Darf man Kohle abschreiben?

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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Dringi » 25.06.2018, 17:18

Danke. 80.000+ and counting.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Dringi » 25.06.2018, 17:24

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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon hfrik » 23.07.2018, 12:19

Was mir auffällt ist, dass sich immer mehr Kohlefans, zuletzt habe ich das con Laschet gelesen, dahingehend äussern, dass ein Ende der Kohlestromerzeugung ab 2030 möglich erscheint (nicht mehr 2045 und später). Da scheint sich die Einstellung zu wandeln, und die Erkenntnis um sich zu greifen, dass es auch ohne Kohle geht. 2030 für den letzten Kohleblock wäre dann ein dekbares Szenario, mit dann ca. 4-5 GW stillegungen jedes Jahr, ggf. begleitet von einer NEtzreserve von frisch stillgelegten Kraftwerken.
Das würde auch den Netzausbaugegnern den Wind aus den Segeln nehmen, denn wo kein Kohlekraftwerk da definitiv kein Kohlestrom mehr im Netz.
Ich würde mein Geld auf die Sonne und die Solartechnik setzen. Was für eine Energiequelle! Ich hoffe, wir müssen nicht erst die Erschöpfung von Erdöl und Kohle abwarten, bevor wir das angehen.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Kallenpeter » 23.07.2018, 12:58

hfrik hat geschrieben:Da scheint sich die Einstellung zu wandeln

Ja, das Gefühl habe ich bei fast allen Energie- und Verkehrswende-Themen. Konservative, Ignoranten und andere Dumme ändern Ihre Einstellungen, aber oftmals merken sie das noch nicht mal.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon RolandD » 23.07.2018, 14:18

hfrik hat geschrieben:Das würde auch den Netzausbaugegnern den Wind aus den Segeln nehmen, denn wo kein Kohlekraftwerk da definitiv kein Kohlestrom mehr im Netz.



Du meinst die welche meinen - wir brauchen keinen Netzausbau, weil die Kohlekraftwerke die Netze verstopfen und das Problem dann gelöst ist ? Das sind ja nicht die Kohlebefürworter. Dein Problem sind die dummen Ignoranten der Ökofraktion. Und keine Angst, die werden ihre Meinung nicht ändern.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon wschmeiser » 23.07.2018, 14:45

Kallenpeter hat geschrieben:
hfrik hat geschrieben:Da scheint sich die Einstellung zu wandeln

Ja, das Gefühl habe ich bei fast allen Energie- und Verkehrswende-Themen. Konservative, Ignoranten und andere Dumme ändern Ihre Einstellungen, aber oftmals merken sie das noch nicht mal.


Nein, Konservative, Realisten und Pragmatiker folgen der normativen Kraft des Faktischen.

Wenn ein Kohlekraftwerk nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden kann, weil man nicht mehr genügend Betriebsstunden zusammenbekommt, gleich aus welchem Grunde, dann wird es halt stillgelegt.

Dann erzeugt man den Strom halt aus Gas aus Russland. Wo ist das Problem!
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon hfrik » 23.07.2018, 15:57

Konservative sind in der regel keine Pragmatiker, Pragmatiker zeichnen sich im Regelfall durch Ideologiefreiheit aus. Sonst wäre sie keine. Konservative hier sind in meiner Sicht die, denen beim Stichwort Koleausstieg nur die Sätze einfallen "aber die Arbeitsplätze der Kohlekumpel", sowie bei anderer Sorte "Ohne Kohle geht es nicht".
Beim Netzausbau hatte ich die Fraktion im Auge, im Sinne von RolandD, die teilweise bei der Ökofraktion im Fundamentalistenlager sitzen, aber auch stark bei der AfD (die gerne die Argumente der kofundis aufgreifen wenn die Leitung in der Nähe gebaut werden soll). Ob sich dort die Einstellung ändert - man wird sehen. Das Argumentieren wird jedenfalls deutlich schwerer mit ganz schlimmem Kohlestrom wie bisher kann man dann nicht mehr kommen.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Kaefermicha » 23.07.2018, 16:39

Nun, es kostet manchmal auch etwas Kraft, sich einzugestehen dass man falsch lag.

Ich bin seit 1998 CDU Mitglied, und für mich waren erneuerbare Teufelszeugs und Ökofaschismus. Bis ich mich mit der Sache dann doch mal näher beschäftigt hatte, dass erneuerbare Energien eben d o c h sinnvoll ins System integriert werden können. Daher hat mich der Ausstieg vom Atomausstieg 2011 auch so geärgert. Schon damals war absehbar, dass dezentralen Kraftwerken die Zukunft gehört.

Bis heute stört mich diese grüne Weltverbesserungsideologie. Ich bin begeisterter Fahrradfahrer, aber nicht weil ich die Eisbären schütze (das ist mir auf gut Deutsch immer noch ein wenig "Scheißegal", es ist aber ein nützlicher Nebeneffekt gegen den ich nichts habe), sondern weil a) billiger, b) trainiert den Hintern und c) macht Spaß und erspart jegliche Parkplatzsuche.

Bei Erneuerbaren Energien ist es genauso. Ich finde die nicht toll wegen CO2 (meinetwegen nützlich, aber mir egal), sondern ich finde es generell blöd, endliche Sachen zu verfeuern. Erneuerbare Energien bieten uns mittelfristig enormes strategisches Potenzial: Statt aus Russland Venezuela und Katar kommt unsere Energie dann halt zukünftig aus der Nordsee. Das ist bestechend.

Und was die Systemintegration und das Handling von Dunkelflauten angeht: Das ist eine Herausforderung. Herausforderungen muss man annehmen, und technisch lösen. Übrigens bedarf es dafür großer Player, insofern haben die großen 4 halt doch noch ihre Berechtigung.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Retrerni » 23.07.2018, 20:05

Kaefermicha hat geschrieben:Übrigens bedarf es dafür großer Player, insofern haben die großen 4 halt doch noch ihre Berechtigung.

Das ist eine erzkonservative Ansicht, für die ich keine Grundlage sehe. Beim ein oder anderen Projekt wird man mehr als etwas Kleingeld benötigen, aber das muss nicht von den besagten 4 kommen sondern kann von irgendeinem finanzkräftigen Technologieunternehmen kommen und muss nicht notwendigerweise aus der Energietechnik stammen...

Ciao

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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon PV-Berlin » 24.07.2018, 06:50

hfrik hat geschrieben:Was mir auffällt ist, dass sich immer mehr Kohlefans, zuletzt habe ich das con Laschet gelesen, dahingehend äussern, dass ein Ende der Kohlestromerzeugung ab 2030 möglich erscheint (nicht mehr 2045 und später). Da scheint sich die Einstellung zu wandeln, und die Erkenntnis um sich zu greifen, dass es auch ohne Kohle geht.


Offensichtlich kennt ihr keine echten Erzkonservativen persönlich.

Aber zum Thema:

Sie können damit leben weil?

Voll korrekt erkannt, Ende 2019 Nordstream 2 in Betrieb gehen wird. Braunkohle durch Import Gas zu ersetzen, ist in etwa so 'konservativ' wie die Ehe von Schwulen und Lesben eine Herzenssache der CSU ist!

Erzkonservativ wäre: Eine nationale und europäische Strategie zu entwickeln mit Offshore sämtliche Kohle und Gaskraftwerke in der EU zu ersetzen und gleichzeitig eine Initiative zu starten, Energie möglichst effizient einzusetzen. und dabei die nationale bzw. die europäische Industrie zum Weltmarktführer zu machen.

Denn das bringt: Einfluss, Macht, Geld, Arbeitsplätze , Steuern und Sicherheit

So was wie der Fürst der Finsternis, der Heuschrecken die Sozialwohnungen in München verscherbelt hat, würde bis in alle Ewigkeiten in der Hölle schmoren müssen. * In einer Konservativen Welt

Nur weil CSU, teile der CDU und die AfD diesen Begriff vereinnahmt haben, wird es nicht besser! Der einzigen hardcore Konservativen in der Politik, ist Herr Gysi, geht aber auch nicht anders, bei seiner Familie und deren Geschichte. Seine PDS Verbundenheit, ist wohl er Tarnung.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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