Darf man Kohle abschreiben?

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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Ralf Hofmann » 10.05.2018, 23:50

Hi,

wschmeiser hat geschrieben:Klar. Aber mit diesem Argument kann man halt alles erschlagen.

das ist ja nicht das einzige Argument, das belegt wie die Braunkohle gepampert wird.

Es kommt ja noch dazu, dass keinerlei Abgaben fällig werden nach dem Bergrecht.
Jede Kiesgrube, jeder Steinbruch und jede Salzmine muss dafür abdrücken, dass sie das Allgemeingut des deutschen Volkes zu Geld macht. Die Betreiber der Braunkohlekraftwerke bekommen ihre Kohle jedoch geschenkt.

Das sind natürlich keine "Subventionen" im juristischen Sinne. Aber geschenkte Milliarden sind`s trotzdem.
MfG
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Kallenpeter » 11.05.2018, 17:39

Ralf Hofmann hat geschrieben:Das sind natürlich keine "Subventionen" im juristischen Sinne. Aber geschenkte Milliarden sind`s trotzdem.


Die Ausnahme von einer ansonsten für alle geltenden Steuer ist eine Subvention.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Litholas » 14.05.2018, 01:53

wschmeiser hat geschrieben:
...

Und durch den Einsatz von WPn zu Heizzwecken (was ich übrigens sehr gut finde), wird der vorgenannte Kosteneffekt sogar noch verstärkt. Und das Gas wird dann in Gasturbinen mit einem Wirkungsgrad von max. 40% in Strom umgewandelt um dann im Winter in Wärmepumpen mit einer LZ von vielleicht 3 wieder in Wärme umgewandelt zu werden. Da hätte man dann auch gleich das Gas verbrennen können.

...


Wärmepumpen kann man aber auch mit Solarstrom und Windkraft betreiben. Bei z B 30% Gasstrom spart der EE-Strom dann 75% des verheizten Gases ein. Bei einer LZ von 4 schon 82,5%.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Litholas » 14.05.2018, 01:59

wschmeiser hat geschrieben:
...

Da Wasserkraft nicht mehr zugebaut werden kann und Zubau Biomasse eigentlich keinen Sinn macht, bleibt nur Wind und PV. Und das würde bedeuten, dass in 15 Jahren die derzeit installierte Wind und PV Kapazität weit mehr als verdoppelt werden müsste. Realistisch?

Und würde man das erreichen, dann müsste jede Menge abgeregelt werden .... denn Wind bzw. PV fallen halt jeweils überwiegend gleichzeitig an. Die 80% wären dann erst nicht erreicht.

Irgendwann wird man hoffentlich auch in der deutschen Politik erkennen, dass der Anteil von EEn an der Stromerzeugung begrenzt ist, wenn die Stromerzeugungskosten nicht explodieren sollen.

...


Für 75% EE wird eine Erzeugung von etwa 750 Mrd kWh Windkraft und Solarstrom benötigt. In 15 Jahren würden die im life-cycle real etwa 3 Cent pro kWh kosten, diese 375 Mrd kWh nutzbarer Anteil würden also etwa 6 Cent pro kWh kosten.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Litholas » 14.05.2018, 02:10

wschmeiser hat geschrieben:
...

Stell die Frage doch mal anders herum. Was wäre denn eine gute Ergänzung zu Wind und PV?

Ja, eine Gasturbine ist in wenigen Minuten hochgefahren ... hat alleine aber einen schlechten Wirkungsgrad .... und als GuD dauert es halt auch wieder länger. Von den Brennstoffkosten ganz zu schweigen.

Und wie schon gesagt, wenn man dann diesen Strom im Winter für WPn verwendet, hätte man ihn auch gleich dezentral in einer Gasheizung verbrennen können.

...


Das ist nun mal falsch. Selbst wenn 100% des Wärmepumpenstroms aus Gaskraft kämen wäre man mit den Wärmepumpen besser dran - aber der Anteil des Gasstroms sinkt ja und der von EE-Strom nimmt zu.

Gasturbinenkraftwerke würden vermutlich 85GW ausmachen, aber nur etwa die Hälfte des Gasstroms erzeugen. GuD würden etwa 15GW ausmachen, aber ebenfalls die Hälfte des Gasstroms erzeugen. Nur weil gerade 30GW Gasstrom gebraucht werden, würde man nicht alle 100GW Gaskraftwerke auf 30% fahren, sondern die 15GW GuD auf 95% und z B 21GW Gasturbinenkraftwerke auf 75%.
Zuletzt geändert von Litholas am 14.05.2018, 02:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Litholas » 14.05.2018, 02:16

wschmeiser hat geschrieben:
...

Wie und wo wird Braunkohlestrom subventioniert?

...



Die Braunkohle müssen die Kraftwerksbetreiber nicht bezahlen, sondern "nur" ausbuddeln. Ursprünglich um Deutschland mit billigem Strom zu versorgen; inzwischen wird ein Drittel des Stroms aus der geschenkten Braunkohle ins Ausland verhökert damit die Betreiber sich die Taschen füllen können, und ein weiteres Viertel drängt weniger schädlichen und flexibler erzeugbaren Gasstrom aus dem Netz.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Litholas » 14.05.2018, 02:21

wschmeiser hat geschrieben:
... jedes Dampfkraftwerk kann im Prinzip schnell regeln .... nur wird es dann auf der Brennstoffseite ineffizient, weil der Ofen halt nicht sofort abzustellen ist und schon gar nicht schnell wieder anzufahren.


Wen juckt das? Das braucht doch so gut wie nie vorzukommen. Da wird dann ein Zehntausendstel der Strommenge mit einer Effizienz von 10% erzeugt.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Litholas » 14.05.2018, 02:25

wschmeiser hat geschrieben:
Kallenpeter hat geschrieben:
wschmeiser hat geschrieben:@Kallenpeter,
wie kann man die Tatsachen so verdrehen.
Wie und wo wird Braunkohlestrom subventioniert?


Die externen Kosten trägt die Allgemeinheit. Würde man das mit einbeziehen, würde Braunkohlestrom ein vielfaches kosten.


Klar. Aber mit diesem Argument kann man halt alles erschlagen.

Wenn man das heranzieht, dann müsste man halt CO2 und die sonstigen Abgase entsprechend mit Kosten belasten, dann aber für alle CO2- und Schadstoffemittenten. Nur explodiert dann auch der Stromerzeugungspreis aus Gas.


Der Preis für Gaskraft explodiert dann nur ein Drittel so stark wie der für Kohlekraft. Und das Geld wäre ja nicht weg, sondern könnte vom Staat nutzbringend ausgegeben werden.

Und Gaskraft emittiert nicht die hunderte Millionen letalen Dosen von Schwermetallaerosolen wie Braunkohlekraft.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon wschmeiser » 14.05.2018, 11:47

Kallenpeter hat geschrieben:
Ralf Hofmann hat geschrieben:Das sind natürlich keine "Subventionen" im juristischen Sinne. Aber geschenkte Milliarden sind`s trotzdem.


Die Ausnahme von einer ansonsten für alle geltenden Steuer ist eine Subvention.


Wer zahlt denn sonst Steuern auf Braunkohle?

Natürlich kann man sagen, dass man die Tonne Braunkohle mit 100 €/t besteuert oder die Braunkohlekraftwerke gleich ganz schließt. Warum nicht!

Der einzige Effekt wäre doch nur, dass sich die Stromherstellungskosten in D verteuern. Die Verbraucher zahlen dann halt (noch) mehr für Strom. Das wäre kein Problem.

Anders sieht es bei den gewerblichen Stromverbrauchern aus, die im internationalen Wettbewerb stehen. Aber auch kein Problem, wenn man sich das leisten möchte.

@Ralf Hofmann
Das sind natürlich keine "Subventionen" im juristischen Sinne. Aber geschenkte Milliarden sind`s trotzdem.


Sie wurden aber dem Volk/den Verbrauchern "geschenkt". Dafür muss dann das Volk halt auch den Dreck in Kauf nehmen. Das Umgekehrte steht ja zuvor.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Ralf Hofmann » 14.05.2018, 19:51

Hi,

wschmeiser hat geschrieben:Natürlich kann man sagen, dass man die Tonne Braunkohle mit 100 €/t besteuert oder die Braunkohlekraftwerke gleich ganz schließt. Warum nicht!

ja, warum eigentlich nicht. Bei Eisenerz, Salzen und anderem Zeugs wir`s ja auch gemacht.


wschmeiser hat geschrieben:Der einzige Effekt wäre doch nur, dass sich die Stromherstellungskosten in D verteuern. Die Verbraucher zahlen dann halt (noch) mehr für Strom. Das wäre kein Problem.

Sollte jetzt nicht das Problem sein, wenn der Strompreis für Braunkohle einen halben Cent die kWh steigt.
Und das ist schon sehr viel geschätzt . . .


wschmeiser hat geschrieben:Sie wurden aber dem Volk/den Verbrauchern "geschenkt". Dafür muss dann das Volk halt auch den Dreck in Kauf nehmen.

Ein aufgezwungenes Geschenk, würde ich mal sagen.
Besonders die Bewohner der weggebaggerten Dörfer freuen sich sicher besonders über solche Geschenke.
Ich kann übrigens auch ganz gut drauf verzichten, obwohl ich meilenweit weg von dem Dreck wohne.
MfG
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