Kippt die EEG-Umlage auf Eigenverbrauch!?

Informationen oder Neuigkeiten außerhalb von PV zum energiepolitischen Tagesgeschehen und der Energiewende

Moderator: Mod-Team

 

0.00 (0 Bewertungen)

Re: Kippt die EEG-Umlage auf Eigenverbrauch!?

Beitragvon wschmeiser » 06.08.2018, 16:32

@PV-Berlin,
wenn Wind und PV bei variablen Kosten 100% des Strombedarfs abdecken, dann beträgt der Strompreis halt nahezu 0 ct/kWh.

Das ist doch nicht so schwer nachzuvollziehen. Merit-Oder bei Grenzkosten 0 ct/kWh.

Solange das nicht der Fall ist, kann halt auch Strom und Wind noch die Grenzkosten des nächst günstigeren Kraftwerks erzielen, weil es halt mit 0 ct/kWh unschlagbar günstig ist.

Nur gibt es halt nicht immer Wind oder Sonne. Und irgendwann lohnt sich es dann halt nicht mehr, mehr Wind und Sonne zuzubauen, weil zu immer mehr Zeiten nur noch 0 ct/kWh zu erzielen sind.
wschmeiser
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 3673
Registriert: 12.04.2011, 21:53
Wohnort: 82418 Murnau
PV-Anlage [kWp]: 18,72
Info: Betreiber

Re: Kippt die EEG-Umlage auf Eigenverbrauch!?

Beitragvon alterego » 06.08.2018, 16:50

Wenn jeder abschaltet, muß halt die Nachfrage den Preis machen, nicht mehr das Angebot. Da es beim Strom aber keinen echten Markt gibt, wird das nicht passieren.
Der VNB ist keine Rechtsberatungsstelle für Betreiber für Fragen zum EEG.
alterego
Forum Genie
Forum Genie
 
Beiträge: 8035
Registriert: 14.02.2014, 10:27
Wohnort: D 90xxx
Info: Betreiber

Re: Kippt die EEG-Umlage auf Eigenverbrauch!?

Beitragvon eba » 06.08.2018, 17:10

Wenn der Strompreis nach 0ct/kwh wäre, würde keiner mehr Strom verkaufen, sondern versuchen den Strom selbst auf irgendeiner wirtschaftlichen Art&Weise selbst zu nutzen. Da wird sich sicherlich ein wirtschaftliches Gleichgewicht einstellen.
Dann werden die Grenzkosten von Im-/Exportkosten bestimmt.
Aber man müsste erst mal soweit sein. Wir reden von 100% haben aber nur zeitweise mal gerade > 40%. Da ist noch ein weiter Weg dahin.
Der erste Schritt wäre die EEG Umlage auf allen fossilen Energieträger einschließlich zu erheben, damit würde der Strompreis durch eine niedrigere EEG-Umlage entlastet. Eine Wärmepumpe wäre gegenüber einer Heizung mit fossilen Energieträger in der Wettbewerbsfähigkeit besser gestellt. Damit steigt der Stromverbrauch an. Warum sollte dann der Strompreis niedrig bleiben?
Es sind und bleiben die politisch bedingten Kosten, die in erster Linie den Strompreis für den Endverbraucher bilden.
Tesla P85+ seit 8/13 >365.000km gefahren. PV 10 kWp an E3DC Hauskraftwerk mit 13,8kWh und Wallbox. Weitere 18kWp PV an Solaredge. Gesamt PV-Leistung 28,049kWp. Jetzt habe ich ein Jahr Zeit, wie ich weitere 1,95kWp (=6x325W) aufs Dach bekomme.
eba
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 1718
Registriert: 04.10.2009, 15:23
Wohnort: Münnerstadt
PV-Anlage [kWp]: 18
Speicher [kWh]: 13,8
Info: Betreiber

Re: Kippt die EEG-Umlage auf Eigenverbrauch!?

Beitragvon wschmeiser » 06.08.2018, 17:19

eba hat geschrieben:Wenn der Strompreis nach 0ct/kwh wäre, würde keiner mehr Strom verkaufen, sondern versuchen den Strom selbst auf irgendeiner wirtschaftlichen Art&Weise selbst zu nutzen. Da wird sich sicherlich ein wirtschaftliches Gleichgewicht einstellen.
Dann werden die Grenzkosten von Im-/Exportkosten bestimmt.
Aber man müsste erst mal soweit sein. Wir reden von 100% haben aber nur zeitweise mal gerade > 40%. Da ist noch ein weiter Weg dahin.


Mit den Grenzkosten von Im-/Exportstrom hat Du vollkommen recht.

Aber die Wasserkraftwerke und AKWs im Ausland würden erst einmal jeden Preis nach unten mitgehen, denn auch 0,1 ct/kWh ist mehr als Nichts.

Die darf man zu den 40% schon mal dazu rechnen.

Und tatsächlich kommt die Stromerzeugung aus EEs, Wasser und AKW immer öfter den 100% nahe.

Sollte deshalb tatsächlich jeder ohne irgendwelche Abgaben bis zu 30 kWp PV nutzen dürfen, würde das dann auch sehr schnell EU-weit immer öfters der Fall werden.

Und richtig, die Stromkosten für Endkunden sind überwiegend politisch gestaltet, leider, was zu gravierenden volkswirtschaftlichen Fehlsteuerungen führt (Beispiel Wärmepumpe, die sich bei den politisch hohen Strompreisen nur bedingt lohnt).

Volkswirtschaftlich sind aber nur die Gesamtkosten für Erzeugung und Sicherstellung der jederzeitigen Stromversorgung relevant.
Zuletzt geändert von wschmeiser am 06.08.2018, 17:26, insgesamt 1-mal geändert.
wschmeiser
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 3673
Registriert: 12.04.2011, 21:53
Wohnort: 82418 Murnau
PV-Anlage [kWp]: 18,72
Info: Betreiber

Re: Kippt die EEG-Umlage auf Eigenverbrauch!?

Beitragvon eba » 06.08.2018, 17:24

Dann macht der Smartmeter zum ersten Mal Sinn, da dann jeder 1/4h genau Strom zum Börsenpreis liefern kann.
Börsenpreis > 10ct Strom wird eingespeist, Börsenpreis < 10ct Eigenverbrauch/Speicher, Strompreis < 0ct, der Heizstab wird genutzt um das letzte Watt zu vernichten oder der Tesla wird anstatt bis zu 70% auf 100% aufgeladen.
Tesla P85+ seit 8/13 >365.000km gefahren. PV 10 kWp an E3DC Hauskraftwerk mit 13,8kWh und Wallbox. Weitere 18kWp PV an Solaredge. Gesamt PV-Leistung 28,049kWp. Jetzt habe ich ein Jahr Zeit, wie ich weitere 1,95kWp (=6x325W) aufs Dach bekomme.
eba
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 1718
Registriert: 04.10.2009, 15:23
Wohnort: Münnerstadt
PV-Anlage [kWp]: 18
Speicher [kWh]: 13,8
Info: Betreiber

Re: Kippt die EEG-Umlage auf Eigenverbrauch!?

Beitragvon wschmeiser » 06.08.2018, 17:34

eba hat geschrieben:Dann macht der Smartmeter zum ersten Mal Sinn, da dann jeder 1/4h genau Strom zum Börsenpreis liefern kann.
Börsenpreis > 10ct Strom wird eingespeist, Börsenpreis < 10ct Eigenverbrauch/Speicher, Strompreis < 0ct, der Heizstab wird genutzt um das letzte Watt zu vernichten oder der Tesla wird anstatt bis zu 70% auf 100% aufgeladen.


Vollkommen korrekt, wobei < 0 ct/kWh nicht vorkommen wird.

Interessanter ist es aber Staffelpreise zu haben. Strombezug bis zu den Staffelpreisen ist mit der Grundgebühr abgegolten und wird überhaupt nicht berechnet.

Wer die Staffeln im 15-Minuten-Durchschnitt über 3 kW überschreitet zahlt dann z.B. 10 ct/kWh, über 10 kW 20 ct/kWh, über 50 kWh 40 ct/kWh (alles nur fiktive Beispielswerte). Und der Bezug ist mit dem Grundpreis für die jeweiligen Staffeln abgegolten. Wenn man will, kann man den auch noch messen und berechnen. Macht aber eigentlich nur bei Großverbrauchern wirklich Sinn.
wschmeiser
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 3673
Registriert: 12.04.2011, 21:53
Wohnort: 82418 Murnau
PV-Anlage [kWp]: 18,72
Info: Betreiber

Re: Kippt die EEG-Umlage auf Eigenverbrauch!?

Beitragvon alterego » 06.08.2018, 17:56

Pauschalen führen beim Strom imo immer zu höherem Verbrauch und dann gibt es ganz schnell wieder Knappheit und die sorgt dann schon für einen Preis.
Wenn ich im Beispiel immer schauen würde den Verbrauch 7/24 knapp unter 3kW zu halten (mit geeigneter Technik, einem kleinen Speicher zur Spitzenkappung und Brain 1.0 imo kein Problem), sagen wir 2,5kW, wären das über 20000kWh/a, ein vielfaches selbst eines normalen Haushaltsverrbauchs und bei mir ist alles auf Energiesparen ausgerichtet.
Der VNB ist keine Rechtsberatungsstelle für Betreiber für Fragen zum EEG.
alterego
Forum Genie
Forum Genie
 
Beiträge: 8035
Registriert: 14.02.2014, 10:27
Wohnort: D 90xxx
Info: Betreiber

Re: Kippt die EEG-Umlage auf Eigenverbrauch!?

Beitragvon PV-Berlin » 06.08.2018, 18:21

wschmeiser hat geschrieben:@PV-Berlin,
wenn Wind und PV bei variablen Kosten 100% des Strombedarfs abdecken, dann beträgt der Strompreis halt nahezu 0 ct/kWh.

Das ist doch nicht so schwer nachzuvollziehen. Merit-Oder bei Grenzkosten 0 ct/kWh.


Das ist unglaublich schwer zu verstehen, dass dies ganz großer Quatsch hoch 10 ist! Denn es ist ja nicht das erstmal, das ich diesen ökonomischen Unsinn lesen muss!

Wie schon richtig bemerkt, muss ich ja nicht liefern.

Und deine KKW bzw. Wasserkraftwerke haben in Summe welchen Marktanteil in Europa? von welchen Strommengen reden wir für 2030?

Sorry, deine Verirrung mit den 'variablen Kosten' kann ich dir nicht austreiben, dazu bedarf es schon etwas mehr, als hier 10 Zeilen zu schreiben.

Ich versuche es mal anders, wenn auch bestimmt vergebens!

Wer wird denn EE zubauen, wenn er nicht sicher sein kann, das er die Zinsen und die Abschreibungen verdienen kann?
Wie hoch steigen die Zinsen, wenn das Investment unsicher wird?

Der aktuelle Stand der Kapazitäten in D. (EE) ist bei < 5% ! Wer wirklich 95% oder mehr haben möchte, bzw. in wenigen Jahren noch eine wettbewerbsfähige Energieversorgung haben möchte, der muss sich etwas mehr einfallen lassen, als Markt aller FDP Doof Köpfe (ganz dicht am BWL Kurs vorbei geschrammt)

Dass die momentane Lobby-Arbeit es verhindert, das eine nationale und europäische Energiestrategie die Politik bestimmt und ganz neue Modelle der Energieversorgung, des Handels etc. etabliert, ist ja klar!

In Frankreich muss erstmal dem letzten Wähler bewusst werden, das der billige Atomstrom von Gestern dem Land noch richtig teurer wird. Das in D. der Steuerzahler den Irrweg von e-on , RWE, EnBW zu bezahlen hat. In Polen dem Wähler bewusst werden, wie teuer und dreckig ihn die Kohle kommt. etc.

Es wird nicht Selbsterkenntnis sein, auch nicht Einsicht, sondern ganz schlicht der Druck der Preise! Wenn andere Länder ganze Geschäftsfelder übernehmen, weil wir an KKW, Kohle, Gas und Öl festhalten, dann rumpelt es in der Kiste.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
Benutzeravatar
PV-Berlin
PV-Forum Einstein
PV-Forum Einstein
 
Beiträge: 14837
Registriert: 30.06.2010, 13:27
Wohnort: Berlin & Rügen
PV-Anlage [kWp]: 1
Info: Betreiber

Re: Kippt die EEG-Umlage auf Eigenverbrauch!?

Beitragvon wschmeiser » 06.08.2018, 18:47

Wer wird denn EE zubauen, wenn er nicht sicher sein kann, das er die Zinsen und die Abschreibungen verdienen kann?
Wie hoch steigen die Zinsen, wenn das Investment unsicher wird?


Die Investitionskosten wurden und werden derzeit durch die Einspeisevergütung bezahlt. Und zwar zu mehr als 100% und ohne Risiko. Vollkommen losgelöst von irgendeinem Strompreis.

Fallen die weg, wird niemand mehr investieren. Da hast Du vollkommen recht. Aber im Moment ist es halt noch nicht so.

Aber es gibt dann ja die EU:

Denn sollten tatsächlich für Eigenverbrauch bis 30 kWp keine Abgaben erhoben werden, bedeutet dies, dass jeder Landwirt, Gewerbetreibender und sonstiger Dachflächenbesitzer (wer weiß, vielleicht geht das dann auch auf Freiflächen) PV für seinen Eigenverbrauch aufbauen wird und zwar europaweit. Schließlich spart man dann ja die wesentlich höheren Strombezugskosten.
wschmeiser
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 3673
Registriert: 12.04.2011, 21:53
Wohnort: 82418 Murnau
PV-Anlage [kWp]: 18,72
Info: Betreiber

Re: Kippt die EEG-Umlage auf Eigenverbrauch!?

Beitragvon Fritz49 » 06.08.2018, 20:01

Und die Netzbetreiber brauchen keine teueren Überlandleitungen mehr bauen
Gruß
Fritz
Fritz
Fritz49
Fleißiges Mitglied
Fleißiges Mitglied
 
Beiträge: 362
Registriert: 08.11.2009, 10:57
Wohnort: Rahden

VorherigeNächste

Zurück zu Energiepolitik | Energiewende



Ähnliche Beiträge


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast