Grenzen der Energiewende

Informationen oder Neuigkeiten außerhalb von PV zum energiepolitischen Tagesgeschehen und der Energiewende

Moderator: Mod-Team

 

3.50 (2 Bewertungen)

Re: Grenzen der Energiewende

Beitragvon RolandD » 07.06.2018, 22:06

Man hat festgestellt das man Netze braucht und EEs abregeln muss - damit man den Speicherbedarf minimiert. Man stellt fest das es weitere Optionen gibt die man nutzen könnte ..

In dem Thread hier ging es eigentlich schon darum, die Optionen zu quantifizieren.

2017 steht man real bei einer Minimalen EE-Erzeugung von 16%, einem Mittleren Wert von ca 40% und einem Maximalwert von 100%.
2018 wird man die Optionen nicht genutzt haben, der Minimale Wert wird ähnlich sein, der Mittlere etwas steigen. Die Zeiten in denen 100% erreicht werden wachsen.

Die Studien sagt im Grunde nur aus - Es ginge wenn man wollte ..., und weil das so ist muss man ja gar nicht wollen.
RolandD
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 871
Registriert: 08.11.2015, 13:19
PV-Anlage [kWp]: 2,2
Info: Betreiber

Re: Grenzen der Energiewende

Beitragvon PV-Berlin » 08.06.2018, 17:10

Und die Alternative sind ja nicht Gaskraftwerke sondern Gasturbinen mit Investitionskosten von 400-500 €/kWh. Die sind zwar weniger effizient, bedürfen aber keiner aufwendigen Wartung und sind in wenigen Minuten betriebsbereit und gut regelbar.


Bewusste Lüge und/oder Verblödung im Auftrag von wem?

Im Januar und Februar kommt über die Gasttrassen schon nicht genug Gas, um den normalen Bedarf zu decken. In einer Dunkelflaute haben wir schon einen erhöhten bedarf an Wärme, soll heißen, für die normalen GuD, die 4.000 VLh machen müssen, damit sie sich rechnen, ist nicht genug gas am Markt vorhanden.

Und dann on top 20 GW/ 40/ 60/ oder gar 120 GW Gasturbine mit einem miesen WG ?

Braunkohle geht als Reserve kaum , denn dazu muss man sich so ein Braunkohlesystem nur mal anschauen. Schon die Vorhaltung von 200 h Braunkohle halte ich für maximal problematisch (Selbstentzündung) . Oder machen wir Brikett draus, welche wir dann wieder zermahlen?

Steinkohle? Bei kleinen bzw. Ex KWK (Reuter) denkbar aber umsetzbar?

Also bleibt aus der Sicht heute nur?

Leitungen, Stromhandel und Diesel Strom *

Das Akkus zukünftig helfen werden, das System zu stabilisieren, innerhalb eines Zeitfenster von 24 h sehe ich recht bald kommen.
Da werden sich sämtliche Stadtwerke etc. drauf stürzen. Auch größere Verbraucher, werden so noch stärker am Strommarkt mitmischen. Im Gegensatz zum PSW, fallen keine doppelten Netzkosten an. beim WG sind PSW und Akku ähnlich mies.

Wenn man davon ausgeht, das man noch 50 Jahre das stehende Gasnetz erhalten wird (wollen / müssen) wäre der Einsatz von WP wohl der beste mögliche Stromspeicher überhaupt. 300% WG im Normal Fall und ca. 95% im Falle der Dunkelflaute (Wärme) als 100% mehr WG als GuD!

50 GW Last abwerfen (Wärme Wohngebäude) hilft schon, die "Dunkelflaute" zu überstehen.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
Benutzeravatar
PV-Berlin
PV-Forum Einstein
PV-Forum Einstein
 
Beiträge: 15516
Registriert: 30.06.2010, 12:27
Wohnort: Berlin & Rügen
PV-Anlage [kWp]: 1
Info: Betreiber

Re: Grenzen der Energiewende

Beitragvon Kallenpeter » 08.06.2018, 17:50

PV-Berlin hat geschrieben:Bewusste Lüge und/oder Verblödung im Auftrag von wem?

Im Januar und Februar kommt über die Gasttrassen schon nicht genug Gas, um den normalen Bedarf zu decken. In einer Dunkelflaute haben wir schon einen erhöhten bedarf an Wärme, soll heißen, für die normalen GuD, die 4.000 VLh machen müssen, damit sie sich rechnen, ist nicht genug gas am Markt vorhanden.

Wenn du behauptest das wären unlösbare Probleme, bist du auch nicht besser als RWE Manager von vor 10 Jahren, die behauptet haben das Photovoltaik in Deutschland niemals gehen wird oder das die schwingenden Massen von Kraftwerken unersetzbar sind.

Gasspeicher und andere GasInfrastruktur kann gebaut werden. Das ist kein Hexenwerk.
Kallenpeter
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 2223
Registriert: 12.05.2012, 00:31
Info: Betreiber

Re: Grenzen der Energiewende

Beitragvon dornfelder10 » 08.06.2018, 19:11

PV-Berlin hat geschrieben:
Und die Alternative sind ja nicht Gaskraftwerke sondern Gasturbinen mit Investitionskosten von 400-500 €/kWh. Die sind zwar weniger effizient, bedürfen aber keiner aufwendigen Wartung und sind in wenigen Minuten betriebsbereit und gut regelbar.


Bewusste Lüge und/oder Verblödung im Auftrag von wem?

Im Januar und Februar kommt über die Gasttrassen schon nicht genug Gas, um den normalen Bedarf zu decken. In einer Dunkelflaute haben wir schon einen erhöhten bedarf an Wärme, soll heißen, für die normalen GuD, die 4.000 VLh machen müssen, damit sie sich rechnen, ist nicht genug gas am Markt vorhanden.

Und dann on top 20 GW/ 40/ 60/ oder gar 120 GW Gasturbine mit einem miesen WG ?


Gasturbine heißt ja nicht dass die mit Gas betrieben werden muss. Für absoluten Spitzenlasteinsatz bzw. für die böse Dunkelflaute kann man da auch bedenkenlos Diesel durchlassen. Der lässt sich super speichern. Man könnte auch übers Jahr Erdgas verflüssigen. Das ganze ist halt nur sinnvoll wenn es nur um ca. 100 bis 200 h im Jahr geht.

Aber das ist wie gesagt eine Phantomdiskussion. Die nächsten 20 Jahre haben wir Kraftwerksleistung zum "Sau fuaddern".

Gruß

Bernhard
dornfelder10
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 1472
Registriert: 31.12.2011, 23:33
Info: Betreiber

Re: Grenzen der Energiewende

Beitragvon ndorphin » 09.06.2018, 04:06

PV-Berlin hat geschrieben:
Wenn man davon ausgeht, das man noch 50 Jahre das stehende Gasnetz erhalten wird (wollen / müssen) wäre der Einsatz von WP wohl der beste mögliche Stromspeicher überhaupt. 300% WG im Normal Fall und ca. 95% im Falle der Dunkelflaute (Wärme) als 100% mehr WG als GuD!

50 GW Last abwerfen (Wärme Wohngebäude) hilft schon, die "Dunkelflaute" zu überstehen.


Das ist natürlich eine super Idee, WP überall um sie dann im Krisenfall abwerfen zu können. Dann hoffen wir mal das Dunkelflaute der einzige und nicht zu lange Krisenfall ist und es nicht zu unvorhergesehenen Ereignissen kommt, sonst wird es schnell kalt in deutschen Wohnzimmern. Aber gut EEs/Stromnetze scheinen ja immun gegen worst case Ereignisse, ausser Dunkelflaute kann gar nichts passieren, so ähnlich haben die wohl auch in Fukushima gedacht. Deswegen sollte man das schöne Gasnetz ehr heute als morgen einstampfen statt es für wenig Geld als Backup auszubauen.*

*kann Ironie enthalten
ndorphin
Fleißiges Mitglied
Fleißiges Mitglied
 
Beiträge: 525
Registriert: 21.08.2014, 12:41
Info: Interessent

Re: Grenzen der Energiewende

Beitragvon Henning_PV » 09.06.2018, 17:35

Es ist total idiotisch ein Strombackup zu bauen, dass sich zu 100% auf ein Gasnetz verläßt. Wenn es kein Strom gibt gibt es auch kein Gas. Keine Leitstelle für das Gasnetz und kein Gasregelstation und kein Gaskompressor funktioniert ohne Strom.
Schwarzstartfähige Backupkraftwerke mit Gasturbine sollte man sinnvollerweise so bauen, daß sie sich lokal für 5-30 Tage mit Öl betreiben lassen. Kostet quasi nichts außer eben einen großen Öltank den man einmal aufbauen und füllen muß.
Fast alle Gasturbinen lassen sich sehr einfach für dual Fuel (CH4 und Diesel) auslegen.
Benutzeravatar
Henning_PV
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 1596
Registriert: 19.02.2012, 16:12
PV-Anlage [kWp]: 3
Info: Betreiber

Re: Grenzen der Energiewende

Beitragvon Kallenpeter » 09.06.2018, 19:33

Aber Schwarzstartfähige Kraftwerke sind etwas anderes als Backupkraftwerke für Sonnen- und Windarme Zeiten. Also es können durchaus die selben Kraftwerke sein, aber es sind zwei verschiedene Funktionen.

Die kommenden Gaskraftwerke, die in Süddeutschland wegen den wegfallenden AKW gebaut werden, werden übrigens über Öltanks verfügen.
Kallenpeter
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 2223
Registriert: 12.05.2012, 00:31
Info: Betreiber

Re: Grenzen der Energiewende

Beitragvon Alexander_Z » 09.06.2018, 20:08

Ich durfte mal beim Dresdner Druck und Verlaghaus "mitwirken"
3 Dampfkessel Gasbetrieben....

ABER es stehen daneben noch 3 Schweröltanks für den Notbetrieb (Inhalt:100m³!!)
...klar kann man es auch SO machen. - Nur dann ist es halt Mist!
Alexander_Z
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 1226
Registriert: 16.09.2012, 15:48
PV-Anlage [kWp]: 3,99
Info: Betreiber

Re: Grenzen der Energiewende

Beitragvon django65 » 09.06.2018, 21:08

Alexander_Z hat geschrieben:ABER es stehen daneben noch 3 Schweröltanks für den Notbetrieb (Inhalt:100m³!!)


Ich kann Dir auch sagen warum.

Ich habe mal in einer Firma gearbeitet wo viel Prozesswärme benötigt wurde. diese wurde auch mit Gas bereitgestellt aber da gab es auch einen ich glaube 60m³ Öltank.

Weil das Deutsche Gasnetz so schwach ausgelegt ist, daß wenn es im Winter ordentlich kalt wird die Firmen/Großverbraucher von Gas vom Netz gehen müssen damit die Wohnungen geheizt werden können.

Das sollte mal beim Strom passieren.


Und auf so ein Streichholz wollen hier ein paar superschlaue eine Notversorgung aufbauen. :juggle: :juggle: :( :cry: :oops:
Das neue Bildungniveau und die Lobbyistenpolitik zeigt hier ihr ganzes Ausmaß. :mrgreen: :mrgreen:


Django
Luschenpraktikant L 2
1000er Jäger
JK 8 , D 1
django65
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 3066
Registriert: 24.10.2013, 20:57
PV-Anlage [kWp]: 9
Info: Betreiber

Re: Grenzen der Energiewende

Beitragvon Farmjanny » 09.06.2018, 21:46

Wie lange hält sich Heizöl/Diesel denn, ohne zu versulzen?
Grüße von der Küste - Farmjanny
29,94 kW Firstsolar mit 3x SMA 9000TL in 2009 SSO
30,00 kW Firstsolar mit 1x8000 u 2x9000 in 2011 WSW
10 kW Sunpower in 2013
30 kW Windkraft Lely Aircon in 2017 und 9 kW - 12 kWh Speicher von Fenecon
Farmjanny
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 771
Registriert: 06.08.2009, 21:30
Wohnort: bei Cuxhaven
PV-Anlage [kWp]: 69,94
Speicher [kWh]: 12
Info: Betreiber

VorherigeNächste

Zurück zu Energiepolitik | Energiewende



Ähnliche Beiträge


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste