Wo bleibt die Windkraft?

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Re: Wo bleibt die Windkraft?

Beitragvon Henning_PV » 17.05.2018, 08:49

große Anlagen sind nicht immer besser als kleine Anlagen - genauso wie bei PV viel Watt pro Panel nicht immer besser ist als weniger Watt pro Panel.
Letzlich geht es um Total Cost of Ownership oder LCOE https://de.wikipedia.org/wiki/Stromgestehungskosten

Wenn also bei einer größeren Anlage z.B. onshore die Logistikkosten und Aufbaukosten überproportional steigen so werden diese eben zu teuer um im Rennen zu bleiben.
Ein sehr wichtiger Faktor ist inzwischen: eine KWh bei wenig Wind ist viel mehr Wert als eine KWh bei starkem Wind, da es in der Regel (zu Recht) keine feste Vergütung mehr pro KWh gibt sondern man sich am Börsenstrompreis orientiert. Und bei viel Wind ist der Strom eben weniger wertvoll als bei wenig Wind. Von daher geht der Trend hin zu mehr Fläche pro Generatorleistung (z.B. 4MW bei gleicher Fläche wie früher bei 7MW Generator) oder eben mehr "Volllaststunden"
Dann kann man z.B. auch die Flügel flexibler auslegen und den Turm billiger bauen und spart dort sehr viele Kosten, nicht nur am Generator, Wechselrichter und Netzanschluß.
Bei offshore hat man offensichtlich mit Logistik weniger Probleme und die Anlagen sind größer. Ob aber schwimmende Aufbauten jemals billiger sein werden als feste Verankerungen ist nicht erwiesen. Bisher ist das Wunschdenken und schwimmende WKA sind defacto teurer. Man darf nie vergessen wie schnell die Kostendegression auch bei festen Verankerungen vorangeht.
Mir kommt es ein wenig vor wie vor 20 Jahren die folgende Idee: Dünnschichtmodule lassen sich billiger herstellen als Mono. Eine Theorie die ich bis heute nachvollziehen kann. Aber in der Theorie gibt es eben keinen Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Und heute ist Dünnschicht mehr oder weniger aus dem Rennen, weil Mono und Poly schneller billiger geworden sind.
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Re: Wo bleibt die Windkraft?

Beitragvon PV-Berlin » 17.05.2018, 08:53

Die Nutzung des in guten Wetterphasen überflüssig produzierten Wind- und Sonnenstroms in anderen Energieverbrauchssektoren wie Wärmeversorgung oder Treibstoffversorgung im Verkehr. Dies erschließt neue Einnahmequellen für die Windstromerzeuger, statt dass die Branche den Windstrom bei abgestürzten Börsenstrompreisen an den Handelsplätzen verschenken muss. Es sind auch neue Einnahmequellen für Enercon – wenn die Politik wie versprochen die bisher hohe Abgabenbelastung der Sektorkopplung reduziert oder entfernt.


Offensichtlich gibt es Zusagen!

Ich halte diesen Weg für suboptimal, aber da Altmeier & Co. nicht mal im Fieber an einem Umbau der Steuern und Abgabenlast denken, ausgerichtet nach Importen und fossiler Gewichtung, geht wohl nur mal wieder eine zusätzliche Krücke (ich sage mal nicht Subvention) * EEG , Energiesteuer etc. ausgerichtet nach dem Thermischen Wert je kWh

gegen Subventionen für Steinkohle, Öl und Gas kann man kaum anders anstinken!

Die Sektorenkupplung, ist im Moment der einzige Weg für D., seine CO2 Ziele hoc zu erreichen, ohne der Braunkohle und dem Gas aus Russland den Hals abzudrehen.

Altmeier meint, zu Nordstream 2 " Das ist eine Privatwirtschaftliche Investition!" *Schröder lacht sich schlapp
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Re: Wo bleibt die Windkraft?

Beitragvon PV-Berlin » 17.05.2018, 09:00

Dir ist aber schon klar, das Offshore Anlagen heute schon deutlich bei den Kosten unterhalb von onshore liegen?
Und das Offshore wann keinen Strom produzieren? * fast ausschließlich bei Starkwind.

Wobei auf onshore und offshore Starkwind sich deutlich unterscheiden.

Offshore Anlagen haben heute schon 5.000 VLh je MWp , Das geht bis > 6.500 VLh hoch. Alles schon fertig, durchgerechnet und belegt.

Ich sehe gar keinen Widersprich, zwischen fester Bauweise und schwimmenden Plattformen. In der Nordsee und Ostsee können wir uns es gar nicht leisten, da nicht beide Konzepte zu nutzen. Japan und andere Nationen haben gar keine Wahl. Wer möchte in Hawaii fest verankerte WKA haben? Genau niemand . 15 sm vor der Küste? passt!
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Re: Wo bleibt die Windkraft?

Beitragvon hfrik » 17.05.2018, 09:25

Also ich sehe bei der schwimmenden Variante mittelfristig halt Skalenviorteile - wenn man wie bei den Liberty-Schiffen gnadenlos auf Serienproduktion setzt. Denn erstaulicherweise kann man auch sachen die zigtausend Tonnen wiegen in Serie bauen, man muss die passenden Leute nur machen lassen. Dafür braucht es aber jemanden der Projekte mit hinreichendem Grössenwahn und Selbstvertrauen angeht, und das sehe ich aktuell weniger. Es würde aber Spass machen so was planerisch anzugehen. Und wenn die Teile schon schwimmen wäre das der richtige Punkt um endlich das World Wide Web & Grid aufzusetzen.
Das zu haben war schon Buckminster Fullers Wunsch als er mal gefragt wurde was er als grössten Wunsch / Errungenschaft für die Menschheit sehen würde.
Damit würde man das Thema volatilität fundamental erschlagen, und damit wiederum das Thema Energieversorgung für alle, womit auch das Nahrungsmittelproblem und etliche andere Probleme gelöst wären (->Entsalzung etc.)
Ich würde mein Geld auf die Sonne und die Solartechnik setzen. Was für eine Energiequelle! Ich hoffe, wir müssen nicht erst die Erschöpfung von Erdöl und Kohle abwarten, bevor wir das angehen.
Thomas Alva Edison
Trockenplatzdach 2,6kW zum Spielen :)
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Re: Wo bleibt die Windkraft?

Beitragvon GEST » 17.05.2018, 12:14

Britain’s windfarms provided more electricity than its eight nuclear power stations in the first three months of 2018, marking the first time wind has overtaken nuclear across a quarter.
[...]
Two nuclear plants were temporarily offline for routine maintenance, while another was shut because of seaweed in the cooling system.
[...]
While wind together with solar supplied more power than nuclear in the final three months of 2017, thiswas the first time wind has managed the feat alone.

Dr Rob Gross, one of the authors of the Drax Electric Insights report, said: “There’s no sign of a limit to what we’re able to do with wind in the near future.”

The opening in December of a new power cable between Scotland and north Wales also helped unlock electricity from Scottish windfarms, some of which would normally be turned off to help National Grid cope.

The Western Link connection has drastically cut the amount of money paid by National Grid to windfarm owners for that curtailment. The company paid £100m in 2017 for curtailment. This year payments are already down by two-thirds.
https://www.theguardian.com/environment ... -a-quarter

Western Link Projekt: http://www.westernhvdclink.co.uk/

War anfänglich mit 1,125 GW Übertragungskapazität in Betrieb und soll ab Juni 2,25 GW Leistung übertragen können. Kosten: 1 Mrd. Pfund

Auf der Karte von ENTSO-E ist das Teil auch schon eingetragen: https://rustyb.github.io/ee_transmap/#6 ... 455/-4.903
(ein Klick auf die Linien liefert etwas mehr Infos)
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Re: Wo bleibt die Windkraft?

Beitragvon Ulenspiegel » 17.05.2018, 14:45

PV-Berlin hat geschrieben:Altmeier meint, zu Nordstream 2 " Das ist eine Privatwirtschaftliche Investition!" *Schröder lacht sich schlapp


Was ist daran falsch? Mit 10 Milliarden EUR Investitionssumme ca. 2 Milliarden pro Jahr an Gebühren zu sparen, ist nicht blöd.

Und wenn wir über die politischen Implikationen reden, dann sollte klar sein, dass es darum geht, die derzeitigen Leitungen durch Polen und Ukraine nicht mehr zu nutzen, es geht nicht um mehr Importe. Es ist nicht Aufgabe der Bundesregierung, Polen und der Ukraine ein Druckmittel zu erhalten und dann noch dafür zu zahlen. Das wäre blöd.

Ich hätte kein Problem damit, Nord Stream 2 nicht zu bauen, wenn im Gegenzug Polen auf EU-Ebene energiepolitisch kooperativer würde, da kommmt aber nichts. Im Augenblick werden sie mit den eigenen Waffen geschlagen.
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Re: Wo bleibt die Windkraft?

Beitragvon PV-Berlin » 17.05.2018, 16:55

Okay, das Thema Nötigung und Erpressung, nach dem Fall der "Schutzmacht" SU muss ich nicht weiter ausführen. Die Gelegenheit wäre aber günstig, auf Gas Importe schrittweise zu verzichten. Die Nordstream 2 schreibt die Geschichte des Irrwegs (sauberes Gas) fort und behindert massiv die Sektorenkopplung.

meinetwegen können die so viel Gas , Steinkohle und Öl importieren wie sie wollen! Nur dann bitte volle Lotte EEG Umlage da 100% Primärenergie + 100% Importenergie = der Wahnsinn hoch zwei

Warum ausgerechnet die CSU den Teppich für Gas (GuD) auslegt, erklärt sich weder im Namen, noch in der Aussage der angeblichen wirtschaftlichen Kompetenz oder gar der Aussage, wie wollen das Bayern vorne ist.
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Re: Wo bleibt die Windkraft?

Beitragvon Henning_PV » 17.05.2018, 17:28

Hier kann man Windkraft und PV in Dänemark live anschauen (und konventionelle)
https://en.energinet.dk/energisystem_fu ... system=gas
Heute 12:00

670MW PV
1600MW Wind
600MW konventionelle Kraftwerke
290MW Heizkraftwerke (Strom Wärmekopplung)
>75% EE

Im Vergleich dazu Deutschland:
15GW Wind
19GW PV
39GW konventionell
<50%EE

Das Dänemark prozentual viel mehr Windkraft hat als Deutschland war mir klar. Ich bin überrascht wieviel PV Dänemark bereits im Rennen hat.
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Re: Wo bleibt die Windkraft?

Beitragvon PV-Berlin » 17.05.2018, 17:47

Dafür braucht es aber jemanden der Projekte mit hinreichendem Grössenwahn und Selbstvertrauen angeht, und das sehe ich aktuell weniger. Es würde aber Spass machen so was planerisch anzugehen. Und wenn die Teile schon schwimmen wäre das der richtige Punkt um endlich das World Wide Web & Grid aufzusetzen.


Ich halte, wenn es ums Geschäft geht, die KP Leute für fundamental schlauer als mich selbst! Ich wette die haben so was schon gedacht und ihren Gremien vorgelegt. Da Rot-China ja grundsätzlich nix anfängt, ohne die Weltherrschaft anzustreben, sehe ich gar keinen Verzug!

Die Schiffsindustrie wird um das 2020 die schwerste Krise, seit dem spanischen Abholzen der Iberischen Insel erleben. Entweder die VWL Südkoreas laufen noch mal zur Bestform auf (Samsung wollte eigentlich nur Hemden nähen) oder die KP wird die Gelegenheit nutzen, ihren maritimen Machtanspruch eine wirtschaftliche Basis zu geben. Das gute ist ja, das man ein komplettes Paket verkaufen kann und so unter Umständen sich in die Stromversorgung ganzer Volkswirtschaften breit machen kann

Warum Serie grade bei großen Bauteilen viel bringt?

Na man kann sich dann extra gute Spezial- Werkzeuge fertigen lassen! Die kosten halt etwas mehr als 19,99 € (Akkuschrauber)

Die Logistik ist ja nicht nur vor Ort, der Kostentreiber schlechthin, auch in Werken, mit hohen Aufkommen (Stückzahlen, &/ Massen) ist dies wohl der Kostentreiber. Ob man 2 m Schweißnaht mit dem Automaten macht, oder 200 m, macht kaum einen Unterschied.
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Re: Wo bleibt die Windkraft?

Beitragvon Buck Rogers » 17.05.2018, 20:37

Henning_PV hat geschrieben:Von daher geht der Trend hin zu mehr Fläche pro Generatorleistung (z.B. 4MW bei gleicher Fläche wie früher bei 7MW Generator) oder eben mehr "Volllaststunden"


Das ist genau der Punkt den ich hier schon mehrfach erwähnt habe. In aller Kürze: Das Volllaststunden nicht die Bohne über einen Standort (Offshore vs. Onshore) aussagen, ohne das man die Anlagenauslegung selbst kennt. Es gibt aber einen Mitschreiber der immer wieder für "Vlh" in Zusammenhang mit Offshore in Extase Gerät.

;) … … … ▼

PV-Berlin hat geschrieben:
Wobei auf onshore und offshore Starkwind sich deutlich unterscheiden.

Offshore Anlagen haben heute schon 5.000 VLh je MWp , Das geht bis > 6.500 VLh hoch. Alles schon fertig, durchgerechnet und belegt.


Du willst es einfach nicht verstehen, oder? 8) Man kann eine WKA immer und egal wo so auslegen das sie 24/7 zu 99,9%% ausgelastet ist wenn man nur den Generator klein genug macht - und man vollkommene Windstille mal ignoriert. Oder gibt es etwas anderes auf das du damit (Vlh) hinaus willst ?
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