Darf man Kohle abschreiben?

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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon GEST » 01.11.2018, 12:47

Bei 250 GW Kapazität legen die prozentual mehr still als hierzulande.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon GAST » 01.11.2018, 14:47

GEST hat geschrieben:Bei 250 GW Kapazität legen die prozentual mehr still als hierzulande.

Ob und wieviel stillgelegt wird liegt ja nicht an der Kapazität die vorhanden ist sondern eher ob bedarf für den Strom aus den Kraftwerken besteht bzw diese kostendeckend produzieren können.

Obwohl Deutschland bis vor kurzem noch um 130GW hatte und laut bayrischem Rundfunk Sendung „Unkraut“ davon gesprochen hat das in Deutschland innerhalb eines Jahres alle Kohlekraftwerke vor Baujahr 1990 stillgelegt werden könnten ohne das man es zu Problemen führen wird die wir nicht jetzt bereits haben.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Kallenpeter » 01.11.2018, 15:42

Interessant auch das es bei zwei Dritteln der Schließungen nur ein Jahr Vorlaufzeit gibt. Das sollten sich unsere Kohlearbeiter mal genau anschauen wenn sie gegen einen geordneten und schnellen Ausstieg demonstrieren.
Zuletzt geändert von Kallenpeter am 01.11.2018, 15:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon GEST » 01.11.2018, 15:43

GAST hat geschrieben:
GEST hat geschrieben:Bei 250 GW Kapazität legen die prozentual mehr still als hierzulande.

Ob und wieviel stillgelegt wird liegt ja nicht an der Kapazität die vorhanden ist sondern eher ob bedarf für den Strom aus den Kraftwerken besteht bzw diese kostendeckend produzieren können.


Mir gings um den Vergleich mit der gesamten Kohlekapazität, damit man die absoluten Zahlen einschätzen kann.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon GEST » 02.11.2018, 11:03

Nach Stahlbaron Sanjeev Gupta (1) ist jetzt der zweite Milliardär in Australien angepisst über den kohlegeilen Kurs der Regierung:
Software billionaire Mike Cannon-Brookes has had enough. The man whose Twitter exchange with Tesla founder and CEO Elon Musk led to the hugely successful Tesla big battery installation in South Australia is going head to head with prime minister Scott Morrison again, calling him out over his new energy slogan “fair dinkum” power.
https://reneweconomy.com.au/billionaire ... gan-38220/

Moment, wird noch besser:
Even the main business lobbies have grown frustrated with the lack of any climate and energy policy, prompting them to move to formulate their own plans – although given the scare-mongering by the likes of the Business Council of Australia, it is unlikely to advance the conversation.


Die großkapitalistische Bourgeoisie ist angepisst über konservative Politik?
Vor 20 Jahren hätte ich jeden der so etwas behauptet in die Psychiatrie gebracht...

Ist Marx' Leiche eigentlich zersetzt; oder könnten wir deren Rotationsbewegung als Generator verwenden?

(1)
around-the-world-der-photovoltaik-weltmarkt-p1610804.html#p1610804
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Alexander_Z » 05.11.2018, 12:57

800 Millionen Rückstellungen sollen für die Lausitz reichen- der alte Besitzer hatte noch 1,5 Milliarden Rückstellung gehabt - diese beim Verkauf mit übergeben!
Hinter vorgehaltener Hand sollen es mehr als 3 Mrd sein die benötigt werden die Schäden des Tagebaus wieder gutzumachen.

Tja- der Steuerzahler steht ja dann dafür gerade....

Manchmal ist es so offensichtlich und durchschaubar - da kann man nur staunen!
...klar kann man es auch SO machen. - Nur dann ist es halt Mist!
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon SmartPanel » 08.11.2018, 09:36

Wegen Protestaktion "Sonne statt Kohle" zum Start der Kohlekommission:
Staatsanwaltschaft durchsuchte gestern Greenpeace-Büros und machte Hausdurchsuchungen von Privatwohnungen

Was war passiert ? Der Platz um die Berliner "Gold-Else" war mit Wasserfarben in Form einer Sonne bemalt worden.
Die nachfolgenden Reinigungsarbeiten wurden von Greenpeace bezahlt.

Kommt die Staatsanwaltschaft demnächst zu uns in den Kindergarten, wegen der Straßenmalkreide auf dem Parkplatz ?

Oder ist das zu kindisch und eher der vorletzte Schritt von "Erst belächeln sie dich, dann ignorieren sie dich, dann bekämpfen sie dich und dann hast du gewonnen." (Gandhi?)
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon arbu » 11.11.2018, 14:16

Eine Woche vor der nächsten Sitzung der Kohlekommission legen drei Umweltverbände einen Vorschlag für einen beschleunigten Kohleausstieg vor.

..Alles in allem rechnen die Verbände damit, dass 2020 etwa 18.000 Megawatt Braunkohle und 21.000 Megawatt Steinkohle laufen – davon sollen dann insgesamt bis 2022 rund 16.000 Megawatt abgeschaltet werden, also gut 40 Prozent.
Um dabei relativ schnell eine spürbare CO2-Reduktion zu erzielen, schlagen die Umweltverbände vor, 7.500 Megawatt Braunkohle schon bis 2020 zusätzlich in die "Sicherheitsbereitschaft" zu nehmen, also de facto in die Reserve zu geben. Dies soll laut dem Verbände-Entwurf "im Rheinland alle Blöcke mit Inbetriebnahme vor 1980 an den Standorten Neurath, Niederaußem und Weisweiler" betreffen, außerdem "je zwei Blöcke an den Standorten Jänschwalde und Boxberg mit Inbetriebnahme vor 1990".

.. Zusätzlich plädiert das Papier für eine sogenannte "Sprinterprämie", um Betreibern Anreize zu geben, alte Steinkohle-Blöcke vor schon 2020 oder 2021 stillzulegen.
https://www.klimareporter.de/deutschlan ... 0-auf-2022
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon TheRisingSun » 11.11.2018, 14:25

arbu hat geschrieben:
Eine Woche vor der nächsten Sitzung der Kohlekommission legen drei Umweltverbände einen Vorschlag für einen beschleunigten Kohleausstieg vor.

..Alles in allem rechnen die Verbände damit, dass 2020 etwa 18.000 Megawatt Braunkohle und 21.000 Megawatt Steinkohle laufen – davon sollen dann insgesamt bis 2022 rund 16.000 Megawatt abgeschaltet werden, also gut 40 Prozent.
Um dabei relativ schnell eine spürbare CO2-Reduktion zu erzielen, schlagen die Umweltverbände vor, 7.500 Megawatt Braunkohle schon bis 2020 zusätzlich in die "Sicherheitsbereitschaft" zu nehmen, also de facto in die Reserve zu geben. Dies soll laut dem Verbände-Entwurf "im Rheinland alle Blöcke mit Inbetriebnahme vor 1980 an den Standorten Neurath, Niederaußem und Weisweiler" betreffen, außerdem "je zwei Blöcke an den Standorten Jänschwalde und Boxberg mit Inbetriebnahme vor 1990".

.. Zusätzlich plädiert das Papier für eine sogenannte "Sprinterprämie", um Betreibern Anreize zu geben, alte Steinkohle-Blöcke vor schon 2020 oder 2021 stillzulegen.
https://www.klimareporter.de/deutschlan ... 0-auf-2022

Wenn man die Kohlekraftwerke vom Netz nimmt ohne dass entsprechend mehr EE zugebaut werden, dann wird einfach nur weniger Strom exportiert und im Ausland umso mehr verheizt. Dem Klima hilft das nicht wirklich. Die Forderung nach Stilllegungen muss also immer einher gehen mit konkreten Vorschlägen, wie man es schafft dass die Leute die Dächer voll machen und aufhören gegen WKA zu sein.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Tobi » 11.11.2018, 14:41

Genau. Vor dem Abschalten müssen erst einmal die Alternativen stehen. Die sehe ich aber bisher nicht, zumal bis 2022 noch einige GW an AKWs abgeschaltet werden.
Ich denke wir sind uns einig, dass Atomstrom Frankreich oder Kohlestrom aus Polen nicht die Lösung ist?
Und leider reicht "Dächer vollmachen" nicht wirklich. Da muss es dann schon noch Speicher zu 1/10 des aktuellen Preises geben.
Tobi
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