Wo bleibt die Windkraft?

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Re: Wo bleibt die Windkraft?

Beitragvon Ulenspiegel » 19.04.2018, 19:47

Du lieferst in der obigen Abbildung zum einen Werte für alte, oftmals near-Offshore Windparks, die wenigen deutschen sind dagegen schon bei 4000 FLH.

Die Fraunhofer Daten (siehe auch Windmonitor) sind meines Wissens nicht korrigiert, d.h. starker allgemeiner Zubau oder Netzanschluss, Erweiterungen bestehender Windparks verfälschen sehr stark das Ergebnis.

Ich komme letztes Jahr aber auch mit Korrektur (2017 Zaubau wird nur mit 50% gezählt) auf einen CF von 40%, es wäre hilfreich für die Standorte der Windparks Informationen zur Qualität des Jahres 2017 zu bekommen. War es gut, durchschnittlich, schlecht?
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Re: Wo bleibt die Windkraft?

Beitragvon filou » 19.04.2018, 20:45

Www.iwr.de Mitte rechts den Windertragsindex anklicken....Die Erträge liegen permanent unter den langfristigen Prognosen insbesondere der 90iger Jahre
Gruß an alle
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Re: Wo bleibt die Windkraft?

Beitragvon Kallenpeter » 19.04.2018, 21:03

Ulenspiegel hat geschrieben:Du lieferst in der obigen Abbildung zum einen Werte für alte, oftmals near-Offshore Windparks

Das ist richtig. Aber laut PV-Berlin gab es in der Geschichte der Menschheit noch keine einzige offshore WKA mit unter 4000VLh. :wink:

Ulenspiegel hat geschrieben:die wenigen deutschen sind dagegen schon bei 4000 FLH.

Energy-Charts sagt aber was anderes. Dort sieht jedes Jahr gleich aus. Immer ein zwei Parks die beim CF über 45% liegen, der Rest darunter.
Ich will ja offshore nicht schlecht reden oder so, und desto höher der CF desto besser. Ich denke auch das der CF bei neuen Windparks immer besser wird, aber ich musste halt dem Blödsinn vom PV-Berlin widersprechen. Der haut ja ständig solche Brecher raus.
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Re: Wo bleibt die Windkraft?

Beitragvon Kallenpeter » 19.04.2018, 21:56

Interessante Seite, danke für den Link!

Demnach kommt kein einziger Park über 50% CF und vielleicht die Hälfte (oder eher etwas weniger) über 40%
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Re: Wo bleibt die Windkraft?

Beitragvon hfrik » 20.04.2018, 02:34

Dänemark, Anholt 1 liegt dicht dran, 12 Monatsfaktor 52,8%, Lebenszeit 49,4%.UK Dudegon liegt bisher drüber, 65,3%. (läuft aber erst kurz). Die schwimmende Windfarm in Schottland ist noch nicht dabei, die scheint auch sehr gute Werte zu haben. PV-Berlin lehnt sich manchmal weit aus dem Fenster, aber liegt auf längere Sicht nicht immer, oder gar nicht so oft falsch. Manchmal ist er zu optimistisch. Manchmal hört er das Gras wachsen, und die Dinge kommen dann wirklich so, auch wenn es andere erst mal als völlig unglaubwürdig ansehen. Man beachte seine Fusszeile, die auch vor etlichen Jahren als völlig überzogen angesehen wurde, und von der Realität überholt wurde. Bisher sieht alles so aus als könnte PV in 2020 die 200GWp Zubaumarke weltweit knacken. Vor 10 Jahren ein völlig undenkbar hoher Wert. Ich sehe bei Offshore die Bäume nicht in den Himmel wachsen, aber der Wind ist in tiferen Meeresbereichen weiter draussen stärker, und die Rotoren wachsen weiterhin erstaunlich schnell in die Länge, und die überstrichene Fläche wächst im Quadrat zur Länge. Angeköndigte 240m Rotordurchmesser überstreicht 9 mal die Fläche einer Turbine mit 80 m Rotordurchmesser, die vor wenigen Jahren noch als sehr gross angesehen wurde. Eine 12MW Turbine mit 240m Rotordurchmesser hat schon rein geometrisch eine höhere Auslastung als eine 8 MW Turbine mit 154m Rotor, allein weil weniger W/m² bezogen werden.
Ich würde mein Geld auf die Sonne und die Solartechnik setzen. Was für eine Energiequelle! Ich hoffe, wir müssen nicht erst die Erschöpfung von Erdöl und Kohle abwarten, bevor wir das angehen.
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Re: Wo bleibt die Windkraft?

Beitragvon Ulenspiegel » 20.04.2018, 06:28

Kallenpeter hat geschrieben:
Ulenspiegel hat geschrieben:die wenigen deutschen sind dagegen schon bei 4000 FLH.

Energy-Charts sagt aber was anderes. Dort sieht jedes Jahr gleich aus. Immer ein zwei Parks die beim CF über 45% liegen, der Rest darunter.
Ich will ja offshore nicht schlecht reden oder so, und desto höher der CF desto besser. Ich denke auch das der CF bei neuen Windparks immer besser wird, aber ich musste halt dem Blödsinn vom PV-Berlin widersprechen. Der haut ja ständig solche Brecher raus.


Die ALTEN deutschen Far-offshore-Windparks sind bei knapp 50%, die neuen sind zu kurz am Netz, um sinnvolle Aussagen machen zu können, das wird auch von den Fraunhofern so gesehen (Windmonitor).

Die CFs neuer onshore Turbinen in Norddeutschland ist sicherlich im Bereich 30-40%, das für den halben Preis von Offshore, wäre in meinen Augen die kommenden Jahre der Bereich, wo billiger Strom erzeugt wird.
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Re: Wo bleibt die Windkraft?

Beitragvon PV-Berlin » 20.04.2018, 11:29

Wer in % rechnet, ist schon mal ganz klasse drauf!

Jeder in der Branche rechnet schon immer in VLh, denn nur die kann ich in Geld umrechnen. Wie bei jeder Statistik gibt es Werte weit außerhalb der Stichprobe (Standartabweichung) . Es gibt auch Autos, die nie einen Meter gefahren sind.

Aber dies ist alles irrelevant. Um onshore auch nur über 3.000 VLh zu hieven, muss ich einen super Standort haben (haben wir gehabt) oder sogenannte 'Schwach WKN errichten' .

Die neuen Siemens WKA sollten locker 4.500 VLh bringen können. Ich gehe davon aus, dass die Gebote ohne Zuschuss bei der Stromerzeugung auf jeden Fall mit > 5.000 VLh kalkulieren.

Das viele WKA auf See, den Bedingungen auf See nicht allzu lange Standhalten, ist ja klar, es kommen nur Leichtmatrosen auf die Idee, mit einem 14 m Sportboot bei hohem Seegang etc. über die Nordsee Kurs halten zu wollen.

Die Lernkurve bei Offshore steigt noch deutlich an! Die absurd hohen Kosten der Wartung und Instandsetzung, die wir bei Deutschen onshore Parks kennen (Verträge) werden bald deutlich unterboten werden und das obwohl der Aufwand auf hoher See erstmal höher erscheinen mag.

Onshore WKA müssen in die Höhe und in der Leistung deutlich wachsen. Ob das politisch durchzusetzen sein wird?
Wenn das nicht passiert, wird es einen regulären Betrieb von onshore WKA mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht geben.
Dann geht onshore den Weg von Biogasanlagen (mit Anbau) : Eine temporäre Erscheinung.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: Wo bleibt die Windkraft?

Beitragvon GEST » 03.05.2018, 11:29

The Swedish Air Force is concerned that turbines could get in the way of operations.
[...]
The Swedish Air Force has expanded the amount of airspace restricted to its pilots, labeling these areas as ‘low-fly zones’ to protect its operations. These zones correspond to a number of proposed wind projects, including at least four by Sweden’s largest utility, Vattenfall. Those four projects would collectively supply around 1 gigawatt of power to the country.
https://www.popularmechanics.com/scienc ... -problems/


Da können wir hierzulande ja froh sein, dass die Luftwaffe nichts hat was einsatzfähig wäre :mrgreen:
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Re: Wo bleibt die Windkraft?

Beitragvon Kallenpeter » 03.05.2018, 12:03

Auch hierzuland blockiert die Luftwaffe den Windausbau, wobei es da eher um die angebliche Störung von Radar geht.
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