Die Energiewende der Schweiz

Informationen oder Neuigkeiten außerhalb von PV zum energiepolitischen Tagesgeschehen und der Energiewende

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Re: Die Energiewende der Schweiz

Beitragvon bimon » 07.05.2018, 12:08

einstein0[b] hat geschrieben:Nein, die Regulierung muss eben nicht auf Erzeugerseite, sondern auf der Verbraucherseite passieren!

Bei so einseitigen Pauschalen sollte man immer erst mal skeptisch sein. Es wird sicherlich nicht funktionieren, wenn nicht auch auf Erzeugerseite etwas passiert. Laufwasserkraftwerke, die fast die Hälfte der schweizerischen Wasserkrafterzeugung bereitstellen, sind sicherlich in ihrer Regulierung begrenzt. Entsprechend ergeben sich auch hier Probleme wie in anderen Ländern auch. Als Stromtransitland sollte man entsprechende Netzlösungen, wie sie auch in anderen Ländern nötig werden, entsprechend nicht ausschließen, zumal sie erst auf europäischer Ebene ihr Potential ausspielen.
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Re: Die Energiewende der Schweiz

Beitragvon hfrik » 07.05.2018, 13:56

Das schliesst scih ja i keiner Weise aus. Verbraucherseitig kann man über PReise steuern. Allerdings eine Fertigungsstrasse die im 2-Schichtbetrieb läuft wird ihren Stromverbrauch da nicht relevant ändern und dennoch morgens und abends über den Solarberg mittags hinausragen, ebenso das morgentliche Kaffeekochen und das abendliche Fernsehen.
Weswegen aktuell die Pumpspeicher in D frühmorgends und am frühen Abend erzeugen, und nachts sowie mittags (ausserhalb des Winters) pumpen. Ein speicherkraftwerk, das einige Stunden sein Wasser halten kann laufen zu lassen während nebendran an Pumpspeicher pumpt um in ein paar Stunden das Wasser mit 80% Wirkungsgrad wieder abzulassen ist recht sinnbefreit. Das macht ein gut gesteuertes Laufwasserkraftwerk mit etwas Speicher oder ein Speicherkraftwerk mit noch mehr Speicher effizienter, indem es zur passenden Zeit den Schieber zu macht. Und indem es zu anderen Zeiten dann mehr erzeugt.
Entsprechendes Regeln nach unten zeigt z.B. Iffezheim am 1.5.2018: https://www.energy-charts.de/power_de.h ... 18&week=18, während z.B. am 1.3.18 das Kraftwerk Rheinfelden zeigt dass ein Laufwasserkraftwerk auch mal einige Stunden die Leistung gewaltig nach oben regeln kann. Geht aber nur wenn genügen Generatorleistung eingebaut wurde.
Ich würde mein Geld auf die Sonne und die Solartechnik setzen. Was für eine Energiequelle! Ich hoffe, wir müssen nicht erst die Erschöpfung von Erdöl und Kohle abwarten, bevor wir das angehen.
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Re: Die Energiewende der Schweiz

Beitragvon irgendwer » 08.05.2018, 16:01

Wobei die Schweizer Laufwasserkraftwerke maximal 3 GW liefern können (und im Winter nur etwa 1 GW liefern) und die Speicherkraftwerke 12 GW liefern können (und jederzeit auf 0 GW runter fahren können).
http://www.bfe.admin.ch/themen/00526/00 ... r_id=00765
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Re: Die Energiewende der Schweiz

Beitragvon einstein0 » 16.05.2018, 12:21

Dieser Tage besuchte ich eine interessante Info-Veranstaltung einer meiner Lieferanten.
Die Grundlagen zur Photovoltaik lieferte der brillante Prof. Urs Muntwyler, Gründer der Tour de Sol und heute Leiter
des PV-Labors an der Fachhochschule Burgdorf (Schweiz).
Die beiden Referenten verstanden es, den zahlreichen Besuchern die PV schmackhaft zu machen, flochten gekonnt
die Elektromobilität ein und beleuchteten wirtschaftliche Aspekte.
Mit ihnen einig war ich soweit, dass unsere Politik in den letzten Jahrzehnten sehr viel verschlafen hatte.
Unter Berufskollegen ist man sich ferner bewusst, dass die Kleinstspeichertechnik nicht das Ei des Kolumbus
bedeutet, solange der Solarstromüberschuss nicht von der Sommer in die Wintersaison transferiert werden kann.
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Re: Die Energiewende der Schweiz

Beitragvon einstein0 » 18.05.2018, 08:01

Wenn ich solche Sachen lese über Speicher, welche scheinbar das Ei des Kolumbus sein sollen:

speichersysteme-ongrid-netzparallel--f137/sonnen-eco-8-ladestrategie-an-schlechten-tagen-t123729.html
oder:
sma-anlagenueberwachung-f48/warum-wird-eingespeist-und-nicht-der-akku-geladen--t119955.html
oder gar:
stoerungen-auffaelligkeiten-im-betrieb-von-pv-anla-f99/nach-firmware-update-batteriespeicher-kaputt-t120805.html
-kann ich nur staunen :shock:
Dass die Speicher nicht netzdienlich betrieben werden; -ab dem ersten Sonnenstrahl die Akkus gefüllt,
aber die Mittagsspitzen dann trotzdem abgeregelt werden müssen ist ja nur peinlich.
Doch dass die Kapazität offenbar nicht ausreicht, um ein paar Schlechtwettertage zu überbrücken ist traurig.
Wie sagt man treffend: Es gibt kein falsches Wetter, es gibt nur falsche Kleidung.
Ist man denn immer noch nicht imstande, die paar Stromwerte zu erfassen und sie über eine taugliche SW
entsprechend zu verwalten. Das sollte doch nicht so schwer sein. :juggle:
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Re: Die Energiewende der Schweiz

Beitragvon hfrik » 18.05.2018, 08:58

Nun, da ist wohl noch eine gewisse Lernkurve zu bewätigen.
Ansonsten setze ich auf Netzausbau - Netzausbau satt. Damit man von der Seite den Kopf freibekommt, und sich auf das Zubauen von EE-Kapazitäten beschränken kann.
Trassenkilometer zu unterhalten kostet ungefähr gleichviel, ob die Trasse nun 0,4 GW oder 20 GW Nettokapazität hat.
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Re: Die Energiewende der Schweiz

Beitragvon einstein0 » 18.05.2018, 09:43

hfrik hat geschrieben:Nun, da ist wohl noch eine gewisse Lernkurve zu bewältigen.

Es ist aber erstaunlich, wie lange sich diese "Lernkurve" hinzieht, während die ganze Welt von Digitalisierung labert.
speichersysteme-ongrid-netzparallel--f137/hilfe-sonnenbatterie-hat-nur-noch-geringe-ladeleis-t123796.html
Ich frage mich ja immer noch, warum man sich überhaupt einen Speicher antut, wenn inzwischen ihre Unzulänglichkeiten
bekannt sind und sich Ausfälle und Funktionsstörungen häufen... :oops:
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Re: Die Energiewende der Schweiz

Beitragvon GAST » 18.05.2018, 11:07

Einstein,
warum meckerst du so über erste Lösungen?
Die Speichertechnik steckt noch in den Kinderschuhen, also die intelligente Steuerung der Ladung/Entladung zumindest.
Das wäre doch ein Projekt für dich als "Experte" der PV bzw. mobilen Speichertechnik!

Implementierung der regionalen Wetterdaten bzw. Vorhersage für die kommenden 2-3 Tage in die Speicherladetechnik inkl. einbeziehung der Verbrauchsdaten die dieser Verbraucher in der Vergangenheit zu bestimmten Zeiten hatte.

Wenn du das umgesetzt bekommst kannst du mehr für die Netzstabilität tun wie jedes AKW der Welt!

Man darf nicht vergessen das heutige Ladetechnik alle Überschüsse sofort in den Akku drückt bis dieser voll ist, könnte man dem Laderegler dagegen sagen das am heutigen Tag ausreichend Energie über Mittag zur Verfügung steht um den Akku auf einen bestimmten Ladezustand zu bringen kannst du die Netze und sonstigen regelbaren Erzeugerkapazitäten gleich doppelt entlasten. Denn dann brauchen sie morgens/abends nicht so hohe Leistungen bereitstellen und müssen entsprechend in der Mittagszeit nicht so extrem runterregeln....

Denn bedenke, wenn ein AKW ausfällt sind von einer Sekunde auf die andere im Schnitt 1GW Leistung weg, das schafft nicht mal eine Sonnenfinsternis in Deutschland bei >30GWp installierter PV-Leistung.

Dein gemotze über die fehlenden Leitungskapazitäten für die integration von WEA/PV ins Schweizer Stromnetz kann ich beim besten willen nicht verstehen, ist das Schweizer Stromnetz etwa instabiler und weniger Leistungsfähig wie die Netze von irgendwelchen Dritteweltländern oder China/USA??

Hier konnte man nahezu ohne Netzneubau, in ein Netz das hauptsächlich in den Jahren nach dem Krieg bis in die 1970iger Jahre gebaut wurde, mal eben >30GWp PV und nicht unerhebliche WEA-Leistung integrieren.Es kommt nur auf die Verteilung übers ganze Land an. Bei konzentrierten Leistungen wie sie Großkraftwerke haben braucht es dagegen neue Leitungen!
Siehe dazu den Palaver den es mit der Netzanbindung der Offshore WEA ans europäische Verbundnetz gibt (in deutscher Küstennähe)
hätte man stattdessen die WEA nicht in der Nordsee sondern an und übers Land verteilt gebaut, wäre kein Netzausbau notwendig geworden, da hätten in den meisten Fällen jeweils ein paar hundert Meter Kabel zur nächsten Trafostation gereicht.

Also macht bitte in der Schweiz nicht die identischen von Lobbyverbänden verursachten Fehler (konzentrierte Grossanlagen statt dezentraler kleinerer Einheiten ) wie sie in Deutschland vorgemacht wurden/werden!

grüße
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Re: Die Energiewende der Schweiz

Beitragvon hfrik » 18.05.2018, 12:43

Nun, die grossen Nord-Südleitungen hätte man auch mit dem Verteilen von Kleinwindanlagen in jeden Vorgarten gebraucht. Die Regel lokale Erzeugung aber überregionaler Verbrauch, der durch die Wettersysteme ganz grundlegend, und nicht von der Grösse der erzeugenden Anlagen bei einer EE-Stromversorgung fix vorhanden ist, wird immer noch nicht allgemein verstanden.

Aber das Netz in der Schweiz ausbauen ist ja nicht wirklich ein Problem.
Soweit ich mich erinnere kann man da in der Regel Masten in bestehender Trasse tauschen. Von 1x400kV auf 2x400kV je MAst gehen, von 230kV auf 400kV, von 1,4GW 400kV-Systemen auf 3,8GW 400kV-Systemen, oder wenn man bei ABB mal wieder ans Zeichnbrett geht und stärkere Lastschalter für 400kV entwirft auch mit 8-erBündeln dann 7,6GW/400kV in der gleichen Trasse wie bisher.
Frag mal jemand ob er weiss ob die nächste Hochspannungsleitung ohne Bünder, oder mit 2-er, mit 4-er mit 8-er oder mit 12-er Leiterbündeln bestückt ist. Ich vermute, das weis keiner. Weils so unwichtig ist. Macht ebr bei der Leistung die übertragen werden kann ein Vielfaches aus.
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Re: Die Energiewende der Schweiz

Beitragvon einstein0 » 18.05.2018, 14:43

GAST hat geschrieben:Einstein,
warum meckerst du so über erste Lösungen?
Die Speichertechnik steckt noch in den Kinderschuhen, also die intelligente Steuerung der Ladung/Entladung zumindest....

Man darf nicht vergessen das heutige Ladetechnik alle Überschüsse sofort in den Akku drückt bis dieser voll ist, könnte man dem Laderegler dagegen sagen das am heutigen Tag ausreichend Energie über Mittag zur Verfügung steht um den Akku auf einen bestimmten Ladezustand zu bringen kannst du die Netze und sonstigen regelbaren Erzeugerkapazitäten gleich doppelt entlasten. Denn dann brauchen sie morgens/abends nicht so hohe Leistungen bereitstellen und müssen entsprechend in der Mittagszeit nicht so extrem runterregeln....

Also macht bitte in der Schweiz nicht die identischen von Lobbyverbänden verursachten Fehler (konzentrierte Grossanlagen statt dezentraler kleinerer Einheiten ) wie sie in Deutschland vorgemacht wurden/werden!

grüße

Ja, das meine ich mit Rückständig. Als hätte man Akkuspeicher vorgestern erfunden.
Dabei braucht es nicht einmal eine Wetterprognose, um ein Batteriemanagement halbwegs funktionell zu programmieren.
Aber es ist ja rührend, wie ihr euch um "unsere" kleine Energiewende bemüht.
Dabei hatte nicht etwa ich, sondern ein Moderator diesen Thread eröffnet, auch wenn unsere Länder versorgungstechnisch
nicht soo weit auseinander liegen.
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