Grenzen der Energiewende

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Re: Grenzen der Energiewende

Beitragvon PV-Berlin » 19.06.2018, 11:03

Sich an die Spitze der Bewegung stellen und dann den Bremsklotz machen.

Band 1, Abschnitt 1 A der Lobbyisten-Bibel
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: Grenzen der Energiewende

Beitragvon CaptainPicard » 23.06.2018, 01:22

Statt Leitungen über die Grenzen hinweg auszubauen werden bereits gut ausgebaute Verbindungen nun künstlich eingeschränkt.

Strom ab Oktober um sieben Prozent teurer als in Deutschland


Wien – Die künstliche Auftrennung der gemeinsamen Strompreiszone mit Deutschland ab diesem Herbst wirft bereits Schatten auf Österreich. Strom zur Lieferung im Oktober wird in Österreich jetzt schon um rund drei Euro die Megawattstunde (MWh) teurer gehandelt als in Deutschland, das ist ein Preisaufschlag von rund sieben Prozent.

Die Initiative dazu ist von der Bundesnetzagentur in Deutschland ausgegangen. Anzengruber erinnerte einmal mehr, dass der eigentliche Engpass im Stromnetz nicht an der Grenze zwischen Österreich und Deutschland bestehe, sondern in Deutschland selbst. Norddeutschland hat wegen des starken Ausbaus erneuerbarer Energien zu viel Strom, Süddeutschland mit seiner starken Industrie zu wenig.

Zu schwache Leitungen zwischen Nord und Süd verhindern aber, dass der Strom aus dem Norden nach Bayern und Baden-Württemberg kommt. Wollte man das Problem beheben, hätte man quer durch Deutschland eine Strompreisgrenze setzen müssen mit der Folge, dass Strom in Norddeutschland billiger, in Süddeutschland teurer geworden wäre. Das war politisch nicht zu stemmen, weshalb man sich für einen künstlichen Engpass an der Grenze zu Österreich entschied.

Ab Oktober wird die Übertragungskapazität an der Grenze zu Deutschland von mehr als 10.000 auf 4.900 Megawatt halbiert und auktioniert.



https://derstandard.at/2000082064096/St ... eutschland
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Re: Grenzen der Energiewende

Beitragvon Ulenspiegel » 23.06.2018, 07:11

Die Leitungen über die Grenzen nach Süden auszubauen, bringt dir nichts in diesem Fall, wenn der Flaschenhals in Hessen liegt. Solange mehr Strome zwischen Nord und Süd gehandelt wurde als transportiert werden kann, kommt es zu teuren Problemen, die von allen gezahlt werden aber nur wenigen (Österreich) zu gute kommen.

Die Österreicher profitierten ohne eigene Investitionen ca. 300 Millionen EUR pro Jahr vom gemeinsamen Markt, das Problem wurde seit über zwei Jahren hier in Österreich diskutiert und das Ergebnis ist für mich keine Überraschung.

Jedes GW neue Übertragungskapazität im Norden dagegen bringt viel, oder eine Reduktion des Flaschenhalses in Hessen.
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Re: Grenzen der Energiewende

Beitragvon PV-Berlin » 23.06.2018, 09:13

Winzige Umdrehung der Tatsachen! Die 7% entsprechen dem Wert, der abgegriffen wurde. Zudem, mussten die Netzbetreiber ja öfter sauteuren Strom aus Österreich einkaufen, weil die Handelszone viel Strom nach Süden verkauft hat, für die es gar keine Leitungskapazität von Nord nach Süd gibt!

Vielleicht beteiligen sich die Ösis am Netzausbau in D. Nicht finanziell, denn das ist ihnen wesensfremd, aber mit Druck auf ihren 'besten Freund' (Fürst der Finsternis = CSU)

Da haben sich die 'konservativen' Bremsen mal wieder selbst ins Knie geschossen. Logisch, wer gegen die VW Politik macht, wird Sturm ernten.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: Grenzen der Energiewende

Beitragvon Kallenpeter » 23.06.2018, 09:41

Vom Stromhandel profitieren fast immer beide Seiten. Und der Artikel hat recht, man hätte Deutschland in zwei Strompreiszonen aufteilen sollen, das würde auch den Strommarkt stärken, weil es so Anreize gäbe dem Engpass (und damit den notwendigen Netzausbau) entgegen zu wirken. Es gibt andere EU Länder die das bereits getan haben. Aber in Deutschland scheitert es mal wieder an der CSU, wie so vieles.

Bezahlen tun das jetzt alle Stromverbraucher, weil die Netzbetreiber mehr Reservekraftwerke in Süddeutschland bereit halten müssen und die Kosten dafür auf alle umgelegt werden.
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Re: Grenzen der Energiewende

Beitragvon wschmeiser » 23.06.2018, 10:39

Hier hat wohl PV-Berlin recht!

Österreich profitiert ungerechtfertigt von den niedrigen deutschen Börsenpreisen und die nur deshalb zustande kommen, weil ein großer Teil der Stromkosten ausschließlich durch die deutschen Stromverbraucher über die EEG-Umlage bezahlt wird.

Man sieht das auf energy-charts schön, dass der Export nach Österreich sehr hoch und die Preise niedrig, der Import gering aber die Preise höher.

Zudem glaube ich nicht, dass das viel mit dem Windstrom und den nicht verfügbaren Leitungen aus Norddeutschland zu tun hat, sondern viel mehr mit den hohen PV-Installationen in (Ober-)Bayern (>25%) und Baden-Württemberg (>12%). Und von den 7 AKWs laufen ja auch noch 4 in Bayern und Baden-Württemberg.

Aber vielleicht hat ja jemand hierüber noch bessere Informationen.
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Re: Grenzen der Energiewende

Beitragvon remag » 23.06.2018, 10:41

CaptainPicard hat geschrieben:Statt Leitungen über die Grenzen hinweg auszubauen werden bereits gut ausgebaute Verbindungen nun künstlich eingeschränkt.


Solange Sie nur "künstlich" eingeschränkt werden, also nicht abgerissen werden ist es ja gut.
Dann kann man Sie auch jederzeit wieder öffnen.

Aber wie Ullenspiegel schon sagte der Flaschenhals liegt ja nicht an der Grenze, sondern irgendwo in Deutschland.
Und solange der in Deutschland nicht beseitigt brauchen wir den "Grenzverkehr" nach Österreich auch nicht in dem Maße.
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Re: Grenzen der Energiewende

Beitragvon remag » 23.06.2018, 10:43

PV-Berlin hat geschrieben:Vielleicht beteiligen sich die Ösis am Netzausbau in D. Nicht finanziell, denn das ist ihnen wesensfremd, aber mit Druck auf ihren 'besten Freund' (Fürst der Finsternis = CSU)


Meinst du das Bayern alleine viel ausrichten kann ? bzw. der bayerische Ministerpräsident ?
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Re: Grenzen der Energiewende

Beitragvon remag » 23.06.2018, 11:00

Kallenpeter hat geschrieben:Vom Stromhandel profitieren fast immer beide Seiten. Und der Artikel hat recht, man hätte Deutschland in zwei Strompreiszonen aufteilen sollen, das würde auch den Strommarkt stärken, weil es so Anreize gäbe dem Engpass (und damit den notwendigen Netzausbau) entgegen zu wirken.

Bin ich absolut deiner Meinung, wäre richtig.

Kallenpeter hat geschrieben:Es gibt andere EU Länder die das bereits getan haben. Aber in Deutschland scheitert es mal wieder an der CSU, wie so vieles.

1. Hast du ein paar Info´s bzw Links dazu in welchen Ländern das so ist, interessiert mich persönlich sehr.
2. Auf die CSU zu schimpfen liegt wohl in den Genen aller Nicht-Bayern. Dies gilt auch für alle Nicht-Bayern die aber trotzdem
in Bayern wohnen :mrgreen: Warum wohnen Sie dann in Bayern....
Das Seehofer gegen die neuen Leitungen war/ist, habe ich ja noch mitbekommen, aber das die CSU an allem schuld sein soll
was in Deutschland schief läuft halte ich doch für überzogen. Sollte es so sein, wäre ich auch für Links etc dankbar.

Es ist doch eher so daß Bayern und BW eher führend sind in vielerlei Hinsicht, zB
Kriminalitätsrate, Arbeitslosenrate, Steueraufkommen pro Kopf

Kallenpeter hat geschrieben:Bezahlen tun das jetzt alle Stromverbraucher, weil die Netzbetreiber mehr Reservekraftwerke in Süddeutschland bereit halten müssen und die Kosten dafür auf alle umgelegt werden.


Es ist aber auch so daß der Verbrauch im Süden am höchsten ist.
Und leider funktioniert im Süden nur die PV gut, WKA (die auch im Winter passable Erträge liefern können)
eher weniger, deshalb auch die Reservekraftwerke.
Interessant finde ich die These daß der Norddeutsche für die Reservekraftwerke der Bayern bezahlen muss.
Daß aber die Bayern die Offshore Umlage der Norddeutschen mitbezahlen ist wieder ganz selbstverständlich.
Ein gewisses Maß an Solidarität sollte eigentlich für jeden akzeptabel sein, solange es nicht ausartet.
(Und die Reserveleistung und die Offshore Umlage sind doch eigentlich Pille-Palle)
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Re: Grenzen der Energiewende

Beitragvon remag » 23.06.2018, 11:03

wschmeiser hat geschrieben:Zudem glaube ich nicht, dass das viel mit dem Windstrom und den nicht verfügbaren Leitungen aus Norddeutschland zu tun hat, sondern viel mehr mit den hohen PV-Installationen in (Ober-)Bayern (>25%) und Baden-Württemberg (>12%). Und von den 7 AKWs laufen ja auch noch 4 in Bayern und Baden-Württemberg.


Ich glaube schon daß dies an den innerdeutschen Leitungen liegt.
Dann könnte der Süd-PV Strom nach Norden geliefert werden (wenn im Norden Windflaute)
und umgekehrt kann der Windstrom nach Süden geliefert werden.
Wir werden die Österreicher (bzw. ein europäisches Verbundnetz) immer brauchen, aber dann halt ein Stückchen weniger.
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