Ende der Braunkohle ????

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Re: Ende der Braunkohle ????

Beitragvon Litholas » 21.11.2016, 13:03

RolandD hat geschrieben:Die Reinigung und Aufbereitung des Biogas ist natürlich nicht kostenlos und 8-10% der Energiemenge gehen immer in den Eigenbedarf. Sinnvoll wird es nur bei großen Anlage und diese bedingen das man Biomasse aus der Umgebung zusammenfährt - sowie die *Reststoffe* wieder entsorgt.

Und es bleibt dabei das Biomasse - dank der netten *Teller-Tank-Diskussion kaum noch Ausbaupotential hat. Damit schrumpft die Verfügbare der Biomassekapazität auf höchstens 20-30 TWh zusammen.


Allein schon das bei der Getreideernte (ohne Mais) anfallende Langstroh kommt etwa auf 150TWh Brennwert pro Jahr. (btw Frankreich erzeugt noch deutlich mehr)
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Re: Ende der Braunkohle ????

Beitragvon stingraz » 21.11.2016, 17:02

Litholas hat geschrieben:Allein schon das bei der Getreideernte (ohne Mais) anfallende Langstroh kommt etwa auf 150TWh Brennwert pro Jahr. (btw Frankreich erzeugt noch deutlich mehr)

Das habe ich hier ja nun schon öfter gelesen, und das klingt auch nicht verkehrt...
Aber wo gehen diese 150 TWh denn derzeit hin, und was passiert, wenn sie zukünftig erst durch eine Brennkammer bzw. einen Fermenter geschickt werden? Das ist ja schon ein ordentlicher Materialstrom, den Du da umlenken willst... die indirekten Konsequenzen würden mich da schon interessieren, bevor ich das gut finde.

Außerdem, der Vollständigkeit halber: 150 TWh Brennwert werden dann im Stromnetz wohl zu maximal ca. 40-50 TWh netto-Einspeisung, zzgl. im Idealfall vielleicht 60-70 TWh Nutzwärme, auf einem eher niedrigem Temperaturniveau? (also keine Prozesswärme, nur Heizwärme für Gebäude, wo sinnvoll).
Bei Fermentierung und Bioerdgas-Aufbereitung kommt von diesen 150 TWh wieviel im Gasnetz an?
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Re: Ende der Braunkohle ????

Beitragvon django65 » 21.11.2016, 17:41

Litholas hat geschrieben:Allein schon das bei der Getreideernte (ohne Mais) anfallende Langstroh kommt etwa auf 150TWh Brennwert pro Jahr. (btw Frankreich erzeugt noch deutlich mehr)


Und wo kommt der Humus/Kohlenstoff für neue Pflanzen her wenn er in die Atmosphäre geblasen wird?
Und wie sieht es mit dem Brennwert / t aus? dann wird 50% der Energie die im Stroh ist erst für den Transport aufgewendet und dann mit einem Wirkungsgrad von 30% verfeuert? :cry: "Herr Lass Gras wachsen....."

Diese Rechnung ist aber so was von Milchmädchen. Die Landwirtschaft hat sowiso enorme Probleme mit schwindendem Humusgehalt.

Oh ich habe vergessen, daß die Holländischen Tomaten ja auch nur in der Nährlösung stehen wozu dann Humus? :lol:


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Re: Ende der Braunkohle ????

Beitragvon Litholas » 21.11.2016, 18:29

django65 hat geschrieben:
Litholas hat geschrieben:Allein schon das bei der Getreideernte (ohne Mais) anfallende Langstroh kommt etwa auf 150TWh Brennwert pro Jahr. (btw Frankreich erzeugt noch deutlich mehr)


Und wo kommt der Humus/Kohlenstoff für neue Pflanzen her wenn er in die Atmosphäre geblasen wird?
Und wie sieht es mit dem Brennwert / t aus? dann wird 50% der Energie die im Stroh ist erst für den Transport aufgewendet und dann mit einem Wirkungsgrad von 30% verfeuert? :cry: "Herr Lass Gras wachsen....."

Diese Rechnung ist aber so was von Milchmädchen. Die Landwirtschaft hat sowiso enorme Probleme mit schwindendem Humusgehalt.

Oh ich habe vergessen, daß die Holländischen Tomaten ja auch nur in der Nährlösung stehen wozu dann Humus? :lol:


Django


In der Erde verbleibt mehr Kurzstroh, Spreu und Wurzelwerk als in Form von Langstroh anfällt. Langstroh ist in etwa die gleiche Menge wie das Korn selber, und da jammert auch niemand rum. Wenn man Humus wollte, dann würde man erstmal wieder den Gehalt der Böden an Dauerhumus aufstocken, davon haben die meisten landwirtschaftlich genutzten Böden kaum etwas. Der hält hunderte Jahre im Gegensatz zu wenigen Jahren bei Nährhumus. Dauerhumus hält die Düngestoffe fest, im Gegensatz zu Nährhumus, der die Düngestoffe kontinuierlich abgibt, so dass alles im Grundwasser landet was die Pflanzen grad nicht aufnehmen können.

Der Brennwert von Langstroh ist doppelt so hoch wie der von Braunkohle bzw 60% von Steinkohle. Die Tomaten hast Du wohl auf den Augen.
Zuletzt geändert von Litholas am 21.11.2016, 18:40, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Ende der Braunkohle ????

Beitragvon Litholas » 21.11.2016, 18:38

stingraz hat geschrieben:
Litholas hat geschrieben:Allein schon das bei der Getreideernte (ohne Mais) anfallende Langstroh kommt etwa auf 150TWh Brennwert pro Jahr. (btw Frankreich erzeugt noch deutlich mehr)

Das habe ich hier ja nun schon öfter gelesen, und das klingt auch nicht verkehrt...
Aber wo gehen diese 150 TWh denn derzeit hin, und was passiert, wenn sie zukünftig erst durch eine Brennkammer bzw. einen Fermenter geschickt werden? Das ist ja schon ein ordentlicher Materialstrom, den Du da umlenken willst... die indirekten Konsequenzen würden mich da schon interessieren, bevor ich das gut finde.

Außerdem, der Vollständigkeit halber: 150 TWh Brennwert werden dann im Stromnetz wohl zu maximal ca. 40-50 TWh netto-Einspeisung, zzgl. im Idealfall vielleicht 60-70 TWh Nutzwärme, auf einem eher niedrigem Temperaturniveau? (also keine Prozesswärme, nur Heizwärme für Gebäude, wo sinnvoll).
Bei Fermentierung und Bioerdgas-Aufbereitung kommt von diesen 150 TWh wieviel im Gasnetz an?


Naja ich bin eigentlich der Meinung Biomasse ist zu wertvoll zum verbrennen. Aber bisher wird das Zeug fast nur untergepflügt, dazu ist es erst recht zu schade. Das Grundwasser leidet eh schon weil viel zu viel Düngestoffe in den Boden kommen, und viel mehr tut auch untergepflügte Biomasse = Nährhumus nicht. Benötigt wird eher Dauerhumus, der ist in der Lage Düngestoffe festzuhalten, die in den Boden gebracht werden.

Mit den 150TWh Brennwert (bzw 350TWh wenn man alle land- und forstwirtschaftlichen Nebenprodukte nutzen würde - was man nicht sollte) könnten ländliche Gegenden in BHKW sich selbst mit Strom und Wärme versorgen wenn gerade nicht genug Windkraft verfügbar ist. Die Rückstände können dann sofort bzw nach Reinigung wieder als Mineraldünger dienen. Dann müssten nur noch die dichter besiedelten Gegenden versorgt werden.

Abgesehen davon kann man Biomasse (und Müll für Müllheizkraftwerke) auch aus Gegenden näher des Äquators importieren, dort kann man bis zu 100% der Energieversorgung durch Photovoltaik plus Akkus besorgen weils keine Winterlücke bei der Solarenergie gibt.

Und 50TWh/a sind doch ne Hausnummer. Wenn man Möglichkeiten findet, viele Verbraucher aufzubauen die gut ausschliesslich mit Überschussstrom betrieben werden können (Müllverarbeitung? Sondermüllverarbeitung? Solarsilizium erschmelzen? Wasserstoff für die chemische Industrie elektrolysieren? Güter-Schienenverkehr?), dann kann man so viel Photovoltaik aufstellen dass sogar im Winter noch ne Menge Solarstrom erzeugt wird. Und dann kann man ja noch Leitungen bauen, die Strom von dort heranführen wo genug Solarenergie erzeugt wird. Immerhin gibts auch noch weiter vom Äquator entfernt noch menschliche Siedlungen, die brauchen im Winter noch viel mehr Importe als wir in D.
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Re: Ende der Braunkohle ????

Beitragvon django65 » 21.11.2016, 22:48

:lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:

Litholas hat geschrieben:In der Erde verbleibt mehr Kurzstroh, Spreu und Wurzelwerk als in Form von Langstroh anfällt. Langstroh ist in etwa die gleiche Menge wie das Korn selber, und da jammert auch niemand rum.


Menge???

Es gibt eine Menge Autos auf dem Parkplatz.

Eine Menge schwarze Autos Eine Menge silberner Autos Eine Menge blauer Autos eine Menge OPEL Eine Menge Ford, Eine Menge VW


Wo hat der Herr Professor den Begriff Langstroh her, aus einem Märchenbuch oder aus der Blöd Zeitung?

Das was in Ihren Augen "Langstroh" ist welches sie verbrennen wollen ist mehr Volumen als der Rest der dann noch auf dem Acker liegt. Wenn man wüsste worüber man schreibt würde man nicht solchen Käse in die Welt setzen.

Das mit Ihren Phantasiebegriffen "Dauerhumus und Nährhumus" bewiest deine Ahnungslosigkeit.
Humusbildung ist ein Prozess. Ihr Dauerhumus kommt nicht aus dem Weltall geflogen noch kommt er aus dem Erdinneren. Er muss sich durch zersetzen und umwandeln bilden.

Wenn das Stroh verbrannt ist dann hat die meiste Masse ihren Aggregeatszustend von Fest in gasförmig geändert und ist nur noch für die Erderwärmung gut.


Litholas hat geschrieben:Der Brennwert von Langstroh ist doppelt so hoch wie der von Braunkohle bzw 60% von Steinkohle


Um einen Brennwert vergleichen zu können müssen normale Menschen wissen ob es sich um g, kg, t, oder um cm³, dm³,m³ km³ handelt.

für alle außer unseren Hern Professor möchte ich noch anmerken, daß da ungeheuere Volumen über Große Strecken transportiert werden müssen da meines bescheidenen Wissens das beamen noch nicht richtig funktioniert.


Litholas hat geschrieben:Die Rückstände können dann sofort bzw nach Reinigung wieder als Mineraldünger dienen.


Und ich habe wieder etwas dazugelernt. Bisher wusste ich nicht, daß Asche durch reinigen zu Minaraldünger mutiert.
Kann man bei der Erfindung noch einsteigen?

Litholas hat geschrieben:Abgesehen davon kann man Biomasse (und Müll für Müllheizkraftwerke) auch aus Gegenden näher des Äquators importieren, dort kann man bis zu 100% der Energieversorgung durch Photovoltaik plus Akkus besorgen weils keine Winterlücke bei der Solarenergie gibt.
8) 8)

Hurraa !

Endlich jemand der noch Visionen hat indem er den Müllstrom voin Europa nach Afrika umdrehen will. :D :D

Bitte Bitte bewerben sie sich bei der nächsten Regierung für das Amt des Wirtschaftsministers dem ja das Umweltamt unterstellt wurde. :juggle:


Und jetzt gehe ich ins Gewächshaus und ernte Tomaten die in gutem Boden wachsen. :wink:

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Re: Ende der Braunkohle ????

Beitragvon Litholas » 21.11.2016, 23:20

django65 hat geschrieben:
...

Das mit Ihren Phantasiebegriffen "Dauerhumus und Nährhumus" bewiest deine Ahnungslosigkeit.
Humusbildung ist ein Prozess. Ihr Dauerhumus kommt nicht aus dem Weltall geflogen noch kommt er aus dem Erdinneren. Er muss sich durch zersetzen und umwandeln bilden.

...


Zum Thema "Ahnungslosigkeit":

https://de.wikipedia.org/wiki/Humus#Produkte_der_Humusbildung

https://de.wikipedia.org/wiki/Pyrogener_Kohlenstoff
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Re: Ende der Braunkohle ????

Beitragvon Litholas » 21.11.2016, 23:28

django65 hat geschrieben:
...

Litholas hat geschrieben:Die Rückstände können dann sofort bzw nach Reinigung wieder als Mineraldünger dienen.


Und ich habe wieder etwas dazugelernt. Bisher wusste ich nicht, daß Asche durch reinigen zu Minaraldünger mutiert.
Kann man bei der Erfindung noch einsteigen?

...


Das sollte deswegen gereinigt werden, weil alles was beim konventionellem Ackerbau wächst eine Menge Cadmium aus dem dort verwendeten Mineraldünger enthält.
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Re: Ende der Braunkohle ????

Beitragvon Litholas » 21.11.2016, 23:34

django65 hat geschrieben:
...

Um einen Brennwert vergleichen zu können müssen normale Menschen wissen ob es sich um g, kg, t, oder um cm³, dm³,m³ km³ handelt.


für alle außer unseren Hern Professor möchte ich noch anmerken, daß da ungeheuere Volumen über Große Strecken transportiert werden müssen da meines bescheidenen Wissens das beamen noch nicht richtig funktioniert.

...


Stroh hat in jeder Einheit den doppelten Brennwert wie Braunkohle. Und 60% des Brennwerts von Steinkohle.

Und ein Schiff mit 500.000 Tonnen Nutzlast benötigt etwa 60.000PS für 15 Knoten. Das bedeutet, dass es etwa 1,5 Tonnen Stroh pro Seemeile verbraucht. Die Erde hat einen Umfang von 21600 Seemeilen, also dürften 30000 Seemeilen entsprechend 45000 Tonnen Stroh für Hin- und Rückfahrt reichen.
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Re: Ende der Braunkohle ????

Beitragvon PV-Berlin » 22.11.2016, 07:54

Bevor man darüber nachdenkt, das Zeug wieder in KWK zu nutzen, sollte man wissen, dass diese sich nur rechnen können, wenn man Minimum 5.000 Bh die Dinger laufen läßt. Ergo keine Ergänzung für die EE.

In Gas umzuwandeln, wäre zumindest eine Alternative zu Gas Importen und würde in Summe auch den CO2 Eintrag mindern.

Wir werden kein Strom-Angebots-Problem bekommen, sondern unsern Focus auf das Wärme-Management + dem Mobilitätsmanagement setzen müssen. Die popligen 100 GW Leistung, die unbedingt als Strom benötigt werden, sind gar kein Ding, wenn wir wollten.

Den Gesamtenergieverbrauch der Landwirtschaft zu beziffern, wäre doch schon mal eine gute Basis der Diskussion. Damit würde sich das Thema erledigen, dort eine Alternative zu Braunkohle suchen zu wollen.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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