Klein- und Kleinst-PV - gemeinsame Petition?!

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Klein- und Kleinst-PV - gemeinsame Petition?!

Beitragvon LuRhe » 08.10.2018, 16:38

Hallo zusammen,
die Hürden zur Errichtung von Klein- und Kleinst-PV für Privathaushalte wie Eigenheime oder Wohnungen sind m.E. nach wie vor nicht nachvollziehbar, da eine dezentrale Speisung und Eigennutzung einen nachhaltigen Effekt ohne flächige Netzbelastung haben könnte.

Eine Möglichkeit die Politik auf Vereinfachungen zu drängen, wäre das Einreichen einer Petition im Bundestag:
https://epetitionen.bundestag.de/epet/petuebersicht/mz.nc.html
In jedem Fall - selbst wenn das Quorum von 50000 Stimmen nicht erreicht wird - erfolgt eine Bearbeitung durch die zust. Fachausschüsse. Wenn man dort mal nach Petitionen zu EEG, Eigenverbrauch, Klein-PV sucht und die wenigen Unterzeichner und Diskutierenden sieht, dann frage ich mich, ob man nicht hier im Forum gemeinsame Standpunkte zu Klein-PV erarbeiten und gemeinsam als Petition einbringen könnte: hier dürften ja mit die meisten PV-Betreiber und PV-Interessenten zu finden und motivierbar sein.

Von wegen Förderung der Energiewende..., wer mal als Neueinsteiger eine kleine PV unter 10kWp gebaut hat, weiß, wie kompliziert einem das gemacht wird ...

Und nebenbei wird nach wie vor Gewinnerzielungsabsicht in scheinbar exorbitantem Ausmaß angenommen, obwohl das bei Kleinanlagen <10kWp und derzeitiger EEG-Verg. doch erst nach deutlich über 6-10 Jahren (wenn überhaupt) und dann mit vstl. unter 1k€ Gewinn pro Jahr möglich wird. Dabei werden die meisten m.E. eigentlich das Ziel eines hohen Eigenverbrauches, ökologische Aspekte und vielleicht auch einen kleinen Beitrag zur Altersversorgung (Entlastung Ausgaben) als Grund für ihre Investition in eine Klein-PV haben - zumindest sehe ich das so.

1) Warum werden nicht die jeweiligen Energieversorger verpflichtet, die Klein- und Kleinst-Einspeiser zu vermarkten und das dem Bezugspreis gegenzurechnen (generell, d.h. auch nach 20 Jahren)? Im jetzigen Modell getrennter Abrechnungen vom Netzbetreiber über Einspeisung und vom Energieversorger zum Bezug entsteht nebenher ein unnötiger bürokratischer Aufwand. Ich würde die eh nur noch bei derzeit 12,2ct liegende EEG-Vergütung auch abgeben, wenn mir mein Versorger den noch nötigen Einkaufsstrom im Gegenzug zum eingespeisten PV-Strom preisgünstiger zur Verfügung stellt.
2) Wann wird der ganze Steueraufwand bei Klein-/Kleinstanlagen abgeschafft? (insbesondere bei Kleinunternehmerregelung !) - das steht m.E. in keinem Verhältnis zum Ziel der Förderung von EE, zur Höhe der Gewinne und dem bürokratischem Aufwand.
3) Wann werden in Deutschland die Netzbetreiber dazu verpflichtet, handelsübliche Plug&Play-Kleinstanlagen bis z.b. 1 kWp technisch und formlos zuzulassen (sog. Geruillia-Anlagen: vorausgesetzt, sie entsprechen anerkannten Regeln der Technik) ? Die wären erschwinglich für viele Balkon- und Hausbesitzer und könnten im Haushalt und dessen Umgebung gewisse Grundstromverbräuche abdecken - mal ganz unabhängig von Zweiwegezähler und EEG-Vergütung ...
4) Wann gedenkt Deutschland die EU-Entscheidung aus dem Juni für Anlagen <30kWp gesetzlich wirksam umzusetzen?
"The directive [...] establishes a clear and stable framework for household self-consumption. This means that consumers with small-scale installations of up to 30kW will be exempt from any charges or fees, while allowing member states to apply charges if self-consumption grows excessively."
Quelle: https://www.energie-experten.org/experte/meldung-anzeigen/news/eu-verbietet-eeg-umlage-auf-photovoltaik-eigenverbrauch-4738.html

Wie seht ihr diese Themen ?? Sollte man dazu nicht mal was über eine Petition anregen? Gäbe es Unterstützer, die das auch so oder ähnlich sehen?
Viele Grüße,
Lutz
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Re: Klein- und Kleinst-PV - gemeinsame Petition?!

Beitragvon schroederman » 09.11.2018, 00:32

Hallo Lutz.
Viele Reaktion gibt es ja noch nicht. Schade, eigentlich.
Ich habe auch noch einen Punkt:
Mietstrom, also Strom der nicht von den Anlagenbesitzer verbraucht und nicht eingespeist wird, sondern an Mieter gehen soll ohne die öffentlichen Netze zu belasten. Eigentlich eine Gute Idee, aber die Durchführung ist ein Desaster. Viele Akteure, wenig Wissen und Hilfsbereitschaft.

Gruß Ingo
schroederman
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Re: Klein- und Kleinst-PV - gemeinsame Petition?!

Beitragvon benchfrooser » 09.11.2018, 01:48

Sehe ich genau so, der Kosten und der Aufwand für Kleinstanlagen sollte gegen null gehen und mit der aktuellen Stromrechnung abgerechnet werden.
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Re: Klein- und Kleinst-PV - gemeinsame Petition?!

Beitragvon RolandD » 10.11.2018, 10:14

benchfrooser hat geschrieben:Sehe ich genau so, der Kosten und der Aufwand für Kleinstanlagen sollte gegen null gehen und mit der aktuellen Stromrechnung abgerechnet werden.


2-Richtungs-Zähler und einen Stromhändler der dir den Überschuss zum Börsenpreis abnimmt. Wahlweise auch ohne *Vergütung* möglich.
Dein Stromanbieter übernimmt die üblichen Anmeldungen.

Vielleicht hat das ja ein Ökostromanbieter schon im Angebot.
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Re: Klein- und Kleinst-PV - gemeinsame Petition?!

Beitragvon PV-Berlin » 10.11.2018, 11:32

schroederman hat geschrieben:Mietstrom, also Strom der nicht von den Anlagenbesitzer verbraucht und nicht eingespeist wird, sondern an Mieter gehen soll ohne die öffentlichen Netze zu belasten. Eigentlich eine Gute Idee, aber die Durchführung ist ein Desaster. Viele Akteure, wenig Wissen und Hilfsbereitschaft.


Dieser Strom 'Entlastet' aber auch nicht das Netz, er verteilt nur die Netzkosten anders. um mal näher an der Realität zu blieben, sollte man sagen, das die Ortsnetzes wie ausgelegt sind? Ein Stromkabel unterliegt im Normalfall keinen Verschleiß durch die transportierte Strommenge.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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