Ende der Braunkohle ????

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Re: Ende der Braunkohle ????

Beitragvon Ulenspiegel » 19.11.2016, 12:49

"Biogas wird sicherlich auf keine 60-70 GW *aufgebohrt* Schlicht schon nicht weil Biogas für den Eigenverbrauch durchlaufen muss - also keine Kaltreserve. "

Das ist eine unsinnige Annahme:

1) Es ist ohne weiteres möglich, die Biogaserzeugung von der Strombereitstellung zu trennen; dazu muss das Biogas gereinigt werden und in das Erdgasnetz (Speicher) eingespeist werden.

2) Oder es werden lokal Speicher für Biogas oder Wärme gebaut, die dann einen STROMGEFÜHRTEN Betrieb der überdimensionierten Gasturbienen erlauben.

3) Bei größeren Anlagen wäre auch eine Kopplung mit Elektrolyse möglich, der Wasserstoff wird zur Umsetzung des Kohlendioxids im Biogas verwendet, so dass diese Anlagen positive und negative Regelleistung bereitstellen können.

Das derzeitige Geschäftsmodell, das überwiegend auf Grundlastbetrieb beruht, ist in meinen Augen im Biogasbereich nicht zukunftstauglich.

Außerdem habe ich nirgends behauptet, dass Biogas 60-70 GW leisten wird, mit derzeitig 5 GW Grundlast rechne ich maximal mit 15-20 GW (mit 3000 FLH), hierbei nehme ich an, dass ein Teil den Kohlendioxids in Methan umgewandelt wird, wir also noch 30% Energie zusätzlich bekommen. In einem 100% EE Szenario müsste das restlliche Gas aus P2G stammen.
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Re: Ende der Braunkohle ????

Beitragvon Eisbaer » 19.11.2016, 13:33

Das derzeitige Geschäftsmodell, das überwiegend auf Grundlastbetrieb beruht, ist in meinen Augen im Biogasbereich nicht zukunftstauglich.

:danke: , das sehe ich genauso!
Servus
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Re: Ende der Braunkohle ????

Beitragvon PV-Berlin » 19.11.2016, 14:06

Die BSR betreibt 2 große Biogasanlagen. Die speisen ein und nutzen dann das Netz, um z.B. an einem anderen Standort ihre LKW zu betanken. Die wollen wenn möglich, gar kein Strom damit machen, Ist ja ein bisschen dämlich, mit ca. 35% WG Strom zu machen, wo es 100% Diesel verdrängen kann oder 100% Gas für Wärme, das würde der kluge Kaufleute nur dann machen, wenn der Strompreis sich um den Faktor 4 nach oben bewegt, aber so was einem Seehofer erklären wollen?

Idiotische politische Vorgaben produzieren halt vollkommen irre ökonomisch und volkswirtschaftlich Lösungen. Ich denke, auch die Bauern könnten damit leben, eben keinen Generator 24 h/7 Tage betreiben zu müssen.
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Re: Ende der Braunkohle ????

Beitragvon Ulenspiegel » 19.11.2016, 14:30

@PV-Berlin

Wenn die 35% elektrische Ausbeute gut zu verkaufen ist, warum nicht. Allerdings hochsubventioniertes Biogas als Grundlast (Produkt mit geringstem Wert) zu verbraten, ist in der Tat volkswirtschaftlich dumm.

Einspeisen des greinigten Methans in das Erdgasnetzt ist weitaus sinnvoller, da flexibler.
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Re: Ende der Braunkohle ????

Beitragvon GWeberJ » 19.11.2016, 16:26

Ulenspiegel hat geschrieben:Das derzeitige Geschäftsmodell, das überwiegend auf Grundlastbetrieb beruht, ist in meinen Augen im Biogasbereich nicht zukunftstauglich.


Das ist zweifellos richtig. Aber die heute üblichen Biogasanalgen sind Winzlinge. Es lohnt sich doch niemals, an diese Dinger aufwendige Infrastuktur zur Gaseinspeisung, Verflüssigung oder ähnlichem dranzubauen. Zumal der Betreiber spätestens nach 20 Jahren sagen kann "Ätschebätsch, ich mach jetzt was anderes.".
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Re: Ende der Braunkohle ????

Beitragvon RolandD » 20.11.2016, 22:49

Die Reinigung und Aufbereitung des Biogas ist natürlich nicht kostenlos und 8-10% der Energiemenge gehen immer in den Eigenbedarf. Sinnvoll wird es nur bei großen Anlage und diese bedingen das man Biomasse aus der Umgebung zusammenfährt - sowie die *Reststoffe* wieder entsorgt.

Und es bleibt dabei das Biomasse - dank der netten *Teller-Tank-Diskussion kaum noch Ausbaupotential hat. Damit schrumpft die Verfügbare der Biomassekapazität auf höchstens 20-30 TWh zusammen.
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Re: Ende der Braunkohle ????

Beitragvon JayM » 20.11.2016, 22:57

Für die Aufbereitung von Biogas ist die Membrantechnologie entscheidend. Damit lassen sich kleine, modulare Aufbereitungsanlagen bauen.

Warum die noch nicht am Markt verfügbar sind, verstehe ich nicht ganz. Vielleicht ist der Markt nicht groß genug!?

Gruß
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Re: Ende der Braunkohle ????

Beitragvon Ulenspiegel » 21.11.2016, 07:49

GWeberJ hat geschrieben:
Ulenspiegel hat geschrieben:Das derzeitige Geschäftsmodell, das überwiegend auf Grundlastbetrieb beruht, ist in meinen Augen im Biogasbereich nicht zukunftstauglich.


Das ist zweifellos richtig. Aber die heute üblichen Biogasanalgen sind Winzlinge. Es lohnt sich doch niemals, an diese Dinger aufwendige Infrastuktur zur Gaseinspeisung, Verflüssigung oder ähnlichem dranzubauen. Zumal der Betreiber spätestens nach 20 Jahren sagen kann "Ätschebätsch, ich mach jetzt was anderes.".


Wo habe ich behauptet, dass die derzeitigen Anlagen sinnvoll sind? Es geht darum, für neue Kapazität ein Konzept zu entwickeln, das Zukunft hat. Die Altanlagen fallen irgendwann aus der Förderung.
Zuletzt geändert von Ulenspiegel am 21.11.2016, 07:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ende der Braunkohle ????

Beitragvon Ulenspiegel » 21.11.2016, 07:58

RolandD hat geschrieben:Die Reinigung und Aufbereitung des Biogas ist natürlich nicht kostenlos und 8-10% der Energiemenge gehen immer in den Eigenbedarf. Sinnvoll wird es nur bei großen Anlage und diese bedingen das man Biomasse aus der Umgebung zusammenfährt - sowie die *Reststoffe* wieder entsorgt.

Und es bleibt dabei das Biomasse - dank der netten *Teller-Tank-Diskussion kaum noch Ausbaupotential hat. Damit schrumpft die Verfügbare der Biomassekapazität auf höchstens 20-30 TWh zusammen.


Natürlich ist Aufarbeitung nicht kostenlos, allerdings ermöglicht Aufarbeitung eine sehr flexible Nutzung. Es geht hier darum, für die nächsten zwanzig Jahre das geringere von zwei Übeln zu finden. Es ist unsinnig, Biomasse hoch zu subventionieren und im gegenzug GRUNDLAST zu bekommen, die wir ja gerade abbauen möchten.

Biomasse ist nur begrenzt vorhanden, damit haben wir nicht nur Tell-Tank-Diskussion, sondern langfristig auch die Frage zu beantworten haben, ob Biomasse als chemischer Grundstoff nicht wesentlich sinnvoller einzusetzen ist.
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Re: Ende der Braunkohle ????

Beitragvon eba » 21.11.2016, 08:00

Man kann die Biogasanlagen flexibilisieren, mit der 2-3fachen installierter Leistung kann der Strom in Hochlastzeiten produziert werden, in Schwachlastzeiten sogar eingestellt werden.


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