PV Strom für Heizstab oder Wärmepumpe nutzen?

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PV Strom für Heizstab oder Wärmepumpe nutzen?

Beitragvon MarkusTaunus » 17.04.2018, 10:15

Hallo,

ich habe bereits einiges hier im Forum als auch bei Haustechnikdialog.de gelesen wie auch die Diskussion Wärmepumpe oder Heizstab was auch meine Frage ist, aber für mich wurde die ursprüngliche Frage nicht beantwortet oder ich habe es überlesen.
energiesparen-heizen-daemmen-solarthermie-f139/waermepumpe-oder-heizstab-t119797.html

Ich habe ein Haus Baujahr 1999 mit ein Gastherme (Viessmann Vitodens 300) samt 300l Warmwasserspeicher (beides aus 1999) und seit Juni 2016 eine PV Anlage mit 6,7 KWP. Der Stromverbrauch ist weiter gesunken und wir beziehen nur noch um die 2.500 kwh pro Jahr und speise rund 5.000 KwH pro Jahr ein. Das Haus hat eine normale Dämmung und wenn die Fassade in die Jahre gekommen ist, werde ich vermutlich dämmen.

Wie kann ich den Stromüberschuss am sinnvollsten nutzen? Meine Überlegung ist ein neuer Warmwasserspeicher und entweder ein Heizstab oder eine Warmwasser Wärmepumpe. Grundsätzlich habe ich die Gastherme so eingestellt, dass von 6-8 und von 15 – 21 Uhr geheizt als auch Warmwasser erzeugt wird, da dazwischen alle Kinder & Erwachsene aus den Haus sind. Leider ist kaum noch Warmwasser verfügbar, wenn meine Frau vor 15 Uhr nach Hause kommt. Ich weiss nicht, woran dies liegt, aber daher die Überlegung einen neuen Speicher anzuschaffen.
Wenn die Gastherme ausgedient hat, überlege ich entweder eine neue Gastherme oder eine Pelletheizung anzuschaffen. Da keine Fußbodenheizung lohnt sich eine Wärmepumpe nicht zum Heizen.

Ein Heizstab ist in der Anschaffung auf jeden Fall günstiger, aber lohnt sich die Anschaffung einer Warmwasser / Brauwasser Wärmepumpe wie Stiebel Warmwasser-Wärmepumpe WWK 301 oder Viessmann Vitocal 161? Ich hatte schon mal ein Angebot für die Stiebel Eltron bekommen: 2700€ + 300€ Vorbereitung + 800€ Montage + Mehrwertsteuer kommen am Ende rund 4.600€ zusammen. Das hatte mich erst einmal abgeschreckt.

Was ist sinnvoller Heizstab oder Wärmepumpe oder welche Alternativen gibt es noch? Das eine Wärmepumpe aus einer Einheit Strom bis zu 3 oder 4 Einheiten Warmwasser erzeugt ist klar, aber lohnt es sich wirtschaftlich, für eine Warmwasser-Wärmepumpe so viel auszugeben? Sollte ich mich für eine Pelletheizung in x Jahren entscheiden und daher einen (Heizungs-) Pufferspeicher benötigen, sollte ich mir 2 Speicher in den Keller stellen oder besser gleich einen Kombispeicher anschaffen?

Vielen Dank für Feedback, Anregungen etc.
MarkusTaunus
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Re: PV Strom für Heizstab oder Wärmepumpe nutzen?

Beitragvon qualiman » 17.04.2018, 10:25

MarkusTaunus hat geschrieben: Grundsätzlich habe ich die Gastherme so eingestellt, dass von 6-8 und von 15 – 21 Uhr geheizt als auch Warmwasser erzeugt wird, da dazwischen alle Kinder & Erwachsene aus den Haus sind. Leider ist kaum noch Warmwasser verfügbar, wenn meine Frau vor 15 Uhr nach Hause kommt. Ich weiss nicht, woran dies liegt, aber daher die Überlegung einen neuen Speicher anzuschaffen.


Deshalb würde ich keinen neuen Speicher anschaffen sondern nach dem Problem suchen.
Hast Du dazu auch die Zirkulationspumpe in dieser Zeit ausgeschaltet? Wenn nicht entweder diese auch über die Schaltuhr steuern oder eine die auf Bedarf (offener Warmwasserhahn) reagiert einbauen.
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Re: PV Strom für Heizstab oder Wärmepumpe nutzen?

Beitragvon mdonau » 17.04.2018, 11:05

erstmal in der nächsten Heizperiode vernünftig Heizen:
thermischer Abgleich und Heizkurve bestimmen.
Wärmepumpe geht grundsätzlich auch mit Heizkörpern.
ggf bivalent zur Gastherme und das sinnlose on/off heizen Abstellen.
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Re: PV Strom für Heizstab oder Wärmepumpe nutzen?

Beitragvon erleuchtung » 17.04.2018, 11:33

Man kann auch Flächenheizungen nachrüsten.

Z.B. eine Decken oder eine Wandheizung.


Eine WW Wärmepumpe für 4600€?
Da gibt es Markenware mit Speicher für unter 2000€.
Oder eine Ariston Nuos für weniger als 1000€.
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Re: PV Strom für Heizstab oder Wärmepumpe nutzen?

Beitragvon MarkusTaunus » 17.04.2018, 12:11

Vielen Dank für die ersten Antworten - eine Renovierung steht aktuell nicht an. Die Gastherme wird benutzt werden, solange sie funzt und Flächenheizungen kommen aktuell ebenfalls nicht in Frage

Meine Frage ist ausser den bereits genannten Gründen (Kosten, Leistngszahl / COP); Was spricht für eine Wärmepumpe bzw. für einen Heizstab ?
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Re: PV Strom für Heizstab oder Wärmepumpe nutzen?

Beitragvon seppelpeter » 17.04.2018, 12:23

Also ist die Hütte schon irgendwie gedämmt.
Wie hoch ist denn der Wärmebedarf inkl. WW pro Quadratmeter Wohnfläche oder beheizter Fläche?

BTW: Gedämmte Häuser sollte man idealerweise sogar ohne Nachtabsenkung durch heizen, da das Haus viel zu träge auf Wünsche bezüglich einer Temperaturänderung reagiert. Oft versucht man das mit viel zu hohen Vorlauftemperarturen zu heilen, was aber ebenfalls nicht wirtschaftlich ist. Heizung an zumindest von 4 bis 24 Uhr wäre also zu empfehlen. Parallel dazu die Heizkurve deutlich senken. Vermutlich taktet die Heizung jetzt sehr stark, was sowohl den Verbrauch als auch den Verschleiß der Anlage fördert.

Wie kann ich den Stromüberschuss am sinnvollsten nutzen?


Du betreibst eine EEG Anlage mit Überschusseinspeistung.
Am sinnvollsten werden Überschüsse also ins Netz eingespeist, denn das gibt 12,2 Cent oder mehr, pro KWh.

Wenn die Gastherme ausgedient hat, überlege ich entweder eine neue Gastherme oder eine Pelletheizung anzuschaffen. Da keine Fußbodenheizung lohnt sich eine Wärmepumpe nicht zum Heizen.


Wer sagt das?
Mit 60 Grad Vorlauftemperatur bei deiner on-off-Heizung geht das nicht, aber mit 30-40 Grad VL rund um die Uhr geht das sehr wohl. Vielleicht nicht mit der besten JAZ, wie bei Sole-WP mit Fußbodenheizung, aber es könnte gehen. Ausschlaggebend ist die Heizlast, die man grob über den Jahreswärmebedarf der Hütte ermitteln kann.

Ein Heizstab wäre in deinem Fall die dümmste Option.
Den 12 Cent wertvollen Strom 1:1 in Wärme "weg schmeißen", obwohl die Gastherme eh da ist und Gas kostet 4,5 Cent pro KWh. Warum sollte man das machen?

Sollte ich mich für eine Pelletheizung in x Jahren entscheiden und daher einen (Heizungs-) Pufferspeicher benötigen, sollte ich mir 2 Speicher in den Keller stellen oder besser gleich einen Kombispeicher anschaffen?


Pelletheizungen gehören in Altbauten mit >25.000KWh bei 150m² Wohnfläche.
Im gedämmten Haus aus 1999 ist das overdone.
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Re: PV Strom für Heizstab oder Wärmepumpe nutzen?

Beitragvon donnermeister1 » 17.04.2018, 14:17

MarkusTaunus hat geschrieben:... speise rund 5.000 KwH pro Jahr ein.
...
Wie kann ich den Stromüberschuss am sinnvollsten nutzen? Meine Überlegung ist ein neuer Warmwasserspeicher und entweder ein Heizstab oder eine Warmwasser Wärmepumpe.
...


Kauf dir große Pufferspeicher für die Heizung und für Warmwasser. Die heizt du dann mit Elektroheizstäben auf. Da man leider außerhalb der Heizperiode mit den aufgeheizten Pufferspeichern nix anfangen kann, installierst du noch Heizkörper im Keller und lässt die dann volle Pulle laufen. Jetzt zu dem vielen Warmwasser. Auch da weiss man nicht so recht wohin damit. Es gibt eine einfach Lösung. Du frierst das ganze Heißwasser ein. Dann hast du, wenn die PV-Leistung nicht reicht, schönes heißes Wasser für den Winter im Tiefkühlschrank. Wäre doch gelacht, wenn du die 5 MWh Einspeisung nicht vernichtet bekommst.

:ironie:

Ich habe leider bei mir im Haus keinen Platz für große Pufferspeicher. Daher bin ich gewungen den ganzen überschüssigen Strom gegen Geld an den VNB zu verkaufen. Ärgere mich jedesmal, wenn ich wieder Geld von meinem Kunden bekomme.
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Re: PV Strom für Heizstab oder Wärmepumpe nutzen?

Beitragvon BuBu01 » 17.04.2018, 14:33

Ich habe angefangen nur meinen Strom oberhalb der 70% mittels Heizstab in Wärme zu "verschwenden", wie hier einige so schön sagen.

Allerdings ist mir irgendwann mal aufgefallen, dass die Regelung bei meiner 2 Jahre alten Gas-Brennwerttherme so ziemlich aus der Steinzeit ist, da ist nix mit Hysterese einstellen oder Temperaturspreizung oder ähnliches. Ausserdem hatte ich pro Nacht 10 Grad Verlust in meinem 150 Liter Wasserspeicher. Da musste was geschehen, deswegen folgende Schritte:

Wasserspeicher mit 14cm "Steinwolle" gedämmt und anschliessend mit Folie überzogen. Der Temperaturverlust verringerte sich auf 1 Grad pro Nacht.

Im Anschluss daran habe ich mir mal genau angeschaut, wieviel der kwh Gas der Heizung wirklich im WW-Speicher landen und war einigermassen entsetzt. Ich habe mehrere Reihen durchlaufen lassen und kam zu der Erkenntnis, dass die WW-Bereitung im Sommerbetrieb nur 50% Wirkungsgrad, im Winterbetrieb nur ca 70% Wirkungsgrad hat. Seitdem bleibt meine Heizung von Mai bis Oktober komplett aus. Dadurch wird auch noch Strom der Heizung eingespart. Wenn ich dann den Minderverbrauch der Dämmassnahmen zzgl. des Mehrverbrauchs durch WW-Bereitung mit Strom zusammenrechne komme ich auf eine "schwarze Null" zzgl. gutes Gewissen.
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Re: PV Strom für Heizstab oder Wärmepumpe nutzen?

Beitragvon seppelpeter » 17.04.2018, 14:52

Das ein WW Speicher, der womöglich noch im kalten Keller steht, gedämmt sein sollte, ist ja aber keine sensationelle Erkenntnis. Das sollte selbstverständlich sein.

BuBu01 hat geschrieben:Im Anschluss daran habe ich mir mal genau angeschaut, wieviel der kwh Gas der Heizung wirklich im WW-Speicher landen und war einigermassen entsetzt. Ich habe mehrere Reihen durchlaufen lassen und kam zu der Erkenntnis, dass die WW-Bereitung im Sommerbetrieb nur 50% Wirkungsgrad, im Winterbetrieb nur ca 70% Wirkungsgrad hat. Seitdem bleibt meine Heizung von Mai bis Oktober komplett aus. Dadurch wird auch noch Strom der Heizung eingespart. Wenn ich dann den Minderverbrauch der Dämmassnahmen zzgl. des Mehrverbrauchs durch WW-Bereitung mit Strom zusammenrechne komme ich auf eine "schwarze Null" zzgl. gutes Gewissen.


Wirtschaftlich kann das aber immer noch nicht sein, weil zwischen den Kosten von 4-5 Cent pro KWh Gas und der Einspeisevergütung von mindestens 12,2 Cent der Faktor 2-3 liegt.

Dann kostet die KWh Gas inkl. Verlusten bei der WW Erzeugung eben 6 oder 7 Cent.
Das ist immer noch deutlich weniger, als die Einspeisevergütung.
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Re: PV Strom für Heizstab oder Wärmepumpe nutzen?

Beitragvon BuBu01 » 17.04.2018, 15:06

Hahaha, der WW-Speicher steht auf dem warmen beheizten Speicher und ist bereits vom Werk aus gedämmt, trotzdem waren 10 Grad pro Nacht weg.

Du glaubst gar nicht, was man durch eine sinnvolle Steuerung der WW-Bereitung sparen kann, die Heizung ist nach jedem Duschen angesprungen und hat warmes Wasser produziert, incl. allen Verlusten, trotz 150 Liter Speicher. Das lag an nur einem Temperatursensor in der Mitte für den ganzen Tank.

Ich behaupte auch nicht, dass sich das bei jedem auf eine Null ausgeht, bei mir ist das jedenfalls so, das mag der individuellen Situation geschuldet sein.....

Ich habe das auch nur geschieben weil hier jeder postet, dass die kwh Gas 4,5 ct. kostet. Das stimmt zwar so, jedoch kommt nur die Hälfte als warmes Wasser an, das sollte man bedenken. Und selbst wenn ich ein paar Euro mehr verbrauche im Jahr wiegt das mein gutes Gewissen auf ;) Eine Wärmepumpe würde die ganze Sache noch interessanter machen, die kommt aber erst, wenn die Heizung den Geist aufgibt, als große Lösung sozusagen.
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