Kippt die EEG-Umlage auf Eigenverbrauch!?

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Re: Kippt die EEG-Umlage auf Eigenverbrauch!?

Beitragvon ndorphin » 06.08.2018, 20:45

wschmeiser hat geschrieben:
Die Investitionskosten wurden und werden derzeit durch die Einspeisevergütung bezahlt. Und zwar zu mehr als 100% und ohne Risiko. Vollkommen losgelöst von irgendeinem Strompreis.


Ohne Risiko stimmt nicht. Wir hatten schon Fälle von defekten Modulserien und anderes. In Spanien haben sie die vereinbarten Vergütungen gestrichen, könnte hier auch alles passieren. Also definitv keine sichere Bank!
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Re: Kippt die EEG-Umlage auf Eigenverbrauch!?

Beitragvon eba » 06.08.2018, 20:51

wschmeiser hat geschrieben:
Wer wird denn EE zubauen, wenn er nicht sicher sein kann, das er die Zinsen und die Abschreibungen verdienen kann?
Wie hoch steigen die Zinsen, wenn das Investment unsicher wird?


Die Investitionskosten wurden und werden derzeit durch die Einspeisevergütung bezahlt. Und zwar zu mehr als 100% und ohne Risiko. Vollkommen losgelöst von irgendeinem Strompreis.

Fallen die weg, wird niemand mehr investieren. Da hast Du vollkommen recht. Aber im Moment ist es halt noch nicht so.

Aber es gibt dann ja die EU:

Denn sollten tatsächlich für Eigenverbrauch bis 30 kWp keine Abgaben erhoben werden, bedeutet dies, dass jeder Landwirt, Gewerbetreibender und sonstiger Dachflächenbesitzer (wer weiß, vielleicht geht das dann auch auf Freiflächen) PV für seinen Eigenverbrauch aufbauen wird und zwar europaweit. Schließlich spart man dann ja die wesentlich höheren Strombezugskosten.

Dies könnte heute schon jeder machen. Nach dem jetzigen EEG fällt die EEG-Umlage nicht an, wer sich zu 100% aus erneuerbarer Energie versorgt und auf die EEG-Vergütung verzichtet. Dann erhält man als Vergütung nur den Börsenpreis.
Alternativ kann man auch VIC-Raptors Weg beschreiten und eine Versorgungsinsel aufbauen, dann allerdings ohne Vergütung, da keine Verbindung zum Netz.
Tesla P85+ seit 8/13 >365.000km gefahren. PV 10 kWp an E3DC Hauskraftwerk mit 13,8kWh und Wallbox. Weitere 18kWp PV an Solaredge. Gesamt PV-Leistung 28,049kWp. Jetzt habe ich ein Jahr Zeit, wie ich weitere 1,95kWp (=6x325W) aufs Dach bekomme.
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Re: Kippt die EEG-Umlage auf Eigenverbrauch!?

Beitragvon wschmeiser » 06.08.2018, 20:59

@eba
Dies könnte heute schon jeder machen. Nach dem jetzigen EEG fällt die EEG-Umlage nicht an, wer sich zu 100% aus erneuerbarer Energie versorgt und auf die EEG-Vergütung verzichtet. Dann erhält man als Vergütung nur den Börsenpreis.


Woraus ergibt sich das im EEG?

Und ist da nicht ein Widerspruch drin: wer sich zu 100% selbst versorgt ...... und als Vergütung erhält man den Börsenpreis?

Die 100%-ige Selbstversorgung ist doch nur möglich, wenn man nicht mit dem Netz verbunden ist während man den Börsenpreis nur erzielen kann, wenn man einspeist?
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Re: Kippt die EEG-Umlage auf Eigenverbrauch!?

Beitragvon VIC-RAPTOR » 07.08.2018, 06:54

Die drei Übertragungsnetzbetreiber wehren sich mit Händen und Füßen...... kann man ja schon verstehen und eigentlich tun die mir auch ein bisschen leid.... stellen wir uns mal vor, jeder baut sich sein eigenes Kraftwerk :mrgreen:

Die Argumentation ist immer die gleiche.... "das Erzeugungssystem ist ja mittelbar, also indirekt mit den öffentlichen Netz verbunden"... bin´s leid immer wieder zu erklären was ein Umschalter ist.... da reagiere ich nicht mehr drauf.

Ich bin mir sicher da kommt noch was.... die Politiker die wir ja alle so mögen finden schon einen Weg uns die Suppe zu versalzen und bis dahin gilt "Vollgas" und weiter mit der neuen Energiefreiheit ohne EEG-Umlage :D

Sonnige Grüße :danke:
Die neue Energiefreiheit kommt an!
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Re: Kippt die EEG-Umlage auf Eigenverbrauch!?

Beitragvon alterego » 07.08.2018, 08:13

wschmeiser hat geschrieben:Die 100%-ige Selbstversorgung ist doch nur möglich, wenn man nicht mit dem Netz verbunden ist ...

Da hast du einen Denkfehler. Bei den Wassermüllern ist das einfacher sich vorzustellen, zweimal 50kW Turbine (geht auch kleiner) und man kann problemlos ein Wohnhaus 100% selbst versorgen. Blöderweise hat man dann an die 800000kWh, die man gerne auch noch los werden würde über.
Bei PV muß man mindestens das zehnfache des Verbrauchs selbst erzeugen um in die Nähe von 100% Selbstversorgung kommen zu können. Klar, kann man 90% der Erzeugung "wegwerfen" aber man kann sie natürlich auch einspeisen.
Im EEG steht aber halt nirgends, daß man Börsenpreis bekommt. Höchstens wenn man Direktvermarkung macht, was aber auch einen Haufen Geld kostet (eimalig und laufend), sich daher nicht so leicht rechnet.
Der VNB ist keine Rechtsberatungsstelle für Betreiber für Fragen zum EEG.
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Re: Kippt die EEG-Umlage auf Eigenverbrauch!?

Beitragvon PV-Berlin » 07.08.2018, 14:42

Es geht doch nur um den Strom! 100% Selbstversorgung, ist für mich 100% ! Und dazu gehört alle Wärme und alle Mobilität, die die Bewohner individuell nutzen wollen. Also auch südlich von Rom nachzutanken (e-Auto)

Man erkennt, das diese Gesetzte nur 'Idioten' geschrieben haben können! Dann kommt logisch das, was wir heute beobachten, das Menschen in einem Super Stromnetz Strom aus EE vernichten, nur weil die dem Irrsinn des EEG genüge leisten wollen und einen vermeintlich persönlichen Vorteil suchen!

EFH Grundgebühr 12 mal X ! Die ersten YYYY kWh ohne EEG Umlage etc. * So das man auf ca. 15 Cent kommt
dann braucht es kein EEG (EFH) mehr. Einspeisung zum vereinbarten Preis (Netzversorger o.a. Partner ) Denn z.B. in Berlin, ist der Strompreis immer deutlich höher, als auf Rügen. Denn hier wird es immer ein Stromdefizit geben.
*ich schreibe vom realen Strompreis und nicht von jetzigem konstruierten Arbeitspreis.

*Bei 15 Cent Strompreis ist aus die Maus für Gas und Heizöl und es würde kein einziges schwachsinniges Klein KWK mehr verkauft
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: Kippt die EEG-Umlage auf Eigenverbrauch!?

Beitragvon Energiesparer51 » 07.08.2018, 15:21

alterego hat geschrieben:
wschmeiser hat geschrieben:Die 100%-ige Selbstversorgung ist doch nur möglich, wenn man nicht mit dem Netz verbunden ist ...

Da hast du einen Denkfehler. Bei den Wassermüllern ist das einfacher sich vorzustellen, zweimal 50kW Turbine (geht auch kleiner) und man kann problemlos ein Wohnhaus 100% selbst versorgen. Blöderweise hat man dann an die 800000kWh, die man gerne auch noch los werden würde über.
Bei PV muß man mindestens das zehnfache des Verbrauchs selbst erzeugen um in die Nähe von 100% Selbstversorgung kommen zu können. Klar, kann man 90% der Erzeugung "wegwerfen" aber man kann sie natürlich auch einspeisen.
Im EEG steht aber halt nirgends, daß man Börsenpreis bekommt. Höchstens wenn man Direktvermarkung macht, was aber auch einen Haufen Geld kostet (eimalig und laufend), sich daher nicht so leicht rechnet.


Wasserkraft wird doch auch nach dem EEG gefördert. Die Einnahmen aus 800.000 kWh sind nicht zu verachten.
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