Pufferspeicher und Wärmepumpe

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Pufferspeicher und Wärmepumpe

Beitragvon Mike_Bayern » 25.03.2017, 22:59

Hallo Kollegen,

könnt ihr mir bitte bei folgender Überlegung helfen:

Ich plane (wie schon an anderer Stelle geschrieben) ein EFH mit 10kWp PV.
Dazu eine Wärmepumpe. Die Wärmepumpe sollte im Idealfall dann laufen, wenn die PV grad produziert.
Somit würde ich gerne das Warmwasser in einem Pufferspeicher bunkern um damit FBH und Brauchwasser zu erzeugen.

Nun die Überlegung:
Pufferspeicher brauche ich ja sowieso, damit ich die Räume einzeln regeln kann - wenn ich das richtig verstanden habe.
Wenn ich nun Brauchwasser mit einer Frischwassereinheit aufbereite, dann brauche im im Puffer ja immer so um die 55°C.
Macht mein Gedankenspiel noch Sinn oder verliere ich zu viel Energie durch die Verluste beim Speichern?

Hoffe ich ihr versteht was ich meine.

Vielen Dank und Gruß

Michael
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Re: Pufferspeicher und Wärmepumpe

Beitragvon jodl » 25.03.2017, 23:19

also die Wärmepumpe soll demnach im Sommer laufen und im Winter nicht laufen.
Interessantes Konzept.
Vielleicht solltest du die Grundlage deines Plans noch einmal überdenken :| :| :|
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Re: Pufferspeicher und Wärmepumpe

Beitragvon triggerdiode » 26.03.2017, 01:58

Für Brauchwasser kann es funktionieren, aber für die FBH sorry aber mit 10kWp wirst du nicht weit kommen..... Nur mal so zum Verständnis im Sommer hast du zu viel Energie die du nicht verbrauchen kannst und im Winter zu wenig.... Nur in der Übergangszeit Frühling/Herbst lohnt sich Dein Vorhaben....

** O/W ** 10kWp ** RUHRPOTT **
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Re: Pufferspeicher und Wärmepumpe

Beitragvon Bastel » 26.03.2017, 10:08

Die Kombination PV + Wärmepumpe macht schon Sinn, wenn man es richtig angeht. Wie schon gesagt wurde, verhalten sich Wärmebedarf und PV-Stromangebot einander entgegengesetzt. Im Sommerhalbjahr wird in der Regel gar nicht geheizt. Im Winter scheint so gut wie keine Sonne.

Übrig bleibt die Überganszeit und die sonnigen Wintertage, an denen sich eine Optimierung lohnt. Ich fahre zu diesem Zweck eine (geringe) Nachtabsenkung, die bis 9:30 Uhr geht. WENN die Sonne scheint, dann sollte sie um diese Zeit auch die Module erreichen und ausreichend Strom für die Wärmepumpe liefern. Üblicherweise wird die Wärmepume also zu diesem Zeitpunkt mit dem Heizen beginnen, und das mit PV-Strom (sofern verfügbar).

Das Gleiche gilt für Brauchwasser: Brauchwasserbereitung nachts ausschalten und fertig. Das setzt allerdings einen ausreichend großen Speicher voraus. Wenn vier Leute morgens duschen wollen, dann wird es mit 200 Litern eng. Andererseits will man (wegen Legionellen und so) den Brauchwasserspeicher nicht unnötig groß machen. Eine Möglichkeit wäre ein Kombispeicher, bei dem sich ein kleiner Brauchwassertank innerhalb eines größeren Heizwasser-Tanks befindet. Den kannst du dann tagsüber schön aufladen, nachts die Heizkurve absenken und musst morgens trotzdem nicht kalt duschen.

Bedenke aber, dass Wärmepumpen in Niedertemperatur-Systemen am effizientesten sind. Sie können also deutlich wirtschaftlicher den Estrich mit 30 Grad aufheizen, anstatt den Wassertank mit 55 Grad aufzuheizen. Deshalb würde ich von einem größeren Speicher Abstand nehmen.

Schließlich bleibt dir noch die Möglichkeit, das Warmwasser elektrisch zu bereiten. Dafür bietet sich insbesondere im Sommerhalbjahr der Überschuss an, der durch eine 70-%-Regelung entsteht. Statt den Wechselrichter hart zu drosseln, könntest du z.B. mit Sunny Home Manager eine weiche 70-%-Regelung schaffen und zunächst einen elektrischen Heizstab im Speicher aktivieren. In Idealfall muss dann die Wärmepumpe im Sommerhalbjahr so gut wie gar nicht mehr laufen. Zur Warmwasserbereitung ist sie ohnehin nicht sehr effizient, es sei denn, du hast eine spezielle (sehr kleine) Brauchwasserwärmepumpe.

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Re: Pufferspeicher und Wärmepumpe

Beitragvon alealdata » 26.03.2017, 10:19

Warum muss man Räume einzeln regeln?? Bis der E-Strich reagiert ist die Störgröße schon wieder ganz woanders.
Ausnahme wäre da die passive Kühlung da würde ich das Bad abdrehen.

Pufferspeicher schluckt dir auch nur wieder ein paar kWh am Tag.
Kreise sauber einregeln dann ist dein Speicher der E-Strich den du um 2Grad höher puffern kannst. Wenn du eine geringfügige Nachtabsenkung einplanst ist zwar der Cop etwas schlechter aber beim geschenkten/selbstproduzierten Strom würde ich das nicht so eng sehen.

Schau dich mal um eine WP um die die Leistung moduliert - SG Ready usw.
Wie schon angesprochen reden wir da von einem Feintuning und nicht von einer autarken Heizung. (selber 10kWp mit WP)
Zuletzt geändert von alealdata am 26.03.2017, 10:21, insgesamt 1-mal geändert.
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Pufferspeicher und Wärmepumpe

Beitragvon eba » 26.03.2017, 10:20

Selbst für eine Frischwasserstation reichen 45Grad aus. Wenn PV Überschuss wird bis 50Grad aufgeheizt. Fällt die Temperatur <45 wird nachgeheizt, notfalls aus dem Netz/Speicher. Ochsner mini IWP



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Re: Pufferspeicher und Wärmepumpe

Beitragvon b0012sm » 26.03.2017, 11:11

Habe das hier vorgeschlagene System mit 800liter Kombi Speicher allerdings ergänzt durch einen wasserführenden Kaminofen. Ich habe im KfW 70haus nur einen Haushaltszähler brauche 5 Meter Buchenholz im Jahr und mein Verbrauch deckt sich geldlich etwa mit der Einspeisevergütung. Hausgröße 215 qm. Sprich kosten für Heizung und Strom da.400euro.
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Re: Pufferspeicher und Wärmepumpe

Beitragvon Mege66 » 26.03.2017, 12:08

Pufferspeicher schluckt dir auch nur wieder ein paar kWh am Tag.

Kommt drauf an wo die Heizung steht. Solange der Puffer in der geheizten Gebäudehülle steht und der Keller auch etwas temperiert sein soll (mein Untergeschoss heize ich bis auf den Vorratsraum normal) spielt dies nicht wirklich eine Rolle.

Schau dich mal um eine WP um die die Leistung moduliert - SG Ready usw.

Das kann missverstanden werden. Die Leistungsaufnahme einer modulierenden WP richtet sich am Wärmebedarf innerhalb der Gebaüudehülle und nicht nach dem Stromangebot. Im dümmsten Fall macht eine modulierende WP genau das falsche und läuft auf Sparflamme obwohl die PV Anlage Überschüsse produziert.

SG Ready

Damit kann man schon was anfangen. Ich steuere meine WP über ein selbstgebasteltes SmartGrid Interface vom PowerDog aus so an, dass bei PV Überschuss die Vorlauftermperatur angehoben und der Puffer voll durchgeladen wird. Das bringt einige Prozent zusätzlichen Eigenverbraucht.

Das gesamte Potential kannst Du hier nachlesen: https://www.photovoltaikforum.com/allgemeine-anlagenplanung-f69/praxiswerte-pv-stromanteil-am-waermepumpenverbrauc-t109759.html
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Liebäugle seit längerem mit einem Speicher, habe aber noch immer nichts wirklich gescheites gefunden.
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Re: Pufferspeicher und Wärmepumpe

Beitragvon alealdata » 26.03.2017, 12:25

2-3kWh sind weg ob wohl ich es nicht will beim Puffer. Restwärme gibt es genug vom Technikraum oder von der Geschoßdecke. Wenn ich gezielt heizen möchte baue ich dazu die Heizkörper/ FBH ein. Beim Puffer lade ich einen Speicher auf damit ich dann einen weiteren Wärmespeicher auflade. Hat aus meiner Sicht nur Sinn wenn ich hohe Leistungen wie bei einer Verbrennung wegbringen muss aber nicht wenn die WP bereits der Wärmeleistung dem Haus angepasst wurde.
Erst hoch zu erwärmen und dann herunterzumischen möchte ich wegen der Verluste nicht machen.

Modulierend weil man die Leistung im Übergangsbereich besser herantasten kann zur PV Leistung und gleichzeitig die Laufzeiten erhöhen kann. (ich würde sogar in die Modulation eingreifen bis zu einem gewissen Grad der Raumtemperatur)
Der Eigenverbrauch im Haushalt gibt halt nicht viele Möglichkeiten her mit "flexiblen" Lückenfüller außer das Warmwasser und daher nutze ich jede Variante bei einer Neuanschaffung wo es nur geht.

Missverstanden oder nicht Mege66 hat schon recht das man dazu etwas mehr "Logik" im Hintergrund braucht.

@Mike_Bayern Ökofen noch ein Thema weil das könnte den Puffer erklären??
@Mege66 hab auf die schnelle deinen wirklich sehr guten Beitrag gelesen und da du ja Heizkörper und keine FBH hast ist mir nur auch dein Konzept klar.
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Re: Pufferspeicher und Wärmepumpe

Beitragvon Mike_Bayern » 26.03.2017, 21:05

Hallo Kollegen,

erstmal vielen, vielen Dank für eure zahlreichen Antworten!

Ökofen ist raus, da es ja eine Wärmepumpe werden soll.
Um Missverständnisse zu vermeiden:
Natürlich soll sie nicht nur im Sommer laufen, sondern ich würde den Eigenverbrauch einfach gerne damit erhöhen, die WP so zu steuern, dass sie eben zu den PV-Zeiten läuft.

Folgendes gelernt:
- 70% Regel war mir nicht bewusst - muss jetzt klären, wie das zu steuern ist
- Thermischer Speicher ist ein Problem in Verbindung mit WP

Was würdet ihr sagen, wie groß der Speicher ausfallen sollte?

Vielen Dank und Gruß

Michael
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