Kaufberatung PV + Solarthermie

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Re: Kaufberatung PV + Solarthermie

Beitragvon seppelpeter » 08.10.2018, 10:51

Ich würde die Anzahl der Wärmequellen nicht erhöhen, sondern die vorhandenen optimieren.
Ölkessel, Thermie, Kamin ... was denn noch?

Kennst Du den Wärmebedarf des Hauses pro Jahr?
Alte Abrechnungen der Öltankungen einsehen und Verbrauch pro Jahr ermitteln.

Welchen Wandaufbau hast Du?
Ist das Dach oder die oberste Geschossdecke gedämmt?

Bei einem ungedämmten Haus können das 70-100KWh pro m² und Jahr sein.
Mein erster Gedanke ist da auch nicht die WP gewesen, aber mittelfristig kann das sinnvoll sein.

Vorher sollten die vorhandene Heizungsanlage optimiert werden.
Es ist gut, dass eine Fußbodenheizung drin ist ... die passt gut zu einer WP.

Der vorhandene Puffer sollte allerdings nicht um einen weiteren ergänzt werden, denn WP und Puffer passt eher nicht.

A propos Förderung ... ein hydraulischer Abgleich wird ebenfalls gefördert.
Fenstererneuerung wird ebenfalls gefördert und wenn man eh renoviert sollte man das mitnehmen ... ein Fenstertausch später ist eben viel Dreck.

Kamin ... wenn dann ein normaler Holzheizkamin ... ohne Wassertasche.

Bei der PV mit Blick evtl. auf eine WP auch mal größer denken ... wie viel geht max. auf das Süddach und welche Dachneigung hast Du?

Ich würde auch von Thermie abraten.
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Re: Kaufberatung PV + Solarthermie

Beitragvon zooom » 08.10.2018, 11:47

Wenn das Haus in D liegt, muß es ja einen Energieausweis geben, würde mich nicht wundern, wenn da Werte >160Kw / m² stehen.
Gruß Thomas

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Re: Kaufberatung PV + Solarthermie

Beitragvon PV Ndh » 08.10.2018, 12:09

ds1707 hat geschrieben:Zusätzlich soll noch ein wasserführender Kaminofen mit ~10kW eingebaut und die Heizung unterstützt werden,.

Bedenke bitte, das Biomasseheizungsanlagen für Wohnhäuser so ziemlich das bösartigste sind was du legal deinen Mitmenschen antun darfst. Eine Körperverletzung gegen dritte (durch Feinstaub) ist hier im Gegensatz zu der, bei der du selbst Körperlich aktiv werden musst nicht strafbar. Außerdem ist Holz ein Wertvoller Stofflich nutzbarer, und nur sehr begrenzt verfügbarer Rohstoff, der zu schade zum Verbrennen ist. Deutschland kann z.B. seinen Gesamtbedarf seit langem nur noch durch zusätzliche Importe decken, obwohl es sehr große wirtschaftlich genutzte Waldflächen besitzt.
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Re: Kaufberatung PV + Solarthermie

Beitragvon mdonau » 08.10.2018, 15:42

passra hat geschrieben:Man weiß bisher NICHTS über das Haus außer dem Baujahr, keine Wohnfläche, keinen Ölverbrauch, keine Heizflächendaten, keine Vorlauftemperaturen.

Da sind womöglich Radiatioren mit 70°C Vorlauf verbaut und ihr empfehlt einfach mal so eine Wärmepumpe, das ist schon schräg, Leute :roll:

Das ist vom Prinzip egal, denn die meisten Anlagen können zumindest bei Temperaturen
bis ca. 0°C mit deutlich geringeren Temperaturen betrieben werden, die WW-Bereitung kann ebenfalls umgestellt werden.
10kWp PV + 5kW Panasonic WP sind immer noch deutlich effizienter und günstiger als eine Thermie
und kann über 50% des Wärmebedarfs decken zu geringeren Kosten ggü Öl.

Ziel sollte es dann sein, dass der Öler dann irgendwann nicht mehr benötigt wird!
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Re: Kaufberatung PV + Solarthermie

Beitragvon ds1707 » 08.10.2018, 20:43

Vielen Dank für den ganzen Input heute.
Die Resonanz ist der Wahnsinn!
Nochmal die genaueren Eckdaten:
- Haus Bungalow BJ1970,
- Außenwände 20cm Porenbeton (Dichte 600kg/m³ somit Dämmwert ~36 Ziegel) ->Dämmung ist langfristig geplant.
- Decke ebenfalls aus Porenbeton (17,5cm) und ebenfalls ungedämmt ->Dämmung ist kurzfristig geplant
- Dach ist ein 30° Walmdach somit mit Dachflächen in alle Ausrichtungen (10 kWp PV sind max. ohne ST)
- 130m² im EG (Fußbodenheizung wird eingebaut da Radiatoren sowieso alt sind)
- 40m² im UG (ausgestattet mit neueren Radiatoren, soll auch so bleiben)
- Fenster wurden bereits getauscht auf Kunststoff 2-fach verglast, soll auch so bleiben
- Heizung: Viessmann Ölheizung aus 2000

Energieausweis gibt es keinen da ich darauf verzichtet habe und davor eine alleinstehende Dame (90 Jahre) darin gewohnt und dieser somit nicht allzu aussagekräftig gewesen wäre.

Ich wollte zuerst anfangen den Ölverbrauch zu minimieren deshalb die Maßnahmen:
Fußbodenheizung (geringe Vorlauftemperatur)
Kamin mit Wasserführung (FBH in den anderen Räumen)
PV (weil ich ein riesen Fan davon bin:-) und optional die
Solarthermie (weil mein Arbeitskollege so extrem davon schwärmt)

Wärmepumpe als mittelfristige Maßnahme.
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Re: Kaufberatung PV + Solarthermie

Beitragvon PV Ndh » 08.10.2018, 21:20

ds1707 hat geschrieben:Solarthermie (weil mein Arbeitskollege so extrem davon schwärmt)

Soso er schwärmt davon.
Dann hat er garantiert auch einen Wärmemengenzähler für die ST installiert und kann dir genau vorrechnen wie viel Energie er dadurch einspart.
Sehr wahrscheinlich kann er das nicht, also lass den einfach weiter schwärmen(träumen).
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Re: Kaufberatung PV + Solarthermie

Beitragvon mdonau » 08.10.2018, 21:21

Dann mach PV drauf und
saniere die Bude energetisch.

Wärmemengenzähler rein, dann
hat man einen konkreten Überblick,
was man wirklich verbraucht und man
kann mit realen Zahlen planen.

Wer von Solarthermie schwärmt, kann nicht rechnen
oder muss sich seinen Fehlinvest schön reden.
Bruttoertrag und wirklich genutzter Nettoertrag liegen
je weiter von einander je größer die Anlage ist.
Der Bedarf beschränkt den Nutzen,
man kann nicht mehr sparen, als man ohne Thermie
gebraucht hätte.
Zuletzt geändert von mdonau am 08.10.2018, 21:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kaufberatung PV + Solarthermie

Beitragvon seppelpeter » 08.10.2018, 21:43

Das Thema Heizung sollte man nicht überstützen.
Die heizung funktioniert und das Gebäude wird von Dir frisch bewohnt.
Versuche den Verbrauch und die Vorlauftemperatur so weit wie möglich zu senken.
Der vorhandene 200l Puffer wird dabei etwas helfen können.

Sorgen dürften die Wärmeverluste der Gebäudehülle bereiten.
Das klingt nach einem schönen freistehenden Bungalow mit viel Außenwandfläche.

Sofern die eigene Arbeitskraft vorhanden ist würde ich als einzigekurzfristige Maßnahme bei vorhandenem Kaminzug den Einbau eines Holzhiezkamins vorsehen. Damit kann man im Winter einiges abfangen, die Wärme verteilt sich in einem großflächigen Bungalow gut und es ist ja auch ein Romantikfaktor dabei. :lol:

Die Wände sind mit 20cm nicht sonderlich massiv ... wie 36er Ziegel ... es sind aber halt nur 20cm ungedämmt.
Die Decke dürfte noch größere Verluste verursachen ... hast Du da ein Kaltdach drauf, dann würde ich als allererstes die obere Geschossdecke mit 25-30cm dämmen. Das ist zwar auch Arbeit, aber das kann man selbst machen.

Bei 130m² im EG und Walmdach muss da mehr als 10KWp drauf gehen ... bauen :!:

Die Radiatoren im UG evtl. gegen deutlich größere tauschen (Niedertemperatur), damit sie besser zur Vorlauftemperatur der FBH passen

Wie viel KW hat der Ölbrenner?
Hast Du Verbrauchsdaten vorliegen?

Thermie definitiv bleiben lassen, die fläche wird für PV gebraucht.
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Re: Kaufberatung PV + Solarthermie

Beitragvon passra » 08.10.2018, 22:01

Über deinen Ölverbrauch hast du immer noch nichts gesagt :wink: Aber ich schätze jetzt mal min. 4000 Liter im Jahr, also rund 40000 kWh.
Meine 10m² Thermie bringen am 1600l-Puffer im Jahr rund 3000 kWh. Das sind bei 80 Cent Ölpreis ca. 240€ im Jahr. Ob sich da eine Neuanschaffung mit allem Drum und Dran (Kollektoren, Puffer, Frischwasserstation, Verrohrung und und und) lohnt? Glaube ich nicht.

Erst das Gebäude sanieren, DANN die Heizung, wenn der Endbedarf feststeht und nicht irgendwelches Stückwerk, das auch Geld kostet und keinem Plan folgt.
PV ja (schon wegen der sinkenden Einspeisevergütung) mit Überschusseinspeisung, aber erst mal keine WP oder womöglich noch einen Heizstab. Auch keinen überdimensionierte wasserführenden Holzofen (10kW, irre, wo soll den die Wärme hin, da gehen min. 6 kW direkt in den Raum), der nach der Sanierung dann schon nach einer Stunde Heizen 30° in der Hütte macht. Zuerst Hülle machen, dann mit dem Ergebnis Heizsystem überlegen, dann einkaufen.
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Re: Kaufberatung PV + Solarthermie

Beitragvon PV Ndh » 08.10.2018, 22:05

seppelpeter hat geschrieben:Sofern die eigene Arbeitskraft vorhanden ist würde ich als einzigekurzfristige Maßnahme bei vorhandenem Kaminzug den Einbau eines Holzhiezkamins vorsehen. Damit kann man im Winter einiges abfangen, die Wärme verteilt sich in einem großflächigen Bungalow gut und es ist ja auch ein Romantikfaktor dabei.


Da kann er dann auch gleich das ganze Altholz und sonstige brennbaren Abfälle vom Umbau verheizen. Das spart dann gleich doppelt, weil weniger entsorgt bzw. Brennholz gekauft werden muss. Und er braucht die nächste Jahre nicht so viele gelbe Säcke vor die Tür stellen.
Mal ehrlich diese Dreckschleudern, die chemisch gespeicherten Strom(>40%/kWh_th) in Warmes Wasser und Feinstaub verwandel gehören, noch vor Abschaffung der EEG Umlage auf Eigenverbrauch, verboten.
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