P2H - P2G - P2L - P2V - Sektorenkopplung m. Überschuss-Strom

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Re: P2H - P2G - P2L - P2V - Sektorenkopplung m. Überschuss-S

Beitragvon photoenchen4me » 06.09.2017, 08:44

Beeindruckende Verschwendung.
Man könnte damit aber auch ganz locker an den diversen Preisschrauben für Strom drehen.

Dabei denke ich vor allem daran, dass man zuallererst eine Grafik über die zeitliche Verteilung bräuchte um da mehr darüber sagen zu können und dann würde man mMn ein kompetatives Strompreismodell benötigen welches - ala least cost router - es einem jeden ermöglicht, Negativpreise abzugreifen.

Dann hat sichs ziemlich schnell mit dem Abregeln - ist doch das gleiche wie mit dem Kaffee der ins Meer gekippt wird um den Preis - sprich die Energiebonzengewinne - hoch zu halten
:wink:
LiFePO ist anders.
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Re: P2H - P2G - P2L - P2V - Sektorenkopplung m. Überschuss-S

Beitragvon bimon » 06.09.2017, 11:18

Im kleinen lohnt sich das halt überhaupt nicht um da mal ein paar kWh abzugreifen. Dafür ist die Technik viel zu aufwändig und jeder will noch mitverdienen. Und im größeren wird das ja schon längst gemacht. Gefühlt bekommt jede zweite neue Investition im Fernwärmebereich eine P2H-Einheit mit Speicher.
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Re: P2H - P2G - P2L - P2V - Sektorenkopplung m. Überschuss-S

Beitragvon Kallenpeter » 06.09.2017, 11:29

Und multipliziert man die abgeregelte Strommenge mit 5 cent, kommt man auf knapp 200 Millionen Euro. Nicht wenig, aber immer noch 130 mal weniger als die EEG Umlage, so als Vergleich. Und die Menge ist auch zu wenig um alleine damit P2G zu rechtfertigen. P2G und ähnliches lohnt sich erst 70% EE oder so.

Der Grund für den Rückgang in 2016 liegt übrigens nicht nur an schlechten Windverhältnissen, sondern auch am Netzausbau. Da wurde eine bestimmte Verbindungstrasse fertig gebaut, hab den Namen leider gerade vergessen.
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Re: P2H - P2G - P2L - P2V - Sektorenkopplung m. Überschuss-S

Beitragvon PV-Berlin » 06.09.2017, 12:17

Danke Smartpanel,

es gibt hier viele User, die sehr differenziert ganz genaue Beobachtungen anstellen und so dafür sorgen, dass aus den Ansätzen, die man aus Überlegungen anstellt handfeste Argumente werden.

Sicher ist eine Verteidigung dieser Stromenge auf ganz Deutschland viel zu aufwendig. Aber warum wird in den regionalen Netzen die das betrifft dem EVU nicht gestattet nach Lösungen zu suchen? Der Strom wird ja komplett vergütet, bzw. die Nichtproduktion. Daher kann das EVU da ruhig 25% Managementprämie einbehalten. Und dann wollen wir mal sehen, ob der eine oder andere Marktteilnehmer nicht reagiert. Dass auf diese Strommengen keine weiteren Umlagen draufgeschlagen werden, versteht sich von selbst, denn sie existieren ja nur virtuell bisher. Ergo stellt dies auch keine Subvention dar, wie es sich bei den den Großverbrauchern inzwischen verfestigt hat (Netzkosten, EEG Umlage etc.)

Es gibt eben nicht nur große KWK die PtH darstellen können, es könnte ja durchaus sein, das ein Anwender die Möglichkeit hat, Mit Wärmepumpen oder auch mit Widerstandheizstäben sich dem Angebot anzupassen. Der Wärmemarkt ist viel größer und es wird zu jedem Zeitpunkt des Jahres mehr Gas in Wärme umgewandelt, als Strom überhaupt produziert wird.

Selbst wenn das nur wenigen Gemeinden im Norden hilft, wunderbar, denn grade der Norden benötigt ja auch Geldmittel, die der Süden nicht erwirtschaften musste. Das daraus sicher auch neue Geschäftsmodelle und Anwendungen (Technologie, Software etc.) entstehen, damit ist sicher gut leben. Dafür ist doch D. bekannt, aus dem Mangel über Ideen Wohlstand zu generieren.

Wer wirklich nahe 100% EE haben möchte, muss heute schon die Instrumente schaffen, um bei 300 GWp PV und 300 GWp Wind immer die Energiemengen optimal integrieren zu können.

Der Zubau der EE muss immer dem Netzausbau voraus sein, das liegt schon an der Logik der unterschiedlichen Ansätze der Finanzierung. Netzbetreiber müssen sich jedes Investment genehmigen lassen und haben einen begrenzten Zugang zum Kapital. Die Masse der Investoren die sich bei den EE Stromerzeugern tummeln, hat alle möglichen Probleme, nur keine Mangel an Kapital, ob nun EK oder FK.

100.000 Rentenversicherungen lachen über einen Offshore Park nur, um gleich das Argument vom Tisch zu fegen, das nur RWE, Shell u.ä. Unternehmen das drauf haben können. *deren Bonität ist so eingeschränkt, dass sie schon strukturell keine Chance hätten, wenn der Markt funktionieren würde.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: P2H - P2G - P2L - P2V - Sektorenkopplung m. Überschuss-S

Beitragvon GEST » 06.09.2017, 12:46

PV-Berlin hat geschrieben:Der Wärmemarkt ist viel größer und es wird zu jedem Zeitpunkt des Jahres mehr Gas in Wärme umgewandelt, als Strom überhaupt produziert wird.


Ausweislich der Zahlen der AG Energiebilanzen hatten wir im 1 HJ. 2017 im Monatsdurchschnitt 82 TWh Gasverbrauch (davon grob 10% für Stromerzeugung) bei 40GW mtl. Stromerzeugung aus allen Quellen.

PV-Berlin hat geschrieben:100.000 Rentenversicherungen lachen über einen Offshore Park nur, um gleich das Argument vom Tisch zu fegen, das nur RWE, Shell u.ä. Unternehmen das drauf haben können. *deren Bonität ist so eingeschränkt, dass sie schon strukturell keine Chance hätten, wenn der Markt funktionieren würde.


Grob 900 Mrd. € die bei deutschen Lebensversicherungen geparkt sind. Dagegen wirken die 200 Mrd. Altersrückstellungen bei den privaten Krankenversicherungen - mit ähnlichen Anlagevorschriften - geradezu ärmlich :mrgreen:

Vermutlich gibt's da noch Regulierungsvorschriften, die entsprechende Investments beschränken (wir sind hier ja in DE!, muss ja alles notariell garantiert sein...), aber die angepasst und 4% Nettorendite gesichert und RWE & Co. sind dann bestenfalls noch Subunternehmer für Errichtung und Wartung der Windparks.
Die aktuell geringe Rendite bei den Staatsanleihen (wohin sonst >80% der dt. Lebensversicherungsgelder fließen) macht sowas mehr als attraktiv.
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Re: P2H - P2G - P2L - P2V - Sektorenkopplung m. Überschuss-S

Beitragvon PV-Berlin » 07.09.2017, 17:53

Danke für deine Mühen, dass die Jungend so pedantisch sein kann, freut mich schon! :D

Wollen wir wetten, auf der nächsten Seite kommt wieder Mist?

Die Einlagen der Lebensversicherungen suchen zur Zeit nach Alternativen. Dank der schwarzen Null und dem Agieren der EZB, gibt gar keine Möglichkeiten die Vorschriften der Lebensversicherungen einzuhalten. Was auf dem Markt ist, sind Bond der Länder, in die ein privater Investor kaum sein Geld investieren wollte.

Da wäre eine kleine Novelle der Lebens und Rentenversicherungen (Recht) durchaus für alle Seiten hilfreich.

Der Staat als Bond Garant, hat auch immer Zugriff auf den Energiemarkt. Daher wäre das nicht mal ein Systemwechsel.

Und deutlich billiger für den Stromkunden als BlackRock & Co.
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Beitragvon SmartPanel » 04.01.2018, 20:47

Neue Rekorde:
1.1.2018 gegen 5 Uhr früh 91% des in D verbrauchten Stroms aus EE
3.1.2018 gegen 21:30 Uhr 43,35GW Leistung aus Wind, mit 9,75GW aus Wasser und Biomasse gesamt 53,10GW

KW 52/2017 : durchschnittlich 59% des in D verbrauchten Stroms aus EE
KW 01/2018: bislang durchschnittlich 60%

Strompreis weit und lang negativ - ab 6h durchgehend negativer Preise gibt es bei Fernabregelung keine Entschädigung.
Ideal also über P2H diese kurzzeitigen Spitzen in den Wärmesektor zu bringen. *Gaspreis-Wert
Lokal natürlich, in nahegelegenen Fernwärmenetzen.

91Proz EE-Stromanteil am Verbrauch - 4_54GW konventionell  plus 10_29GW Export - 49_92GW Gesamtproduktion - Kopie.png
91Proz EE-Stromanteil am Verbrauch - 4_54GW konventionell plus 10_29GW Export - 49_92GW Gesamtproduktion
Quelle: Fraunhofer energy-charts.de
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Re: P2H - P2G - P2L - P2V - Sektorenkopplung m. Überschuss-S

Beitragvon SmartPanel » 12.05.2018, 10:01

Eine neu hinzugekommene Darstellung der energy-charts zeigt schön die negativen Strompreise über der addierten PV+Windleistung.
Somit von Januar bis Mitte Mai schon 8h mit Strompreisen unterhalb minus 6ct/kWh welche für P2H ungenutzt blieben. (Heizsaison).

Interessant die Angabe der gewichteten Geradenfunktion: Aufgelöst ergibt sich ab ca. 63GW addierter PV+Windleistung ein durchschnittlicher Strompreis von 0ct.
Egal ob pro kWh, pro MWh oder pro GWh. Einfach 0ct.
Börsenstrompreise 2018 ggü Wind+PV Leistung - stündlich - Kopie.png
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Re: P2H - P2G - P2L - P2V - Sektorenkopplung m. Überschuss-S

Beitragvon PV-Berlin » 12.05.2018, 12:33

Also in genau 8 h von ??? (bin zu doof zum rechnen) * sagen wir mal 720 h lohnt es, eine sauteuere Anlage anzustellen, die trotz 0,00 € Wareneinsatz (Strom) aus 10 MWh besten Strom, wie viele Energie gewinnt?

So weit mir bekannt ist, war in fast allen Wohnungen etc. von Januar bis Mai die Wärmebereitstellung noch aktiv und selbst Warmwasser sollen die Leute gebraucht haben. Also kann man aus XXX MWh Strom Mindestens 100% bestes Erdgas/ Heizöl gewinnen, vollkommen ohne Zauber, großartiger Technik etc.

Es reicht dazu immer noch eine ganz simple Verordnung der Netzagentur aus.
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Re: P2H - P2G - P2L - P2V - Sektorenkopplung m. Überschuss-S

Beitragvon Henning_PV » 12.05.2018, 14:59

null Cent Börsenstrompreis ist das klare Zeichen dafür, daß die Sektorenkopplung (noch) nicht funktioniert.
Es ist ja klar wirtschafltich besser Strom für 1Cent in Wärme umzuwandeln als 2-5Cent für Erdgas auszugeben.
Die Kapitalkosten um Strom in Wärme umzusetzen gehen auch gegen Null, da ein Heizstab fast nichts kostet und verschleißfrei und wartungsfrei locker 30-50 Jahre hält. Das Problem ist eben, daß 99% aller Kunden eben nicht 2 Cent für den Strom bezahlen den sie in Wärme umwandeln, sondern die kompletten Umlagen und Steuern obendrauf und dann machts keinen Sinn. Man braucht als theoretisch ein Modell wo Strom für Wärme x Umlage bezahlt und Strom für klassische Anwendungen y Umlage und Steuern. Nette Theorie, nur funktioniert das natürlich praktisch nicht weil Strom Strom ist und man das nicht kontrollieren kann wie er verwendet wird.


Ansonsten ist das sozusagen im reinen Strommarkt die Zukunft beim derzeitigen Marktdesign bei Grenzkosten null wie ich hier im Forum bereits vor vielen Jahren diskutiert habe. Ist aber im Grunde sowohl für die Erzeuger als auch für die Verbraucher prinzipiell egal. Ob ich nun 3 Cent umlage bezahle oder 3 Cent Strompreis - einfach nur ein anderes Rechenmodell.

Mein Lösungsvorschlag - ceterum censeo - EEG Einnahmenseite rein auf fossile Brennstoffe umlegen und vom Strom wegnehmen und dann sieht es ganz schnell anders aus. 1Cent EEG Umlage pro KWh Erdgas und Erdöl und Kohle kompensiert ungefähr den kompletten Wegfall der EEG Umlage Strom.
Dann noch variable Umlage der Netzkosten minimieren und auf festen Betrga für Anschlußleistung ändern und dann funct die Sektorenkopplung sehr schnell.
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