Grenzen der Energiewende

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Re: Grenzen der Energiewende

Beitragvon Henning_PV » 14.06.2018, 06:04

Lieber ndorphin, pauschale Lösungen hat es nie gegeben und wird es nie geben. Bau das ein, was für dich in deinem Haus Sinn macht.
Tatsache ist, dass man sich vor 100 Jahren Kohleheizungen als Innovation eingebaut hat, 1960 war Ölheizung innovativ und heute geht ganz faktenbasiert beweisbar der Trend zur Wärmepumpe.
Wenn ein Haus auf dem aktuellen Stand der energetischen Sanierung ist, dann ist der Einbau einer Wärmepumpe in der Regel kein Problem. Bei unsanierten Bruchbuden macht eine Gasheizung mehr Sinn.
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Re: Grenzen der Energiewende

Beitragvon open source energy » 14.06.2018, 06:10

Henning_PV hat geschrieben:Die Sanierung eines Altbaus ist niemals einfacher als ein Neubau, aber möglich. (ich habe selber ein altes Haus und ich weiß wovon ich rede)
Das größte Problem ist imho die absolut veraltete Ausbildung der Handwerker.
Meine Schwägerin ist Berufsschullehrerin für die angesprochenen Fachgebiete. In meinem Freundeskreis kenne ich ein paar Gas-Wasser Handwerker. Der Wissensstand und selbst die Neuausbildung von Azubis heute ist nach meinem Kenntnisstand überwiegend auf dem Stand von vor 20 Jahren (Gasheizung ja, Wärmepumpe nein, Einzelraumregelung immer, Nachtabsenkung immer an, Computerbasierte Regelungstechnik was ist das ?, Volumenstrom muß höher sein bei niedrigem Vorlauf unbekannt usw usw).
Mit der Diskussion darüber wie schwierig eine Fußbodenheizung in einem Altbau ist kommt gleich der Beleg für den veralteten Wissensstand.
Ein Freund von mir hat bei bei der ohnehin fälligen Sanierung der Fassade die Außenwände dämmen lassen und hat innen Wandheizung eingebaut. Das geht einfach und schnell in einem Altbau. Dort ist es naß in den Innenputz eingeputzt worden, man kann eine Wandheizung aber auch trocken bauen.
Ergebnis im Altbau mit Wandheizung: Eine Vorlauftemperatur von 25Grad ist nun bei -15Grad Außentemperatur Realität (perfekt wärmepumpentauglich) und das Haus ist so behaglich daß es ein Traum ist. Kein Vegleich zur kalten unbehaglichen Bude vorher. Der Zusatzaufwand bei der Sanierung rentiert sich in der Heizkostenrechnung nach 7 Jahren. In dem Fall war eine Sanierung von Fenster, Fassade und Innenräumen ohnehin fällig.
Die Kosten für eine Wandheizung sind nicht höher als für eine Fußbodenheizung und auch nicht höher als für Heizkörper (unter der Vorraussetzung dass generell grundsaniert wird)
WENN man Wissen auf dem Stand der Technik hat geht sehr viel wirtschaftlich.


Das Problem bei der Sanierung ist in der Regel, dass man keinen Planer bezahlen will der sich richtig auskennt und man sich lieber auf ein paar Handwerker verlässt. Man kann aus dem Altbau tolle Sachen machen und wenn der Bauherr aus dem Bausektor kommt kann man sicher auch mal einen Planer überdenken. Wandheizungen sind ein guter Ansatz zur Flachenheizung. Bin aber eher ein Fan von der FBH, damit kann man auch ganz gut kühlen!
Orange Solar GmbH - die hier wiedergegeben Aussagen sind eine persönliche Meinung.

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Re: Grenzen der Energiewende

Beitragvon hfrik » 14.06.2018, 07:56

Kühlen kann man auch mit Wnadheizung, und besonders mit Deckenheizung.
Nachteil bei der FBH im Altbau ist einfach dass danach meist die Fussbodenhöhe nicht mehr stimmt, von der wiederum Türen, Fensterbrüstungen, Lichtschalter und vieles mehr abgeleitet sind die dann auch nicht mehr stimmen, womit dann der Aufwand explodiert. Von der Deckenhöhe hängt praktisch nichts ab, und auch bei der Wand gibt es kaum weitere Auswirkungen.
Wenn das Gebäude zu FBH passt ist das natürlich auch prima.
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Re: Grenzen der Energiewende

Beitragvon open source energy » 14.06.2018, 10:14

Es gibt da wohl ganz tolle Lösungen, aber das sprengt nun den Rahmen hier. Es geht hier ja um die Energiewende nicht um Häuser.. :D
Orange Solar GmbH - die hier wiedergegeben Aussagen sind eine persönliche Meinung.

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Re: Grenzen der Energiewende

Beitragvon ndorphin » 14.06.2018, 15:07

Henning_PV hat geschrieben:Lieber ndorphin, pauschale Lösungen hat es nie gegeben und wird es nie geben. Bau das ein, was für dich in deinem Haus Sinn macht.
Tatsache ist, dass man sich vor 100 Jahren Kohleheizungen als Innovation eingebaut hat, 1960 war Ölheizung innovativ und heute geht ganz faktenbasiert beweisbar der Trend zur Wärmepumpe.
Wenn ein Haus auf dem aktuellen Stand der energetischen Sanierung ist, dann ist der Einbau einer Wärmepumpe in der Regel kein Problem. Bei unsanierten Bruchbuden macht eine Gasheizung mehr Sinn.


Ich würde aber gerne wissen was für eine WP im MFH Altbau. LuftWasser wird nicht gehen. Sole wird auch problematisch. Ich kenne Modelle die nehmen den Abwasserkanal, das kann man aber nicht alle 50m machen. Und WW?

Ich sehen noch sehr lange Bedarf für Gas. Punkt!
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Re: Grenzen der Energiewende

Beitragvon SmartPanel » 14.06.2018, 15:36

Ach Unsinn, recherchiere doch erstmal bevor du irgendetwas Sinnfreies postulierst:

G..gle hat nach 5 Sekunden das geliefert: (nur ein Beispiel)
Die hocheffiziente Luft/Wasser-Wärmepumpe bis 50 kW – mittels Kaskade von fünf Geräten bis zu 250 kW Leistung möglich.
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Re: Grenzen der Energiewende

Beitragvon ndorphin » 14.06.2018, 18:27

SmartPanel hat geschrieben:Ach Unsinn, recherchiere doch erstmal bevor du irgendetwas Sinnfreies postulierst:

G..gle hat nach 5 Sekunden das geliefert: (nur ein Beispiel)
Die hocheffiziente Luft/Wasser-Wärmepumpe bis 50 kW – mittels Kaskade von fünf Geräten bis zu 250 kW Leistung möglich.


Was das nicht der Hersteller von dem hier alle sagen die hätten nur Schrott WP? Wie wird der COP ausfallen bei nicht von Hand und für jede Wohnung hoch optimiertem hydraulischen Abgleich (könnte keiner bezahlen). Möglichkeiten zur Aufstellung sehe ich auch nur auf dem Flachdach oder wenn viel Platz und Abstand (Lärm) vorhanden ist was in der Grossstadt meist nicht der Fall ist. WW ist auch noch ungeklärt. Und die Kosten, reichen da 1€/m2 als Mieterhöhung inkl Wärmedämmung und Flächenheizung. Aber grau ist alle Therorie.

Nebenbei, gestern im TV, grossflächig versuchter Hack aufs Stromnetz. Wie ichs schon in einem anderen Thread postuliert habe, da kommen noch interessante Zeiten auf uns zu.
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Re: Grenzen der Energiewende

Beitragvon ndorphin » 14.06.2018, 21:20

open source energy hat geschrieben:Es gibt da wohl ganz tolle Lösungen, aber das sprengt nun den Rahmen hier. Es geht hier ja um die Energiewende nicht um Häuser.. :D


Hat indirekt schon mit Energiewende zu tun. Wenn der Normalbürger das x-fache seiner Energieeinsparung für Mieterhöhungen ausgeben muss und nur eine Umverteilung hin zu den Profiteuren der ganzen Entwicklung stattfindet, dann wird der Rückhalt schwinden und die laufen dann irgendwelchen Rattenfänger hinterher. Diese wiederum wollen bestimmt keinen weiteren Ausbau der EE. Dann war's das mit Energiewende und wir bauen vllt. neue AKWs irgendwann. Da gilt es schon ein Auge drauf zu werfen das es nicht zu viele Verlierer gibt imho.
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Re: Grenzen der Energiewende

Beitragvon hfrik » 15.06.2018, 09:12

ndorphin hat geschrieben:
SmartPanel hat geschrieben:Ach Unsinn, recherchiere doch erstmal bevor du irgendetwas Sinnfreies postulierst:

G..gle hat nach 5 Sekunden das geliefert: (nur ein Beispiel)
Die hocheffiziente Luft/Wasser-Wärmepumpe bis 50 kW – mittels Kaskade von fünf Geräten bis zu 250 kW Leistung möglich.


Was das nicht der Hersteller von dem hier alle sagen die hätten nur Schrott WP? Wie wird der COP ausfallen bei nicht von Hand und für jede Wohnung hoch optimiertem hydraulischen Abgleich (könnte keiner bezahlen). Möglichkeiten zur Aufstellung sehe ich auch nur auf dem Flachdach oder wenn viel Platz und Abstand (Lärm) vorhanden ist was in der Grossstadt meist nicht der Fall ist. WW ist auch noch ungeklärt. Und die Kosten, reichen da 1€/m2 als Mieterhöhung inkl Wärmedämmung und Flächenheizung. Aber grau ist alle Therorie.

Nebenbei, gestern im TV, grossflächig versuchter Hack aufs Stromnetz. Wie ichs schon in einem anderen Thread postuliert habe, da kommen noch interessante Zeiten auf uns zu.

Mit Turbinen geht das ja deutlich Leistungsfähiger, und mit gut ausgelegtem Wärmetauscher mit deutlich besserem COP. VOn dem her ist Viessmann nicht vorbildlich - aber immernoch deutlich besser als eine Gasbüchse in jeder Hinsicht.
Und Aufstellflächen findet man, und Lärmemissionen hängen von Ventilatorauslegung und -Drehzahl sowie Flügelform ab. Wie man Lüfterlügel mit einigen Zacken am Plastikflügel deutlich leiser bekommt wissen sogar schon die Chinesen (meine Billigst-Medea-Splitklimas haben solche Flügel und sind damit flüsterleise - gibts aber erst seint kurzem) Mit Vollumrichter (heute auch billig) läuft das ganze drehzalgeregelt und damit im Normalfall sehr leise - und damit Stadttauglich.
Ein Hydraulischer Abgleich der Anlage ist heute Pflicht, und kann auch mit einer kleinen Anleitung (im Haustechikdialog-Forum abholbar) von jedem Hauseigentümer durchführbar. Ein richtiger Abgleich benötigt aber Zeit und kann daher nicht vom Handwerker durchgeführt werden, der kann nur die auf Berechnung berunhenden Grobeinstellungen vornehmen.
Aber solche Dinge wird man noch oft und an viele schreiben müssen, bis die Information überall angekommen ist.
War bei den Autos ja auch so. Da hat es auch Jahrzehnte gebraucht bis die Leute verstanden haben dass man nicht am meisten Sprit spart wenn man zum fahren das Gaspedal nur antippt aber dafür mit heulendem Motor in kleinem Gang fährt. Solche Fahrer gab es noch zur Genüge als ich klein war. Begründung " ich gebe doch nur ganz wenig Gas, da kann ich doch auch nur ganz wenig verbrauchen...."
Ich würde mein Geld auf die Sonne und die Solartechnik setzen. Was für eine Energiequelle! Ich hoffe, wir müssen nicht erst die Erschöpfung von Erdöl und Kohle abwarten, bevor wir das angehen.
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Re: Grenzen der Energiewende

Beitragvon Kallenpeter » 18.06.2018, 19:26

Altmaiers Rede beim Bund der deutschen Energie- und Wasserwirtschaft vor einer Woche.

Er redet viel über Erneuerbare und Netzausbau. Sicherlich besser als Trump, aber er ist sich der Ernsthaftigkeit des Themas nicht bewusst. So nach dem Motto "man muss alles im richtigen Tempo machen". Richtig wäre: Es muss so schnell wie möglich gemacht werden und ich werde alles tun was dafür nötig ist.

Aber mit viel gutem willen kann man das ja noch akzeptieren was er sagt, problematisch sind die Themen, zu denen er praktisch nichts sagt: CO2 Abgabe (oder ähnliches), Wärmesektor, Verkehrssektor... wird alles nicht erwähnt...

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