Tübingen will Solarpflicht vorschreiben

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Re: Tübingen will Solarpflicht vorschreiben

Beitragvon jodl » 09.07.2018, 09:12

ich kann die ganze Aufregung nicht nachvollziehen.
Bei dieser so genannten "Solarpflicht" handelt es sich um eine Bedingung die die Stadt Tübingen in die Kaufverträge übernimmt wenn jemand von der Stadt ein Baugrundstück kauft.
Es wird niemand gezwungen, daß er ein Baugrundstück von der Stadt Tübingen erwerben muß. Wenn ihm das nicht passt, dann kann er entweder ein Grundstück in diesem Ort von einem anderen Verkäufer erwerben, oder er kauft sein Baugrundstück in einem anderen Ort der keine Auflagen bezüglich Solarnutzung vorschreibt.
Außerdem ist es seit Jahrzehnten Standard daß Kommunen Vorgaben für Baugenehmigungen machen, die in Bebauungsplänen gefasst sind. Auch das schränkt die Freiheit der Bauherren ein, und verursacht Kosten. Z. B. Farbe und Form des Daches, Gestaltung und Pflanzen im Vorgarten, usw.
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Re: Tübingen will Solarpflicht vorschreiben

Beitragvon RolandD » 09.07.2018, 10:20

Das ist richtig. Die Stadt Tübingen will auch über die Bebauungspläne PV vorschreiben.
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Re: Tübingen will Solarpflicht vorschreiben

Beitragvon mdonau » 09.07.2018, 15:04

„Die Stadt regelt entweder über Kaufverträge oder über Bebauungspläne,
dass in neuen Baugebieten jedes Haus eine Solaranlage haben muss.“
[..]
Nötig ist sie trotzdem, denn viele beschäftigen sich damit nicht und lassen die Chance daher aus.“
[...]
Eine Befreiung von der Photovoltaik-Pflicht ist auch möglich, wenn für die Pflichterfüllung des EEWärme-Gesetzes eine Solarthermieanlage auf dem Dach errichtet wird, wie es in dem Beschluss heißt.
[...]
Es sei dabei vorgesehen, dass Menschen, die eine neue Photovoltaik-Anlage nicht selbst finanzieren könnten, könnten sie über die Stadtwerke bauen lassen. Sie müssten dann die Photovoltaik-Anlagen über den Strompreis abbezahlen, was Palmer zufolge zwei Cent je Kilowattstunde billiger sei, als der Strombezug aus dem Netz.

Quelle:
https://www.pv-magazine.de/2018/07/05/tuebingen-fuehrt-photovoltaik-pflicht-ein/
Wer rechnen kann, baut PV. sonst kann man wohl 100% zustimmen.

In BaWü ist 15% EE bei Sanierungen vorgeschrieben,
da wird dann Solarthermie an Öl und Gaskesseln verbaut,
DAS ist mal grober Unfug und Geldverbrennerei!
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Re: Tübingen will Solarpflicht vorschreiben

Beitragvon Rutruthe » 09.07.2018, 16:08

Schön, Tübingen will vorschreiben, was bei mir sowieso Pflicht wäre. Ein Neubau ohne PV ist doch quasi wie ein Neuwagen, der keinen Gurt hat. Ebensogut könnte man auch auf die Heizung oder den Anschluss an die Wasserversorgung verzichten. :mrgreen:

Reicht das Geld nicht für ein richtiges Haus, dann wohne ich lieber weiter zur Miete. Wobei mich dieses Haus hier auch etwas wundert, ist keine 10 Jahre alt, aber man hat lieber einen hübschen Garten aufs Dach gebaut als PV… :juggle: Ist vermutlich organisatorisch einfacher, da Mehrfamilienhaus.
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Re: Tübingen will Solarpflicht vorschreiben

Beitragvon PV-Berlin » 09.07.2018, 16:43

Es wäre doch mal etwas feines, wenn die ausgeführten Arbeiten auf ihre korrekte Ausführung hin überprüft werden, und nicht nur ein "Energieberater" irgendwas bestätigt, von dem er nachweislich, in den aller seltensten Fällen überhaupt Ahnung haben kann.

Zeig mir nur einer hier, die kompletten Unterlagen, die zu einer Warmwasser und Heizungsanlage gehören. Inkl. Berechnungen etc. Und dann schauen wir uns das mal ganz genau vor Ort an! *Neubau &/ Sanierung!

Heizungsbauer, die einen kleinen Klimaschein gemacht haben, sind ja echt der Meinung, sie können die Wärmepumpe für ein EFH auslegen etc. . Klar, dank kompakter Bauweise (nur Wasseranschluss) muss man gar keine Ahnung von Kältetechnik, Kühlmittel etc. haben ! Man macht einfach Glykol in den ersten Kreis rein und schon ist man ein Held. Den Rest regelt schon die Maschine selbst!

Warm, wird es immer irgendwie und irgendwo! Warum soll es uns besser gehen, als unseren Vorfahren am Lagerfeuer? Vorne heiß und hinten kalt, aber irgendwie schon besser! :lol:

Mal anders herum gefragt! Wie möchte man Heute die Wärmeschutzverordung mit Gas/ Öl plus ST darstellen? Also so, das dies Sinn macht und bezahlbar ist. * Wartungsaufwand etc.!

Vielleicht ist es eine gute Idee, das die Stadt, ihre "Energieberater" mal einlädt und nachschult! Damit nicht solche Aussagen kommen: "Je Bewohner rechne ich 1 KW Leistung on Topp" (Warmwasser) Weil, da kräuselt es einen schon die Fußnägel ab!

*in einer 'Experten' Runde bei einer Schulung der GC Gruppe!
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: Tübingen will Solarpflicht vorschreiben

Beitragvon Alexander_Z » 09.07.2018, 17:25

Ich halte von immer mehr Vorschriften und Gesetze garnix....
Es wird sich an die Bestehenden nicht gehalten!

Kleines Beispiel aus meiner Stadt:
Baugebiet A:
Privater "Verkäufer"
Lärmschutzgutachten
Verkehrsgutachten
Bodenprüfung (Versickerung)
Schwierigkeiten, weil Reithalle, Autobahn, Verkehrsanbindung
Grundstücksgröße 550m² bis 1200m³
25 Grundstücke....
wird mit etlichen Auflagen genehmigt....

Baugebiet B
50 Baugrundstücke
Grundstücksgröße 380m² bis 650m²
näher am Reiterhof
Verkehrserschließung über Flurweg 2,90m breite (Eine !!!! ) Straße!
was brauchen die nicht?
Verkehrsgutachten
Lärmschutzgutachten
Bodengutachten (Versickerung)
Warum nicht? - weil Bauunternehmer Generalbauer ist und alles aus einer Hand gebaut...

Doof nur das beide Baugebiete DIREKT nebeneinander ist - und Aufgrund der ersten Problem eigentlich eine weitere Bebauung ausgeschlossen wurde.....

Stadt genehmigt - und welch Wunder - die Nachbarn klagen!
Und was?
MIT RECHT!
Zumindest sagt dass das Gericht in der nächsten größeren Stadt!
Und jetzt?
Grundstücke verkauft seit eineinhalb jahren geht nix vohr und zurück....
Macht nix - neuer Plan => nächste Runde vorm Gericht.

Wenn sich Städte und Staat nicht an Gesetze und Vorschriften hält? (Siehe Brücke in Dresden!)
Ja dann müssen noch mehr her....

(an die sich noch weniger gehalten wird / werden!)
...klar kann man es auch SO machen. - Nur dann ist es halt Mist!
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OT Brücke

Beitragvon Matthias BZ » 10.07.2018, 00:09

Alexander_Z hat geschrieben:Wenn sich Städte und Staat nicht an Gesetze und Vorschriften hält? (Siehe Brücke in Dresden!)
Ja dann müssen noch mehr her....

(an die sich noch weniger gehalten wird / werden!)

Was genau ist da in Dresden mit der Brücke wo sich die Stadt / Staat nicht an Gesetze und Vorschriften hielt?
Gruß Matthias
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Re: Tübingen will Solarpflicht vorschreiben

Beitragvon remag » 10.07.2018, 06:40

jodl hat geschrieben:Es wird niemand gezwungen, daß er ein Baugrundstück von der Stadt Tübingen erwerben muß. Wenn ihm das nicht passt, dann kann er entweder ein Grundstück in diesem Ort von einem anderen Verkäufer erwerben, oder er kauft sein Baugrundstück in einem anderen Ort der keine Auflagen bezüglich Solarnutzung vorschreibt.


Wenn es über den Bebauungsplan geregelt wird, spielt es keine Rolle wer der Verkäufer des Grundstückes ist.
Dann bleibt nur der Wechsel in ein Gebiet ohne einen solchen Bebauungsplan.
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Re: Tübingen will Solarpflicht vorschreiben

Beitragvon jodl » 10.07.2018, 08:05

Richtig, ich habe aber gelesen daß es in Tübingen über den Grundstücksverkauf gemacht werden soll, weil ein ähnlicher Versuch es über eine Satzung vorzuschreiben (B-Plan) in Marburg letztendlich vor Gericht nicht Bestand hatte.
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Re: Tübingen will Solarpflicht vorschreiben

Beitragvon RolandD » 10.07.2018, 08:51

Zitat:
Der Grundsatzbeschluss sieht vor, dass die Verpflichtung zur Installation einer Photovoltaik-Anlage in den Grundstückskaufverträgen sowie in städtebaulichen Verträgen festgeschrieben wird. Wenn es diese vertragliche Möglichkeit nicht gebe, dass sollte die Festsetzung in den B-Plänen erfolgen, allerdings unter dem Gebot der Verhältnismäßigkeit. Das Kriterium der Beachtung der Angemessenheit gilt in allen Fällen. Eine Befreiung von der Photovoltaik-Pflicht ist auch möglich, wenn für die Pflichterfüllung des EEWärme-Gesetzes eine Solarthermieanlage auf dem Dach errichtet wird, wie es in dem Beschluss heißt.
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