Thermostat einstellen musste um das gleiche Wohlbefinden wie beim Standardheizkörper zu bekommen. Strompreis für Wärmestrom liegt aktuell bei mir bei 17,33 cent inkl Steuer, damit kann ich leben. Allerdings ist auch die Miete entsprechend niedrig!
Die Natursteinheizung speichert natürlich auch die Wärme und ist genauso träge, wie eine FBH. So lange ich zur Miete wohne komme ich damit klar. Wäre es mein Gebäude wäre es das erste, was ich entsorgen würde! Zum einen ist es im Verhältnis zu jedem anderen Heizsystem extrem viel teurer. Was mich dabei aber am meisten stört ist die Oberflächentemperatur der Heizelemente. Wenn so eine Elektroheizung voll aufgeheizt ist hat diese bei mir um die 90 Grad. Hätte ich Kinder wäre das ein no go! In Verbindung mit PV wird sich der Effekt auch in Grenzen halten, da es Nachts deutlich Kälter als tagsüber ist, dementsprechend benötige ich den meisten Strom auch nachts. Gesetz dem Fall man plant hierfür einen Stromspeicher ein, so gehe ich davon aus, dass ein konventionelles Heizsystem günstiger ist.
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Re: Ungewöhnlicher Neubau (EFH mit Infrarothheizung und BWWP

Beitragvon jodl » 12.10.2016, 14:13

IR Heizung würde ich für ein nur wenige Tage im Jahr beheiztes Ferienhäuschen vielleicht als sinnvoll durchgehen lassen.
Bei einem ganzjährig genutzten Wohnhaus halte ich das für eine absolut ungeeignete Möglichkeit, da vergleichsweise sehr hohe Betriebskosten anfallen.
Gibt es zu dem geplanten Haus denn schon Zahlen zum Energieverbrauch, zur Heizlast, zum Dämmstandard usw.?
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Re: Ungewöhnlicher Neubau (EFH mit Infrarothheizung und BWWP

Beitragvon machtnix » 12.10.2016, 14:23

wenn es keine Fußbodenheizung sein soll, dann kann man auch eine Wandheizung machen.
Vorteil der Wandheizung ist die Möglichkeit der Kühlung im Sommer.
Durchlauferhitzer für 2 personen ist ok, der benötigt nur die halbe Menge Energie als ein Speicher, da die Standverluste von 500Kwh entfallen. Ebenso entfallen die Verluste einer Zirkulationsleitung von geschätzten 500-800Kwh.
achso PV Anlage, so groß wie möglich ( bis 10Wp ) den meinsten Strom wirst du verkaufen und im Winter zurückkaufen.
Je besser das Haus gedämmt wird, desto geringer wird der Heizbedarf sein.
Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!
machtnix
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