Darf man Kohle abschreiben?

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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon wschmeiser » 07.06.2018, 13:15

eba hat geschrieben:Als einen Art Zoll kann man auch Zahlungen für Dienstleistungen, Lizensen und Rechte in das Ausland mit Quellensteuer belasten. Dann bleiben Apple, Google, Facebook nicht mehr viel übrig, von Ihren im Ausland erwirtschafteten Umsätzen.


Da bin ich mal gespannt, wie man das machen möchte!

Zudem sind Zölle immer Steuern auf den Verbrauch der eigenen Unternehmen oder Bürger!

Die einzige richtige Antwort auf irgendwelche Zölle von anderen Staaten ist Freihandel. Alle Zölle komplett abschaffen, so wie in Singapur, Hongkong! Sollen doch die Amerikaner wer auch immer Zölle auf die Produkte für ihre Industrie oder Bürger erheben, wen interessiert es?
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon eba » 07.06.2018, 13:17

Singapur - das war wohl ein Witz. Mal versucht ein Auto einzuführen und zuzulassen?
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon wschmeiser » 07.06.2018, 13:34

eba hat geschrieben:Singapur - das war wohl ein Witz. Mal versucht ein Auto einzuführen und zuzulassen?


Das hat aber doch nichts mit Zöllen zu tun. Das Fahrzeug kannst Du steuerfrei nach Singapur einführen, wahrscheinlich wie fast alles, und wenn Du den Platz zum Abstellen hast, kannst Du so viele Fahrzeuge einführen wie Du möchtest.

Du brauchst dann aber eine Lizenz für die Zulassung und zahlst horrende Steuern.

Und Singapur ist deutlich kleiner als Berlin und hat fast 6 Mio Einwohner und kein Hinterland, wo man mit einem Auto hinfahren könnte. Dafür aber einen perfekten öffentlichen Nahverkehr, klimatisierte U-Bahn und U-Bahn-Stationen, einen der größten Flughäfen der Welt und den noch auf dem Stadtgebiet.

Und Berlin, trotz Transferzahlungen in Mrd-Höhe?
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon eba » 08.06.2018, 01:25

In Singapore wird man nicht ohne weiteres Präsident, da muss man eine hohe Qualifikation für den Job nachweisen und ein Auswahlverfahren durchstehen. Nicht so wie hierzulande. Gestern war man Minister für Familien und heute ist man Verteidigungminister.
Gestern Ministerpräsident von Bayern und heute Innen und Heimatminister.


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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Kallenpeter » 08.06.2018, 23:42

Carbontracker geht davon aus das 75% der Europäischen Kohlekraftwerke einen negativen Cash-Flow haben. Soll heißen die Kraftwerke können mit dem Stromverkauf zwar ihre variablen Kosten decken (Brennstoffe, CO2 Preis), aber wenn man alle Betriebs- und (langfristigen) Wartungskosten mit ein bezieht, schreiben sie Verluste. Grund ist der gestiegene CO2 Preis seit Jahresbeginn.
Außerdem könnte der gestiegene CO2 Preis anfangen Kohle durch Gas zu ersetzen. Im großen Stil dürfte dies jedoch erst bei 28€/Tonne passieren, zur Zeit sind wir bei 16€/Tonne.

Sollte der CO2 Preis also nicht wieder sinken oder sogar weiter steigen, könnten wir schon bald noch mehr Kohlekraftwerke gehen sehen.


https://www.carbontracker.org/dispatch- ... y-in-2018/
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon GEST » 10.06.2018, 15:51

Navajo coal plant nears 2019 closure with Arizona water agency decision
https://www.utilitydive.com/news/navajo ... on/525259/

2,25 GW Kohle gehen vom Netz, falls nicht noch jemand das Kraftwerk kauft.
Wird teilweise durch Solarstrom ersetzt, der die Hälfte dessen kostet was der Kohlekraftwerksbetreiber aufruft.

Xcel Energy Colorado on Wednesday filed its Clean Energy Plan with state regulators, proposing to retire a pair of coal units capable of generating 660 MW and add 1.8 GW of renewables, along with developing energy storage and purchasing power from existing gas resources.
https://www.utilitydive.com/news/xcel-d ... do/525207/
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon PV-Berlin » 10.06.2018, 22:22

Der aktuelle "Kipfel" zum Ausstieg aus der Braukohle hat nur einen handfesten Grund:

Man organisiert die Umverteilung der Kosten aus dem Ausstieg! Damit sind die Korrekturen in den Bilanzen gemeint. Im wesentlichen geht es nun, darum, die Luft zu verstaatlichen, soll heißen, die Rücklagen, die in der Bilanz stehen und mit "Werten" wie Anlagevermögen (Kohlekraftwerke) hinterlegt sind aufzulösen. Klar ist jetzt schon, das man die Rekultivierung der Landschaft nicht stemmen wird können. Vollkommen richtig bemerkt, man schreibt bestenfalls noch einen operativen posieren Cashflow.

Der allererste Beschluss der Kommission muss lauten:

Alle Tagebau Neubauprojekte einzustampfen!

Klar, wird der Ausstieg aus der Braunkohle nun erheblich teurer, als es hätte sein müssen, man hat ja munter seit 2010 weitergemacht und das Dumping der Betreiber hat sinnlos viel CO2 in die Luft geblasen und viel Kohle gekostet, den Strommarkt fast zerstört und die EEG Umlage in ungeahnte Höhen getrieben.

Wer noch glaubt, es geht um die paar Arbeitsplätze, muss zum Arzt gehen. Die haben nicht mal genug Kumpels , um alle Aufgaben (Rückbau) bis zu deren Pensionierung hinzubekommen. Die Altersstruktur der Belegschaften ist wie?

Ich sehe es nicht als 'Verlust' an, wenn der Ausstieg in Summe 25 Mrd. € kostet, das ist eigentlich kein Geld, über die nächsten 10 bis ?? Jahre, Wichtiger wäre vielmehr, einen Schritt nach vorne zu wagen und eine Energiestrategie pro Europa zu wagen. das wäre zudem eine Antwort, auf den Präsidenten Frankreich, der ja als Investmentbanken eine klar andere Strategie favorisiert.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon GEST » 20.06.2018, 18:43

A bipartisan pair of former congressional leaders, backed by corporate money, are launching a seven-figure advocacy and lobbying group in support of a carbon tax.

Why it matters: It’s a pivotal step bolstering an initiative, first launched last year by conservative leaders from earlier GOP administrations, pushing a carbon tax in which its revenue is returned back to most Americans in the form of dividend checks. Tuesday’s announcement comes one year after four global oil companies announced support for the plan.
https://www.axios.com/nuclear-renewable ... 9b211.html

Mal schauen was daraus wird...
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Kallenpeter » 20.06.2018, 18:48

Auch wenn ich nicht an schnelle Erfolge glaube, ist es trotzdem ein sehr gutes Zeichen.
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