GEG 2018

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Beitragvon FISO » 14.11.2017, 14:40

Ich denke mal, jeder von euch hat schonmal was von der EnEv gehört. Nach dieser richtet sich ja die KFW Geschichte. So darf ein KFW 55 Haus nur noch 55% von einem Haus verbrauchen, welches der EnEv entspricht. 2016 wurden ja die Richtwerte verschärft. So sank der Energieverbrauch um 25% und die Qualität der Gebäudehülle hat sich demzufolge auch verschärft.

Die GEG 2018 geht ja einen Schritt weiter, da die EnEv 2016 ja nicht den EU-Richtlinien 100% entspricht. Die Rede ist von Niedrigenergiehaus / Passiv Haus ab 2021. Das dürfte dem heutigen KFW40/+ bzw Passivhaus entsprechen. D.h. wenn ich das so richtig interpretiere, dass was jetzt die EnEv 100 (Standard) ist, in Zukunft mind . KFW40/+ sein wird. Ich hab ja echt nichts gegen Energieeinsparung, nur zu welchem Preis?

Was ich sagen will ist, das ganze wird doch in Zukunft für den Hausbauer wieder einmal teurer! Die gemauerten Häuser werden es schwer haben, solche Werte zu erreichen. Da wird in Zukunft statt der Einschaligen Bauweise wohl die zweischalige zwingend notwendig sein! (U-Wert EnEv 2014 = 0,32, bei EnEv 2016 = 0,28). D.H, irgendwann reicht nichtmal mehr eine 12 cm Dämmung aus, damit ein Steinhaus den Anforderungen entspricht. Bei einer Wandstärke von 24 cm, 2cm Innenputz, 12cm Außendämmung (WLG 35), 2 cm Außenputz hat man einen U-Wert von 0,16. Ab 2021 viel zu hoch! D.h., es müssen wohl mind. 16 - 18 cm Dämmung drauf! Dann hätte man einen U-Wert von 0,125... Firmen wie Heinz von Heiden werden hier richtig schön drangsaliert... die Verbauen Standardmäßig 17,5 cm Hochlochziegel (null Dämmwirkung) und kleben jetzt schon 18 cm Dämmung drauf, damit die einen U-Wert von 0,18 erreichen! Noch mehr Styropor macht kaum Sinn, also müssen die auf Wärmedämmsteine umschwenken.... Lüftungsanlagen werden dann Standard und als Heizung werden nur noch Wärmepumpen/Pellets verbaut! Wie gesagt, vom Energiesparen nicht schlecht, aber vom Preislichen? Ich mein fast jeder muss heutzutage das Haus finanzieren, aber wer wird das in Zukunft noch können? Beispiel: Mit der Bauplanung hab ich 2014 begonnen. Damals kostete das Lichthaus 152 ohne KFW gedöns und ohne Extras (keine Fußbodenheizung, keine elektrischen Rollos, kein Bodentiefen Duschen etc (Standardhaus von der Stange, also billig) 156.000€. Wenn ich jetzt auf die Seite von Town & Country gehe, liege ich bei 196.000€. Im gleichen Atemzuge haben natürlich die Fertighausanbieter nachgezogen! Mit paar Extras und Baunebenkosten liegt man ohne Grundstück bei locker 230.000 €. Will man einen Keller (Beton), dann liegt man schon bei 300.000€, mit Garage und Grundstück bei ca. 350 - 370k €.... Greift die neue Verordnung dann wird das ganze garantiert locker 20 - 30k € teurer. Das sieht man ja im Fall von dem Town & Coutry Haus. Allein durch die Gehaltssteigerungen der Arbeiter und höheren Materialpreise kanns net so hoch sein! Die EnEv 2016 schlägt hier voll zu! Und wie gesagt, das ist ein Standardhaus ohne irgend einer KFW-Form. Soweit ich weiß, kostet bei dem Haus KFW70 min 10.000€ mehr, bei KFW 55 nochmal mind. 5000€ mehr! Selbst das Flair 125 kostet mind. 164.000€! 2021 wird das Haus nicht für unter 200.000€ zu haben sein! Mit Nebenkosten, Garage, Grundstück sind es locker 300.000€! Bei solchen Summen werden viele Normalverdiener sich das ganze nicht mehr leisten können! Und dabei will ja die Regierung, dass Jungen Familien es ermöglicht werden soll, sich ein Eigenheim anzuschaffen. Aber Wie soll das gehen? Fertighäuser sind in der Regel teurer, das ist so! (Erfahrung aus dem Rundgang im Fertighauspark in Koblenz, Frankfurt und ähm bei Erlangen)....

Wenn alles normal weiter läuft, ist mein Haus nach genau 15 Jahren abbezahlt (geht halt nur mit entsprechender Rate). Ich hatte das Glück, dass ich es mit meinem Dad selber mauern konnte, da spart man doch viel ein! Allgemein hab ich vieles selber gemacht, aber das kann nicht jeder! (Einiges musste ich aber auch machen lassen!) Ein Arbeitskollege, der ein Fertighaus sich gestern stellen ließ, liegt mit allem auch bei 300.000€ (mit Grundstück... war teuer, Haus ist aber nur halb so groß wie meins), nur dass er wesentlich weniger verdient als ich. D.h. er zahlt über 30 Jahre ab! Jede Bank hat ihn zurückgewiesen bzw wollte das Bauvorhaben nicht finanzieren! Er ist Beamter im mittleren Dienst..... Verdient also nicht mal so wenig. Dennoch keine Chance! Wo ist er gelandet? Bei einem Finanzhai...wie die Konditionen/Laufzeiten sind weiß ich nicht, wird aber lang sein!

Was ich sagen will, ist dieses wahnsinnige Energiesparen wirklich so toll, wenn die Anschaffung so hoch ausfällt? Es muss doch in Relation stehen.....
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Re: GEG 2018

Beitragvon alterego » 14.11.2017, 17:55

So ein Haus sollte mindestens 50-100 Jahre halten, was sind da ein paar Euro mehr in der Anschaffung im Vergleich zur eingesparten Energie? Energie ist halt viel zu billig, daher kann es durchaus sein, daß sich das nicht gerechnet hat, bis das Haus abbezahlt ist, die erste Generation darin also quasi zweimal zahlt :(

In dem Punkt verstehe ich "die Politiker" sogar etwas - im Bestand macht sowieso niemand was (rechnet sich nicht, da die Energie zu billig ist, aber ich wiederhole mich und man im nicht selten auch noch z.B. Schimmel bekommt, wenn man es nur halbherzig macht), also muß man schauen wenigstens die Neubauten auf ein vernünftiges Niveau zu bringen, damit der Durchschnitt besser wird.
Außerdem - lies mal hier quer, da werden immer noch viele Häuser gebaut, die gerade so hingerechnet werden, daß sie die Mindestanforderungen erfüllen. z.B. mit 2kWp PV, die dann mit 3000€/kWp verrechnet werden. Ich befürchte daß die Anbieter ähnlich rehcnen, wenn man statt 08/15 Dämmung ein paar cm mehr haben will. Der Materialmehraufwand ist ja überschaubar und extrem viel länger arbeitet man da auch nicht dran, verdient also der Anbieter...

Aber da gäbe es z.B. ja sogar ein Gesetz nach dem man die obere Geschoßdecke dämmen muß, allerallerallerspätestens, wenn der Eigentümer wechselt. Und was passiert :?: Nichts :!: Im selbstgenutzten Eigentum kann das "den Ämtern" ja noch egal sein, aber auch bei Mietshäusern tut sich nichts, was hilft da das beste Gesetz?
dazu fast OT: Das Urteil von heute zu den Nebenkosten habe ich nur am Rand mitbekommen muß ich die Tage genauer nachlesen, aber irgendwas läuft da energiepolitisch falsch. Man zahlt den Einkommensschwachen die Miete bis zu einer gewissen Höhe, die landen dann quasi automatisch in Wohnungen, die hohen Energieverbrauch haben und den zahlt man dann nicht voll. Nur als Randbemerkung für die, die über Wohneigentum gar nicht nachdenken brauchen, wenn sie es nicht zufällig geerbt haben.

Mehr als Nullenergie geht ja nicht wirklich und da sind wir bald, Wohnungen sind ja zum wohnen da und nicht dazu Kraftwerke zu sein. Passivhaus gibt es ja offiziell nicht mehr, weil das "nur" bilanziell war, vereinfacht also im Winter den Strom verbraucht, den man im Sommer eingespeist hat. Da bin ich mit meienr Holzheizung bilanziell nicht schlechter, in meinem Wald wächst auch mehr nach, als ich verheizen kann (und ich rede von einem Altbau mit um die 100kWh/m²/a - "gemacht" wurden da nur die Fenster, weil die alten Holzfenster nach ca. 40 Jahren wirklich Schrott waren). Das verkaufte Stammholz reicht leicht noch für die Stromrechung und das alles ohne Subventionen/Förderung (nicht falsch verstehen, ich gönne jedem seine Einnahmen aus der PV, die haben da auch Zeit und Geld investiert, genau wie mein Vater und ich in den Wald).
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Re: GEG 2018

Beitragvon Michsebin » 14.11.2017, 17:59

FISO hat geschrieben:Ich denke mal, jeder von euch hat schonmal was von der EnEv gehört. Nach dieser richtet sich ja die KFW Geschichte. So darf ein KFW 55 Haus nur noch 55% von einem Haus verbrauchen, welches der EnEv entspricht. 2016 wurden ja die Richtwerte verschärft. So sank der Energieverbrauch um 25% und die Qualität der Gebäudehülle hat sich demzufolge auch verschärft.

Die GEG 2018 geht ja einen Schritt weiter, da die EnEv 2016 ja nicht den EU-Richtlinien 100% entspricht. Die Rede ist von Niedrigenergiehaus / Passiv Haus ab 2021. Das dürfte dem heutigen KFW40/+ bzw Passivhaus entsprechen. D.h. wenn ich das so richtig interpretiere, dass was jetzt die EnEv 100 (Standard) ist, in Zukunft mind . KFW40/+ sein wird. Ich hab ja echt nichts gegen Energieeinsparung, nur zu welchem Preis?

Was ich sagen will ist, das ganze wird doch in Zukunft für den Hausbauer wieder einmal teurer! Die gemauerten Häuser werden es schwer haben, solche Werte zu erreichen. Da wird in Zukunft statt der Einschaligen Bauweise wohl die zweischalige zwingend notwendig sein! (U-Wert EnEv 2014 = 0,32, bei EnEv 2016 = 0,28). D.H, irgendwann reicht nichtmal mehr eine 12 cm Dämmung aus, damit ein Steinhaus den Anforderungen entspricht. Bei einer Wandstärke von 24 cm, 2cm Innenputz, 12cm Außendämmung (WLG 35), 2 cm Außenputz hat man einen U-Wert von 0,16. Ab 2021 viel zu hoch! D.h., es müssen wohl mind. 16 - 18 cm Dämmung drauf! Dann hätte man einen U-Wert von 0,125... Firmen wie Heinz von Heiden werden hier richtig schön drangsaliert... die Verbauen Standardmäßig 17,5 cm Hochlochziegel (null Dämmwirkung) und kleben jetzt schon 18 cm Dämmung drauf, damit die einen U-Wert von 0,18 erreichen! Noch mehr Styropor macht kaum Sinn, also müssen die auf Wärmedämmsteine umschwenken.... Lüftungsanlagen werden dann Standard und als Heizung werden nur noch Wärmepumpen/Pellets verbaut! Wie gesagt, vom Energiesparen nicht schlecht, aber vom Preislichen? Ich mein fast jeder muss heutzutage das Haus finanzieren, aber wer wird das in Zukunft noch können? Beispiel: Mit der Bauplanung hab ich 2014 begonnen. Damals kostete das Lichthaus 152 ohne KFW gedöns und ohne Extras (keine Fußbodenheizung, keine elektrischen Rollos, kein Bodentiefen Duschen etc (Standardhaus von der Stange, also billig) 156.000€. Wenn ich jetzt auf die Seite von Town & Country gehe, liege ich bei 196.000€. Im gleichen Atemzuge haben natürlich die Fertighausanbieter nachgezogen! Mit paar Extras und Baunebenkosten liegt man ohne Grundstück bei locker 230.000 €. Will man einen Keller (Beton), dann liegt man schon bei 300.000€, mit Garage und Grundstück bei ca. 350 - 370k €.... Greift die neue Verordnung dann wird das ganze garantiert locker 20 - 30k € teurer. Das sieht man ja im Fall von dem Town & Coutry Haus. Allein durch die Gehaltssteigerungen der Arbeiter und höheren Materialpreise kanns net so hoch sein! Die EnEv 2016 schlägt hier voll zu! Und wie gesagt, das ist ein Standardhaus ohne irgend einer KFW-Form. Soweit ich weiß, kostet bei dem Haus KFW70 min 10.000€ mehr, bei KFW 55 nochmal mind. 5000€ mehr! Selbst das Flair 125 kostet mind. 164.000€! 2021 wird das Haus nicht für unter 200.000€ zu haben sein! Mit Nebenkosten, Garage, Grundstück sind es locker 300.000€! Bei solchen Summen werden viele Normalverdiener sich das ganze nicht mehr leisten können! Und dabei will ja die Regierung, dass Jungen Familien es ermöglicht werden soll, sich ein Eigenheim anzuschaffen. Aber Wie soll das gehen? Fertighäuser sind in der Regel teurer, das ist so! (Erfahrung aus dem Rundgang im Fertighauspark in Koblenz, Frankfurt und ähm bei Erlangen)....

Wenn alles normal weiter läuft, ist mein Haus nach genau 15 Jahren abbezahlt (geht halt nur mit entsprechender Rate). Ich hatte das Glück, dass ich es mit meinem Dad selber mauern konnte, da spart man doch viel ein! Allgemein hab ich vieles selber gemacht, aber das kann nicht jeder! (Einiges musste ich aber auch machen lassen!) Ein Arbeitskollege, der ein Fertighaus sich gestern stellen ließ, liegt mit allem auch bei 300.000€ (mit Grundstück... war teuer, Haus ist aber nur halb so groß wie meins), nur dass er wesentlich weniger verdient als ich. D.h. er zahlt über 30 Jahre ab! Jede Bank hat ihn zurückgewiesen bzw wollte das Bauvorhaben nicht finanzieren! Er ist Beamter im mittleren Dienst..... Verdient also nicht mal so wenig. Dennoch keine Chance! Wo ist er gelandet? Bei einem Finanzhai...wie die Konditionen/Laufzeiten sind weiß ich nicht, wird aber lang sein!

Was ich sagen will, ist dieses wahnsinnige Energiesparen wirklich so toll, wenn die Anschaffung so hoch ausfällt? Es muss doch in Relation stehen.....
Tja, was soll ich sagen.
Ich habe keine absoluten Zahlen was ein neues Haus heute an Energie verbrauchen darf, aber ich habe hier eine alte Doppelhaushälfte von '62.
Die hat sich, als ich sie 2000 gekauft habe, für 112 m² incl. Warmwasser 40000kWh bzw ca. 360 kWh/m² genehmigt.
In 2004 kam eine neue Niedertemperaturheizung (die aber mittlerweile viel zu groß ist).
In 2006 folgte die energetische Sanierung der Gebäudehülle.
Die umfasst 160mm Dachdämmung in 035, komplett neue Fenster mit 1,1er Glas, 120er Fassadendämmung in 035 und einer 80 mm Perimeterdämmung in 035.
Wenn ich das Dach mal raus rechne, das in diesem Zug mit erneuert wurde, hat das inclusive Heizung mit Eigenleistung ca.35000 Euro gekostet.
Das Dach ist in 2006 mit ausgebaut worden.
Bei mittlerweile 150m² Wohnfläche liege ich seitdem geregelt mit einem Ausreißer zwischen 9 - und 11500 kWh was so 60 -75 kWh/m² eintspricht, auch wieder mit Warmwasser.
Dabei sind meine Kinder mittlerweile 19, 19 und 15 und verbrauchen dementsprechend mehr.
Dazu habe ich hier noch die eine oder andere Baustelle die sicherlich in Summe bei minimaler Investition aber viel Arbeit noch für eine Einsparung von 1000 kWh gut sind.
Warum erzähle ich das?
Mir fehlt bei den neuen Vorschriften die Verhältnismäßigkeit.
Ich habe mit einem relativ kleinen Budget und ohne viel klimmbim ein Niveau erreicht dass mich und meine Geldbörse ruhig schlafen lässt.
Bei aller Notwendigkeit von Energiesparmaßnahmen, das ganze muss bezahlbar bleiben.
Und das auch von jemanden der sein Geld mit seiner Hände Arbeit verdient.


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Re: GEG 2018

Beitragvon zasti » 14.11.2017, 18:31

Hallo
Wir haben 2007 unser 1. Haus gebaut, bzw bauen lassen.. Damals brauchte man sich noch gar keine Gedanken zu machen, was man wie verbaut.. Wenn ich mal grob die Preise vergleiche, zwischen beiden Häusern, also unserem 1. und unserem jetzigen, so haben sich manche Gewerke fast verdoppelt.. Im Jahr 2017 wird man ja von Politik und der Industrie dazu gezwungen, so zu bauen, wie sie es vorgeben.. Das beste sind Neubau Gebiete wo zum Beispiel nur Passivhäuser gebaut werden dürfen. Wenn ich heute durch die Neubaugebiete fahre, krieg ich echt das kotzen.. Zumindest was da überall rum steht.... Jeder darf bauen, so wie er mag.. Ich frag mich, wie diese Buden 30 Jahre überstehen sollen.. Was wird verbaut.. Nur billigst hergestellte Materialien.. Die dann teuer und mit vollmundigsten werbeversprechen dem dummen Bauherren verkauft werden..
Heute bin ich noch unterwegs gewesen. Habe mir Häuser im vorbeifahren angesehen. Jedes 3. Haus war von außen verschimmelt, oder sonst irgendwie verfärbt.. Selbst bei Neubauten sah man schon was bald kommt.. Zum Beispiel die Feuchtigkeit vom Kondensat an der Außenwand. Betroffen waren hauptsächlich die Giebelseiten wo kein Dachüberstand ist..

Was da noch in Zukunft alles kommt wird echt der Wahnsinn. Da blickt doch kein Mensch mehr durch, wenn alles nur noch verkompliziert wird und man nur noch Technik ins Haus holt.. Allseits noch frohes Bauen.
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Re: GEG 2018

Beitragvon FISO » 14.11.2017, 19:32

Wie gesagt, ich hab echt nix gegen ein gut gedämmtes Haus, aber es muss ja irgendwie bezahlbar sein. Also ich hab halt eher Standard gebaut, wobei im Energieausweiß folgendes drinsteht:

Endenergiebedarf des Gebäudes: 39,5 kWh/(m²xa)
Primärenergiebedarf: IST (43,6), Soll (66,4) kWh/(m² x a)
Energetische Qualität der Gebäudehülle: Ist (0,28) W/(m² x K), Soll (0,40) W/(m² x K)

So richtig kann ich nix mit den Zahlen anfangen, also ob die gut oder Schlecht sind, zumindest erfüllen Sie den soll. Ich hab mir darüber keine Gedanken gemacht, mir war nur wichtig, dass es nach KFW 70 ist.. Wenn es mir zu Kalt wird, kann ich ja immer noch ne 240er Dämmung aufs Dach knallen oder ne 160er an die Wand.... Dann hätte ich einen U-Wert von 0,113 :D Aber ich glaub eher nicht ;)

Aber was mir halt auffällt ist, dass die Preise regelrecht explodieren! Das kann sich doch der normale Mensch bald nicht mehr leisten! Je teurer das Haus, desto teurer werden auch die Gebühren! Man verdient zwar mit den Jahren Mehr, aber das was da mom abgeht ist schon heftig!
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Re: GEG 2018

Beitragvon Bertram11 » 14.11.2017, 19:51

zasti hat geschrieben:Hallo
Wir haben 2007 unser 1. Haus gebaut, bzw bauen lassen.. Damals brauchte man sich noch gar keine Gedanken zu machen, was man wie verbaut.. Wenn ich mal grob die Preise vergleiche, zwischen beiden Häusern, also unserem 1. und unserem jetzigen, so haben sich manche Gewerke fast verdoppelt.. Im Jahr 2017 wird man ja von Politik und der Industrie dazu gezwungen, so zu bauen, wie sie es vorgeben.. Das beste sind Neubau Gebiete wo zum Beispiel nur Passivhäuser gebaut werden dürfen. Wenn ich heute durch die Neubaugebiete fahre, krieg ich echt das kotzen.. Zumindest was da überall rum steht.... Jeder darf bauen, so wie er mag.. Ich frag mich, wie diese Buden 30 Jahre überstehen sollen.. Was wird verbaut.. Nur billigst hergestellte Materialien.. Die dann teuer und mit vollmundigsten werbeversprechen dem dummen Bauherren verkauft werden..
Heute bin ich noch unterwegs gewesen. Habe mir Häuser im vorbeifahren angesehen. Jedes 3. Haus war von außen verschimmelt, oder sonst irgendwie verfärbt.. Selbst bei Neubauten sah man schon was bald kommt.. Zum Beispiel die Feuchtigkeit vom Kondensat an der Außenwand. Betroffen waren hauptsächlich die Giebelseiten wo kein Dachüberstand ist..

Was da noch in Zukunft alles kommt wird echt der Wahnsinn. Da blickt doch kein Mensch mehr durch, wenn alles nur noch verkompliziert wird und man nur noch Technik ins Haus holt.. Allseits noch frohes Bauen.



Gut erkannt... Das kommt zustande wenn Lobbyisten das sagen haben... Das wird noch übel
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Re: GEG 2018

Beitragvon PV-Express » 14.11.2017, 20:16

FISO hat geschrieben:Aber was mir halt auffällt ist, dass die Preise regelrecht explodieren! Das kann sich doch der normale Mensch bald nicht mehr leisten!


Naja, ein "normaler Mensch", ich gehe davon aus dass du damit normale Arbeiter und Handwerker meinst / Gehaltsklasse, konnten sich früher auch kaum ein Haus leisten oder bauen. genauso wenig wie einen Mercedes fahren, wenn nicht ein Grundstück oder sonstige elterliche Warmwinde vorhanden waren. Wie auch, waren doch i.d.R. diese Leute ebenfalls in etwa dem Lohnniveau der Eltern. Woher hätte es also kommen sollen. Erst mit dem zusätzlichen 2. Einkommen des Partners konnte man nach mehr streben. Die Gemeinden und Kommunen taten ihr übriges und witterten fette Beute, indem sie ein Neubaugebiet nach dem anderen aus dem Boden Stampften. Die Banken gaben Kredite fast ohne Bedingungen und Eigenkapital. Tut zwar nichts zur EnEV-Sache, sollte man aber durchaus mal wieder in Erinnerung rufen.


Tja und heute? Die Immobilienblase wird im privaten EFH irgendwann platzen. Vermutlich schneller als manchem lieb sein wird. Denn schaut man sich heutige Bauherren mal an und vor allem deren Finanzierung, da kanns einem schwindelig werden. Haben die nicht daran gedacht, dass neben der Niedrigzinsphase vielleicht auch mal eine höhere kommt? Jetzt schon am Anschlag mit den mtl. Raten, das kann nicht gut gehen. Oder die "ganz schlauen", die sich haben einreden lassen, dass sie für ein Haus nebst Grundstück soviel oder wenig bezahlen, wie einer in Miete. Hallo? Dass da irgendwann einer (Bank) mal auch sein Geld sehen will, sollte doch wohl klar sein.

Wenn man gemein sein möchte, muss man nur etwas Zeit und Geld auf der Seite haben. Dann bekommt man in nicht allzuferner Zukunft günstig an ein Haus, dass dem (fast) neusten Energienormen entspricht. Da werden die Banken die Teile im Ausverkauf raushauen :twisted:

Ansonsten kann man auch, so man sich in Haus-, Heiz- und Energietechnik etwas einarbeitet, auch mit einem schlechteren Standard, gut oder besser Stellen, als Hyperhäuser mit Leuten drin, die nur Null oder EINS kennen.

Was ich eigentlich zum Thema sagen wollte :mrgreen: ist, dass der Markt den Preis regelt. Und solange jeder meint, nur weil 40+ oder sonstwas drauf steht, jeden Preis dafür zu bezahlen,so lange wird dieser auch stetig steigen. Aber wie gesagt, etwas durchhalten und es klärt sich von ganz alleine.
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Re: GEG 2018

Beitragvon Mastermind1 » 14.11.2017, 21:11

Das schlimme an den KfW "Siegeln" ala KfW 60/55/40... sind doch die kreativen Ausweichmöglichkeiten die es gibt bzw. gab um einen Stempel zu erhalten...

Während wir zu kfw60/75 Zeiten gebaut haben, hat man uns schief angeschaut, als wir gesagt haben, wir wollen ein reales KfW 60 haus, kein schöngerechnetes...

Bei uns stehen einige solcher Häuser. Komplett ungedämmt, dafür mit Kombination Luft WP mit solarthermie. Eine absolut "schiefe" Kombination, aber bedingt durch schönrechnen und Förderblödsinn im Basisinvest ein wenig günstiger, als ein reales KfW xy Haus ohne schönrechnen.

Und ein Passivhaus muss perse nicht wesentlich teurer als ein kfw55/40 Haus sein...
Hier muss man nur den richtigen Partner im Holzbau finden(keiner der grossen fertighaushersteller).
Auch im Massivbau ist es sehr schwierig/teuer auf richtigen Passivhaus rauszukommen... Von hier kommt auch die Meinung das wäre zu teuer...
Wie gesagt, ich gehe davon aus, das der Holzbau hier, dem Massivbau den Rang ablaufen wird.

Wenn ich die nächsten 40 Jahre abdecken möchte hinsichtlich bezahlbaren Energiekosten, geht am Passivhaus kein Weg vorbei...

Wenn ich daran denke, dass wir mit unserer WP mit 9 Cent pro kWh gestartet sind, und inzwischen bei 25 Cent sind... Hmm...


P.s. die aktuellen Kreditzinsen sind natürlich verlockend für viele, die es lieber lassen sollten.
Wir haben die erstfinanzierung noch mit knapp unter 5% zins + Tilgung. Die Zinsbindung läuft demnächst aus... Wir können uns freuen. Heutige Finanzierer dagegen die statt 1,5% in 10 Jahren auf einmal 5% zahlen sollen, haben evtl. ein problem...da wird es.einige geben, die sich heute schon nur 1-2% Tilgung leisten konnten. Spielraum ist da dann keiner mehr...

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Re: GEG 2018

Beitragvon FISO » 15.11.2017, 08:35

Mastermind1 hat geschrieben:Das schlimme an den KfW "Siegeln" ala KfW 60/55/40... sind doch die kreativen Ausweichmöglichkeiten die es gibt bzw. gab um einen Stempel zu erhalten...

Während wir zu kfw60/75 Zeiten gebaut haben, hat man uns schief angeschaut, als wir gesagt haben, wir wollen ein reales KfW 60 haus, kein schöngerechnetes...

Bei uns stehen einige solcher Häuser. Komplett ungedämmt, dafür mit Kombination Luft WP mit solarthermie. Eine absolut "schiefe" Kombination, aber bedingt durch schönrechnen und Förderblödsinn im Basisinvest ein wenig günstiger, als ein reales KfW xy Haus ohne schönrechnen.

Und ein Passivhaus muss perse nicht wesentlich teurer als ein kfw55/40 Haus sein...
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Auch im Massivbau ist es sehr schwierig/teuer auf richtigen Passivhaus rauszukommen... Von hier kommt auch die Meinung das wäre zu teuer...
Wie gesagt, ich gehe davon aus, das der Holzbau hier, dem Massivbau den Rang ablaufen wird.

Wenn ich die nächsten 40 Jahre abdecken möchte hinsichtlich bezahlbaren Energiekosten, geht am Passivhaus kein Weg vorbei...

Wenn ich daran denke, dass wir mit unserer WP mit 9 Cent pro kWh gestartet sind, und inzwischen bei 25 Cent sind... Hmm...


P.s. die aktuellen Kreditzinsen sind natürlich verlockend für viele, die es lieber lassen sollten.
Wir haben die erstfinanzierung noch mit knapp unter 5% zins + Tilgung. Die Zinsbindung läuft demnächst aus... Wir können uns freuen. Heutige Finanzierer dagegen die statt 1,5% in 10 Jahren auf einmal 5% zahlen sollen, haben evtl. ein problem...da wird es.einige geben, die sich heute schon nur 1-2% Tilgung leisten konnten. Spielraum ist da dann keiner mehr...

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Das kann ich bestätigen! Beim Angebot von Town & Country zwischen KFW 55 und KFW 70 war der einzige Unterschied die 5 cm Dämmung unter der Bodenplatte! Ich frag mich was das dann bringen soll? Ist dann bei denen dann das KFW70 schon so gut, dass es knapp über 55 liegt, oder wird da beschissen wie "Sau"?

Normalerweise müsste nach meinem Verständnis nicht nur bei den Anlagen rumgetrickst werden, sondern es müssten dann signifikante Verbesserungen bei der Dämmung stattfinden. Wenn ich die Bodenplatte vom Nemo2008 ansehe, dann ist jede andere Bodenplattendämmung für KFW55 etc nen Witz dagegen :) (Beim Nemo kann man sagen, das ding dämmt^^)

Auch wie du sagtest, die Niedrigzinspolitik wird irgendwann mal enden und dann kommt der fette Schlag ins Gesicht! Die Preise der Häuser werden dann aber nicht runter gehen, sondern kontinuierlich nach oben gehen weil weniger Gewinn wollen die Hausbaufirmen nicht machen. Was ich mich halt frage ist, ob dann ab 2021 diese strenge Norm dann wirklich für jedes neue Haus verpflichtend ist oder wenn man kein KFW will nicht? Ich mein, wenn man nicht nach KFW baut, muss ein Haus nach EnEv Standard (Referenz) gebaut werden, weil man ja sonst keine Baugenehmigung mehr bekommt (Die Zeiten mit Hochlochziegeln und Nachtspeicheröfen sind vorbei ;))
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Re: GEG 2018

Beitragvon zasti » 15.11.2017, 09:16

Man lege ein zum Beispiel kalte Bodenfliese auf ne 10cm Styropor Platte.. Und setzt sich drauf. Was merkt man, die Fliese ist immer noch kalt..
Dasselbe mit ner 25cm Styropor Platte. Was merkt man? Die Fliese ist immer noch kalt..
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